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 SONDERAUSSTELLUNGEN im SCHLOSS RASTATT

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Erinnerungsstätte im Schloss

Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte - Bundesarchiv Außenstelle Rastatt -

Herrenstrasse 18 im Schloss, D-76437 Rastatt, Tel. 07222.771390 (Zentrale) Fax 77139-7, e-mailLink Leiter der Erinnerungsstätte: Prof. Dr. Wolfgang Michalka


Bibliothek und Datenbank :  Eintritt frei   

Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag: 9:30h - 17h, Montags geschlossen (außer an Feiertagen) Eintritt frei Führungen nach Vereinbarung - Eingang Herrenstrasse über den Ehrenhof des Schlosses: Südflügel (links)

Die Ausstellung "Revolution in der Box" - Die badische Revolution 1848/49 in der Sammlung Westermann Erinnerungsstätte, Schloss Rastatt wird kontinuierlich erweitert.  

SONDERAUSSTELLUNGEN 

Ausstellung des Deutschen Historischen Instituts Warschau: "Größte Härte..." Verbrechen der Wehrmacht in Polen, September-Oktober 1939" vom 27.1. - 19.3.2006.  


  DAUERAUSSTELLUNGEN im Schloss Rastatt - Veranstaltungen und Vorträge

  • Die Weiße Rose : Eine Gruppe befreundeter Studenten in München schreiben in den Kriegsjahren 1942/43 Flugblätter und verteilen diese in zahlreichen deutschen Städten. Sie geben sich den Namen "Weiße Rose". Sie wollen ein Zeichen setzen und auf den verbrecherischen Krieg, den Deutschland führt, aufmerksam machen mit dem Ziel, diesen zu beenden und Hitler und seine Helfershelfer zu stürzen. Die Widerstandskämpferin Sophia Scholl wurde kürzlich zur "Frau des Jahrhunderts" gekürt. Ihre Büste wird demnächst in der Ruhmeshalle Walhalla bei Regensburg zu finden sein. Aktuell kann die "Erinnerungsstätte" in der Rastatter Barockresidenz Original-Exponate bieten, welche zur Dokumentation von Scholls Widerstandsgruppe "Die Weiße Rose" einmalig sind.  
  • Jahresausflug 2006 des Fördervereins zu Ursprungsstätten unserer Freiheitsbewegung nach Jena / Weimar / Eisenach (Wartburg) um an diesem Wochenende sowohl von der Freiheitsbewegung in der DDR zu hören wie auch das historische Jena erleben und von dem besten Kenner des politischen Professorentums – Dr. Klaus Reis – in die Zeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts eingeführt werden. In Eisenach wollen wir die Wartburg besuchen, die nicht nur im Mittelalter so wichtig war (Elisabeth von Thüringen), sondern auch für den Aufbruch deutscher Geschichte steht (Luther / Wartburgfest mit Fries, Luden, Oken). Eisenach eine Führung im Bachhaus. Abfahrt: Rückkehr: Sonntag, 10.9. über Fulda - bitte noch unverbindliche Interessentenmeldungen abgeben - von 14h-17h vom 8. - 10.9.2006
  • Jahresausflug 2007 Im Jahre 2007 jährt sich das Hambach-Fest zum 175. Mal. Dieser runde Geburtstag wird gefeiert mit einem Festbankett im Stile des Vormärz im historischen Saal des Hambacher Schlosses. Die Festkultur des Vormärz war besonders wichtig zum Transport von politischen Gedanken und Ideen. Das Hambacher Fest hatte eine Signalwirkung für ganz Deutschland. Versuche einer authentischen Annäherung zu diesem Aufbruch in unserer Geschichte an diesem historischen Ort. Am Nachmittag fährt ein Bus die Teilnehmer von Rastatt/Karlsruhe nach Hambach und bringt sie nach dem Fest wieder zurück. Da der Festsaal nur eine begrenzte Kapazität hat, sind Interessentenmeldungen schon jetzt erwünscht und erbeten, um mit der Hambach-Gesellschaft und der Siebenpfeiffer-Gesellschaft gemeinsam zu feiern am 19.5.2007


Filmforum 2006:  

Alle Filme werden wissenschaftlich eingeführt, und es besteht die Möglichkeit der Diskussion!


Ausstellungskatalog Einigkeit und Recht und Freiheit 

Katalog der ständigen Ausstellung herausgegeben vom Bundesarchiv 404 Seiten, engl. Broschur, ISBN-3-935019-41-6 in der Ausstellung 10.- € im Buchhandel 28.- € für Mitglieder 5.- €


Badische Freiheitsbewegungen in Offenburg 1848/49

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Die Ortenau als Ursprungsstätte 'unserer' Demokratie. In Offenburg wurde der Salmen2003 von Bundespräsident Johannes Rau als „Denkmal von nationaler Bedeutung“ eröffnet. In ihm verabschiedeten 1847 die „Entschiedenen Freunde der Verfassung“ das erste politische Programm auf deutschem Boden. Friedrich Hecker nannte es dieMagna Carta der Volksfreiheit. Was blieb vom Programm, welches basierend auf den unveräußerlichen Menschenrechten, den freien und sozialen Rechtsstaat forderte?

Die Offenburger Volksversammlung vom September 1847, gemeinsam mit dem Schweizer Sonderbundskrieg und die französische Bankettbewegung, die im Februar 1848 direkt in die Revolution führte, als Boden für die politischen Reformen, mit denen in Italien Papst Pius IX die Hoffnungen vieler Menschen auf mehr Demokratie stärkte.

Napoleons Massenkriege ordneten Europa neu, die Leibeigenschaft war abgeschafft, doch das Kaisertum sollte wohl bleiben. Die Revolution von 1848/49, kam auch durch Reisende in die Region, wie im Februar 1848 durch Fanny Lewald, die durch Deutschland reiste und überall von der Revolution in Paris hörte; wohin es die begeisterte Republikanerin hinzog, zum 'ewig klopfenden Herzen Europas'. Politische und soziale Forderungen der Revolution ereilten auch die Provinz, bedingt durch zahlreiche Zeitungen und privater Briefwechsel. Freunde dieser bedingten Revolution übersetzten diese mit ihren eigenen Forderungen auf Flugblätter und in Karikaturen. Rasch gründeten sich zahlreiche Vereine um mit diesen Informationen dafür werbend vor die Öffentlichkeit zu treten. Letztendlich standen sie sich selbst im Weg, denn die demokratische Hoffnung auf ein demokratisches Europa ging, wie heute noch, in der Rivalität der Nationalitäten unter. Damals setzten 'sie' Demokratie mit Nationalstaat gleich; heute hingegen scheint die Demokratie mit der herrschenden Republik gleich gesetzt zu sein; die ihrerseits weit von einer berechtigten Volksabstimmung entfernt ist.

Den Spitzeln des badischen Großherzogs galt die Stadt Offenburg zur Revolutionszeit als gefürchteter Demagogenort, durch die politischen Versammlungen der liberalen und demokratischen Opposition Badens von 1847, 1848 und 1849. Unter der Führung von Friedrich Hecker und Gustav Struve trafen sich am 12. September 1847 im Gasthaus Salmen die führenden Köpfe der politischen Opposition Badens aus den großen badischen Städten Freiburg, Mannheim und Heidelberg. Fast 900 Zuhörer besuchten die vom Offenburger Bürgermeister Gustav Rée geleitete Versammlung, bei die badische Opposition erstmals ihre politischen und sozialen Forderungen zu einem politischen Programm in der Öffentlichkeit zusammenfassten. Die 13 Forderungen des Volkes in Baden bei Anwesenheit aller Stände und Frauen einstimmig verabschiedet von den Teilnehmern am ersten demokratische Parteiprogramm Deutschlands. An der Offenburger Versammlung vom 19. März 1848 nahmen ca. 20.000 Menschen teil. Unter Leitung von Amand Goegg aus Renchen der Landeskongress der badischen Volksvereine tagte am 12. Mai 1849 mit den vergeblichen Forderungen  der Auflösung der beiden Kammern, Regierungsrücktritt, Einberufung einer konstituierenden Landesversammlung und Freilassung der Gefangenen. Am 13. Mai erklärten die über 35.000 Teilnehmer der Landesvolksversammlung den Zustand der Revolution und der Notwehr gegen die Fürsten. Diese Offenburger Ereignisse nötigten Großherzog Leopold aus Karlsruhe zur Flucht in die Festung Germersheim. Am 14. Mai 1849 übernahm der regierende Landesausschuss unter Lorenz Brentano die Regierungsgewalt.

Das Offenburger Aktionsprogramm vom 12. September 1847 im Salmen war eine schriftlich niedergelegte Verfassung, die bestimmte Grundrechte benannte und den Bürgern ihre Freiheitssphäre garantierte; also erstmals der Staatsgewalt Grenzen auferlegte. Die badische Kampfansage an die Monarchie die den Bürger als Untertan zu verlieren drohte. Seine Auswirkung auf das rechts- und sozialstaatliche Verfassungsdenken bist heute galt als festgesetzt. Die deutsche Nationalversammlung in der Paulskirche entwickelte die Offenburger Forderungen weiter; die Weimarer Verfassung konnte sie teilweise verwirklichen. Das heutige Grundgesetz ist noch stark durch die Offenburger Forderungen geprägt. Dem Volke ging es um das unveräußerliche Recht des menschlichen Geistes, darum seine Gedanken unzensiert mitzuteilen; gilt heute als Geistes- und Pressefreiheit eines demokratischen Verfassungsstaates. Weitere, im Offenburger Dokument formulierten Freiheitsrechte finden sich in ähnlich  verfasst im Grundgesetz wieder: Gewissensfreiheit, Glaubensfreiheit, Lehrfreiheit, Vereins- und Versammlungsfreiheit. Geschworenengerichte und öffentliche Gerichtsverhandlungen sollten der damals üblichen politischen Strafjustiz folgen. Die Abschaffung der Todesstrafe war eine Forderung der Paulskirche. Die justizialen Grundrechte wurden dort, wie die Unabhängigkeit der Richter und die Öffentlichkeit der Gerichtsverfahren als Gewaltentrennung formuliert.   

Die Offenburger Forderungen waren die Bekenntnis zur sozialen Demokratie, die Grundlage des Sozialstaats und dem Prinzip der Gleichheit. Sie verlangten die Abschaffung aller Privilegien, Bildung für alle und eine gerechte, an der Leistungsfähigkeit des einzelnen Bürgers orientierte Besteuerung. Die Forderung nach Ausgleich des Missverhältnisses zwischen Arbeit und Kapital war somit ausgesprochen und existent; wenn auch noch sehr visionär. Die bürgerliche Mehrheit lehnte eine derart grundlegende Gesellschaftsreform ab, deshalb schlugen sich die sozialpolitischen Forderungen auch nicht im Verfassungswerk der Paulskirche nieder. Die Weimarer Reichsverfassung und das Grundgesetz (Art. 20 GG) treten als demokratisch sozialer Bundesstaat auf. Die Sozialhilfe (Fürsorge für Hilfsbedürftige) als Grundlage für ein menschenwürdiges 'Existenzminimums', jüngste aktuelle Gesetzgebungen überholen diese mit Blut erkämpfte Geschichte. Ihre Forderungen, die Interessen der sozial Schwächeren, die Vorsorge bei Erwerbslosigkeit und Berufsunfähigkeit und die Entwicklung des Arbeits- und sozialen Mietrechts stehen auch heute wieder zur Debatte.

à propos: Am 13.März des Jahres 1848 berichtete die Schweizerische Nationalzeitung über den Basler Morgenstreich: "Basel: Unser Fasching hat begonnen; schon um 4 Uhr wirbelten die Trommeln den Morgenstreich durch alle Stadtviertel; dieselben bunten Papierlaternen warfen ihre Schlagschatten auf die grotesken Schaaren von Jung und Alt; am gelungensten war der Zug mit einer gutgezeichneten Laterne über die jüngsten Zeitereignisse der Schweiz: Sonderbund und neuenburgisches Preussentum lieferten die Hauptbilder."

Führung in Offenburg : Orte der Revolution ein Rundgang zu den historischen Orten der Revolution: Cornelia Kalt-Jopen stellt Gebäude, Personen und Orte vor, die 1847 – 49 in Offenburg im Zusammenhang mit der Freiheitsbewegung eine Rolle spielten. Ausgangspunkt ist der Salmen, in dem 1847 die Entschiedenen Freunde der Verfassung ihr 13-Punkte-Programm verabschiedeten, das Rathaus, das ehemalige Oberamtsgebäude, die Alte uns die Neue Pfalz, das Grimmelshausengymnasium und das Gefängnis wichtige Stationen des revolutionären Rundgangs. Offenburg zählte Mitte des 19. Jh. ca. 4.000 Einwohner. Dieses beschauliche Städtchen entfaltete im Vormärz und in den Tagen der Revolution eine unerwartete Dynamik und beherbergte bei den großen Volksversammlungen bis zu 40.000 Besucher. An den historischen Schauplätzen illustriert der Rundgang, was sich zwischen 1847 und 49 in Offenburg ereignete und wer für die demokratischen Ziele eintrat.  - Info-Tel.: 0781.822577 - Treffpunkt: Salmen (Gebühr: 4 €) 11h am 19.3.2006

Offenburger Freiheitstag 13 Meter hohe Freiheitsbaum Erinnerungszeichen sein für den bedeutenden Tag in der Geschichte Offenburgs, als 1847 im "Salmen" die Forderungen nach Freiheit, Recht und Gerechtigkeit verkündet wurden. Musikkapellen und historisch kostümierte Gruppen werden in Sternmärschen dabei sein. Tanzdarbietungen, Fanfarenklänge, revolutionäre Sprechchöre und gemeinsames Singen stehen auf dem Programm - Errichtung auf dem Neuen Marktplatz um 19h am 12.9.2006


FENSTER SCHLIESSEN - FERMEZ FENÊTRE