Traktorfurchen endlos abgemähter Maisfelder erlahmen weit auslaufend im Matt erdwarmer Farben. Linie an Linie dem Pastell schimmernden Horizont entgegen. Auf Raureif benetzten Erdschollen treffe ich frei laufende Feldhasen und Wild. Jahrelange Monokultur, so genannte Maiswüsten,  prägten diese Riedauen bis zu den Rheinufern. Im Sommer sind sie für mich was für euch der Wald. 

das 'welsche Korn' (Mais) mischt sich ein in Regionalgeschichte im Dreiländereck   

Index Streifzüge
Straßburg's Bischöfe Zentrum der Macht, Armagnacs, Rütlischwur, Reformation: Bunschuh Bauernrevolte um Erasmus Gerber, Badenser oder Gäliaßler, Hexenverbrennungen Welschkorn regional geschichtlich 15. Jh. +16. Jh.  (1)
zu Maria Theresias Erbfolgekrieg der Habsburger und das österreichische Habsburg um Breisach, zum Pandurenlärm in Unterlesass, zur Französischen Revolution und der freie Weg Napoleons zu seinen deutsch regierten Staaten im Gesellschaftsumbruch nach Hungersnot des 18. Jh.  Welschkorn regional geschichtlich 18. Jh.  (3) 
 

  

 

  eurer Erzählung nach seien:

(Text-links: A-Z)

Argentovaria:

"Castrum" diente den Römern als westliche Brückenbasis an der Süd-Nord- Transversale von Italien zur Nordsee entlang des linken Rheinufers. Exakt in der Mitte, eine halbe Schiffstagereise von Basilia (Basel), nach Argentoratum (Straßburg), kreuzte hier die Ost-West-Verbindung aus Innergallien nach Horbourg (Colmar) und über den Schwarzwald an die Donau

Baba:

im Lichtspiel der Erdfarben in den Oberrheinauen

Baldanders:

 eine überaus wechselhafte Fabelgestalt, und eine literarische Schöpfung Hans Sachs (1494-1576), bekannt durch den phantastischen Schelmenroman Simplicius Simplicissimus (1688) von Grimmelshausen. Der Protagonist stößt in einem Wald auf eine Steinfigur, die einen Gott aus einem alten germanischen Tempel darstellt. Als er die Figur mit dem Finger berührt, sagt sie, sie sei Baldanders („jedesmal ein anderer“) und nimmt nacheinander die Gestalt eines Menschen, einer Eiche, einer Sau, auch einer Wurst, einer mit Klee bewachsenen Wiese, einer Blume, eines Wandteppichs und etlicher anderer Dinge an. Am Ende wird Baldanders wieder zum Menschen, um Simplicius in verschiedenen Fertigkeiten, – unter anderem auch darin, mit leblosen Dingen zu sprechen – zu unterrichten.

Benfeld:

die restliche Eingangmauer an der nördlichen Stadtmauer erinnert ans Bischofsschloss, das mit seinen bischöflichen Truppen den Armagnaken ganz und später dem Schwedeneinfall ganze 66 Tage lang stand hielt ! 

Bernhard von Weimar:

deutscher Fürst auf Seiten des Schwedenkönigs - anno 1636 im Bund mit dem französischen Hof, wandte er sich dennoch gegen Hochburgund (Franche-Comté), wo jetzt der kaiserliche General Savelli ein Heer anführte. Er eroberte mehre Stellen im Elsass und versetzte am 24. Juni 1636,  zwischen Gray und Besançon, dem Herzog von Lothringen eine Lektion, bevor er über die Grafschaft Mömpelgard (Montbéliard) durch den Sundgau direkt nach Rhinau zog am 27. Juli. Hier gelang ihm die Überfahrt über den Rhein, ehe er sich auf der dortigen Rheininsel bei Wittenweier verschanzte. Dort aber erwartete ihn Johann von Werth mit heftigen Angegriffen. Vorerst zog er sich wieder zurück in sein mömpelgardisches Winterquartier.

altes Bistum Straßburg:

zur kirchenpolitischen Lage: Saales, am linksrheinischen Landesgrenzendreieck gelegen gehörte zum Bistum St. Dié. Die angrenzenden Bistümer (N>S) waren Molsheim - Oberenheim - Schlettstadt. Ab 1624 mussten sich alle Benediktinerklöster unter dem Einfluss der Jesuiten der Straßburger Diözesenkongregation, also einer Vereinigung der Amtsgebiete katholischer Bischöfe angehören.

Breisach:

die Stauferstadt auf einstigem Keltenfürstensitz und römischen Hilfskastell am Rheinufer zu Frankreich, zwischen dem elsässischen Colmar und der Breisgaumetropole Freiburg. Vor der Rheinbegradigung war es sein Münsterbergfels, der die Rhein- Überschwemmungsfluten brach. Seit dem frühen 16. Jh. war Breisach die wichtigste Rheinfestung am Oberrhein! Ihre Auslieferung an Frankreich, rechtfertigte sie einen kirchlich veranlassten Giftmord?

Breisach Festung:

Am 17. September 1638 fingen die weimarischen Truppen einen Brief des Kaisers an den kommandierenden General der Festung Breisach, von Reinach, ab, mit der Anweisung, Breisach „bis auf den letzten Blutstropfen und solange ein lebendiger Athem darinnen, männlich erhalten und den gewiß erfolgenden Succurs unfehlbarlich erwarten solle“. Aus dieser belagerten Stadt am Rheinufer flohen Ende Oktober viele Soldaten vor Unterernährung oder starben an Erschöpfung; so stürzten Mitte November wohl auch Musketiere erschöpft von den Außenmauern, beim Schußfeuer auf die Belagerer. Am 4. Dezember schossen die Weimarer Truppen den Pulverturm auf der Rheinseite in Brand bis er explodierte mit einem Loch von 30 Schritt Breite in der Mauer. Breisach war von den eindringenden Truppen des Herzog Bernhard von Weimar erobert, die Festung Breisach kapitulierte unter General von Reinach. Der Eroberer Bernhard  vermutete im Stockhaus gefangene Soldaten seiner Armee, die er abgemagert und so erschöpft am Boden kauernd vorfand, dass sie kaum mehr zu sprechen konnten. Ihr Blick zeigte auf die spärliche Nahrung Menschenfleisch in ihren Händen. Breisach-Tour: „Ritter, Mönche, Blutgericht"

Dabo:

  (die einstige Dagsburg auf dem Rocher de Dabo vor der Kapelle aus dem 19. Jh.) Rocher de Dabo : Buntsandsteinmassiv der Mittelvogesen, oder von Kelten, Triboker, Romanen und Franken, Grafschaft von Dabo zum Elsässischen Herzogtum.

Dr' Düwack:

...dr' Düwackwack, dr' Düwackwack!badisch: Duwackh für Tabakanbau am Oberrhein durch die Söldner des Dreißigjährigen Krieges - eroberte die Grafschaft Hanau beiderseits des Rheins (elsässisch ~ Tüwack)

Dreißigjähriger Krieg:

um die Vorherrschaft in Europas Mitte - mit Kämpfen im Niemandsland ohne feste Fronten und mit kleinsten Truppen - er überrannte das Elsass, die größte Not bringend, in 3 Etappen

Eidgenossenschaft:

die schweizerische Abwehrstrategie europäischer Kriege, über die Jahrhunderte hinweg, erfolgreich zu verhindern - hat Tradition! 

Ensisheim:

in dieser einst österreichischen Metropole verfing sich der meist gesuchte Feldherr seiner Zeit (17.Jh.) im Intrigennetz des "Glaubenskrieges" 

Erstein:

durch Rheinnähe erst in schwedischer Hand, im folgenden Frieden geplündert durch den nun besitzlos gewordenen Herzog von Lothringen. 

Europa:  

verheerende Kriegsfolgen aus Kämpfen um die Vorherrschaft: Franzosen und Schweden fielen in Bayern ein - Frankreich beteiligte sich später mit Napoleon an diesen Beutezügen - Österreichs Vorherrschaft erging es wie dem kleinen Preußen - 

Grimmelshausen:

vom Pferdeknecht, Soldat, Dragoner, Verwalter beim Vogt auf der Ullenburg zum ersten Kriegsberichterstatter im Badischen Ländle ! Vom Barockdichter unter Pseudonymen veröffentlicht: Der ewigwährende Kalender . . Die Erzbetrügerin und Landstörtzerin Courage . . Dietwald und Amelinde . . Der erste Bärenhäuter . . Die Gaukeltasche . . Des wunderbarlichen Vogelnests I. und II. Teil - - Der Teutsche Michel  - -  das Galgenmännlein oder der Bartkrieg.

Habsburg: 

der große Krieg der Habsburger Könige von Böhmen (Ferdinand II., Ferdinand III. und Ferdinand IV.) in der Region. Ein europäischer Konflikt und europäische Armeen auf habsburgischen Boden gegen deren Macht die mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges ebenfalls endete.

 Holländischer Erbfolgekrieg:

(1672 - 1678/79) oder zweiter Eroberungskrieg: der Sonnenkönig Ludwig XIV. von Frankreich (1638-1715) kämpfte gegen die Niederlande und somit gegen das verbundene Deutsche Reich. Der Überfall französischer Truppen auf die Republik der Niederlande führte zur Bildung einer Koalition gegen Frankreich unter Führung des deutschen Kaisers: Schweden, Spanien und die meisten Reichsstände schlossen sich ihm an. Französische Truppen in Staufen (Breisgau)

Hugenotten:

seit dem 16. Jh. auf der Flucht vor den heiligen Kriegen des Papstes und der von Spanien unterstützten katholischen Liga unter der Führung der Guise, brachten sie den Tabak, das Meditationsmittel der südamerikanischen Schamanen, mit über den Rhein

Hohengeroldseck:

die Burg Hohengeroldseck im ortenauischen Ortsteil Schönberg wurde 1688 durch französische Truppen zerstört. Um 1260 auf dem Schönberg als Stammburg der Herren von Geroldseck erbaut, bildete sie den Mittelpunkt er "Oberen Herrschaft" Hohengeroldseck zwischen der Landesteilung 1277 und dem Ende der Geroldsecker Herrschaft 1634. Die obere Ortenau war seit 1277 das Nachkommen des Walter von Geroldseck und umfasste die Herrschaften Lahr, Mahlberg, Schiltach und die Klöster Schuttern und Ettenheimmünster, sowie die Landvogtei zu beiden Seiten des Rheins von Basel bis Selz. Markgraf Jakob I. von Baden kaufte 1442 für 30.000 Gulden kaufte Markgraf Jakob I. von Baden 1442 die Hälfte der Herrschaft Lahr und Mahlberg von den Nachkommen Walters von Geroldseck.

Kauderwelsch:

europäische Söldner in Kleinsttruppen - Marionetten im Vorherrschaftskampf um Europas Mitte

Kuriere - Reitposten:

Ried-Route der Kuriere ab Straßburg - Krafft - Friesenheim - Marckolsheim - Brisach - Ottmarsheim - Basel, Ill-Route Fegersheim -  St-Ludan - Benfeld - Sélestat -  Guémar - Colmar - Issenheim - Aspach-le-Bas - Belfort bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Die Taxis'schen Posten des 17. Jh. waren Reitposten, beförderten nur Briefe (private, kaiserliche) und Reisende zu Pferd! Ende des Jh. der Postkurs des Hauses Taxis: Enzweihingen - Pforzheim - Straßburg. 1682  wöchentlich von Stuttgart - Heilbronn - Heidelberg, mit Anschluss an die zwischen Straßburg und Frankfurt verkehrende Landkutsche. 1684 wurde die Erlaubnis erteilt, von Straßburg nach Stuttgart eine Landkutsche zu fahren, 1697 alle 10 Tage von Schaffhausen - Stuttgart -Frankfurt und zurück.

Linkenheim - Linkkirchlein:

...der Hundertjährige Krieg? anno 1225 erstmalige urkundliche Erwähnung eines "vom Erdboden verschwundenen", grenznahen elsässischen Dorfes - anno 1452, als Honorius III die badische Abtei des Ettenheimer Münster mit den elsässischen Kirchen von Stotzheim und Ionicheim (Linkenheim) vereinigte, sprach man nur noch von der Gemarkung Linkenheim - zwischen 1439 und 1444 verwüsteten die Armagnaken (Söldner einer frz. Grafschaft) das Elsass...

Ludwig XIV:

der so genannte Sonnenkönig regierte für das Volk 55 Jahre zu lange (1660-1715). In drei seiner zahlreichen Zerstörungs- und Raubkriegen (Devolutionskrieg 1667/68, Holländischer Krieg 1672-79, Pfälzischer Erbfolgekrieg 1688-97) begründete er die europäische Hegemonie Frankreichs, die erst im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) erschüttert wurde. Innenpolitisch proklamierte er die absolute Macht der Krone (durch Identifizierung von Herrscher und Staat : L'Etat, c'est moi). Sein aggressiver politischer Geist rief überall in Europa Gegenkräfte hervor, die sich schließlich in der Große Allianz gegen Frankreich zusammenschlossen (1689 und 1701 ).

Mahlberg:

Erstnennung: 1002 Dorf: alten Molberg 1350, Altenmalberg 1428 - Stadt: Malberc 1217, Maleberc 1223, Mulberc 1248, Molberg 1426, 1435, 1571 - 1007 zusammen mit der Grafschaft Ortenau von Kaiser Heinrich II. dem Bistum Bamberg übergeben. Die gegründete Staufer-Stadt hielt Dorf und Stadt Mahlberg bis ins 19. Jh. mit Wall, Graben und Stadttoren getrennt. Ab 1252 im Besitz der Geroldsecker. 1629 an die Markgrafen von Baden-Baden, die das neue Schloss als Landvogtsitz bauten. Im großherzoglichen Baden war der Ort bis 1810 Sitz eines Oberamts und gehörte seit 1810 zum Amt Lahr. 1791 und 1815/17 wanderten viele Einwohner nach Ungarn aus. 1935-1950 vorübergehender Verlust des Stadtrechtes.

Lahr-Mahlberg:

Mahlberg, das das ortenauische Städtchen und einige Dörfer umfasste, wurde im späten 13. Jh. und im 14. Jh. mehrfach als Reichslehen bestätigt. Die Burg fungierte vor allem als Verwaltungs- und Gerichtssitz. Durch eine Teilung im Jahre 1277 in der Familie von Geroldseck entstand eine Linie Lahr-Mahlberg, die 1426 ausstarb. -  Religionszwang in Lahr je nach Schlachtausgang der 3 Etappen des Dreißigjährigen Krieges in dem "in der Loh" der Lohgerber und Lohgerbermühlen an der Schutter, bevor es durch den Raubmordkrieg des frz. Ludwig XIV 1677 ganz abbrannte.

Manderscheid, Johann:

Johann Moritz Gustav von Manderscheid-Blankenheim (* 12. Juni 1676 in Blankenheim; † 26. Oktober 1763 in Prag) war Bischof von Wiener Neustadt und Erzbischof von Prag, seit 1685 Domizellar in Köln und Straßburg, Kanoniker an St. Gereon (Köln), Domherr in Köln und Straßburg

Peter Ernst II von Mansfeld:

(1580-29.11.1629) leiblich außerehelicher Sohn des Statthalters von Luxemburg und Brüssel Peter Ernst I. von Mansfeld und wurde im katholischem Glauben erzogen. Seine Fähigkeiten muss er in den Niederlanden und in Ungarn schon bewiesen haben, so dass ihn Kaiser Rudolf II. legitimierte. Entgegen dem Versprechen verweigerte man ihm die Güter seines Vaters in den Niederlanden vor. So wechselte er 1610 zu den Protestanten und trat in die reformierte Kirche ein. 1618 vereinigte er seine Truppen mit den unruhigen böhmischen für seine Raubzüge in der Pfalz. Am 18. November 1621 besetzte er Lauterburg. Mit dem tollen Christian zog er ins Elsass an und machte den habsburgischen Dekapolensitz Haguenau zum Hauptquartier zu seinen, bis ins Lothringische Dörfer auslöschenden Raubzügen. Mit dem Markgrafen Georg Friedrich schlug er den bayrischen General Grafen Tilly bei Wiesloch (27. April 1622). Der schwedische General Wallenstein schlug ihn bei Dessau völlig mit seinen holländisch-englisch-französischen Truppen am 25. April 1626, und verfolgte ihn durch halb Europa über Schlesien bis nach Ungarn hinein.  Mansfeld starb in einem bosnischen Dorf Rakowitza, auf dem Weg, neue Truppen zu werben.

gelber Mais:

Welschkorn nicht nur als Popcorn weltweiter Sieger - ob als Gemüse, Mehl oder Öl: Spuren des nördlich möglichen Anbaus sowie seiner Verarbeitung 

Moscherosch:

Johann Michael, unser vorgestellter Jakob von Grimmelshausen, ließ zu Willstätt seine zweite Auflage "wunderlichen Gesichte Philanders von Sittewald" drucken 

Nideck-Burg:

hier: rätselhafter Brand während Schweden-Invasion

Ortenau:

badischer Landkreis und Gaulandschaft  Mordunouva bzw. Moridunum (lat. = Sumpflandschaft) anno 763 und als Mortenaugia (nach Gründung des Klosters Gengenbach) um 768 erwähnt. Südlich des Ufgau, nördlich des Breisgau und westlich der Nagoldgau und Bertoldsbaar. Das Herrschaftsgebiet von der Bleich, einem Nebenfluss der Elz, bis zur Oos bzw. dem Unterlauf der Murg, durchflossen von Acher, Rench, Kinzig und Schutter. Die Gaugrafschaft Mortenau (auf Deutsch bis zum 16. Jh.), gehörte zum Herzogtum Schwaben. Als erster beglaubigter Graf der Mortenau trat Ebarhart 888 auf. Ab 1010 ging die Grafschaft an das Herzogtum der Zähringer, nach deren Aussterben 1218 an deren Rechtsnachfolger, die Markgrafen von Baden, welche sie bis zum ersten Weltkrieg behielten.

Notleiden:

Hungersnot im Dreißigjährigen Krieg und vor Anbruch der Französischen Revolution, Obdachlose erleiden Ende des 20. Jahrhunderts Winterkälte. Wer kennt die geschätzten Zahlen der rechtsrheinisch Betroffenen?

 Rathsamhausen:

1584 verkauft für 47.000 Gulden an die Herrschaft zum Stein, dem Fürsten Georg-Johann von Veldentz - die Geschichte dieser Herren wie ihrer Burgen um die der Lutzelburg (vorderen und hinteren) ist bewegt und teils belegt - die imposante Ruine dieser Ottrötter Schlösser tut euch letzte Kund vor den neuesten archäologischen Funden.

Savelli:

der römische Fürst, Federigo Savelli, Signore di Poggio, Principe d’Albano, († 1649), vom Papst zum General ernannt, war kaiserlich-habsburgischer Feldmarschall, kaiserlicher Hofkriegsrat und Generalleutnant der Heiligen Römischen Kirche. Er kämpfte im Dreißigjährigen Krieg mit geringem Erfolg auf kaiserlicher Seite, hatte aber mehr Erfolg in der Verteidigung des Kirchenstaates. Er diente sowohl dem Papst als auch dem Kaiser mehrfach als Gesandter.

Schwedeneinfälle:

anno 1633 war das ganze Elsass besetzt. Erstein, Schlettstadt und Straßburg verbündeten sich mit ihnen

Simplex:

Grimmelshausens Simplicius nahm wie der Abenteuerromanschreiber selbst am Dreißigjährigen Krieg teil. Bildungslos, als wildes Tier, auf einem Bauernhof Schafe hütend, Dudelsack spielend lockt er marodierende Truppen an. Es folgen Einsiedelei, Bildung und ein Dasein als Narr im Kalbsgewand bis zu kroatischen Soldaten, schwedischen Truppen und Musketiere die ihn immer wieder in den Kriegsdienst zwingen. 

Simplicissimus:

Grimmelshausens Satire des einfältigen Deutschen, als Zeitzeuge der Grausamkeiten des Dreißigjährigen Krieges der Deutschen, mit seiner Mahnung des "Bald-anders" diente der Forschung als historische Quelle

Straßburger Silbertaler:

der Straßburger Silbertaler (42,5 mm) von 1622 bis 1657 zur Zeit der Verschuldung durch Münzenverschlechterung Argentoratensis : der schön silbrig patinierte Silbertaler NVMMVS (Rose) REIP (Rose) ARGENTORATENSIS (zwei Rosen), für Straßburg anno 1548 entworfen mit einem Wert von 60 Kreuzer wog 29,44 Gramm. Im 17. Jh. wog er 29,23 Gramm. Selten existieren noch Halbe Taler (14,61 g) und äußerst selten Vierteltaler (7,30 g). Diese Geldmünze wurde gegen 1670 eingestellt, die einst freie Reichsstadt Straßburg wurde anno 1681 von Frankreich einverleibt.

Tabakanbau:

Tabak rauchen oder Tubak saufen - eine Unsitte der spanischen Söldner des Dreißigjährigen Krieges am Rhein seit 1642

Tabakzehnt:

Vorgänger der Monopole und der KFZ- und Brennstoffsteuer in Form von Branntwein, Essig und Tabak - Strafverordnungen der Abteien gegen die Anbaubefehle des badischen Markgrafen Karl Wilhelm für seine Tabakspinner in der herrschaftlichen Fabrik zu Pforzheim

Turenne:

Henri de Latour d'Auvergne, Vicomte de Turenne (* 11. September 1611 in Sedan; † 27. Juli 1675 bei Sasbach, Baden, gefallen) war ein französischer Heerführer und Marschall von Frankreich. Der Sonnenkönig befahl die Zerstörung. Die Soldatengebeine im Beinhaus der Kapelle St. Marguerite in Epfig als Überreste menschlichen Leidens, waren sie aus der Schlacht Turenne's? Waren sie die Vorboten der Französischen Revolution?

Johann von Werth:

Illustration in "W. Herchenbach, Jan van Werth, der Reitergeneral, Regensburg (Manz) 1886 Feldmarschallleutnant und Freiherr Jan von Werth (1591-1652) vom Bauernsohn zum Söldner. Ein deutscher Reitergeneral im Dreißigjährigen Krieg. Die Rheinbrücke Kehl-Straßburg hat auf diesen Welschkornseiten so manche große Truppen-Kommandeure angezogen, so auch den 'Franzosenschreck' wie er genannt wurde mit seinen über 30 Siegen, unter Mithilfe seiner grausamen Soldateska.  Am 3. März 1638 wurde der mit Frankreich liierte Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar, in der Schlacht bei Rheinfelden, seiner Person habhaft. Er  wurde auf Verlangen seines Verbündeten Richelieu's an Frankreich ausgeliefert und verbrachte mehrere Jahre in Haft, bevor er am 24. März 1642 gegen den schwedischen General Gustaf Graf Horn ausgetauscht wurde.  Bereits am 27. Juli 1644 befreite er zusammen mit Franz von Mercy Freiburg im Breisgau von der schwedischen Besatzung und schlug am 3. + 5. August die Schlacht bei Freiburg im Breisgau gegen die Franzosen unter Herzog Enghien (der spätere Ludwig II. von Bourbon, Prinz von Condé) und Marschall Turenne.

Westfälischer Friede:

Ludwig XIV der nur mit Habsburg, nicht mit dem Reich, im Krieg war erhielt das habsburgische Elsass zurück mit dem freien Zehnstädtebund

Wittenweier Rheinschanzen:

der für die Evangelischen in französischen Diensten stehende  Herzog Bernhard von Weimar überschritt am 6./7. August 1637 auf einer Schiffbrücke bei Wittenweier den Rhein. Ein erster Angriff der kaiserlichen Truppen unter General Johann von Werth wurde am 8. August abgewehrt; ebenso ein größerer Angriff 4 Tage darauf; die kaiserlichen Truppen zogen sich nach Offenburg zurück. Mahlberg und Ettenheim wurden von Weimars Truppen erobert, da Werth mit Verstärkungen anrückte wurde die Belagerung Kenzingen abgebrochen. Am 25. August trafen sich die Heere bei Ettenheim und Werths Truppen für die Katholiken wurden erneut zum Rückzug gezwungen; Herzog Weimar zog sich nach Wittenweier zurück. Die kaiserlichen Truppen unter Werth und Savelli beherrschten von einem Lager bei Friesenheim aus die Rheinebene. Im Oktober zog der Herzog mit einem Großteil seiner Truppen ins Elsaß ab; die nur von einem französischen Chor unter Marschall Manicamp verteidigten Schanzen nebst Schiffbrücke wurden von kaiserlichen Truppen am 1. November erobert und die Schanzen zerstört.  

Zuckmayers Verweis:

der rheinhessische Schriftsteller Carl Zuckmayer, Mitte des 19. Jh. auf der Flucht vor den Schergen eines österreichischen Macht-Paranoiker, beschrieb im Flieger-Roman "Des Teufels General" gemahnend die Abstammungsvielfalt der am Rhein lebenden Bevölkerung, wies so den Erfolg und Reichtum der Region auf!

zu den Museen, Orte, mittelalterlichen Veranstaltungen genannter Orte siehe Regional-Agenda

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Das scheußlich grausige 17.Jahrhundert am Oberrhein

Elsass - Baden - Europa - Österreich  (2)

die heute aktuelle Seite hochladen Fortsetzung: Bischofsmacht Straßburg & Basel in der (M)Ortenau, Gegenreformation, der Dreißigjährige Krieg, Schwedenkriege, Mansfeld & die schwedische Soldateska, Frankreichs verbündet böhmischer Kriegsgeselle gegen Habsburg Herzog Bernhard von Weimar & die Rheinfestung Breisach, der kaiserliche Franzosenschreck Jan de Werth, Grimmelshausens Zeit des Simplicissimus, d'r Düwack das Seefahrersouvenir, Herrschaft Lahr-Mahlberg & Kehler Rheinbrücke, Schanzen und Schlacht bei Wittenweier... aus Mahlberg durch den Kaiserswald, Böhmisch-pfälzische Erbfolgekrieg, der Westfälische Frieden, die Burgenzerstörung des französischen Sonnenkönigs

I: der Dreißigjährige Krieg: in Mitteleuropa ging es nicht nur um die "Gegenreformation" 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ging um die Vorherrschaft. 200 Jahre nach Beginn des Hundertjährigen Krieges in diesem grausigen 17.Jh. ging es nicht nur um die so genannte Gegenreformation. Also um die angeblich Abtrünnigen der Katholischen Kirche, sondern um die Vormacht eben dieser Institution. Es ging nun vor allem um die Vorherrschaft des ohnehin im Elsass verwurzelten Hause Habsburg. 1618 fand der grausige Dreißigjährige Krieg (1618-1648) seinen Anfang im Kampf um das Sagen in Deutschland. Habsburg, Frankreich und Schweden begannen diesen "Teutschen Krieg". Er überrollte das Elsass und die badische Ortenau in 3 Etappen: der Mansfeldischen 1621/22, der schwedischen 1632-34 und der weimar-französischen 1635-39. Unter den mörderischen Zügen der schwedischen Soldateska aus vorwiegend deutschen, elsässischen und französischen Soldat knechten, floh die Bevölkerung in die Berge. - Die friedlich lebende, angrenzende Schweiz erschien dem Einreisenden Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen derzeit wie das Glück einer fernen Südseeinsel. Für Schwaben, Bayern, Burgunder und Lothringer war derweil die österreichische Metropole Ensisheim eine nicht nur durch Schwarzwald und Vogesen geschützte Zufluchtsstätte! Vor Drei-Jahrzehnt-Kämpfe sich befehdender Religionen) - Worum ging es wirklich, wenn der Aufkauf von billigem Silber aus Mexiko bereits den Bauernkrieg ausgelöst haben soll? Verstärkter Bleibedarf brachte höheren Silbergewinn. Die Folge einer Krise, die mit der Stilllegung der Freiburger Münzstätte im vorigen Jahrhundert bereits begann... Doch zuvor, 1606/07, mussten von Frankreich zwangsverpflichtete Bauern zum Schutz des Elsaß im Bienwald an der Lauter eine befestigte Linie zwischen Lauter und Weißenburg errichten. Diese Lauterlinie bestand aus einem Erdwall mit einem Graben, vorspringenden Schanzen im Bastionärsystem einer geschlossenen Festung (Redouten) mit pfeilspitzförmigen Grundriss für die Schussbahnen, die über die Lauter in Weißenburg, Lauterburg, Altenstadt und in der Bienwaldmühle vorgeschoben waren.

I-I: Kriegsberichterstatter der (M)Ortenau: 'der' Grimmelshausen

 Link

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"...ein feiner Geist in grober Zeit, ein tapfer Herz bei heißem Streit, ein fester Mann kein Männchen, der Stadtschultheiß von Renchen." Woher dieser rothaarige, protestantische Soldat und Wirt aus Gelnhausen seine Belesenheit und seinen Eulenspiegel hatte, der euch seine Springinsfeldfigur als Bauernopfer hinterließ, ...ob nun aus der Abgeschiedenheit der Schwarzwalddörfer wie Berthold Brecht meinte..., wird er euch nie mehr offenbaren. Dafür vieles andere mehr: 1638 meldete sich der unchristliche Soldat Grimmelshausen als junger Dragoner  zur Verteidigung der Stadt Offenburg. Zu Friedenszeiten verdanken wir dessen Entscheidung unter anderem seinen abenteuerlichen Simplicissimus. (Dort war er als Sekretarius des Obristenleutnants Hans Reinhard von Schauenburg beschäftigt.) Aus Angst vor Strafe ließ er seinen Helden "Simplicius Simplicissimus Teutsch" (der Einfältigste der Einfältigen) dem Leser  nicht die Gründe des Grauens verraten: Vorherrschaft und Glaube. In diesem Auf und Nieder mahnt er in seinem Roman das "Baldanders" als dessen Folge. Geschickt überlässt er es seinem Einschiebsel des Heidengottes Jupiter, der das Erdengeschrei gehört hat, zu dem die Schildwache haltenden Helden herabzusteigen um diese Gründe mitzuteilen. Grimmelshausens Jupiter will einen reformierenden deutschen Helden erwecken. Er fordert Frieden, die gegenseitige Duldung der Religionen, ein Parlament der gelehrtesten Männer, die Aufhebung von Leibeigenschaft, Zöllen, Verbrauchssteuern, Zinsen und Umschuldungen.  All das in seiner "Jupiter-Episode" Angeprangerte findet sich noch zu Beginn des 3. Jahrtausend. ...aus der Leibeigenschaft ging daraus der Bürger einer Republik hervor? Ein Jahr vor seinem Tode (1675), musste Grimmelshausen als Schultheiß vom badischen Renchen erneut zu den kaiserlichen Truppen einrücken. Der französische Raubkönig Ludwig XIV dehnte gerade seine Feldzüge gegen die Niederlande aus, also gegen eine europäische Allianz, bis ins Elsass aus. In Renchen bei Sasbach wurden die Französischen, nach der Kugel ihres Marschalls Turenne vor Schlachtbeginn, von den kaiserlichen Truppen geschlagen. Zuvor streifen wir den elsässisch-badischen Düwack der äußerst wilden Zwanziger Jahre.

..."Aber der Staat redet in allen Zungen des Guten und Bösen: und was er auch redet - er lügt, und was er auch hat gestohlen hat er es." - (Friedrich Nietzsche)

à propos:  Des Christoffel von Grimmelshausen abenteuerlicher Simplizissimus deutsche Verfilmung dieses Schelmenromans (Abenteuer-Vierteiler der Schönbrunn-Film Wien GmbH A/D 1974/75) ausgestrahlt im ZDF vom 19.11. - 30.11.1975 mit dem darin unvergleichlichen Matthias Habich als Simplex in der Hauptrolle neben Günther Strack als Springinsfeld - Regie: Fritz Umgelter (1922-1981) - - - Gleicher Regisseur und Hauptdarsteller des ZDF-Sechsteilers von 1973: Die merkwürdige Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck (Bavaria Atelier München 1971/72) nach dem Roman von Bruno Frank siehe Fortsetzung: Welschkorn regional geschichtlich 18. Jh. (3). (Die neuere Verfilmung mit Ben Becker konnte Umgelter's anspruchsvollen Sechsteiler dennoch nicht ersetzen; ein noch nicht amerikanisiertes, ...deshalb authentisches Filmwerk? nach dem Stummfilm Der Günstling von Schönbrunn von 1929 - Regie: Max Reichmann.) - - - Heimat- und Grimmelshausenmuseum in Oberkirch und das Grimmelshausen-Haus in Renchen (Baden).  - - - Freilicht-Musuem Vogstbauernhof in Gutach : der Lorenzenhof von 1608 im Kinzigtal (Mittlerer Schwarzwald in der Ortenau) ist ein typisches Kinzigtäler Haus mit einem gemauerten Sockelgeschoss, auf das ein holzgezimmertes Obergeschoss aufgesetzt ist. Im Sockelgeschoss befindet sich der Stall. Im Obergeschoss liegen an der Stirnseite Stube und Schlafkammer nebeneinander. Stall und Wohnbereich heißen "Haus". Daran ist der Wirtschaftsteil angebaut.

I-II: dr' Düwack, ...wie das Welschkorn ein Seefahrersouvenir 

Die in den Jahren um 1570 bereits aus Frankreich geflohenen Hugenotten brachten die Tabaksamen mit, und bauten ihn dort an wo sie sich niederließen, wie auf der anderen Rheinseite bei Hatzenbühl, wie von Philipp Schwab dies um 1852 zu lesen war. Das Jahr 1620 : ein zweites Zentrum des Tabakanbau neben Baden und der Pfalz, befand sich im Elsass bei Straßburg. Der Kaufmann Robert Königsmann aus Straßburg wurde damals schon bezichtigt, das aus England als Saatgut mit gebrachten Virginenblätter in Wachwörth anzubauen, nach Fichen (Bischheim) mitgebracht zu haben, und um 1648 auch noch in Benfelden (Benfeld) und Mazenheim (Matzenheim) den Tabakbau ausgeweitet zu haben. Erste Anbauversuche auf sandigen Straßburger Riedböden ? Im Dreißigjährigen Krieg hieß es Tabak rauchen à la 'Earl Gray'! Ein Graf Gray soll dem König Friedrich von Böhmen englische Hilfstruppen zugeführt haben, die Tabak rauchten oder schnupften. Zu verdanken bleibt er wohl den aus Frankreich flüchtenden Hugenotten, diesen französischen Protestanten, meist kalvinistischer Richtung, die sich erneut gegen Ludwig VIII. erhoben und diesen Kampf verloren. Anno 1622, unter Ludwig XIV., wurden sie aus allen Ämtern verdrängt, und 1685 widerrief Ludwig XIV. das Edikt von Nantes und verbot ihnen die Religionsausübung und die Auswanderung bei Todesstrafe. 200.000 Hugenotten gelang dennoch die Flucht in protestantische Länder. Die in Frankreich verbliebenen Hugenotten zogen sich in die Cevennen zurück und lieferten dem späteren französischen König 1702-1705 einen erbitterten Krieg. Die Gegner der Hugenotten im Elsass und in Lothringen waren vor allem Kardinal Karl von Lothringen (1524 bis 1574) und sein Bruder, der Großprior Franz von Lothringen (1519 bis 1563), die eine enge Verbindung zur Königin Medici pflegten auf ihren vielen Reisen das Mitbringsel bei Hofe, die Eigenschaften dieser neuen Zier- und Heilpflanze Tabak selbst hatte wohl große Nachfrage.

 die Zigarette Reval nach der 'Rothändle' hergestellt in Lahr

 

 

 

 

Die welschen Soldaten des Dreißigjährigen Krieges führten am Oberrhein den damals noch anders fermentierten Tabakgenuss ein, dessen Anbau über die Pfalz, anno 1660 die links- wie rechtsrheinische Grafschaft Hanau erreichte. Tabak, den Pfarrer Anselm in Hatzbühl 1573 erstmals anpflanzte bedeute für die Regio 400 Jahre Tabakmanufaktur in Form von prächtigen Cigarren- und Schnupftabakfabriken bei Basel, im oberbadischen Lahr-Mahlberg und Straßburg. Anno 1670 verordnete die Vorderösterreichische Regierung den Vorteil daraus ziehend die Tabakpachte. Ein Pfarrer von Basel und ein Abt von Schwarzach bestraften diese grausig stinkenden Kamine der Hölle, ehe der Markgraf von Baden Karl Wilhelm am südlichsten Zipfel seines Großherzogtums, unter den Gefällen des Isteiner Bannes ebenfalls den speyrisch-pfälzischen Tabakzehnt einführte. Stellt euch vor, dass der Tabakzehnte im hanau-lichtenbergischen Dorfe Linx gerade mal 4 Schillinge betrug, während der Hanfzehnte sich auf 51 Gulden belief... 1810 begann der Tabakanbau im badischen Diersburg. Um 1900 verarbeiteten noch 300 große Fabriken diese noch heute neben dem Welschkorn angepflanzten Tabakstauden. Carl Ludwig Freiherr von Lotzbeck (1754-1826) legte in Lahr den Grundstein für den oberbadischen Tabakanbau und dessen Verarbeitung. - Die Heilpflanze Hanf bleibt im Anbau beiderseits des Rheins verboten. Der weltweit skandalös mit mehreren Hunderten von Zusatzstoffen versehene Tabak in der Zigarettenherstellung fördert die Tabaksucht wie es euch ein deutscher Pharmakologe schonungslos enthüllte. Was in Lahr einst unter dem Namen Rothändle Tabakmanufakturgeschichte machte, die letzte 'Badische Tabakmanufaktur' fällt nun der Kapitalgier der alles schonungslos schließenden Globalisten zum Opfer, hier sind die Zeugen die Arbeitslosen; für die Zigarrenherstellung bleibt das Oberrheinische Tabakmuseum in Mahlberg als Gedenkstätte. 

 à propos:  Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges ließ sich auf dem damaligen "Sch...feld" (bei der heutigen Tramstation (Schluthfeld) ein Mitglied der berühmten Familie Bagger als "luthier" (Geigenbauer) nieder am Baggersee, heute Autobahnabfahrt und Tram-Haltestelle in Illkirch vor der einst prächtigen Baumallee in Richtung Straßburg-Stadtmitte, an der Stelle, wo sich heute der große Supermarkt befindet) . Der aus dem "sch" für "scht" (still) so erweiterte Name (Sch-luth-feld) der Straßburger Tramlinie A lädt zum Nachlesen seines diesbezüglichen Litfasssäulentextes ein. 

I-III: Im Kampf um Europa: ein französischer Kardinal und ein deutscher Herzog 

machten aus der Regio am Oberrhein ein europäisches Truppeneinsatzgebiet. Dazu verbündete sich der französische Kardinal Richelieu mit deutschem Adel. Ja sogar mit dem "europäischen Kauderwelsch" von Söldnern aus dem deutschen Reich, Lothringen, Kroatien, Polen, Frankreich, Schweden und Spanien Mit eben diesem erwähnten weimar-französischen Söldnerbündnis gewährten sie den, gleichfalls machthungrigen und Land suchenden, europäischen Völkern erst freien Einlass in ihr eigenes Land. Während am Rhein Raps angepflanzt wurde könnte sich in ihrem Proviant bereits das anspruchslos 'anbaubare', größte Getreide, das Welschkorn befunden haben. Nach den Überlieferungen der indianischen 'Zunies' war nur der gelbe Mais für den Norden geeignet, im Anbau nur auf besten und feucht gehaltenen Böden! -  Mit dem 17. Jh. wurden Giftmorde das Rüstzeug geistlicher Politiker. Todesursache der Hauptakteure im Kampf um die Rheinfestung Breisach? Bernhard, Herzog von Sachsen-Weimar (1604-1639), hoch gebildeter deutscher Fürst, wollte im Elsass ein von Frankreich wie von Deutschland unabhängiges protestantisches Fürstentum aufbauen. Als Hauptstadt wählte er das kleine südelsässische Beamtenstädtchen Ensisheim, der Vorderösterreichische Hauptsitz und Dokumentenarchiv seiner habsburgischen Vorgänger. Seine Pläne verfingen sich im Intrigennetz seiner Gegner. Vor allem im zu Hilfe rufen seines französischen Gegenspielers durch die Grafen Hanau-Lichtenberg, des französischen Kardinals und Herzog von Richelieu. Dieser wollte ein französisches Elsass am Beispiel der Stadt Colmar und kein zweites Lothringen. Gelang Richelieu nun die Auslieferung Breisachs als mutmaßlicher Giftmörder Bernhards?  

Im Krieg gegen den Bischof Manderscheid anno 1592 eroberten die Straßburger die Festung Dabichenstein (Dachstein), die bald wieder vom Kardinal von Lothringen zurückerobert wurde, um das Dorf Thorolsheim (Dorlisheim) nieder zu brennen. Der evangelische Bischof von Straßburg Georg von Brandenburg eroberte mit Truppen die Burg Kochersberg (bei Truchtersheim). Die Truppen der Halleschen Union (Protestanten) eroberten 1610 die Festung Dabichenstein, verbrannten die Stadt Geispolsheim und zerstörten die umliegenden Dörfer Hattisheim und Sundenhausen. Der Kaiser Ferdinand II., Führer der Gegenreformation, befahl dem Colmarer Stadtrat am 16. Juli 1619 den Katholizismus wieder einzuführen. Die Festung Dabichenstein fiel an den Straßburger Bischof zurück. Der Diözesanverwalter dieser katholischen Amtsgebiete Erzherzog Leopold ließ dann die Befestigungen verstärken. Im rechtsrheinischen Hanauer Ländle, in seinem Amtsort Willstätt, ließ Graf Johann Reinhard I. von Hanau von 1620-25 leichtes Geld drucken, Münzenprägung durch Verringerung des Silberfeingehalts, um die ungeheuren Schulden des Landesherrn zu verringern.

I-IV:  anno 1622: Im Elsass hielt der Böhmisch-Pfälzische Krieg Einzug

 Ernestus com Mansveld - am Rhein weder Feldherr noch Heerführer, eher Plünderer und Verwüster (Bild: siehe Link)

 

 

 

 

 

mit der bosnischen Fehlbesetzung im Auftrage der Protestanten im Habsburgerreich, des Grafen Ernst von Mansfeld - gerade als Richelieu zum Kardinal ernannt wurde - mit dem Auftrag den Rhein zu befreien und österreichische Gebiete wieder dem Habsburgerreich anzuschließen. Dieser uneheliche Katholik des Statthalters von Luxemburg und Brüssel wechselte zum Protestantismus, so als Günstling durch Schutzgelderpressung (Salvaguardia) so um die 100.000 Gulden oder Florentiner der so überfallenen Städte und Dörfer, die damit nur noch mehr angeworbene Söldner aus Bosnien und England bald zur nächst lohnenden Verwüstung ins Land brachten. So richtete er, wie in zahlreichen Archiven zu lesen ist, sich selbst enorm bereichernd, bald mehr Schaden am Volk an, als Nutzen seiner Auftraggeber. Mansfeld war einer der Generäle des tschechischen Herrschers Ferdinand II, der eines mit den Schergen seines Jahrhunderts gemein hatte, vom Habsburger König über den Schwedenkönig bis zum französischen Sonnenkönig, es ging ihm und ihnen um die völlige Auslöschung möglichst vieler Dörfer und Städte am Rhein. Plündernd und brandschatzend begann sein Schrecken mit seinen Söldnern im Nord- und Unterelsass über die Region Weißenburg, Zabern und Haguenau im Winter 1622. Am 18. November 1621 besetzte er Lauterburg und bald alle freien Reichsstädte der Habsburg-Dekapole. Mansfeld und der tolle Christian, Herzogssohn Christian Braunschweig-Wolfenbüttel der bereits im Alter von 25 Jahren seinem liederlichen Lebenswandel erlag, wie der dänische König dazu bemerkte, durchzogen zuvor Lothringen und das Elsass, stets auf der Suche nach neuen Verwüstungen. Die Landbewohner verschanzten sich zu Tausenden hinter den Mauern Straßburgs. Ohne die Einmischung des Erzherzogs Leopold konnte Mansfeld sich in Haguenau im Verwaltungsort der habsburgischen Dekapole (Bündnis freier Reichsstädte) ein unabhängiges Fürstentum einrichten, während der Hanauer Ausschuß mit Unterstützung von 200 Mann der Landvogtei den Rhein bewachte. Nach seiner Bombardierung öffnete Haguenau ihm am 6. Dezember 1621 seine Tore. Nachdem Mansfelds Truppen vor Saverne (Zabern) kapitulierten, überfielen sie brandschatzend wie plündernd das Kloster auf dem Odilienberg und die Stadt Börsch, ehe sie der Erzherzog aus Haguenau vertrieb. Mansfelds Truppen waren versprengte vom Weißen Berg (um Wissembourg), Pfälzer und englische Abenteurer. Einer seiner Offiziere, Oberst von Obentraut, plünderte und brandschatzte derweil bis März 1622 auch hochrheinische Dörfer und zerstörte dabei das Schloss Wickersheim in Breuschwickersheim. Ob katholisch oder evangelisch, auch Obernai, Rosheim und Andlau hatten fürchterlich zu leiden.  Am 1. Mai 1622 besetzte der Straßburger Bischof Erzherzog Leopold Lichtenau, und begann am 6. Mai mit der Belagerung von Hagenau; von wo aus er von Mansfeld bei Drusenheim wieder über den Rhein gejagt wurde, bevor er zuvor mit seinen Truppen plündernd südwärts zog, um bei Rheinau erneut den Rhein zu überschreiten. Alle Dörfer zwischen Straßburg und den Mittelvogesen, einschließlich des Klosters am Odilienberg wurden gebrandschatzt, ehe diese Söldner sich in Richtung Lothringen und den Niederlanden fort bewegten. Kilstett, im nördlichen Ried am Ufer der Ill bei Straßburg, ließ im Winter 1622 die Bewohner vor Mansfelds Truppen auf die Rheininseln und andere Rheinseite flüchten. Das heute durch die Sauerkrautsrasse bekannte Krautergersheim (Obernai-Molsheim) wurde dato ebenso niedergebrannt wie das steinzeitlich bewohnte und protestantisch reformierte Kolbsheim. Goethe's angenehmer Residenz und ehemaliger protestantischer Hauptsitz 'derer von Hanau-Lichtenberg in Bouxwiller' wurde 1622 noch durch die damals gängige Ablöse von 100.000 Floriner (Gulden) des Grafen Reinhard verhindert. Am 4. Februar 1622, plünderten Mansfelds Truppen Nordheim (Northeim, auf der Loessschicht des unteren Kochersberg und eines der 4 austrasischen castella): Namentlich im Hause eines gewissen Hans Hauptwald hatten sich gründlich Arbeit getan: Enter, Gänse, Hühner und Brot hatten sie mitgenommem. Fegersheim vor den Toren Straßburgs war erst am 4. Juli 1662 dran. 1631 und 1634 verschwanden zwei Dörfer Oberwiller und Niederwiller völlig von der Landkarte (im Herzogtum Lothringen waren das nach Kriegsende ganze 80 Dörfer).

à propos:  das Langenthaler Kreuz auf dem archäologischen Rundpfad bei Saverne (Nordvogesen) siehe 'Zeitreise am elsässischen Michelsberg': es könnte sich dabei einen Rache-Meuchelmord an einem 'mansfeldischen' Offizier gehandelt haben. Die mansfeldische Etappe des 30-jährige Krieg ging, alias 'Gegenreformation', ging mit dem General des böhmischen Kaiser Ferdinand V. von Böhmen aus. 1633, machte sich die böhmisch verbündeten Generäle, aus dem Truppengemisch des bereits 1629 verstorbenen, protestantischen Luxemburger aus altem Grafengeschlecht, Peter Ernst II. von Mansfeld, plündernd über die elsässische Region von Weißenburg, Zabern und Haguenau her; und somit das Elsass unerwartet zum Schauplatz dieses Plünderungszugs.

II: Schwedeneinfälle über die Kehler Rheinbrücke  

Historische Rheinbrücke

 

 

 

 

Straßburg im Bündnis. Das Schwedische Heer unter Gustav Horn unter Beihilfe der Württembergischen Miliz 'befreite' die Rheinbrücke bei Kehl und fiel ins Elsass ein. (Gustav Horn wollte selbiges mit einem spanischen Heer im hart umkämpften Breisach tun, doch die Spanier vereinigten sich mit einem spanischen Heer, so daß er sich mit Bernhard von Weimar verbünden musste.) 1631 besetzte der kaiserliche Oberst Ossa Hanau-Lichtenberg um bei Lichtenau und Drusenheim Schanzen als Schutz einer Rheinfähre zu errichten. 1632 versuchte der in schwedischen Diensten stehende Pfalzgraf Christian von Birkenfeld vergeblich diese Schanzen zu stürmen, als sich Straßburg nach in Deutschland den erfolgreichen Schwedeneinfällen sich mit eben diesen verbündete. Erstein wurde zuerst von den Schweden eingenommen und geplündert (1633 das ganze Elsass). Doch die kleine bischöfliche Burg von Benfeld (Benevelt) hielt ganze 7 Wochen stand, unter der Verteidigung des Baron Louis Zorn von Bulach. Die Schweden, geführt von Gustav Horn, eroberten Benfeld nach 47 Tage Belagerung trotz des Widerstandes und behielten es bis 1650. Weiterhin eroberten sie Oberbergheim (heute Bergheim), Türkheim, Kaysersberg, Ammerschweier, Heilig-Kreuz, Horburg, Münster und Rufach. Sie forderten die von 800 Österreichern bewachte und von Hauptmann Vernier geführte, unter Katholiken und Reformierten zerstrittene Stadt Colmar auf ihnen die Tore zu öffnen. Die Colmarer Bürger entwaffneten schließlich ihre österreichischen Verteidiger und ergaben sich den Schweden, die sich danach der freien Reichsstadt Schlettstadt bemächtigten. Ob das vor meiner Nase liegende Zellwiller, das Geroldsecker Schloss von Nordhouse oder Thanvillé, sie blieben nicht verschont. Noch im gleichen Monat, im November, trafen sie in Rufach ein. Auch die einstige Hohenstauferburg Lauterburg setzte sich zur Wehr gegen die Habsburger. Birkenfeld derzeit 1632, zerstörte nach vergeblicher Belagerung Offenburgs das Schloß Staufenberg und die Dörfer Appenweier, Urloffen, Griesheim bevor er sich ins Elsaß zurück zog. Ossa besetzte Lahr, plünderte Willstätt am 19. Februar und tags darauf Lichtenau. Die Hanauer Bewohner flüchteten nach Kehl, Straßburg und auf Rheininseln. Der Sieg des schwedischen General Horn über Oberst Ossa bei Wiesloch begünstigten die schwedische Besetzung von Stollhofen, Lichtenau und Willstätt vor dem Einmarsch in Straßburg am 31. August. Offenburg kapitulierte unter der schwedischen Belagerung vom 28. August bis 12. September 1632. - Die spanische Armee des Herzogs de Feria bemächtigte sich eines Großteils des Oberelsass bevor sie nach Schwaben weiter zog.

1634 verbündete sich der französische Kardinal Richelieu ebenfalls mit den Schweden. Der Kuhhandel dabei, ihnen außerhalb Frankreichs gegen die Habsburger zu folgen war der Pakt, die Städte Colmar, Schlettstadt, Marckolsheim, Turckheim, Ensisheim, Münster, Kaysersberg, Obernai – mit Ausnahme Benfelds - an Frankreich zu übergeben.  Rheingraf Otto Ludwig zog es deshalb nach seiner Schlacht von Nördlingen (6.9.1634) nach Kehl zur Verteidigung der Rheinbrücke vor den Toren Straßburgs. Bereits am 27. September 1634 konnten des Lothringer Herzogs Karl's kaiserliche Truppen und die des Feldmarschallleutnant Johann von Werth (der 'Franzosenschreck', der den Krieg bis nach Frankreich hinein trug, euch hier in der Ortenau auf dieser Seite noch öfters begegnet) zurückgeschlagen werden. Das zuvor geplünderte Willstätt wurde am 29. September niedergebrannt, Oberkirch und Stollhofen von katholischen Truppen besetzt und Offenburg blieb bis zum 31.7.1635 von schwedischen Truppen besetzt. 1634 zog ein Oberst Holz mit Garnisonen umliegender, württembergischer Städte über den Schwarzwald, wo er sich bei Kehl mit den Truppen des Rheingrafen Otto Ludwig vereinigte. Bei dem Marsch waren Teile der württembergischen Landmiliz desertiert. Die württembergischen Truppen waren dann an den Kämpfen um die Kehler Rheinbrücke beteiligt. Zum Jahresende lagen die Truppe bei Straßburg und die Miliz wurde mit dem Leibregiment vereinigt, unter Kommandeur Oberst Holz, der anschließend Herzog Bernhard von Weimar unterstellt wurde. Dieses Regiment nahm an den Kämpfen in der Pfalz und im Rheingau teil. Kompanien der württembergischen Landmiliz wurden in die elsässische Festung Philippsburg verlegt, wo sie zusammen mit 6 französischen Kompanien die Garnison dieser damals wichtigen Festung stellten. Bereits am 14. Januar 1635 wurde diese Festung mit 'Handstreich' durch die Kaiserlichen erobert. Die Württemberger hatten dabei heftigen Widerstand geleistet, während die Franzosen schnell den Widerstand aufgaben. - Am am 27. Oktober 1635 begab sich der protestantische Herzog Bernhard von Weimar mittellos im Bündnisvertrag  in Abhängigkeit Frankreichs, unter Anwartschaft auf die österreichische Landgrafschaft Elsass. Was der Franzosenschreck nach Frankreich hinein trug, lockte Bernhard mit seinem Kämpfen um Offenburg und Breisach erst über den Rhein kommend an.

à propos:  Im Vertrag von Saint-Germain-en-Laye (26. + 27. Oktober 1635) zwischen dem Franzosen Ludwig XIII. und Bernhard von Sachsen-Weimar wurde geregelt, dass die französische Staatskasse die Finanzierung des in schwedischen Diensten stehenden Heeres von Sachsen-Weimar übernimmt. Schweden, als bisheriger Unterstützer der protestantischen Streitmacht, war nach seiner Niederlage in der Schlacht bei Nördlingen (1634) finanziell dazu nicht mehr in der Lage; Bernhard hatte somit sein ihn finanzierendes Herzogtum eingebüßt und war somit nach längeren Verhandlungen mit Kardinal Richelieu zu Diensten. Preis: für die Dauer des Krieges 4 Mio. Livres (jährliche Subsidiengelder) zur Heeresunterhaltung (12.000 Mann zu Fuß, 6.000 Reiter, nötige Artillerie). In einem Vertragsanhang ließ sich der Deutsche Bernhard durch Richelieu die Lieferung von 80 schweren Pelzmänteln zum eigenen Gebrauch zusichern; wichtiger für den Kriegsschauplatz hier war die Klausel in einem geheimen Artikel: das Versprechen der Landgrafschaft Elsass unter der Bedingung versprochen, die katholische Religion dort nicht zu verdrängen. Für den Fall, 'dass jenes Land ihm beim Abschluss des Friedens nicht zugeeignet werden könne', erhielt der protestantische Herzog alternativ eine angemessene Vergütung zugesichert. Als er es einfordern wollte kam es zum damals üblichen Giftmord. 

Graf von Hanau-Lichtenberg stellte Buchs-, Neu- und Ingweiler unter den Schutz französischer Truppen. Ganz in der Nähe, bei Scherwiller, überfielen zwei Raubritterburgen Reisende aus Basel. Das waren das ehemalig habsburgische Schloss Ortenburg und die Burg Ramstein (ehemalige Bastille und österreichisches Lehensgut)  ehe sie von der burgundischen Jagdvogtei besetzt wurde. Die Groß-Ochsenstein bei Reinhardsmünster, die Wasserburgen von Oberkirch im Renchtal am Fuße der Schauenburg (unter pfälzisch protestantischen Landgrafen) und im Elsass die Rathsamhausener von Ehnwihr waren von den Schweden besetzt. Letztere wurde deshalb von den Schlettstädter Bürgern zerstört. Niedernai litt 1636 (seit den Armagnaken, den Schweizern durch diese Schweden-Invasion zerstörten Burgen waren: die Landsberg (Hohenstauferburg bei Heiligenstein), die Bernstein (bischöfliche Vogtei der Grafen Eguisheim-Dabo) bei Dambach-la-Ville, die heutige Greiferwarte von Kintzheim (alter Hohenstauferbesitz und Reichslehengut, nach 1298 bereits vom Bischof von Lichtenberg zerstört), heute Greiferwarte und beliebtes Ausflugsziel - und die Lutzelhardt in Obersteinbach (Besitztum einer lothringischen Herzogsfamilie). Zwischen 1630 und 1680 ging die alte elsässische Burgenherrlichkeit unter.

III: das entvölkernde Grauen im elsässischen Sundgau 

Der 30jährige Krieg als Gefahr aus dem hohen Norden (1618-1648) tobte nicht gleich erfolgreich auf schweizerischem Boden der Eidgenossenschaft.  Die schwedischen Truppen, die am 3.2.1663 das elsässische Dorf Leimen in Brand steckten, erfuhren hier bald ihre schwere Buße für die badisch - elsässisch - sundgauischen Einfälle. Das Leimental wusste sich zu wehren dank dem Vogt auf Dorneck. Dieser sandte Schutztruppen in die benachbarten Dörfer auf solothurnischem Gebiet. Den ca. 50 Schweden, die auf der Bättwiler Egg auftauchten um auch auf Hofstetten los zu zugehen, erwiderte Bättwil, à la "gange es wie es wölle", dermaßen das Feuer, dass die angreifenden Reiter schnurstracks umkehrten. - Die Sundgauer Bevölkerung hatte damit weniger Erfolg. Ende 1632 erreichten die unsäglichen Brutalitäten der Schweden die Städte Landser, Altkirch und  Ferrette. Den aufständischen Bauern erging es dabei übel. Die Region war Besatzungstummelplatz der kaiserlichen Truppen, schwedischer Söldner  und französischer Truppen. Diese unchristlich dunkelsten Jahre des Sundgaus von 1637 bis 1640, blutete die Region, je nach Orten zu 30-80%  Bevölkerungsanteil aus. Dieses Grauen endete erst mit den, in Münster und Osnabrück unterzeichneten, westfälischen Friedensverträgen. Im Dezember 1659 sah der französische König eine eigene Wiedergutmachung vor, indem er dem Mazarin (Grafen von Ferrette) die Wiederbevölkerung des Sundgaus, besonders mit Schweizern, zugestand. Die Region hatte dennoch unter den Kriegen des Absolutisten Ludwig  XIV zu leiden, die ihr als die holländischen bezeichnet. - Große Flüchtlingsströme in ganz Europa, welche entweder durch Kriegshandlungen oder von daraus resultierenden Hungersnöten verursacht wurden, bevölkerten ihrerseits die angrenzende Schweiz mit mehr als 250 Flüchtlingen in Bättwil.

"Sundgau hieß man früher das im Süden des Oberelsass zwischen Rhein und Belfort, dem Schweizer Jura und der Thur gelegene österreichische Territorium. Sundgau nennt man heute das südlich von Mülhausen 300 bis 500 m ansteigende und in den elsässischen Jura übergehende, von Süden nach Norden von der Ill, der Largue, dem Thalbach durchflossene, sanftgewellte, friedliche Hügelland, das im Osten durch die Rheinebene begrenzt wird."  (Paul Stintzi) 

IV: Die badische Ortenau 1622/1637 als Kriegsschauplatz

Mahlberg Schloss: Besichtigung der Außenanlagen

mit historischen Informationen mit der VHS gebührenfrei geführt von Maresa von Türckheim-Böhl 18h-19h + 19h-20h am ?

 

 

 

 

 

des Dreißigjährigen Krieges. 1622 fielen kroatische Truppen in Bühl (Nördlicher Schwarzwald) ein und legen den Marktflecken in Schutt und Asche. Im Mai 1622 folgten die mansfeldischen Truppen den Elsassflüchtenden ebenfalls über den Rhein und brannten dabei Ottenheim nieder. Die Plünderungen der Dörfer Rust, Nonnenweier und Wittenweier trieben auf dem Lahrer Markt die Preise hoch. Durchziehende kaiserliche und bayerische Truppen hausten fürchterlich in den Dörfern. Daneben wirkte die Badener Mission der Jesuiten, als es sich anno 1623 ergab, dass in dieser Markgrafschaft mehr als 10.000 Familien wohnten. 4 Jesuiten-Patres wurde es auferlegt die in diesem recht großen Gebiet verlassenen Pfarreien gegen die Irrlehren sogar bis in die entlegene Herrschaft Lahr-Mahlberg hinein wieder religiös aufzuforsten.

Im Vorort der Ortenaumetropole Offenburg, in Niederschopfheim, wurde 1622 in offentlicher Amtstuben gerüegt, daß Jacob Herd, jetzt 2 Jahr fast durch die ganze Fasten bis am Palmtag Fleisch gegessen, soll er zur Straf 5 fl. zahlen. Derweil bestimmten die jeweiligen Herrschaften und nicht der verordnete Glaube die Religion.

1629 kam es zur Aufteilung der Herrschaft Lahr-Mahlberg. Dabei kam Mahlberg mit seinen Orten an das katholische Baden unter Markgraf Wilhelm. Die Pfarreien wurden mit Jesuiten besetzt. Protestantische Pfarrer mussten binnen eines Monats das Land verlassen. Die mit Lahr an die Grafen von Nassau fallenden Gemeinden blieben protestantisch. Doch mit dem Einzug der 2. Etappe des Dreißigjährigen Krieges, dem Schwedeneinfall 1632, flohen die Kaiserlichen. 1632 besetzen schwedische Truppen Staufen und brannten die Burg zur Ruine nieder, danach wechselnde Besetzung der Stadt durch kaiserliche und schwedische Truppen mit Brandschatzungen und Plünderungen. Schwedische Truppen besetzten Bühl anno 1632-34 und 1643. Die Schwedeneinfälle über die Kehler Rheinbrücke, zogen mächtige Befehlshaber an: Rheingraf Otto Ludwig zu ihrer Verteidigung, Herzog Karl von Lothringen mit kaiserlichen Truppen und der Franzosenschreck Johann von Werth. Willstätt wurde, da zu nahe an Kehl am 29. September 1634 niedergebrannt, Oberkirch im Kinzigtal von katholischen Truppen besetzt, und das Nadelöhr Offenburg bis zum 31. Juli 1635 unter Plünderung von schwedischen Truppen  besetzt, wobei sein Schloss Staufenberg zerstört wurde. In Lahr hauste der kaiserliche Oberst Montrichier ganze 10 Wochen mit 5 Kompanien.

Die schwedische Krone löste 1633 am Rathaus Lahr die der Herrschaft Lahr-Mahlberg ab. Geistliche und Mönche wurden vertrieben bevor die Bewohner wieder protestantisch werden mussten. In Lahr-Dinglingen mahnt eine kleine Tafel an der Schutterbrücke an die Besetzung der ganzen Gegend. Ende Oktober, setzte der (bereits auf linksrheinischem Kriegsschauplatz genannte) schwedische General Gustav Horn mit 6.000 Soldaten zu Pferd und an die 10.000 Infanteristen über den Rhein. Dank noch zahlreicher kaiserlichen Truppen in Süddeutschland ging 1635 die Partie erneut an den katholischen Markgrafen Wilhelm; mit Glaubenswechsel und Bestrafung der zwischenzeitlich Abtrünnigen. Für Lahr unter den Grafen von Nassau als getreue Anhänger der Schweden blieb die Ächtung und Schenkung an einen Oberst und Kommandanten unter Leistung eines Huldigungseides. Das an Württemberg verpfändete Oberkirch ging an den Bischof von Straßburg zurück. Die Herrschaft Geroldseck wurde einem kaiserlichen Oberst zugesprochen. Im Juli zogen die Schweden aus Offenburg ab.

V: Bernhard, böhmischer Kriegsgeselle trifft auf Werth, den Franzosenschreck

Bernhard von Sachsen-Weimar (Bild: Wikipedia)

 

 

 

 

 

 

Wallensteins Günstlinge, der unfähige Savelli und der Lüneburger Johann von Götz, auf verlorenem Rheinposten. Die bedeutendsten französischen Feldherren am Rheinufer. Mit Bernhard von Weimar und der 3. Etappe des Dreißigjährigen Krieges endete 1638 die Vormachtsstellung der Kaiserlichen am Rhein. Dieser protestantische Verbündete der Schweden, einst im nun gegnerischen Dienste des kaiserlichen Ernst von Mansfeld, verlor die Schlacht bei Nördlingen und schloss mit Frankreich, aber besonders verhängnisvoll mit dem berüchtigten Kardinal Richelieu 1636 und 1637, einen die Katholiken im Elsass schützenden Vertrag, und wandte sich auf Wunsch des frz. Hofs gegen Hochburgund,  wo  der kaiserliche General Savelli kommandierte. Bernhard brachte schlug im Burgundischen (zwischen Gray und Besançon) den Herzog von Lothringen am 24. Juni 1937. Über Mömpelgard (Montbéliard) zog er durch den Sundgau, und bei Rhinau nutzte er am 27. Juli drei zufällig von Straßburg vorbeifahrende Schiffe als Übergang für seine 600 Mann von Marschall Turenne's Truppen,  um auf der dortigen Rheininsel am rechten Rheinseiteufer bei dem Rieddorf Wittenweier in einem Lager mit Wall und tiefem Graben zu verschanzen.  Dort lauerte ihm bereits der Franzosenschreck auf, der kaiserliche Heerführer Jan de Werth (Schwarze Hans) mit 6.000 Mann in Offenburg Quartier machend, der ihn nach seiner Schiffbrückeüberfahrt über den Rhein am 6./7. August so heftig angriff, dass er es vorzog, mit seinen Mannen die mästenden Winterquartiere im Mömpelgardischen zu beziehen. Doch die Gegend war erneut Kriegsschauplatz. Bereits am 18. Januar 1638 brach er auf, aus dem Franche-Comté, um am 20. die Oberrheinburgen Säckingen und Laufenburg einzunehmen und die wichtigste der vier Waldstädte am Hochrhein, Rheinfelden, zu belagern. Hier bremsten und schlugen ihn mit überlegener Macht Savelli und Johann von Werth. Hier erreichte Bernhard aber auch am 21. Februar seinen Sieg über beide Generäle, die er in Gefangenschaft nahm. Über Röteln gelangte er in gleicher Manier im März nach Freiburg; hier klügelte er hoch motiviert, das Elsass als Besitztum im Visier, die Belagerung der für unüberwindlich gehaltene Bollwerk, die Habsburger Rheinfestung Breisach am Dreiländereck aus. Dem Wiener Hof gelang es nicht mehr ihn, im Habsburgerreich für Frankreich gegen den kaiserlichen Götz kämpfend, aufzuhalten.

 à propos:  Der umstrittene Wallenstein, dessen Günstlinge Götz und Savelli sich hier am Rhein gegen Frankreich, durch Bernhard von Weimar, ein erfolgloses Stelldichein gaben, kämpfte auf Seiten des Kaisers und der Katholischen Liga gegen die Protestantische Union, fiel später jedoch in Ungnade und wurde von kaisertreuen Offizieren getötet.

V-I: die habsburgische Schauenburg - Grimmelshausen's Wachtposten

Burgruine Schauenburg (Offenburg-Oberkirch) die Schauenburg des Freiherrn Reinhard von Schauenburg mit der Schreibstube des mittelalterlichen Kriegsberichterstatters Grimmelshausen

 

 

Offenburg, die heutige Ortenaumetropole, war anno 1638 der einzige Zugang ins Kinzigtal und in gefährlicher Nähe zu Straßburg. Offenburg, Oberkirch und Stollhofen wurden derzeit von den Kaiserlichen zu festen Stützpunkten ausgebaut worden. Kaiser Ferdinand entsandte  den mehrfach ausgezeichneten Feldmarschall Götz zur Belagerung Offenburgs. Von hier aus sollte er die Rheinfestung Breisach von den  weimarisch-französischen Truppen befreien. Dem kaiserlichen Götz gelang es, 200 Musketiere mit 400 Sack Mehl nach Breisach zu bringen, bevor er der besseren Truppenverpflegung wegen ins Elsass zog und so der von Bernhard von Weimar gewollten, offenen Feldschlacht auswich. Bernhards versuchter Angriff mit 600 Musketiere (französische Landsknechte) und den 3 Reiterregimentern am 14. Juli auf den Kinzigtalpass Offenburg misslang. Dies war lt. Kriegsberichterstatter Jakob von Grimmelshausen, nur mit dessen Verteidigung beauftragten Stadtkommandanten, Oberstleutnant und Freiherr Reinhard von Schauenburg zu verdanken. Auch, dass Götz, auf Befehl Wiens, sich gemeinsam mit Wallensteins zweiten Günstling, dem 'unfähigen Savelli', anstatt von hier aus das Kinzigtal zu kontrollieren, vorerst noch der geplanten Befreiung Breisachs von den feindlichen Habsburger Truppen widmen konnte. Herzog Bernhard zog sich vorerst in den Breisgau zurück, nahm vorher noch das Schloß Mahlberg ein, wo er eine Besatzung zurück ließ. - Der protestantische Hesse Grimmelshausen war ab 1638 am Oberrhein in der Armee des Grafen von Götz, und von 1639 - 1648 in Offenburg, beim Regiment des Freiherrn von Schauenburg. - Im August 1638 trafen die Kaiserlichen in Schuttern ein, von wo sie erneut vor einem Schwedenanzug flüchtend sich hinter einen Landgraben stellten, der von Friesenheim nach Schuttern führte. Plünderungen und harte Auflagen von den Heerscharen beider Truppen, die die Burg Diersburg  ausplünderten und sie als dachlose Ruine hinterließen. Die bedeutendsten französischen Feldherren am Rhein! Werth's kaiserliche Truppen unter unter Savelli beherrschten von einem Lager bei Friesenheim aus die Rheinebene. Bernhard von Weimar, stets willens eine Entscheidungsschlacht herbeizuführen, zog mit seinem französischen Hilfscorps von 15.000 Mann unter Turenne von Freiburg im Breisgau nach Friesenheim in der Ortenau. Seine Vorhut bemächtigte sich der unbesetzten Schutterbrücke bei Lahr-Dinglingen, ehe er bei Friesenheim auf eine Kaiserliche Reiterwache stieß, die er gefangen nahm.

V-II: ...aber gleichzeitig kam Herzog Bernhard von Weimar aus Mahlberg durch den Kaiserswald,

so hieß es damals: dies führte zu Gefechten bei Friesenheim und der berühmten Schlacht bei Wittenweier. Am 8. August trafen die protestantisch-weimarischen Truppen bei Schuttern auf die kaiserlichen Truppen, die nach Süden marschiert waren, und  Friesenheim besetzten, sich dann aber auf eine Anhöhe über dem Dorf zurückzogen. Herzog Bernhard von Weimar versammelte seine Truppen bei Mahlberg. Savelli und den kaiserlichen Grafen und General-Feldmarschall Götz (Kommandanten der Vorhut und Nachhut) marschierten am 9. August 1638 getrennt in Richtung Breisach. Am sumpfigen Rhein entlang mit Ziel Kappel und Wittenweier, versuchte Herzog Savelli unbemerkt mit einer großen Menge von Proviant in gerader Richtung auf Wittenweier zu, mit dem Ziel Kappel, um sie von dort auf dem Rhein für Breisach zu verladen, an den Schweden (schwedischen Battaillie) vorbeizukommen: "...brach sie auf, die um Schuttern lagernde Keyserische Batta(i)llie"  unter dem Kommando Savellis, der es abei versäumte, einen 2 Meter tiefen, mit Hecken zugewachsenen Graben (Blutgraben) mit 100 Mann zur Verteidigung zu besetzen. Angriffslustig wie auf der Hut, von Mahlberg aus durch den 'Kaiserwald' zum Rhein hin ziehend, lauerte Bernhard den zum Rheinbollwerk ziehenden Kaiserlichen auf. Dies, auf einer Riedfreifläche zwischen Kappel (Cappel) und Wittenweier (Witte(n)weyr), an dessen Westrand die Kaiserlichen hofften unbemerkt vorbeizukommen. So trafen sie, an jenem 9. August, hier aufeinander: Savellis Vorhut, Bernhards französisches Hilfscorps, sein protestantisch-schwedisches Heer, Kürassiere (mit Brustharnisch versehene Reiter) der besten kaiserlich-bayerischen Regimenter und die Götzschen Truppen. Es kam zur 5 Stunden andauernden, offenen Feldschlacht, deren Sieg bald auf Seiten der Schweden, bis die 4.000 Mann starke Nachhut der Kaiserlichen unter Götz zu spät in den Kampf einrückte. Ein erbittertes Handgemenge, "dass die Männer schließlich gar die Musketen einander an die Köpfe schmissen". Götz traf zu spät ein um den Sieg von Weimar zu verhindern, schließlich rangen die Kaiserlichen um den Rückzug. Die herein brechende Nacht machte dem grausigen Ringen ein Ende. Götz und Savelli brachten kaum 3.000 der 12.000 Mann davon. Bernhard gewann, übernahm ihre dort beträchtlich hinterlassene Siegesbeute von Artillerie, Bagage, mehrere tausend Gefangene, Kanzlei, Kriegskasse, Munition und Proviantkolonne und zog nun seinerseits motiviert nach Breisach. Götz entkam nach Oberkirch und setzte über den Kniebis ins Württembergische über. Diese Schlacht wurde im Kupferstich aus der Vogelschau in Merians Theatrum Europaeum, 1639 grafisch fest gehalten in der 'Delineation des Hartten Treffens so zwischen den Key. Gen. Graff Götzen Duc De Sauelli, und Hertzog Bernhart von Sayen Weimmar, bey Wittenweyr vorgangen A° 1638'". 

V-III: das Rheinbollwerk Breisach... am sumpfigen Rhein entlang

Bernhards Sieg bei Wittenweier gelang ihm als bester Feldzug, weil der Weimarer es für sich privat so wollte. Vor dieser Schlacht von Freiburg kommend, belagerte er Kenzingen, nahm Endingen, das Schloß Mahlberg und Ettenheim ein. Auf beiden Seiten zogen Verstärkungen heran, die Belagerung Kenzingen's musste abgebrochen werden, da Werth ebenfalls mit Verstärkungen anrückte. Am 25. August 1638 trafen sie dann beim Rohanstädtchen Ettenheim aufeinander. Die weimarisch-protestantischen Truppen wählten Ettenheims Stadtmauer als Begegnungsstätte, die dabei 8 Breschen und Brände erlitt, mit gerade dem Erfolg die Kaiserlichen bis nach Kippenheim zurück zu schlagen;  während Bernhards Mannen sich wieder an die Wittenweierer Schanzen zurückzogen. Im Oktober zog Herzog Bernhard von Weimar mit dem Großteil seiner Truppen ins Elsaß ab, um seinen elsässischen Streifzügen nachzugehen. Dies nutzten die kaiserlichen Truppen am 1. November, um seine bei Wittenweier  angelegten Schanzen samt Schiffsbrücke zu erobern, die nur von einem französischen Korps unter Marschall Manicamp verteidigt waren, und zu zerstören. Am 4. Oktober warfen Bernhard's Hilfscorps den Herzog von Lothringen bei Thann (im Elsass) zurück; ein erneuter Angriff der Kaiserlichen unter Götz misslang ebenfalls; obgleich Bernhard damals durch Krankheit geschwächt war. Das vom schweizerischen Reinach (Rinacho, Rinachum oder Rynach in Kanton Baselland) bis aufs äußerste verteidigte Breisach musste am 7. Dezember 1638 kapitulieren. Mit dieser Eroberung Bernhards von Weimar blieb das habsburgisch-vorderösterreichische Freiburg weiter von französisch-schwedischen Truppen besetzt. 

Für die Detektive unter euch: Während der frz. Kardinal Richelieu beabsichtigte, diese äußerst wichtig platzierte Rheinfestung Breisach für Frankreich zu gewinnen, wollte Bernhard Breisach zum Mittel- und Stützpunkt seiner selbständigen Herrschaft machen; weshalb er die Kapitulation nur auf seinen eigenen Namen abschloss. Vergebens erinnerte Richelieu an die Eroberung von Breisach mit französischem Geld und Blut, und somit nicht zum Elsass gehöre! Auch wollte der Herzog Bernard die Hand von Richelieus Nichte nicht annehmen; wegen Feldherrenpflichten lehnte er die Heirat als nicht standesgemäß ab. Nicht einmal das Versprechen, Breisach nach seinem Tod an Frankreich zu überlassen, wollte er leisten! Anerbietungen seitens des Wiener Hofs wies er ebenso zurück. Seine Absicht war es die verwitwete Landgräfin Amalie von Hessen zu heiraten, um die dritte vermittelnde Macht zwischen dem Kaiser und dessen Gegnern zu bilden. Nach seinem erneuten Winter im Mömpelgardschen (Hochburgund), kam er Anfang April 1639 nach Breisach zurück. Starb Bernhard hier in Neuenburg am Rhein am 18. Juli 1639 nun an der Malaria oder an Richelieus Giftmord? - Ausführlicheres zu dem Gemenge findet ihr in Grimmelshausens Kriegsberichterstattungen "Simplicissimus" und "Philander von Sittewald". Ebenso über das soeben von den Spaniern in Europa eingeführte giftige Tabakkraut, über die Franzosen die ohne das Tabaksaufen schon nicht mehr leben könnten und mehr zu den "nachäffichten Teutschen". -

  à propos:  nach der Thronbesteigung Ferdinands III. kommandierte der römische Fürst Savelli (Friedrich (von) Savelli, siehe links) neben dem bayerischen General Johann von Werth im Elsass gegen den Herzog von Weimar. Obwohl er in der ersten Schlacht bei Breisach die Oberhand behielt, verlor die Schlacht bei Rheinfelden und geriet in Gefangenschaft, konnte aber fliehen. Danach versuchte er mit dem neuen bayerischen General Graf von Götz die Eroberung Breisachs zu verhindern. Da dies misslang, ging es wieder zurück an den kaiserlichen Hof um erneut als Abgesandter nach Rom geschickt zu werden. - 1638 kämpfte Johann von Götz ein deutscher kaiserlicher General, erfolglos gegen den Herzog Bernhard von Weimar, der Breisach belagerte. Seine Armee wurde vernichtet und er deshalb vor ein Kriegsgericht gestellt, 1641 jedoch freigesprochen.

à propos:  Vauban-Museum für Militärgeschichte in Beuf-Brisach (F): Vauban - der Lieblingsarchitekt des Sonnenkönigs (Ludwig XIV) : die Vaubanfestung prägt als achtzackiger Stern das Luftbild von Neu-Breisach auf heute französischer Gemarkung.

V-IV: die Schlacht bei Freiburg auf dem Schönberg

Erneut hatte die badische Bevölkerung am Gesindel zu leiden, das ausbeutend und drangsalierend hinter den kaiserlichen Truppen herzog. 1641 im Dreißigjährigen Krieg: Im Februar schifften sich unter d'Oysonville französische Truppen in Breisach ein und eroberten ausgerechnet Willstätt, ...als Verbindung Straßburg-Kinzigtal (?). Am 17. Februar eroberten sie plündernd Oberkirch um es niederzubrennen. Rench- und Kinzigtal kamen unter französische Kontrolle. Nach Ostern erschien der kaiserliche General Gil de Haes und schlägt die französischen Truppen bei Steinbach, Bühl und Ottersweier. D'Oysonville tritt den Rückzug nach Breisach an, seine schwache Besatzung in Willstätt muß im April kapitulieren.  zog der kaiserliche General Gil de Hasi von Durlach aus gegen die noch anwesenden Schweden, und nahm am 17. April das Schloss Mahlberg ein; bei dieser Belagerung und der folgenden von 1642 durch den kaiserlichen General Johann von Werth, erlitt das damalige Schloss des Markgrafen von Baden Teilzerstörungen (ebenso im Holländischen Krieg unter Ludwig XIV. von Frankreich im Jahre 1677). Auf bereits genannter Dinglinger Zollbrücke fand am 24.3.1642 der Austausch des schwedischen Generalfeldmarschalls Gustav Horn und des bayerischen Reitergenerals Jan de Werth statt. Der Schrecken der ersten 14 Kriegsjahre des Dreißigjährigen Krieges in der Ortenau unter den kaiserlichen Truppen, stand den zuvor schwedischen in der Auslöschung der hiesigen Bevölkerung in nichts nach. 1643 wurde Kappel geplündert. Als die Schweden nach Zell am Harmersbach kamen, gab ein schwedischer Oberst dem Zeller Schmied Grabler den Befehl, die Ketten der Wallfahrtskirche Maria zu den Ketten in Hufeisen für seine Pferde umzuschmieden. Nach dem Ratsprotokoll der Stadt Zell wollten die Schweden so dem Wallfahrtspuk ein Ende bereiten. Doch die Ketten entschwanden während des Schmiedens und fanden sich an ihrem angestammten Platz in der Kirche wieder ein.

1643 bereits war Staufen das Hauptquartier der schwedisch-französischen Armee, seine Bevölkerung lebte vier Monate in den Wäldern. So verkaufte am 23. Mai 1643, Hugo Graf zu Königsegg und Rothenfels, Herr zu Aulendorff und Staufen, kaiserlicher Rat und Kämmerer dem Hans Hagspiel zu Staufen um 250 Gulden das Vorsäß Hohenschand samt einem darauf haftenden Schmalzzins. Im Jahr 1643 zerstörten die Schweden die Stadtkirche und auch die Kirche in Gengenbach, die Wallfahrtskirche indessen verschonten sie. In dem großen Deckengemälde der Kirche sind beide Begebenheiten mit den Ketten dargestellt. Weimarische Truppen zerstörten im selben Jahr neben der Stadt Hausach, auch die von 1453 - 1477 durch Graf Heinrich VI. von Fürstenberg wieder aufgebaute Burg Husen, die anschließend nicht mehr aufgebaut wurde. Um in der letzten Phase des Dreißigjährigen Krieges einen Einfall der Franzosen in Bayern zu verhindern, setzte Kurfürst Maximilian I. auf seine Vorwärtsstrategie. 1644 schickte er seine Chur-Bayerische-Reichs-Armada gegen Westen aus, mit ca. 10.000 Mann Fußvolk und fast ebenso vielen Berittenen unter Befehl des Generalfeldmarschall Franz von Mercy (der als Sieger in der Schlacht von Tuttlingen 1643 die französisch-weimarische Armee aufrieb) und des Reitergenerals Jan van Werth. In Freiburg im Breisgau, beim Näherkommen dieser Reichsarmada, sorgte der Stadtkommandant Obrist Kannoffski auf Befehl der Regierung in Breisach für ein freies Schussfeld, damit sich die Belagerer ja nicht in Gebäuden vor der Stadt verschanzen konnten. Also ließ er die vor den Toren Freiburgs liegenden Frauenklöster sprengen und alle Schleifmühlen sowie die Lehener- samt Prediger-Vorstadt abbrennen. Mercy begann die Belagerung zur Rückeroberung Freiburgs Ende Juni, und alle zur Verteidigung erbrachten Opfer waren vergebens. Freiburg, die Breisgaumetropole musste am 27. Juli 1644 kapitulieren. Die Kaiserlichen gewährten der tapferen Besatzung einen ehrenvollen Abzug in die französische Festung Breisach, ...in der klassischen Manier mit klingendem Spiel, mit fliegenden Fahnen, mit brennender Lunte und mit Kugel im Mund, also kampffähig. (Der Westhang des Schönbergs ('Schinberg' auf dem Gewann Bohl in Ebringen) wurde am 3. August 1644 zum Schauplatz des ersten Schlacht bei Freiburg im Dreißigjährigen Krieg zwischen Bayern und Franzosen, ehe sich diese am 5. und 9. August am Lorettoberg (gegenüber dem Osthang des Schönbergs) fortsetzte. Frankreich versuchte dabei, das nach mehrwöchiger Belagerung vom mit ihm verbündeten Weimar am 27. Juli an kaiserlich-bayerische Truppen gefallene Freiburg wieder unter Kontrolle zu bringen. Das Bohl am westlichen Schönberg konnte am 3. August unter großen Verlusten der französischen Angreifer eingenommen werden, doch die Bayern zogen sich fast unbemerkt über den Schönberg in ihre Auffangstellungen am Lorettoberg zurück, und behaupteten diesen - somit auch Freiburg - erfolgreich gegen die Franzosen. Frankreich ließ bei der Schlacht um Freiburg am Ebringer Bohl ca. 1100 gefallene Soldaten, während die Bayern 300 verloren, und erlebten hier ihre verlustreichste Niederlage des ganzen Krieges. Die Freiburger Vorstädte wurden dabei zerstört und die Dörfer um den Schönberg geplündert und ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen. Auf dem Schönberg, oberhalb Leutersbergs und Ebringens, erinnert das Schlachtenkreuz an diese Schlacht und an ihre erst 30 Jahre danach auf dem ganzen Berg verstreut liegenden Gebeine der Gefallenen, die man im Massengrab bestattete. Dieses wurde zu einem Wallfahrtsort der katholischen Bevölkerung der Region und es sollen immer wieder Knochen als Reliquien eines 'Religionskrieges' entwendet worden sein, zum Leidwesen der katholischen Kirche.) Oberkirch war 1644 von den Schweden besetzt. Sulz bei Lahr, blieben gerade ein Dutzend Einwohner, Ottenheim 149 und Lahr nur 364, ehe nach dem Westfälischen Frieden von 1648 der Wiederaufbau begann.

V-V: Der Weg zum Westfälischen Frieden 

war für die Region ein  langer, bis hin zum Absolutismus nach 1648. Bis zur Besinnung aus Hungersnöten, Pest und gar dem überlieferten Verzehr von Toten und eigener Kinder jedoch, war es ein "Dreißig Jahre" langer Weg (1618- 1648) ! Bedingt durch die der Menschenausrottung folgenden Pest, und seit den Armagnakeneinfällen bereits dezimiert, entleerten sich viele Dörfer, wie Linkenheim (mit seinem Linkkirchlein noch auf einer Karte aus dem 17.Jh.) bei Saasenheim, Mauchenheim bei Marckolsheim, Willer bei Hilsenheim, oder verschwanden im Gestrüpp. Oedenburgheim (Argentovaria auf dem einst römischen Areal ) bei Biesheim wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und danach nicht mehr aufgebaut. Niemals hatte das Elsass gleiche Not erlitten. Am Ende dieses Krieges war das ganze Elsass durch Brandschatzungen, Massaker und Gräueltaten so entvölkert, dass um Ansiedlungen aus den europäischen Nachbarländern geworben werden musste. Dem rechtsrheinischen Ortenau erging es nicht anders, wie wir von Grimmelshausen wissen. -  Am Ende dieses Weges stand die schwedische Wiedergutmachung in Florentiner und Dukaten der nun französischen Städte: Straßburg, Schlettstadt und Obernai, und an den Herzog von Lothringen. Mit diesem Friedensvertrag verlor er sein Herzogtum, und fiel nun seinerseits ins Elsass ein. Eingenistet im schön gelegenen Ribeauvillé plünderte er Riquewihr, Kaysersberg, Ammerschwihr, Turckheim, Rosheim ebenso wie Erstein. - Freiburg im Sommer 1644 : eine unentschiedene Schlacht zweier französischer und einer bayrischen Armee. Ihre Kommandanten waren Turenne, Vauban und Mercy. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges baute Frankreich Festungen am Oberrhein, ganze 93 an der Zahl gingen im Auftrag Ludwig XIV. an den Duc d'Enghien (le grand Condé) Sébastien le Prestre de Vauban, wie die Kasematte von Neuf-Brisach anno 1670. - Vom Sundgau bis auf die Hochmelkereien der Südvogesengipfel waren es Schweizer, die als Emigranten das heutige Elsass mit gestalteten. Mit dem Westfälischen Friede erreichte die Schweiz internationale Anerkennung als eigenständiger Staat, dem 1653 ein verspäteter Bauernkrieg folgte. Seit 1648 hatten die 3 Stände in Neuenburg ein Mitspracherecht, sie wählten 1707, nach dem Aussterben des sie regierenden Fürstenhauses Orléans-Longueville, den König von Preußen zu ihrem Landesherrn; ganz im Sinne Berns, denn Preußen war protestantisch und weit weg. - Ob wohl die Pariser Uraufführung 'Der Menschenfeind' von Molière (1622-1673), den erst Goethe in den deutschen Literatursalons einführte, euch verständlich machen konnte was der verbitterte Gegner der Heuchelei Molière verdeutlichte? 'Die Menschen sind oberflächlich, verlogen und boshaft, sind weder durch Vernunft noch durch gutes Beispiel zu bessern!' Er hinterließ euch eine Frage: Alceste (der reine Mensch) und die Gesellschaft, sie passen nicht zueinander, es ist unmöglich, sich in einer moralisch korrupten Gesellschaft wahrhaftig zu verhalten - wer also muss sich ändern: Alceste oder die Gesellschaft?  Doch bereits 1668 sprengten die Franzosen, die zuvor von den Truppen des mit Frankreich verbündeten Weimarer's Bernhard bereits verwüstete, Burg Diersburg (Ortenau) mit Pulver, denn...

VI: der französische Sonnenkönig befahl die Burgenzerstörung

 

 

 

Anlass war der Holländische Erbfolgekrieg (Rachekrieg) gegen die mit dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation verbündeten Niederländer. Die Bevölkerung von Staufen (Breisgau), deren Herrschaft immer wieder direkt den Österreichern zufiel, flüchtete in die Wälder. 1676/79 französische Truppen besetzten und plünderten. (1688/89 im Pfälzischen Erbfolgekrieg und 1703 und 1800 wiederholte sich das ganze, französische Truppen rissen die Stadtmauer nieder, verbrannten Häuser und Kirche. Die Burgen Rötteln und Weil mussten 1678 in Flammen aufgehen. Riehen erlebte wieder Grenzbesetzung und Grenzverletzungen. Auf dem 30 m hohen Buntsandsteinfelsen im elsässischen Dabo (664m) thronte einst die Dagsburg, erbaut von Eberhard, dem Enkelsohn von Etichon (Herzog des Elsass und Neffe der heiligen Odilia). Infolge von Erbschaften, Bündnissen und Heiraten wurde die Grafschaft nacheinander elsässisch, lothringisch, französisch, deutsch, katholisch oder Lutherahnisch. Die Kriege, die diese Veränderungen herbeiführten verwüsteten immer wieder das Land. Um es neu zu besiedeln haben die Landesherren Siedler aus Frankreich, Bayern, der Schweiz und Tirol angeworben und verliehen ihnen Forstrechte. Das älteste Forstrecht der Besitzer der Dagsburg stammt aus dem Jahre 1569, das wichtigste ist jedoch das "Bürgerholz", die jährliche Verlosung von 8 stehenden Kienholzbäumen, die der französische König Ludwig XIV nicht mehr anerkennen wollte, und 1672 gegen sie zu den Waffen griff. Die Dagsburg war ein Hindernis für die Truppen Ludwig XIV. Nach langer Belagerung hat M. De Bois - David am 13. März 1677 die Kapitulation erreicht. Zwei Jahre darauf wurde auf Befehl Ludwig des XIV die Dagsburg geschleift. So blieb der Dagsburgerfelsen für die nächsten 150 Jahre nackt und unbebaut.

Vor dem Forsthaus von Fleckenstein in den Nordvogesen ragt ein mächtig aufsteigender Turm zum Horizont. Die auf 43m Höhe thronende Burgruine Fleckenstein (370m) ist wohl der merkwürdigste und kühnste Burgenbau der Vogesen. Die Burggebäude wurden auf einem unzugänglichen Felsmassiv aufgestockt. Sein Rittersaal ein natürlicher Felsenpfeiler. Die Fleckensteiner waren ein altes, mächtiges Geschlecht im Elsaß. Die Burg, die Jahrhunderte durch für uneinnehmbar gegolten hatte, wurde 1664 durch Marquis de Vaubrun überfallen und genommen. 1680 wurde sie, wie die Nachbarburgen durch den französischen Heerführer Montclar zerstört. Geblieben sind ein Treppenhausturm und eine Wendeltreppe mit beachtlichen Inschriften am inneren und äußeren noch verbliebenen, oberen Burgtor. Im Süden des Hauptplateaus nimmt die Geschichte ihren weiteren Verlauf mit dem Tal der Sauer und dem Fleckensteiner Weiher (Étang du Fleckenstein). Auf dem nordelsässischen Burgschloss der Hanau-Lichtenberger in La Petite Pierre wurde das Verteidigungssystem an der Artillerie jener Epoche ausgerichtet. Dies ermöglichte 1678 den königlichen Truppen von Louis XIV. zunächst starken Widerstand zu leisten, ehe die Burg von den französischen Truppen erobert und in die Verteidigungslinien Frankreichs integriert wurden, zusammen mit den Festungen von Bitche, Lützelstein und Phalsbourg. Der berühmte militärische Ingenieur Vauban unterschrieb 1682 einen Bauplan zur Verbesserung der Verteidigung der Burgfestung Lichtenberg, die seine Nachfolger dann auch ausführten. 1681 überfiel der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. auf seinen Raubzügen Straßburg und machte die Stadt ohne Kriegserklärung französisch. Seine Macht-Paranoia bestand darin, alles was je seit Karl dem Großen (747-814) zu Frankreich gehört hatte, wieder zurückzuerobern. Seit 1679 suchte er nach historischen Ansprüche auf Städte und Dörfer im Elsass und in Lothringen.

Turenne (Henri de Latour d'Auvergne) der große französische Feldmarschall mit eigenem Museum in Sasbach (Bild: Wikipedia)

 

 

 

 

 

à propos:  der Hugenotte Turenne (neben Condé als der bedeutendste französische Feldherr seiner Zeit), der spätere Marschall von Frankreich, reorganisierte die Truppen im Elsass.  Im Mai 1644 überschritt er erneut den Rhein, zusammen mit dem bourbonischen Herzog von Enghien (Ludwig II., Prinz von Condé) der am 9. August 1644 über kaiserliche und bayerische Truppen bei Freiburg im Breisgau siegte. Turenne vertrieb die Kaiserlichen aus dem ganzen Rheingebiet. 1645 wagte er einen Einfall in Württemberg, wurde aber vom bayrischen Marschall Mercy in der Schlacht bei Mergentheim geschlagen und zum Rückzug hinter den Rhein gezwungen. 1674 überschritt er bei Philippsburg den Rhein, schlug am 16. Juni den Herzog von Lothringen bei Sinzheim und eroberte die ganze Pfalz, die er völlig verwüstete. Bei Enzheim (Straßburg) besiegte er Bournonville am 4. Oktober und räumte dann das Elsass. Anfang 1675 vertrieb er die Verbündeten wieder aus dem Elsaß, ging über den Rhein und traf im Juli bei Sasbach auf die Kaiserlichen Truppen unter Montecuccoli. Noch vor der Schlacht bei Sasbach wurde Turenne am 27. Juli 1675 bei einer Aufklärung des Terrains von einer Kanonenkugel getötet. Turenne - Denkmal mit Museum in Sasbach : als französisches Eigentum errichtet zu Ehren des Feldherren Marschall Turenne, gefallen in der Schlacht bei Sasbach, zur Zeit des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Im kleinsten Museum Frankreichs sind Bilder und Schlachtpläne von Turennes Kriegszügen ausgestellt. Regimentsfahnen und andere Erinnerungsstücke fanden hier ihren Platz. Träger ist das französische Außenministerium in Paris. Ausstellung über deutsch-französische Geschichte im Nebengebäude. Öffnungszeiten: dienstags bis samstags 9 - 12h und 14-17h - Eintritt: frei - Infos: Turenne-Museum, Schwarzwaldstraße 3, D-77880 Sasbach, Tel.: 07841.21020, Führung: durch Albert Doll, Turennenweg 24, Tel.: 07841.6666812, Fax.: 07841.709452 

 VI-I: Wer zahlte die Kriegsschulden'Zeche wirklich ?

Der s.g. Sonnenkönig, bzw. "höfischer Absolutismus"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Derzeit waren 12 Pfennig ~ 1 Schilling, 10 Schilling ~  1 Gulden oder Florin. Der Westfälische Frieden fand kaum Zeit sich in den Köpfen der Machthaber widerzuspiegeln ehe der Schrecken des Dreißigjährigen Krieges sich adelsgemäß erbfolgerechtlich beraubend am Volke fortsetzte. In der badischen Ortenau, um Offenburg und im Kinzigtal des Mittleren Schwarzwaldes, stand das Jahr 1693 für den Dritten Eroberungskrieg, des so genannten Pfälzischer Erbschaftskrieg (Orléans'scher Krieg 1689-97), die der Sonnenkönig Ludwig XIV. auf seinen Raubzügen schon 1667 begann. Straßburg behauptete sich anno 1683 mit immerhin noch noch sieben protestantischen Pfarreien.  1685 mit dem Tod des kinderlosen Pfälzischen Kurfürsten baute Ludwig - entgegen dem Vertrag von Nimwegen - Festungen auf deutschem Boden aus. Der französische König wollte so eine rechtlich unhaltbare Erbfolge seiner Schwägerin Liselotte von der Pfalz durchsetzen. Er musste  auf alle Eroberungen in den spanischen Niederlanden verzichten und somit kündigten sich neue europäische Kräfteverschiebungen an. Seiner aggressiven und totalitären Machtgier verdankte Europa seine Allianz.

Die Burg Hohengeroldseck im ortenauischen Ortsteil Schönberg wurde 1688 durch französische Truppen zerstört.  Der Friedensschluss von Ryswyk brachte erst anno 1697 für kurze Zeit erneute Ruhe. Die angeordneten Überfälle des Jahres 1689 markierten eine grausige Verwüstungsspur, jedoch nur vorgedrungen bis zur Linie Offenburg-Gengenbach, die Ettenheim, das einstige Straßburger Bischofseigentum, verschonte. Der Gegend von Bühl bis Lahr setzte ein General De Lorges 1691 nochmals mit planmäßiger Verwüstung zu, der auch die Übernahme des Oberbefehls des Kriegs erfahrenen Türkenlouis (Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden) 1692 mit völlig unzulänglichen Reichstruppen nichts entgegen zu setzten hatte. Bühl wurde 1689 ein weiteres Mal fast völlig zerstört. Das Schloss Staufenberg in Durbach bei Offenburg, im 11. Jh. von den Zähringern erbaut und ein Reichslehen der Herzöge bis zum Aussterben der Zähringer 1218, kannte wechselhafte Besitzer-Geschlechter bis es im Dreißigjährigen Krieg ebenfalls schwer zu leiden hatte, und 1689 von französischen Marodeuren geplündert wurde. Des Sonnenkönigs Plan, es ebenfalls in eine französische Vauban-Festung zu verwandeln, scheiterte am Trinkwassermangel. So konnte es Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden das Schloss zurückkaufen (1693). Das Rohanstädtchen Ettenheim plauderte 1693 aus seinem Stadtkässchen: bereits am 11. Januar wurde die Verpflegung der Kaiserlichen Truppen erstattet, ehe ein Schultheiß die französische Salvaguardia zur Verteidigung gegen die Kaiserlichen später erstattet verpflegte, neben den Erstattungen für den Oberamtmann aus Mahlberg für die bischöflichen Abgaben in Bosen, Fiertel, Ohm, Sester und hier in Holz samt Schiffsfuhrlohn nach Straßburg, am 4. März schlug eine Erstattung für Truppenbeschädigungen der Ettenheimer Mühle mehr zu Buche als eine Zwetschgen- und Kohllieferung (Weißkraut?) aus dem heutigen Rhinau, an Herrschaftsgeldern wanderten am 10. Juli 80 fl. und am 10. August 73 fl. 9 Sch. 8 Kr. an den Oberamtmann und Inspektor der Pfleg Ettenheim Franz Ernst Olisy nach Mahlberg, als ein Freiherr von Leyen Amtmann in Ettenheim war. 1698 war die Stadtkasse noch mit der Erstattung für einen General Würt(z) belastet, der mit 1.200 Mann schwäbischer Kreistruppen das von den Franzosen geräumte vorstraßburgische Grenzstädtchen Kehl besetzte.

Fortsetzung: zu Maria Theresias Erbfolgekrieg der Habsburger und das österreichische Habsburg um Breisach, zum Pandurenlärm in Unterlesass, zur Französischen Revolution und der freie Weg Napoleons zu seinen deutsch regierten Staaten im Gesellschaftsumbruch nach Hungersnot des 18. Jh.

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