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eurer Erzählung nach seien:
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(Text-links: A-Z)
Argentovaria:
"Castrum" diente den Römern
als westliche Brückenbasis an der Süd-Nord- Transversale von Italien
zur Nordsee entlang des linken Rheinufers. Exakt in der Mitte, eine
halbe Schiffstagereise von Basilia (Basel), nach Argentoratum
(Straßburg), kreuzte hier die Ost-West-Verbindung aus Innergallien nach
Horbourg (Colmar) und über den Schwarzwald an die Donau
im Lichtspiel der Erdfarben
in den Oberrheinauen
Baldanders:
eine überaus wechselhafte
Fabelgestalt, und eine literarische Schöpfung Hans Sachs (1494-1576),
bekannt durch den phantastischen Schelmenroman Simplicius
Simplicissimus (1688) von Grimmelshausen. Der Protagonist stößt in
einem Wald auf eine Steinfigur, die einen Gott aus einem alten
germanischen Tempel darstellt. Als er die Figur mit dem Finger berührt,
sagt sie, sie sei Baldanders („jedesmal ein anderer“) und nimmt
nacheinander die Gestalt eines Menschen, einer Eiche, einer Sau, auch
einer Wurst, einer mit Klee bewachsenen Wiese, einer Blume, eines
Wandteppichs und etlicher anderer Dinge an. Am Ende wird Baldanders
wieder zum Menschen, um Simplicius in verschiedenen Fertigkeiten, –
unter anderem auch darin, mit leblosen Dingen zu sprechen – zu
unterrichten.
Benfeld:
die restliche Eingangmauer
an der nördlichen Stadtmauer erinnert ans Bischofsschloss, das mit
seinen bischöflichen Truppen den Armagnaken ganz und später dem
Schwedeneinfall ganze 66 Tage lang stand hielt !
Bernhard von
Weimar:
deutscher Fürst auf Seiten
des Schwedenkönigs - anno 1636 im Bund mit dem französischen Hof,
wandte er sich dennoch gegen Hochburgund (Franche-Comté), wo jetzt der
kaiserliche General Savelli ein Heer anführte. Er eroberte mehre
Stellen im Elsass und versetzte am 24. Juni 1636, zwischen
Gray und Besançon, dem Herzog von Lothringen eine Lektion, bevor er
über die Grafschaft Mömpelgard (Montbéliard) durch den Sundgau direkt
nach Rhinau zog am 27. Juli. Hier
gelang ihm die Überfahrt über den Rhein, ehe er sich auf der dortigen
Rheininsel bei Wittenweier verschanzte. Dort aber
erwartete ihn Johann von Werth mit heftigen Angegriffen. Vorerst zog er
sich wieder zurück in sein mömpelgardisches Winterquartier.
altes Bistum Straßburg:
zur kirchenpolitischen Lage:
Saales, am linksrheinischen Landesgrenzendreieck gelegen gehörte zum
Bistum St. Dié. Die angrenzenden Bistümer (N>S) waren
Molsheim - Oberenheim - Schlettstadt.
Ab 1624
mussten sich alle Benediktinerklöster unter dem Einfluss der Jesuiten
der Straßburger Diözesenkongregation, also einer Vereinigung der
Amtsgebiete katholischer Bischöfe angehören.
Breisach:
die Stauferstadt auf
einstigem Keltenfürstensitz und römischen Hilfskastell am Rheinufer zu
Frankreich, zwischen dem elsässischen Colmar und der Breisgaumetropole
Freiburg. Vor der Rheinbegradigung war es sein Münsterbergfels, der die
Rhein- Überschwemmungsfluten brach. Seit dem frühen 16. Jh. war
Breisach die wichtigste Rheinfestung am Oberrhein! Ihre Auslieferung an
Frankreich, rechtfertigte sie einen kirchlich veranlassten Giftmord?
Breisach Festung:
Am 17. September 1638 fingen
die weimarischen Truppen einen Brief des Kaisers an den kommandierenden
General der Festung Breisach, von Reinach, ab, mit der Anweisung,
Breisach „bis auf den letzten Blutstropfen und solange ein
lebendiger Athem darinnen, männlich erhalten und den gewiß erfolgenden
Succurs unfehlbarlich erwarten solle“. Aus dieser belagerten
Stadt am Rheinufer flohen Ende Oktober viele Soldaten vor
Unterernährung oder starben an Erschöpfung; so stürzten Mitte November
wohl auch Musketiere erschöpft von den Außenmauern, beim Schußfeuer auf
die Belagerer. Am 4. Dezember schossen die Weimarer Truppen den
Pulverturm auf der Rheinseite in Brand bis er explodierte mit einem
Loch von 30 Schritt Breite in der Mauer. Breisach war von den
eindringenden Truppen des Herzog
Bernhard von Weimar erobert, die Festung Breisach
kapitulierte unter General von Reinach. Der Eroberer
Bernhard vermutete im Stockhaus gefangene Soldaten seiner
Armee, die er abgemagert und so erschöpft am Boden kauernd vorfand,
dass sie kaum mehr zu sprechen konnten. Ihr Blick zeigte auf die
spärliche Nahrung Menschenfleisch in ihren Händen. Breisach-Tour:
„Ritter, Mönche, Blutgericht"
Dabo:
(die einstige Dagsburg
auf dem Rocher de Dabo vor der Kapelle aus dem 19. Jh.) Rocher de Dabo : Buntsandsteinmassiv der
Mittelvogesen, oder
von Kelten, Triboker, Romanen und Franken, Grafschaft von Dabo
zum Elsässischen Herzogtum.
...dr' Düwackwack, dr' Düwackwack!badisch:
Duwackh für Tabakanbau am Oberrhein durch die Söldner des
Dreißigjährigen Krieges - eroberte die Grafschaft Hanau beiderseits des
Rheins (elsässisch ~ Tüwack)
um die Vorherrschaft in
Europas Mitte - mit Kämpfen im Niemandsland ohne feste Fronten und mit
kleinsten Truppen - er überrannte das Elsass, die größte Not bringend,
in 3 Etappen
Eidgenossenschaft:
die schweizerische
Abwehrstrategie europäischer Kriege, über die Jahrhunderte hinweg,
erfolgreich zu verhindern - hat Tradition!
in dieser einst
österreichischen Metropole verfing sich der meist gesuchte Feldherr
seiner Zeit (17.Jh.) im Intrigennetz des "Glaubenskrieges"
Erstein:
durch Rheinnähe erst in
schwedischer Hand, im folgenden Frieden geplündert durch den nun
besitzlos gewordenen Herzog von Lothringen.
Europa:
verheerende Kriegsfolgen aus
Kämpfen um die Vorherrschaft: Franzosen und Schweden fielen in Bayern
ein - Frankreich beteiligte sich später mit Napoleon an diesen
Beutezügen - Österreichs Vorherrschaft erging es wie dem kleinen
Preußen -
vom Pferdeknecht, Soldat,
Dragoner, Verwalter beim Vogt auf der Ullenburg zum ersten
Kriegsberichterstatter im Badischen Ländle ! Vom Barockdichter unter
Pseudonymen veröffentlicht: Der ewigwährende Kalender .
. Die Erzbetrügerin und Landstörtzerin Courage . .
Dietwald und Amelinde . . Der
erste Bärenhäuter . . Die Gaukeltasche .
. Des wunderbarlichen Vogelnests I. und II. Teil -
- Der Teutsche Michel - - das
Galgenmännlein oder der Bartkrieg.
Habsburg:
der große Krieg der
Habsburger Könige von Böhmen (Ferdinand II., Ferdinand III. und
Ferdinand IV.) in der Region. Ein europäischer Konflikt und europäische
Armeen auf habsburgischen Boden gegen deren Macht die mit dem Ende des
Dreißigjährigen Krieges ebenfalls endete.
Holländischer Erbfolgekrieg:
(1672 - 1678/79) oder
zweiter Eroberungskrieg: der Sonnenkönig Ludwig XIV. von Frankreich
(1638-1715) kämpfte gegen die Niederlande und somit gegen das
verbundene Deutsche Reich. Der Überfall französischer Truppen auf die
Republik der Niederlande führte zur Bildung einer Koalition gegen
Frankreich unter Führung des deutschen Kaisers: Schweden, Spanien und
die meisten Reichsstände schlossen sich ihm an. Französische Truppen in
Staufen (Breisgau)
Hugenotten:
seit dem 16. Jh. auf der
Flucht vor den heiligen Kriegen des Papstes und der von Spanien
unterstützten katholischen Liga unter der Führung der Guise, brachten
sie den Tabak, das Meditationsmittel der südamerikanischen Schamanen,
mit über den Rhein
Hohengeroldseck:
die Burg
Hohengeroldseck im ortenauischen Ortsteil Schönberg wurde 1688 durch
französische Truppen zerstört. Um 1260 auf dem Schönberg als Stammburg
der Herren von Geroldseck erbaut, bildete sie den Mittelpunkt er
"Oberen Herrschaft" Hohengeroldseck zwischen der Landesteilung 1277 und
dem Ende der Geroldsecker Herrschaft 1634. Die obere Ortenau war seit
1277 das Nachkommen des Walter von Geroldseck und umfasste die
Herrschaften Lahr, Mahlberg, Schiltach und die Klöster Schuttern und
Ettenheimmünster, sowie die Landvogtei zu beiden Seiten des Rheins von
Basel bis Selz. Markgraf Jakob I. von Baden kaufte 1442 für 30.000
Gulden kaufte Markgraf Jakob I. von Baden 1442 die Hälfte der
Herrschaft Lahr und Mahlberg von den Nachkommen Walters von Geroldseck.
Kauderwelsch:
europäische Söldner in
Kleinsttruppen - Marionetten im Vorherrschaftskampf um Europas Mitte
Kuriere - Reitposten:
Ried-Route der Kuriere ab
Straßburg - Krafft - Friesenheim -
Marckolsheim - Brisach - Ottmarsheim - Basel, Ill-Route
Fegersheim
- St-Ludan - Benfeld - Sélestat - Guémar - Colmar -
Issenheim - Aspach-le-Bas - Belfort bis zum Beginn des Dreißigjährigen
Krieges. Die Taxis'schen Posten des 17. Jh. waren Reitposten,
beförderten nur Briefe (private, kaiserliche) und Reisende zu Pferd!
Ende des Jh. der Postkurs des Hauses Taxis: Enzweihingen - Pforzheim -
Straßburg. 1682 wöchentlich von Stuttgart - Heilbronn -
Heidelberg, mit Anschluss an die zwischen Straßburg und Frankfurt
verkehrende Landkutsche. 1684 wurde die Erlaubnis erteilt, von Straßburg nach Stuttgart eine
Landkutsche zu fahren, 1697 alle 10 Tage von Schaffhausen - Stuttgart
-Frankfurt und zurück.
Linkenheim - Linkkirchlein:
...der Hundertjährige Krieg?
anno 1225 erstmalige urkundliche Erwähnung eines "vom Erdboden
verschwundenen", grenznahen elsässischen Dorfes - anno 1452, als
Honorius III die badische Abtei des Ettenheimer Münster mit den
elsässischen Kirchen von Stotzheim und Ionicheim (Linkenheim)
vereinigte, sprach man nur noch von der Gemarkung Linkenheim - zwischen
1439 und 1444 verwüsteten die Armagnaken (Söldner einer frz.
Grafschaft) das Elsass...
Ludwig XIV:
der so genannte Sonnenkönig
regierte für das Volk 55 Jahre zu lange (1660-1715). In drei seiner
zahlreichen Zerstörungs- und Raubkriegen (Devolutionskrieg 1667/68,
Holländischer Krieg 1672-79, Pfälzischer Erbfolgekrieg 1688-97)
begründete er die europäische Hegemonie Frankreichs, die erst im
Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) erschüttert wurde. Innenpolitisch
proklamierte er die absolute Macht der Krone (durch Identifizierung von
Herrscher und Staat : L'Etat, c'est moi). Sein aggressiver politischer
Geist rief überall in Europa Gegenkräfte hervor, die sich schließlich
in der Große Allianz gegen Frankreich zusammenschlossen (1689 und 1701
).
Mahlberg:
Erstnennung: 1002 Dorf: alten Molberg
1350, Altenmalberg 1428 - Stadt: Malberc
1217, Maleberc 1223, Mulberc 1248,
Molberg 1426, 1435, 1571 - 1007 zusammen mit der Grafschaft
Ortenau von Kaiser Heinrich II. dem Bistum Bamberg übergeben.
Die gegründete Staufer-Stadt hielt Dorf und Stadt Mahlberg bis ins 19.
Jh. mit Wall, Graben und Stadttoren getrennt. Ab 1252 im
Besitz der Geroldsecker. 1629 an die Markgrafen von
Baden-Baden, die das neue Schloss als Landvogtsitz bauten. Im
großherzoglichen Baden war der Ort bis 1810 Sitz eines Oberamts und
gehörte seit 1810 zum Amt Lahr. 1791 und 1815/17 wanderten
viele Einwohner nach Ungarn aus. 1935-1950 vorübergehender
Verlust des Stadtrechtes.
Lahr-Mahlberg:
Mahlberg, das das
ortenauische Städtchen und einige Dörfer umfasste, wurde im späten 13.
Jh. und im 14. Jh. mehrfach als Reichslehen bestätigt. Die Burg
fungierte vor allem als Verwaltungs- und Gerichtssitz. Durch eine
Teilung im Jahre 1277 in der Familie von Geroldseck entstand eine Linie
Lahr-Mahlberg, die 1426 ausstarb. - Religionszwang in Lahr je
nach Schlachtausgang der 3 Etappen des Dreißigjährigen Krieges in dem
"in der Loh" der Lohgerber und Lohgerbermühlen an der Schutter, bevor
es durch den Raubmordkrieg des frz. Ludwig XIV 1677 ganz abbrannte.
Manderscheid, Johann:
Johann Moritz Gustav von
Manderscheid-Blankenheim (* 12. Juni 1676 in Blankenheim; †
26. Oktober 1763 in Prag) war Bischof von Wiener
Neustadt und Erzbischof von Prag, seit 1685 Domizellar in Köln und
Straßburg, Kanoniker an St. Gereon (Köln), Domherr in Köln
und Straßburg
Peter Ernst II von
Mansfeld:
(1580-29.11.1629)
leiblich außerehelicher Sohn des Statthalters von Luxemburg und Brüssel
Peter Ernst I. von Mansfeld und wurde im katholischem Glauben erzogen.
Seine Fähigkeiten muss er in den Niederlanden und in Ungarn schon
bewiesen haben, so dass ihn Kaiser Rudolf II. legitimierte. Entgegen
dem Versprechen verweigerte man ihm die Güter seines Vaters in den
Niederlanden vor. So wechselte er 1610 zu den Protestanten und trat in
die reformierte Kirche ein. 1618 vereinigte er seine
Truppen mit den unruhigen böhmischen für seine Raubzüge in der Pfalz.
Am 18. November 1621 besetzte er Lauterburg. Mit dem tollen Christian zog
er ins Elsass an und machte den habsburgischen Dekapolensitz
Haguenau
zum
Hauptquartier zu seinen, bis ins Lothringische Dörfer auslöschenden
Raubzügen. Mit dem Markgrafen Georg Friedrich schlug er den bayrischen
General Grafen Tilly bei Wiesloch (27. April 1622). Der schwedische
General Wallenstein schlug ihn bei Dessau völlig mit seinen
holländisch-englisch-französischen Truppen am 25. April 1626, und
verfolgte ihn durch halb Europa über Schlesien bis nach Ungarn
hinein. Mansfeld starb in einem bosnischen Dorf Rakowitza,
auf dem Weg, neue Truppen zu werben.
gelber Mais:
Welschkorn nicht nur als
Popcorn weltweiter Sieger - ob als Gemüse, Mehl oder Öl: Spuren des
nördlich möglichen Anbaus sowie seiner Verarbeitung
Moscherosch:
Johann Michael, unser
vorgestellter Jakob von Grimmelshausen, ließ zu Willstätt seine zweite
Auflage "wunderlichen Gesichte Philanders von Sittewald"
drucken
Nideck-Burg:
hier: rätselhafter
Brand während Schweden-Invasion
badischer Landkreis und
Gaulandschaft Mordunouva bzw. Moridunum (lat. =
Sumpflandschaft) anno 763 und als Mortenaugia (nach Gründung des
Klosters Gengenbach) um 768 erwähnt. Südlich des Ufgau, nördlich des
Breisgau und westlich der Nagoldgau und Bertoldsbaar. Das
Herrschaftsgebiet von der Bleich, einem Nebenfluss der Elz, bis zur Oos
bzw. dem Unterlauf der Murg, durchflossen von Acher, Rench, Kinzig und
Schutter. Die Gaugrafschaft Mortenau (auf Deutsch bis zum 16. Jh.),
gehörte zum Herzogtum Schwaben. Als erster beglaubigter Graf der
Mortenau trat Ebarhart 888 auf. Ab 1010 ging die Grafschaft an das
Herzogtum der Zähringer, nach deren Aussterben 1218 an deren
Rechtsnachfolger, die Markgrafen von Baden, welche sie bis zum ersten
Weltkrieg behielten.
Notleiden:
Hungersnot im
Dreißigjährigen Krieg und vor Anbruch der Französischen Revolution,
Obdachlose erleiden Ende des 20. Jahrhunderts Winterkälte. Wer kennt
die geschätzten Zahlen der rechtsrheinisch Betroffenen?
Rathsamhausen:
1584 verkauft für 47.000
Gulden an die Herrschaft zum Stein, dem Fürsten Georg-Johann von
Veldentz - die Geschichte dieser Herren wie ihrer Burgen um die der
Lutzelburg (vorderen und hinteren) ist bewegt und teils belegt - die
imposante Ruine dieser Ottrötter Schlösser tut euch letzte Kund vor den
neuesten archäologischen Funden.
Savelli:
der römische Fürst, Federigo
Savelli, Signore di Poggio, Principe d’Albano, († 1649), vom
Papst zum General ernannt, war kaiserlich-habsburgischer
Feldmarschall, kaiserlicher Hofkriegsrat und Generalleutnant
der Heiligen Römischen Kirche. Er kämpfte im Dreißigjährigen
Krieg mit geringem Erfolg auf kaiserlicher Seite, hatte aber
mehr Erfolg in der Verteidigung des Kirchenstaates. Er diente sowohl
dem Papst als auch dem Kaiser mehrfach als Gesandter.
Schwedeneinfälle:
anno 1633 war das ganze
Elsass besetzt. Erstein, Schlettstadt und Straßburg verbündeten sich
mit ihnen
Simplex:
Grimmelshausens Simplicius
nahm wie der Abenteuerromanschreiber selbst am Dreißigjährigen Krieg
teil. Bildungslos, als wildes Tier, auf einem Bauernhof Schafe hütend,
Dudelsack spielend lockt er marodierende Truppen an. Es folgen
Einsiedelei, Bildung und ein Dasein als Narr im Kalbsgewand bis zu
kroatischen Soldaten, schwedischen Truppen und Musketiere die ihn immer
wieder in den Kriegsdienst zwingen.
Simplicissimus:
Grimmelshausens Satire des
einfältigen Deutschen, als Zeitzeuge der Grausamkeiten des
Dreißigjährigen Krieges der Deutschen, mit seiner Mahnung des
"Bald-anders" diente der Forschung als historische Quelle
Straßburger Silbertaler:
Argentoratensis : der schön silbrig patinierte Silbertaler NVMMVS
(Rose) REIP (Rose) ARGENTORATENSIS (zwei Rosen), für Straßburg anno
1548 entworfen mit einem Wert von 60 Kreuzer wog 29,44 Gramm. Im 17.
Jh. wog er 29,23 Gramm. Selten existieren noch Halbe Taler (14,61 g)
und äußerst selten Vierteltaler (7,30 g). Diese Geldmünze wurde gegen
1670 eingestellt, die einst freie Reichsstadt Straßburg wurde anno 1681
von Frankreich einverleibt.
Tabakanbau:
Tabak rauchen oder Tubak
saufen - eine Unsitte der spanischen Söldner des Dreißigjährigen
Krieges am Rhein seit 1642
Tabakzehnt:
Vorgänger der Monopole und
der KFZ- und Brennstoffsteuer in Form von Branntwein, Essig
und Tabak - Strafverordnungen der Abteien gegen die Anbaubefehle des
badischen Markgrafen Karl Wilhelm für seine Tabakspinner in der
herrschaftlichen Fabrik zu Pforzheim
Turenne:
Henri de Latour d'Auvergne,
Vicomte de Turenne (* 11. September 1611 in Sedan; † 27. Juli 1675 bei
Sasbach, Baden, gefallen) war ein
französischer Heerführer und Marschall von Frankreich. Der Sonnenkönig
befahl die Zerstörung. Die Soldatengebeine im Beinhaus der Kapelle St.
Marguerite in Epfig als Überreste menschlichen
Leidens, waren sie aus der Schlacht Turenne's? Waren sie die Vorboten
der Französischen Revolution?
Johann von Werth:
Feldmarschallleutnant und Freiherr Jan von Werth (1591-1652) vom
Bauernsohn zum Söldner. Ein deutscher Reitergeneral im Dreißigjährigen
Krieg. Die Rheinbrücke Kehl-Straßburg hat auf diesen
Welschkornseiten so manche große Truppen-Kommandeure angezogen, so auch
den 'Franzosenschreck' wie er genannt wurde mit seinen über 30 Siegen,
unter Mithilfe seiner grausamen Soldateska. Am 3. März 1638
wurde der mit Frankreich liierte Herzog
Bernhard von Sachsen-Weimar, in der Schlacht bei Rheinfelden,
seiner Person habhaft. Er wurde auf Verlangen seines
Verbündeten Richelieu's
an Frankreich ausgeliefert und verbrachte mehrere Jahre in Haft, bevor
er am 24. März 1642 gegen den schwedischen General Gustaf Graf Horn
ausgetauscht wurde. Bereits am 27. Juli 1644 befreite er
zusammen mit Franz von Mercy Freiburg
im Breisgau von der schwedischen Besatzung und schlug am 3. + 5. August
die Schlacht bei Freiburg
im Breisgau gegen die Franzosen unter Herzog Enghien (der spätere
Ludwig II. von Bourbon, Prinz von Condé) und Marschall Turenne.
Westfälischer Friede:
Ludwig XIV der nur mit
Habsburg, nicht mit dem Reich, im Krieg war erhielt das habsburgische
Elsass zurück mit dem freien Zehnstädtebund
Wittenweier
Rheinschanzen:
der für die Evangelischen in französischen Diensten
stehende Herzog Bernhard von Weimar überschritt
am 6./7. August 1637 auf einer Schiffbrücke bei Wittenweier den Rhein.
Ein erster Angriff der kaiserlichen Truppen unter General
Johann von Werth wurde am 8. August abgewehrt; ebenso ein
größerer Angriff 4 Tage darauf; die kaiserlichen Truppen zogen sich nach
Offenburg zurück. Mahlberg und Ettenheim
wurden
von Weimars Truppen erobert, da Werth mit Verstärkungen anrückte wurde
die Belagerung Kenzingen abgebrochen. Am 25. August trafen sich die
Heere bei Ettenheim und Werths Truppen für die Katholiken wurden erneut
zum Rückzug gezwungen; Herzog Weimar zog sich nach Wittenweier zurück.
Die kaiserlichen Truppen unter Werth
und Savelli beherrschten von einem Lager bei
Friesenheim aus die Rheinebene. Im Oktober zog der Herzog mit einem
Großteil seiner Truppen ins Elsaß ab; die nur von einem
französischen Chor unter Marschall Manicamp verteidigten
Schanzen nebst Schiffbrücke wurden von kaiserlichen Truppen am
1. November erobert und die Schanzen zerstört.
Zuckmayers Verweis:
der rheinhessische
Schriftsteller Carl Zuckmayer, Mitte des 19. Jh. auf der Flucht vor den
Schergen eines österreichischen Macht-Paranoiker, beschrieb im
Flieger-Roman "Des Teufels General" gemahnend die
Abstammungsvielfalt der am Rhein lebenden Bevölkerung, wies so den
Erfolg und Reichtum der Region auf!
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Elsass - Baden - Europa - Österreich
(2)
Fortsetzung:
Bischofsmacht Straßburg & Basel in der (M)Ortenau,
Gegenreformation, der Dreißigjährige Krieg,
Schwedenkriege, Mansfeld
& die schwedische Soldateska, Frankreichs
verbündet böhmischer Kriegsgeselle gegen Habsburg Herzog Bernhard von
Weimar & die Rheinfestung Breisach, der
kaiserliche Franzosenschreck Jan de Werth, Grimmelshausens
Zeit des Simplicissimus, d'r
Düwack das Seefahrersouvenir, Herrschaft
Lahr-Mahlberg & Kehler
Rheinbrücke, Schanzen und Schlacht bei Wittenweier... aus
Mahlberg durch den Kaiserswald, Böhmisch-pfälzische
Erbfolgekrieg, der
Westfälische Frieden, die
Burgenzerstörung des französischen Sonnenkönigs
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I:
der Dreißigjährige Krieg:
in Mitteleuropa ging es nicht
nur um die "Gegenreformation"
Es ging um die Vorherrschaft. 200 Jahre nach
Beginn des Hundertjährigen Krieges in diesem grausigen 17.Jh. ging es
nicht nur um die so genannte Gegenreformation. Also um die angeblich
Abtrünnigen der Katholischen Kirche, sondern um die Vormacht eben
dieser Institution. Es ging nun vor allem um die
Vorherrschaft des ohnehin im Elsass verwurzelten Hause Habsburg. 1618 fand der grausige Dreißigjährige Krieg* (1618-1648)
seinen Anfang im Kampf um das Sagen in Deutschland. Habsburg,
Frankreich und Schweden begannen diesen "Teutschen Krieg". Er
überrollte das Elsass und die badische Ortenau in 3 Etappen: der
Mansfeldischen
1621/22, der schwedischen
1632-34 und der weimar-französischen
1635-39. Unter den mörderischen Zügen der schwedischen
Soldateska aus vorwiegend deutschen, elsässischen und
französischen Soldat knechten, floh die Bevölkerung in die Berge. - Die
friedlich lebende, angrenzende Schweiz erschien dem Einreisenden
Hans Jacob
Christoffel von Grimmelshausen derzeit wie das Glück einer fernen
Südseeinsel. Für Schwaben, Bayern, Burgunder und Lothringer war derweil
die österreichische Metropole Ensisheim eine
nicht nur
durch Schwarzwald und Vogesen geschützte Zufluchtsstätte! *Kämpfe
sich befehdender Religionen) - Worum ging es wirklich, wenn
der Aufkauf von billigem Silber aus Mexiko bereits den Bauernkrieg
ausgelöst haben soll? Verstärkter Bleibedarf brachte höheren
Silbergewinn. Die Folge einer Krise, die mit der Stilllegung der
Freiburger Münzstätte im vorigen Jahrhundert bereits begann... Doch
zuvor, 1606/07, mussten von Frankreich zwangsverpflichtete Bauern zum
Schutz des Elsaß im Bienwald an der Lauter
eine befestigte Linie zwischen Lauter und Weißenburg errichten. Diese Lauterlinie bestand aus
einem Erdwall mit einem Graben, vorspringenden Schanzen im
Bastionärsystem einer geschlossenen Festung (Redouten)
mit pfeilspitzförmigen Grundriss für die Schussbahnen, die über die
Lauter in Weißenburg, Lauterburg, Altenstadt und in der Bienwaldmühle
vorgeschoben waren.
I-I:
Kriegsberichterstatter
der (M)Ortenau: 'der' Grimmelshausen
"...ein feiner Geist in grober Zeit, ein
tapfer Herz bei heißem Streit, ein fester Mann kein Männchen, der
Stadtschultheiß von Renchen." Woher dieser rothaarige,
protestantische Soldat und Wirt aus Gelnhausen seine Belesenheit und
seinen Eulenspiegel hatte, der euch seine Springinsfeldfigur
als Bauernopfer hinterließ, ...ob nun aus der
Abgeschiedenheit der Schwarzwalddörfer wie Berthold Brecht meinte...,
wird er euch nie mehr offenbaren. Dafür vieles andere mehr: 1638 meldete
sich der unchristliche Soldat Grimmelshausen als junger
Dragoner zur Verteidigung der Stadt Offenburg. Zu Friedenszeiten verdanken wir dessen
Entscheidung unter anderem seinen abenteuerlichen
Simplicissimus. (Dort war er als Sekretarius des
Obristenleutnants Hans Reinhard von Schauenburg beschäftigt.) Aus Angst
vor Strafe ließ er seinen Helden "Simplicius
Simplicissimus Teutsch" (der Einfältigste der Einfältigen) dem
Leser nicht die Gründe des Grauens verraten:
Vorherrschaft und Glaube. In diesem Auf und Nieder mahnt er in seinem
Roman das "Baldanders" als dessen Folge. Geschickt
überlässt er es seinem Einschiebsel des Heidengottes Jupiter, der das
Erdengeschrei gehört hat, zu dem die Schildwache haltenden Helden
herabzusteigen um diese Gründe mitzuteilen. Grimmelshausens
Jupiter will einen reformierenden deutschen Helden erwecken. Er fordert
Frieden, die gegenseitige Duldung der Religionen, ein Parlament der
gelehrtesten Männer, die Aufhebung von Leibeigenschaft, Zöllen,
Verbrauchssteuern, Zinsen und Umschuldungen. All
das in seiner "Jupiter-Episode" Angeprangerte findet sich noch zu
Beginn des 3. Jahrtausend. ...aus der Leibeigenschaft ging daraus der
Bürger einer Republik hervor? Ein Jahr vor seinem Tode (1675), musste
Grimmelshausen
als
Schultheiß vom badischen
Renchen erneut
zu den kaiserlichen Truppen einrücken. Der französische Raubkönig
Ludwig XIV dehnte gerade seine Feldzüge gegen die Niederlande
aus, also gegen eine europäische Allianz, bis ins Elsass aus. In
Renchen bei Sasbach wurden die Französischen, nach der Kugel ihres
Marschalls Turenne vor
Schlachtbeginn, von den kaiserlichen Truppen geschlagen. Zuvor streifen
wir den elsässisch-badischen Düwack der äußerst wilden Zwanziger Jahre.
..."Aber der Staat redet in allen Zungen des Guten und Bösen: und was
er auch redet - er lügt, und was er auch hat gestohlen hat er es." -
(Friedrich
Nietzsche)
à
propos: Des Christoffel von
Grimmelshausen abenteuerlicher Simplizissimus deutsche
Verfilmung dieses Schelmenromans
(Abenteuer-Vierteiler der Schönbrunn-Film Wien GmbH A/D 1974/75)
ausgestrahlt im ZDF vom 19.11. - 30.11.1975 mit dem darin
unvergleichlichen Matthias Habich als Simplex in
der Hauptrolle neben Günther Strack als Springinsfeld
- Regie:
Fritz Umgelter
(1922-1981) - - - Gleicher Regisseur und Hauptdarsteller
des ZDF-Sechsteilers von 1973: Die merkwürdige
Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck
(Bavaria Atelier München 1971/72) nach dem Roman von Bruno
Frank siehe Fortsetzung: Welschkorn
regional geschichtlich 18. Jh. (3). (Die neuere
Verfilmung mit Ben Becker konnte Umgelter's anspruchsvollen Sechsteiler
dennoch nicht ersetzen; ein noch nicht amerikanisiertes, ...deshalb
authentisches Filmwerk? nach dem Stummfilm Der
Günstling von Schönbrunn von 1929 - Regie: Max
Reichmann.) - - -
Heimat-
und Grimmelshausenmuseum in Oberkirch und
das Grimmelshausen-Haus in Renchen
(Baden). -
- -
Freilicht-Musuem Vogstbauernhof in Gutach
: der Lorenzenhof
von 1608 im Kinzigtal (Mittlerer
Schwarzwald in der Ortenau) ist ein typisches Kinzigtäler Haus mit
einem gemauerten Sockelgeschoss, auf das ein holzgezimmertes
Obergeschoss aufgesetzt ist. Im Sockelgeschoss befindet sich der Stall.
Im Obergeschoss liegen an der Stirnseite Stube und Schlafkammer
nebeneinander. Stall und Wohnbereich heißen "Haus". Daran ist der
Wirtschaftsteil angebaut.
I-II: dr' Düwack, ...wie das Welschkorn ein
Seefahrersouvenir
Die in den Jahren um 1570 bereits aus
Frankreich geflohenen Hugenotten brachten die Tabaksamen
mit, und bauten ihn dort an wo sie sich
niederließen, wie auf der anderen Rheinseite bei Hatzenbühl, wie von Philipp Schwab dies um 1852 zu
lesen war. Das Jahr 1620 : ein zweites Zentrum des
Tabakanbau neben Baden und der Pfalz, befand sich im Elsass bei
Straßburg. Der Kaufmann Robert Königsmann aus Straßburg wurde damals
schon bezichtigt, das aus England als Saatgut mit gebrachten
Virginenblätter in Wachwörth anzubauen, nach Fichen (Bischheim) mitgebracht zu haben, und um 1648 auch
noch in Benfelden (Benfeld) und Mazenheim (Matzenheim) den Tabakbau ausgeweitet zu haben. Erste
Anbauversuche auf sandigen Straßburger Riedböden ? Im Dreißigjährigen
Krieg hieß es Tabak rauchen à la 'Earl Gray'! Ein
Graf Gray soll dem König Friedrich von Böhmen englische Hilfstruppen
zugeführt haben, die Tabak rauchten oder schnupften.
Zu
verdanken bleibt er wohl den aus Frankreich flüchtenden Hugenotten,
diesen französischen Protestanten, meist kalvinistischer Richtung, die
sich erneut gegen Ludwig VIII. erhoben und diesen Kampf verloren. Anno
1622, unter Ludwig XIV., wurden sie aus allen Ämtern verdrängt, und
1685 widerrief Ludwig XIV. das Edikt von Nantes und
verbot ihnen die Religionsausübung und die Auswanderung bei
Todesstrafe. 200.000 Hugenotten gelang dennoch die
Flucht in protestantische Länder. Die in Frankreich verbliebenen
Hugenotten zogen sich in die Cevennen zurück und lieferten dem späteren
französischen König 1702-1705 einen erbitterten Krieg. Die Gegner der
Hugenotten im Elsass und in Lothringen waren vor allem Kardinal
Karl von Lothringen (1524 bis 1574) und sein Bruder, der Großprior
Franz von Lothringen (1519 bis 1563), die eine enge
Verbindung zur Königin Medici pflegten auf ihren vielen Reisen das
Mitbringsel bei Hofe, die Eigenschaften dieser neuen Zier- und
Heilpflanze Tabak selbst hatte wohl große Nachfrage.
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Die welschen Soldaten des Dreißigjährigen
Krieges führten am Oberrhein den damals noch anders
fermentierten Tabakgenuss ein, dessen Anbau über die Pfalz, anno 1660
die links- wie rechtsrheinische Grafschaft Hanau erreichte.
Tabak, den Pfarrer Anselm in Hatzbühl 1573 erstmals anpflanzte bedeute
für die Regio 400 Jahre Tabakmanufaktur in Form von prächtigen Cigarren-
und Schnupftabakfabriken bei Basel, im
oberbadischen Lahr-Mahlberg
und Straßburg. Anno 1670 verordnete die
Vorderösterreichische Regierung den Vorteil daraus ziehend die
Tabakpachte. Ein Pfarrer von Basel und ein Abt von Schwarzach
bestraften diese grausig stinkenden Kamine der Hölle, ehe der Markgraf
von Baden Karl Wilhelm am südlichsten Zipfel seines
Großherzogtums, unter den Gefällen des Isteiner Bannes ebenfalls den speyrisch-pfälzischen Tabakzehnt
einführte. Stellt euch vor, dass der Tabakzehnte
im hanau-lichtenbergischen Dorfe Linx gerade mal 4 Schillinge betrug, während der
Hanfzehnte sich auf 51 Gulden belief... 1810 begann der
Tabakanbau im badischen Diersburg. Um 1900 verarbeiteten noch 300 große
Fabriken diese noch heute neben dem Welschkorn angepflanzten
Tabakstauden. Carl Ludwig Freiherr von Lotzbeck
(1754-1826) legte in
Lahr den
Grundstein für den oberbadischen Tabakanbau und dessen Verarbeitung. -
Die Heilpflanze Hanf bleibt im Anbau beiderseits des Rheins verboten.
Der weltweit skandalös mit mehreren Hunderten von Zusatzstoffen
versehene Tabak in der Zigarettenherstellung fördert die Tabaksucht wie
es euch ein deutscher Pharmakologe schonungslos enthüllte. Was in Lahr
einst unter dem Namen Rothändle Tabakmanufakturgeschichte machte, die
letzte 'Badische Tabakmanufaktur' fällt nun der Kapitalgier der alles
schonungslos schließenden Globalisten zum Opfer, hier sind die Zeugen
die Arbeitslosen; für die Zigarrenherstellung bleibt das Oberrheinische
Tabakmuseum in Mahlberg als Gedenkstätte.
à
propos:
Nach Ende des
Dreißigjährigen Krieges ließ sich auf dem damaligen "Sch...feld" (bei
der heutigen Tramstation (Schluthfeld) ein Mitglied
der berühmten Familie Bagger als "luthier" (Geigenbauer)
nieder am Baggersee, heute Autobahnabfahrt und
Tram-Haltestelle in Illkirch vor der einst prächtigen
Baumallee in Richtung Straßburg-Stadtmitte, an der Stelle, wo sich
heute der große Supermarkt befindet) . Der aus dem "sch" für "scht"
(still) so erweiterte Name (Sch-luth-feld) der
Straßburger Tramlinie A lädt zum Nachlesen seines
diesbezüglichen Litfasssäulentextes ein.
I-III: Im Kampf um Europa: ein französischer Kardinal
und ein deutscher Herzog
machten aus der Regio am Oberrhein ein
europäisches Truppeneinsatzgebiet. Dazu verbündete sich der
französische Kardinal Richelieu
mit deutschem Adel. Ja sogar
mit dem "europäischen Kauderwelsch" von Söldnern aus dem deutschen Reich,
Lothringen, Kroatien, Polen, Frankreich, Schweden und Spanien !
Mit eben diesem erwähnten weimar-französischen Söldnerbündnis gewährten
sie den, gleichfalls machthungrigen und
Land suchenden, europäischen Völkern
erst freien Einlass in ihr eigenes Land. Während am Rhein Raps
angepflanzt wurde könnte sich in ihrem Proviant bereits das
anspruchslos 'anbaubare', größte Getreide, das Welschkorn befunden haben. Nach den Überlieferungen
der indianischen 'Zunies' war nur der gelbe Mais
für den Norden geeignet, im Anbau nur auf besten und feucht gehaltenen
Böden! - Mit dem 17. Jh. wurden Giftmorde
das Rüstzeug geistlicher Politiker. Todesursache
der Hauptakteure im Kampf um die
Rheinfestung Breisach? Bernhard,
Herzog von Sachsen-Weimar (1604-1639), hoch gebildeter deutscher Fürst,
wollte im Elsass ein von Frankreich wie von Deutschland unabhängiges
protestantisches Fürstentum aufbauen. Als Hauptstadt wählte er das
kleine südelsässische Beamtenstädtchen Ensisheim, der Vorderösterreichische Hauptsitz und
Dokumentenarchiv seiner habsburgischen Vorgänger. Seine Pläne verfingen
sich im Intrigennetz seiner Gegner. Vor allem im zu Hilfe rufen seines
französischen Gegenspielers durch die Grafen Hanau-Lichtenberg,
des französischen Kardinals und Herzog von Richelieu.
Dieser wollte ein französisches Elsass am Beispiel der Stadt Colmar und kein zweites Lothringen. Gelang
Richelieu nun die Auslieferung Breisachs als
mutmaßlicher Giftmörder Bernhards?
Im Krieg gegen den
Bischof Manderscheid anno 1592 eroberten die
Straßburger die Festung
Dabichenstein (Dachstein), die bald wieder vom Kardinal
von Lothringen zurückerobert wurde, um das Dorf Thorolsheim (Dorlisheim) nieder zu brennen. Der
evangelische Bischof von Straßburg Georg von Brandenburg
eroberte mit Truppen die Burg Kochersberg (bei
Truchtersheim). Die Truppen der Halleschen Union
(Protestanten) eroberten 1610 die Festung Dabichenstein, verbrannten die Stadt Geispolsheim und zerstörten die umliegenden Dörfer Hattisheim und Sundenhausen. Der Kaiser Ferdinand II.,
Führer der Gegenreformation, befahl dem Colmarer Stadtrat am 16. Juli
1619 den Katholizismus wieder einzuführen. Die Festung Dabichenstein
fiel an den Straßburger Bischof zurück. Der Diözesanverwalter dieser
katholischen Amtsgebiete Erzherzog Leopold ließ dann die Befestigungen
verstärken. Im rechtsrheinischen Hanauer Ländle, in seinem Amtsort Willstätt, ließ Graf Johann Reinhard I. von
Hanau von 1620-25 leichtes Geld drucken, Münzenprägung durch
Verringerung des Silberfeingehalts, um die ungeheuren Schulden des
Landesherrn zu verringern.
I-IV: anno
1622: Im Elsass hielt
der Böhmisch-Pfälzische Krieg Einzug
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mit der bosnischen Fehlbesetzung im
Auftrage der Protestanten im Habsburgerreich, des Grafen
Ernst von Mansfeld - gerade als Richelieu zum
Kardinal ernannt wurde - mit dem Auftrag den Rhein zu befreien und
österreichische Gebiete wieder dem Habsburgerreich anzuschließen.
Dieser uneheliche Katholik des Statthalters von Luxemburg und Brüssel
wechselte zum Protestantismus, so als Günstling durch
Schutzgelderpressung (Salvaguardia) so um die 100.000 Gulden oder
Florentiner der so überfallenen Städte und Dörfer, die damit nur noch
mehr angeworbene Söldner aus Bosnien und England bald zur nächst
lohnenden Verwüstung ins Land brachten. So richtete er, wie in
zahlreichen Archiven zu lesen ist, sich selbst enorm bereichernd, bald
mehr Schaden am Volk an, als Nutzen seiner Auftraggeber. Mansfeld war
einer der Generäle des tschechischen Herrschers Ferdinand II,
der eines mit den Schergen seines Jahrhunderts gemein hatte, vom
Habsburger König über den Schwedenkönig bis zum französischen
Sonnenkönig, es ging ihm und ihnen um die völlige Auslöschung möglichst
vieler Dörfer und Städte am Rhein. Plündernd und brandschatzend begann
sein Schrecken mit seinen Söldnern
im Nord-
und Unterelsass über die Region Weißenburg,
Zabern und Haguenau im Winter 1622. Am 18.
November 1621 besetzte er Lauterburg und bald alle freien Reichsstädte der
Habsburg-Dekapole. Mansfeld und der tolle Christian,
Herzogssohn Christian Braunschweig-Wolfenbüttel der
bereits im Alter von 25 Jahren seinem liederlichen Lebenswandel erlag,
wie der dänische König dazu bemerkte, durchzogen zuvor Lothringen und
das Elsass, stets auf der Suche nach neuen Verwüstungen. Die
Landbewohner verschanzten sich zu Tausenden hinter den Mauern
Straßburgs. Ohne die Einmischung des Erzherzogs Leopold
konnte Mansfeld sich in Haguenau im Verwaltungsort der habsburgischen
Dekapole (Bündnis freier Reichsstädte) ein unabhängiges Fürstentum
einrichten, während der Hanauer Ausschuß mit Unterstützung
von 200 Mann der Landvogtei den Rhein bewachte. Nach seiner
Bombardierung öffnete Haguenau ihm am 6. Dezember 1621 seine Tore.
Nachdem Mansfelds Truppen vor Saverne (Zabern) kapitulierten,
überfielen sie brandschatzend wie plündernd das Kloster auf dem
Odilienberg und die Stadt Börsch, ehe sie der Erzherzog aus Haguenau
vertrieb. Mansfelds Truppen waren versprengte vom Weißen Berg (um
Wissembourg), Pfälzer und englische Abenteurer. Einer seiner Offiziere,
Oberst von Obentraut, plünderte und brandschatzte
derweil bis März 1622 auch hochrheinische Dörfer und zerstörte dabei
das Schloss
Wickersheim in
Breuschwickersheim.
Ob katholisch oder evangelisch, auch Obernai, Rosheim und Andlau hatten fürchterlich zu leiden.
Am 1.
Mai 1622 besetzte der Straßburger Bischof Erzherzog Leopold
Lichtenau,
und begann am 6. Mai mit der Belagerung von Hagenau; von wo aus er von
Mansfeld bei Drusenheim wieder über den Rhein
gejagt wurde, bevor er zuvor mit seinen Truppen plündernd südwärts zog,
um bei
Rheinau erneut den Rhein zu
überschreiten. Alle Dörfer zwischen Straßburg und den Mittelvogesen,
einschließlich des Klosters am Odilienberg wurden
gebrandschatzt, ehe diese Söldner sich in Richtung Lothringen und den
Niederlanden fort bewegten. Kilstett, im nördlichen Ried am Ufer
der Ill bei Straßburg, ließ im Winter 1622 die Bewohner vor Mansfelds
Truppen auf die Rheininseln und andere Rheinseite flüchten. Das heute
durch die Sauerkrautsrasse bekannte Krautergersheim (Obernai-Molsheim) wurde
dato ebenso niedergebrannt wie das steinzeitlich bewohnte und
protestantisch reformierte Kolbsheim. Goethe's angenehmer
Residenz und ehemaliger protestantischer Hauptsitz 'derer von
Hanau-Lichtenberg in Bouxwiller' wurde 1622 noch durch die
damals gängige Ablöse von 100.000 Floriner (Gulden) des Grafen
Reinhard verhindert. Am 4. Februar 1622, plünderten Mansfelds Truppen Nordheim (Northeim, auf der
Loessschicht des unteren Kochersberg und eines der 4 austrasischen
castella): Namentlich im Hause eines gewissen Hans Hauptwald
hatten sich gründlich Arbeit getan: Enter, Gänse, Hühner und Brot
hatten sie mitgenommem. Fegersheim vor den Toren Straßburgs
war erst am 4. Juli 1662 dran. 1631 und 1634 verschwanden zwei Dörfer Oberwiller und Niederwiller völlig von der Landkarte
(im Herzogtum Lothringen waren das nach Kriegsende ganze 80 Dörfer).
à propos:
das Langenthaler Kreuz
auf dem archäologischen Rundpfad bei Saverne
(Nordvogesen) siehe 'Zeitreise am elsässischen Michelsberg':
es könnte sich dabei einen Rache-Meuchelmord an einem 'mansfeldischen'
Offizier gehandelt haben. Die mansfeldische Etappe des 30-jährige
Krieg ging, alias 'Gegenreformation', ging mit dem General
des böhmischen Kaiser Ferdinand V. von Böhmen aus. 1633, machte sich
die böhmisch verbündeten Generäle, aus dem Truppengemisch des bereits
1629 verstorbenen, protestantischen Luxemburger aus altem
Grafengeschlecht, Peter Ernst II. von Mansfeld,
plündernd über die elsässische Region von Weißenburg, Zabern und
Haguenau her; und somit das Elsass unerwartet zum Schauplatz dieses
Plünderungszugs.
Straßburg im Bündnis. Gustav Horn befreite die Rheinbrücke bei Kehl
und fiel ins Elsass
ein.
1631 besetzte der kaiserliche Oberst Ossa Hanau-Lichtenberg um bei Lichtenau
und Drusenheim Schanzen als Schutz einer
Rheinfähre zu errichten. 1632 versuchte der in schwedischen Diensten
stehende Pfalzgraf Christian von Birkenfeld
vergeblich diese Schanzen zu stürmen, als sich Straßburg nach in
Deutschland den erfolgreichen Schwedeneinfällen sich mit eben
diesen verbündete.
Erstein
wurde zuerst von den Schweden eingenommen und geplündert (1633 das
ganze Elsass). Doch die kleine bischöfliche Burg von Benfeld (Benevelt) hielt ganze 7 Wochen stand, unter der
Verteidigung des Baron Louis Zorn von Bulach. Die Schweden, geführt von
Gustav Horn, eroberten Benfeld nach 47
Tage Belagerung trotz des Widerstandes und behielten es bis 1650.
Weiterhin eroberten sie Oberbergheim (heute Bergheim), Türkheim, Kaysersberg,
Ammerschweier, Heilig-Kreuz, Horburg, Münster und Rufach. Sie forderten
die von 800 Österreichern bewachte und von Hauptmann Vernier geführte,
unter Katholiken und Reformierten zerstrittene
Stadt
Colmar auf ihnen die Tore zu öffnen. Die Colmarer
Bürger entwaffneten schließlich ihre österreichischen Verteidiger und
ergaben sich den Schweden, die sich danach der freien Reichsstadt
Schlettstadt
bemächtigten. Ob das
vor meiner Nase liegende Zellwiller, das Geroldsecker Schloss von
Nordhouse oder Thanvillé, sie blieben nicht verschont. Noch im gleichen
Monat, im November, trafen sie in Rufach ein. Auch die einstige Hohenstauferburg
Lauterburg
setzte sich zur Wehr
gegen die Habsburger. Birkenfeld derzeit 1632,
zerstörte nach vergeblicher Belagerung Offenburgs das Schloß
Staufenberg und die Dörfer Appenweier, Urloffen, Griesheim bevor
er sich ins Elsaß zurück zog. Ossa besetzte
Lahr, plünderte Willstätt
am 19. Februar und tags darauf Lichtenau. Die Hanauer Bewohner
flüchteten nach Kehl, Straßburg und auf Rheininseln. Der Sieg des
schwedischen General Horn über Oberst Ossa bei Wiesloch begünstigten
die schwedische Besetzung von Stollhofen, Lichtenau und Willstätt
vor dem Einmarsch in Straßburg am 31. August. Offenburg kapitulierte unter der schwedischen
Belagerung vom 28. August bis 12. September 1632. - Die spanische Armee
des Herzogs de Feria bemächtigte sich eines Großteils des Oberelsass
bevor sie nach Schwaben weiter zog. 1634 verbündete sich der
französische Kardinal Richelieu ebenfalls
mit den Schweden. Der Kuhhandel dabei,
ihnen außerhalb Frankreichs gegen die Habsburger zu folgen war der
Pakt, die Städte Colmar, Schlettstadt, Marckolsheim, Turckheim,
Ensisheim, Münster, Kaysersberg, Obernai – mit Ausnahme Benfelds - an Frankreich zu übergeben.
Rheingraf Otto Ludwig zog es deshalb nach seiner Schlacht von
Nördlingen (6.9.1634) nach Kehl zur Verteidigung der Rheinbrücke vor den
Toren Straßburgs. Bereits am 27. September 1634 konnten des
Lothringer Herzogs Karl's kaiserliche Truppen und die des
Feldmarschallleutnant Johann
von Werth (der Franzosenschreck,
der den Krieg bis nach Frankreich
hinein trug, euch hier in der Ortenau auf dieser Seite noch öfters
begegnet) zurückgeschlagen
werden. Das zuvor geplünderte Willstätt wurde am 29. September
niedergebrannt, Oberkirch und Stollhofen von
katholischen Truppen besetzt und Offenburg blieb bis zum 31.7.1635 von
schwedischen Truppen besetzt. Am am 27. Oktober 1635 begab sich der
protestantische Herzog Bernhard
von Weimar mittellos im Bündnisvertrag in
Abhängigkeit Frankreichs, unter Anwartschaft auf die österreichische
Landgrafschaft Elsass. Was der Franzosenschreck nach Frankreich hinein
trug, lockte Bernhard mit seinem Kämpfen um Offenburg und Breisach erst
über den Rhein kommend an.
à propos:
Im Vertrag von
Saint-Germain-en-Laye (26. + 27. Oktober 1635)
zwischen dem Franzosen Ludwig XIII. und Bernhard
von Sachsen-Weimar wurde geregelt, dass die französische
Staatskasse die Finanzierung des in schwedischen Diensten stehenden
Heeres von Sachsen-Weimar übernimmt. Schweden, als bisheriger
Unterstützer der protestantischen Streitmacht, war nach seiner
Niederlage in der Schlacht bei Nördlingen (1634) finanziell dazu nicht
mehr in der Lage; Bernhard hatte somit sein ihn finanzierendes
Herzogtum eingebüßt und war somit nach längeren Verhandlungen mit
Kardinal
Richelieu zu Diensten. Preis: für die Dauer des
Krieges 4 Mio. Livres (jährliche Subsidiengelder) zur
Heeresunterhaltung (12.000 Mann zu Fuß, 6.000 Reiter, nötige
Artillerie). In einem Vertragsanhang ließ sich der Deutsche Bernhard
durch Richelieu die Lieferung von 80 schweren Pelzmänteln zum eigenen
Gebrauch zusichern; wichtiger für den Kriegsschauplatz hier war die
Klausel in einem geheimen Artikel: das Versprechen der
Landgrafschaft Elsass unter der Bedingung versprochen, die katholische
Religion dort nicht zu verdrängen. Für den Fall, 'dass jenes
Land ihm beim Abschluss des Friedens nicht zugeeignet werden könne',
erhielt der protestantische Herzog alternativ eine angemessene
Vergütung zugesichert. Als er es einfordern wollte kam es zum damals
üblichen Giftmord.
Graf von Hanau-Lichtenberg
stellte Buchs-,
Neu- und Ingweiler unter den Schutz französischer Truppen.
Ganz in der Nähe, bei Scherwiller, überfielen zwei Raubritterburgen
Reisende aus Basel. Das waren das ehemalig habsburgische
Schloss
Ortenburg und die Burg Ramstein
(ehemalige Bastille und österreichisches Lehensgut) ehe sie
von der burgundischen Jagdvogtei besetzt wurde. Die Groß-Ochsenstein bei Reinhardsmünster, die Wasserburgen von Oberkirch (unter pfälzisch
protestantischen Landgrafen)
und die Rathsamhausener von Ehnwihr waren von den Schweden besetzt. Letztere
wurde deshalb von den Schlettstädter Bürgern zerstört. Niedernai litt 1636 (seit den Armagnaken, den
Schweizern durch diese Schweden-Invasion
zerstörten Burgen waren : die Landsberg (Hohenstauferburg bei Heiligenstein),
die Bernstein
(bischöfliche Vogtei der
Grafen Eguisheim-Dabo) bei Dambach-la-Ville, die
heutige Greiferwarte von
Kintzheim (alter Hohenstauferbesitz und
Reichslehengut, nach 1298 bereits vom Bischof von Lichtenberg
zerstört), heute Greiferwarte und beliebtes Ausflugsziel - und die Lutzelhardt
in Obersteinbach
(Besitztum einer lothringischen Herzogsfamilie). Zwischen 1630 und 1680
ging die alte elsässische Burgenherrlichkeit unter.
III:
das entvölkernde
Grauen
im elsässischen Sundgau
Der
30jährige Krieg als Gefahr aus dem hohen Norden (1618-1648) tobte nicht
gleich erfolgreich auf schweizerischem Boden der Eidgenossenschaft.
Die schwedischen Truppen, die am 3.2.1663 das
elsässische Dorf Leimen
in Brand steckten, erfuhren hier bald ihre schwere Buße für die badisch
- elsässisch - sundgauischen Einfälle. Das Leimental wusste sich zu
wehren dank dem Vogt auf Dorneck. Dieser sandte Schutztruppen in die
benachbarten Dörfer auf solothurnischem Gebiet. Den ca. 50 Schweden,
die auf der Bättwiler Egg
auftauchten um auch auf
Hofstetten los zu zugehen, erwiderte Bättwil, à
la "gange es wie es wölle", dermaßen das Feuer, dass die angreifenden
Reiter schnurstracks umkehrten. - Die Sundgauer Bevölkerung hatte damit
weniger Erfolg. Ende 1632 erreichten die unsäglichen Brutalitäten der
Schweden die Städte Landser,
Altkirch und Ferrette.
Den aufständischen Bauern erging es dabei übel. Die Region war
Besatzungstummelplatz der kaiserlichen Truppen, schwedischer
Söldner und französischer Truppen. Diese unchristlich
dunkelsten Jahre des Sundgaus von 1637 bis 1640, blutete die Region, je
nach Orten zu 30-80% Bevölkerungsanteil aus. Dieses Grauen
endete erst mit den, in Münster und Osnabrück unterzeichneten,
westfälischen Friedensverträgen. Im Dezember 1659 sah der französische
König eine eigene Wiedergutmachung vor, indem er dem Mazarin
(Grafen von Ferrette) die Wiederbevölkerung des Sundgaus, besonders mit
Schweizern, zugestand. Die Region hatte dennoch unter den Kriegen des
Absolutisten Ludwig XIV zu leiden, die
ihr als die holländischen bezeichnet. - Große
Flüchtlingsströme in ganz Europa, welche entweder durch
Kriegshandlungen oder von daraus resultierenden Hungersnöten verursacht
wurden, bevölkerten ihrerseits die angrenzende Schweiz mit mehr als 250
Flüchtlingen in Bättwil.
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Mahlberg
Schloss: Besichtigung der Außenanlagen mit historischen Informationen mit der VHS
gebührenfrei geführt von Maresa von Türckheim-Böhl 18h-19h + 19h-20h am 27.6.2007
|
des
Dreißigjährigen Krieges. 1622
fielen kroatische Truppen in Bühl
(Nördlicher
Schwarzwald) ein und legen den Marktflecken in Schutt und Asche. Im Mai
1622 folgten die mansfeldischen Truppen den Elsassflüchtenden ebenfalls
über den Rhein und brannten dabei
Ottenheim
nieder. Die Plünderung der Dörfer Rust, Nonnenweier und
Wittenweier
trieben auf
dem Lahrer Markt die Preise hoch. Durchziehende kaiserliche und
bayerische Truppen hausten fürchterlich in den Dörfern. Daneben wirkte
die Badener Mission der Jesuiten, als es sich anno
1623 ergab, dass in dieser Markgrafschaft mehr als 10.000 Familien
wohnten. 4 Jesuiten-Patres wurde es auferlegt die in diesem recht
großen Gebiet verlassenen Pfarreien gegen die Irrlehren sogar bis in
die entlegene Herrschaft Lahr-Mahlberg hinein wieder aufzuforsten. Im
Vorort der Ortenaumetropole Offenburg, in Niederschopfheim, wurde 1622 in offentlicher
Amtstuben gerüegt, daß Jacob Herd, jetzt 2 Jahr fast durch die ganze
Fasten bis am Palmtag Fleisch gegessen, soll er zur Straf 5 fl. zahlen.
Derweil bestimmten die jeweiligen Herrschaften und nicht der verordnete
Glaube die Religion. 1629 kam es zur Aufteilung der Herrschaft
Lahr-Mahlberg. Dabei kam Mahlberg mit seinen Orten an das
katholische Baden unter Markgraf Wilhelm. Die Pfarreien wurden mit
Jesuiten besetzt. Protestantische Pfarrer mussten binnen eines Monats
das Land verlassen. Die mit Lahr an die Grafen von Nassau fallenden
Gemeinden blieben protestantisch. Doch mit dem Einzug der 2.
Etappe des Dreißigjährigen Krieges, dem Schwedeneinfall 1632,
flohen die Kaiserlichen. 1632 besetzen schwedische Truppen
Staufen und brannten die Burg zur Ruine nieder,
danach wechselnde Besetzung der Stadt durch kaiserliche und schwedische
Truppen mit Brandschatzungen und Plünderungen. Schwedische Truppen
besetzten Bühl anno 1632-34 und 1643. Die Schwedeneinfälle über die Kehler
Rheinbrücke, zogen mächtige Befehlshaber an: Rheingraf
Otto Ludwig zu ihrer Verteidigung, Herzog Karl von
Lothringen mit kaiserlichen Truppen und der Franzosenschreck Johann von Werth.
Willstätt
wurde, da zu nahe an Kehl am 29. September 1634 niedergebrannt,
Oberkirch im Kinzigtal von katholischen Truppen
besetzt, und das Nadelöhr Offenburg bis zum 31. Juli 1635 untert Plünderung von
schwedischen Truppen besetzt, wobei sein Schloss
Staufenberg zerstört wurde. In Lahr hauste der kaiserliche Oberst Montrichier
ganze 10 Wochen mit 5 Kompanien. - Die schwedische Krone
löste 1633 am Rathaus Lahr
die der Herrschaft Lahr-Mahlberg ab. Geistliche und Mönche wurden
vertrieben bevor die Bewohner wieder protestantisch werden mussten. In
Lahr-Dinglingen mahnt eine kleine Tafel an der
Schutterbrücke an die Besetzung der ganzen Gegend. Ende Oktober, setzte
der (bereits auf linksrheinischem Kriegsschauplatz genannte)
schwedische General Gustav Horn mit 6.000
Soldaten zu Pferd und an die 10.000 Infanteristen über den Rhein. Dank
noch zahlreicher kaiserlichen Truppen in Süddeutschland ging 1635 die
Partie erneut an den katholischen Markgrafen Wilhelm; mit
Glaubenswechsel und Bestrafung der zwischenzeitlich Abtrünnigen. Für Lahr
unter den Grafen von Nassau als getreue Anhänger
der Schweden blieb die Ächtung und Schenkung an einen Oberst und
Kommandanten unter Leistung eines Huldigungseides. Das an Württemberg
verpfändete
Oberkirch
ging an den Bischof von Straßburg zurück. Die Herrschaft Geroldseck
wurde einem kaiserlichen Oberst zugesprochen. Im Juli zogen die
Schweden aus Offenburg ab.
Wallensteins Günstlinge,
der unfähige Savelli
und der Lüneburger Johann von Götz, auf
verlorenem Rheinposten. Die bedeutendsten französischen Feldherren am
Rheinufer. Mit Bernhard von Weimar
und der 3. Etappe des Dreißigjährigen Krieges
endete 1638 die Vormachtsstellung der Kaiserlichen am Rhein.
Dieser protestantische Verbündete der Schweden, einst im nun
gegnerischen Dienste des kaiserlichen Ernst von
Mansfeld, verlor die Schlacht bei Nördlingen und
schloss mit Frankreich, aber besonders verhängnisvoll mit dem
berüchtigten Kardinal Richelieu
1636 und 1637, einen die Katholiken im Elsass schützenden Vertrag, und
wandte sich auf Wunsch des frz. Hofs gegen Hochburgund,
wo der kaiserliche General Savelli kommandierte. Bernhard
brachte schlug im Burgundischen (zwischen Gray und Besançon) den Herzog
von Lothringen am 24. Juni 1937. Über Mömpelgard (Montbéliard) zog er
durch den Sundgau, und bei
Rhinau nutzte er am 27. Juli drei zufällig von
Straßburg vorbeifahrende Schiffe als Übergang für seine 600 Mann von
Marschall Turenne's Truppen, um auf der dortigen Rheininsel
am rechten Rheinseiteufer bei dem Rieddorf Wittenweier in einem Lager mit Wall und tiefem Graben
zu verschanzen. Dort lauerte ihm bereits der Franzosenschreck
auf, der kaiserliche Heerführer Jan
de Werth (Schwarze Hans) mit 6.000
Mann in Offenburg Quartier machend, der ihn nach seiner
Schiffbrückeüberfahrt über den Rhein am 6./7. August so heftig angriff,
dass er es vorzog, mit seinen Mannen die mästenden Winterquartiere im
Mömpelgardischen zu beziehen. Doch die Gegend war erneut
Kriegsschauplatz. Bereits am 18. Januar 1638 brach er auf, aus dem Franche-Comté, um am 20. die Oberrheinburgen Säckingen und Laufenburg einzunehmen und die wichtigste der vier
Waldstädte am Hochrhein, Rheinfelden, zu belagern. Hier bremsten und schlugen
ihn mit überlegener Macht Savelli und Johann von Werth. Hier erreichte
Bernhard aber auch am 21. Februar seinen Sieg über beide Generäle, die
er in
Gefangenschaft nahm.
Über Röteln gelangte er in gleicher Manier im März nach Freiburg; hier klügelte er hoch motiviert, das
Elsass als Besitztum im Visier, die Belagerung der für unüberwindlich
gehaltene
Bollwerk, die Habsburger
Rheinfestung Breisach am Dreiländereck aus. Dem Wiener Hof gelang es nicht mehr
ihn, im Habsburgerreich für Frankreich gegen den kaiserlichen Götz
kämpfend, aufzuhalten.
à
propos: Der umstrittene Wallenstein,
dessen Günstlinge Götz und Savelli
sich hier am Rhein gegen Frankreich, durch Bernhard von Weimar, ein
erfolgloses Stelldichein gaben, kämpfte auf Seiten des Kaisers und der
Katholischen Liga gegen die Protestantische Union, fiel später jedoch
in Ungnade und wurde von kaisertreuen Offizieren getötet.
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Burgruine Schauenburg
(Offenburg-Oberkirch)

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Offenburg, die heutige Ortenaumetropole, war anno
1638 der einzige Zugang ins Kinzigtal und in gefährlicher Nähe zu
Straßburg. Offenburg,
Oberkirch und Stollhofen wurden derzeit von den Kaiserlichen zu
festen Stützpunkten ausgebaut worden. Kaiser Ferdinand entsandte
den mehrfach ausgezeichneten Feldmarschall Götz zur
Belagerung Offenburgs. Von hier aus sollte er die Rheinfestung Breisach
von den weimarisch-französischen Truppen befreien.
Dem
kaiserlichen Götz gelang es, 200 Musketiere mit 400 Sack Mehl
nach
Breisach zu
bringen, bevor er der besseren Truppenverpflegung wegen ins Elsass zog
und so der von Bernhard von Weimar gewollten,
offenen Feldschlacht auswich. Bernhards versuchter Angriff mit 600
Musketiere (französische Landsknechte) und den 3 Reiterregimentern am 14. Juli auf den Kinzigtalpass
Offenburg misslang.
Dies war, lt. Kriegsberichterstatter
Jakob von Grimmelshausen, nur
mit dessen Verteidigung
beauftragten Stadtkommandanten,
Oberstleutnant und Freiherr Reinhard
von Schauenburg zu verdanken. Auch, dass Götz, auf Befehl
Wiens, sich gemeinsam mit Wallensteins zweiten Günstling, dem
'unfähigen Savelli',
anstatt von hier aus das
Kinzigtal zu kontrollieren, vorerst noch der geplanten Befreiung
Breisachs von den feindlichen Habsburger Truppen widmen konnte. Herzog
Bernhard zog sich vorerst in den Breisgau zurück, nahm vorher noch das Schloß
Mahlberg ein, wo er eine Besatzung
zurück ließ. - Der protestantische Hesse Grimmelshausen
war ab 1638 am Oberrhein in der Armee des Grafen von Götz, und von 1639
- 1648 in Offenburg, beim Regiment des Freiherrn von Schauenburg.
- Im August 1638 trafen die
Kaiserlichen in
Schuttern
ein, von wo sie erneut vor einem Schwedenanzug flüchtend sich hinter
einen Landgraben stellten, der von Friesenheim nach Schuttern führte.
Plünderungen und harte Auflagen von den
Heerscharen beider Truppen, die die Burg Diersburg ausplünderten und sie als
dachlose Ruine hinterließen. Die bedeutendsten französischen
Feldherren am Rhein! Werth's kaiserliche Truppen unter unter
Savelli beherrschten von einem Lager bei Friesenheim aus die
Rheinebene. Bernhard von Weimar, stets willens
eine Entscheidungsschlacht herbeizuführen, zog mit seinem französischen
Hilfscorps von 15.000 Mann unter Turenne von
Freiburg
im Breisgau nach
Friesenheim in der Ortenau. Seine Vorhut bemächtigte
sich der unbesetzten Schutterbrücke bei Lahr-Dinglingen, ehe er bei Friesenheim auf eine
Kaiserliche Reiterwache stieß, die er gefangen nahm.
so hieß es damals: dies führte zu Gefechten
bei Friesenheim und der berühmten Schlacht bei Wittenweier.
Am 8. August trafen die protestantisch-weimarischen Truppen bei
Schuttern auf die kaiserlichen Truppen, die nach Süden marschiert
waren, und Friesenheim besetzten, sich dann aber auf eine
Anhöhe über dem Dorf zurückzogen. Herzog Bernhard von Weimar
versammelte seine Truppen bei
Mahlberg.
Savelli und
den kaiserlichen Grafen und General-Feldmarschall Götz (Kommandanten der Vorhut und Nachhut)
marschierten am 9. August 1638 getrennt in Richtung Breisach. Am sumpfigen
Rhein entlang mit Ziel Kappel und Wittenweier, versuchte Herzog
Savelli unbemerkt
mit einer großen Menge von Proviant in gerader Richtung auf Wittenweier
zu, mit dem Ziel Kappel, um sie von dort auf dem Rhein für Breisach zu
verladen, an den Schweden (schwedischen Battaillie) vorbeizukommen:
"...brach sie auf, die um Schuttern lagernde Keyserische
Batta(i)llie" unter dem Kommando Savellis, der es abei
versäumte, einen 2 Meter tiefen, mit Hecken zugewachsenen Graben
(Blutgraben) mit 100 Mann zur Verteidigung zu besetzen. Angriffslustig wie auf der Hut, von
Mahlberg aus durch den 'Kaiserwald' zum Rhein hin ziehend, lauerte
Bernhard den zum Rheinbollwerk ziehenden Kaiserlichen auf. Dies, auf
einer Riedfreifläche zwischen Kappel (Cappel) und Wittenweier (Witte(n)weyr), an dessen Westrand die
Kaiserlichen hofften unbemerkt vorbeizukommen. So trafen sie, an jenem
9. August, hier aufeinander: Savellis Vorhut,
Bernhards französisches Hilfscorps, sein protestantisch-schwedisches
Heer, Kürassiere
(mit Brustharnisch versehene
Reiter) der besten kaiserlich-bayerischen
Regimenter und die Götzschen Truppen. Es
kam zur 5 Stunden andauernden, offenen Feldschlacht,
deren Sieg bald auf Seiten der Schweden, bis die 4.000 Mann starke
Nachhut der Kaiserlichen unter Götz zu spät in den Kampf einrückte. Ein
erbittertes Handgemenge, "dass die Männer schließlich gar die
Musketen einander an die Köpfe schmissen". Götz traf zu spät
ein um den Sieg von Weimar zu verhindern, schließlich rangen die
Kaiserlichen um den Rückzug. Die herein brechende Nacht machte dem
grausigen Ringen ein Ende. Götz und Savelli brachten kaum 3.000 der
12.000 Mann davon.
Bernhard
gewann, übernahm ihre dort beträchtlich hinterlassene Siegesbeute von
Artillerie, Bagage, mehrere tausend Gefangene, Kanzlei, Kriegskasse,
Munition und Proviantkolonne und zog nun seinerseits motiviert nach
Breisach. Götz entkam nach Oberkirch und setzte über den Kniebis ins
Württembergische über. Diese Schlacht wurde im Kupferstich aus der
Vogelschau in Merians Theatrum Europaeum,
1639 grafisch fest gehalten in der 'Delineation des Hartten Treffens so zwischen
den Key. Gen. Graff Götzen Duc De Sauelli, und Hertzog Bernhart von
Sayen Weimmar, bey Wittenweyr vorgangen A° 1638'".
Bernhards
Sieg bei Wittenweier gelang ihm als bester
Feldzug, weil der Weimarer es für sich privat so wollte.
Vor dieser Schlacht von
Freiburg kommend, belagerte er Kenzingen, nahm Endingen, das Schloß
Mahlberg und Ettenheim ein. Auf beiden Seiten zogen Verstärkungen
heran, die Belagerung Kenzingen's musste abgebrochen werden, da Werth
ebenfalls mit Verstärkungen anrückte. Am 25. August 1638 trafen sie
dann beim Rohanstädtchen Ettenheim aufeinander. Die
weimarisch-protestantischen Truppen wählten Ettenheims Stadtmauer als
Begegnungsstätte, die dabei 8 Breschen und Brände erlitt, mit gerade
dem Erfolg die Kaiserlichen bis nach Kippenheim zurück zu schlagen; während
Bernhards Mannen sich wieder an die Wittenweierer Schanzen zurückzogen.
Im Oktober zog Herzog Bernhard von Weimar mit dem
Großteil seiner Truppen ins Elsaß ab, um seinen elsässischen
Streifzügen nachzugehen. Dies nutzten die kaiserlichen Truppen am 1.
November, um seine bei Wittenweier angelegten Schanzen samt
Schiffsbrücke zu erobern, die nur von einem französischen Korps unter
Marschall Manicamp verteidigt waren, und zu zerstören. Am 4. Oktober warfen
Bernhard's Hilfscorps den Herzog von Lothringen bei
Thann
(im Elsass) zurück; ein erneuter Angriff der
Kaiserlichen unter Götz misslang ebenfalls; obgleich Bernhard damals
durch Krankheit geschwächt war. Das vom schweizerischen Reinach
(Rinacho, Rinachum oder Rynach in Kanton Baselland) bis aufs äußerste
verteidigte
Breisach
musste am 7. Dezember 1638 kapitulieren. Mit dieser Eroberung Bernhards
von Weimar blieb das habsburgisch-vorderösterreichische Freiburg weiter von
französisch-schwedischen Truppen besetzt. 
Für die Detektive unter euch: Während der frz. Kardinal Richelieu
beabsichtigte, diese äußerst wichtig platzierte Rheinfestung
Breisach für Frankreich zu gewinnen, wollte
Bernhard Breisach zum Mittel- und Stützpunkt seiner selbständigen
Herrschaft machen; weshalb er die Kapitulation nur auf seinen eigenen
Namen abschloss. Vergebens erinnerte Richelieu an die Eroberung von
Breisach mit französischem Geld und Blut, und somit nicht zum
Elsass gehöre! Auch wollte der Herzog Bernard die Hand von Richelieus
Nichte nicht annehmen; wegen Feldherrenpflichten lehnte er die Heirat
als nicht standesgemäß ab. Nicht einmal das Versprechen, Breisach nach
seinem Tod an Frankreich zu überlassen, wollte er leisten!
Anerbietungen seitens des Wiener Hofs wies er ebenso zurück. Seine
Absicht war es die verwitwete Landgräfin Amalie von Hessen zu heiraten,
um die dritte vermittelnde Macht zwischen dem Kaiser und dessen Gegnern
zu bilden. Nach seinem erneuten Winter im Mömpelgardschen
(Hochburgund), kam er Anfang April 1639 nach Breisach zurück. Starb
Bernhard hier in Neuenburg am Rhein am 18. Juli 1639 nun an der Malaria
oder an Richelieus Giftmord? - Ausführlicheres zu dem Gemenge findet
ihr in Grimmelshausens Kriegsberichterstattungen "Simplicissimus"
und "Philander von Sittewald".
Ebenso über das soeben von den Spaniern in Europa eingeführte giftige
Tabakkraut, über die Franzosen die ohne das Tabaksaufen schon nicht
mehr leben könnten und mehr zu den "nachäffichten Teutschen".
-
à propos:
nach der
Thronbesteigung Ferdinands III. kommandierte der
römische Fürst Savelli
(Friedrich (von) Savelli, siehe links) neben dem bayerischen General Johann
von Werth im Elsass gegen den Herzog von Weimar.
Obwohl er in der ersten Schlacht bei Breisach
die Oberhand behielt, verlor die Schlacht bei Rheinfelden
und geriet in Gefangenschaft, konnte aber fliehen. Danach versuchte er
mit dem neuen bayerischen General Graf von Götz die
Eroberung Breisachs zu verhindern. Da dies misslang, ging es wieder
zurück an den kaiserlichen Hof um erneut als Abgesandter nach Rom
geschickt zu werden. - 1638
kämpfte Johann von Götz ein deutscher
kaiserlicher General, erfolglos gegen den
Herzog Bernhard von Weimar, der
Breisach belagerte. Seine Armee wurde vernichtet und er deshalb vor ein
Kriegsgericht gestellt, 1641 jedoch freigesprochen.
à propos:
Vauban-Museum für Militärgeschichte in
Beuf-Brisach (F):
Vauban
- der Lieblingsarchitekt des Sonnenkönigs (Ludwig XIV) : die Vaubanfestung prägt als achtzackiger
Stern das Luftbild von Neu-Breisach
auf heute französischer
Gemarkung.
Erneut hatte die badische Bevölkerung am
Gesindel zu leiden, das ausbeutend und drangsalierend hinter den
kaiserlichen Truppen herzog. 1641
im Dreißigjährigen Krieg: Im Februar schifften sich unter d'Oysonville
französische Truppen in Breisach ein und eroberten ausgerechnet
Willstätt, ...als Verbindung Straßburg-Kinzigtal (?).
Am 17. Februar eroberten sie plündernd Oberkirch
um es niederzubrennen. Rench- und Kinzigtal kamen unter französische
Kontrolle. Nach Ostern erschien der kaiserliche General Gil de Haes und
schlägt die französischen Truppen bei Steinbach, Bühl und Ottersweier.
D'Oysonville tritt den Rückzug nach Breisach an, seine schwache
Besatzung in Willstätt muß im April kapitulieren. zog
der kaiserliche General Gil de Hasi von
Durlach
aus gegen die noch
anwesenden Schweden, und nahm am 17. April das Schloss Mahlberg ein; bei dieser Belagerung und der folgenden von 1642
durch den kaiserlichen General Johann von Werth, erlitt das damalige
Schloss des Markgrafen von Baden Teilzerstörungen
(ebenso
im Holländischen Krieg unter Ludwig XIV. von Frankreich im Jahre 1677). Auf bereits genannter Dinglinger
Zollbrücke fand am 24.3.1642 der Austausch des schwedischen
Generalfeldmarschalls Gustav Horn und des
bayerischen Reitergenerals Jan de Werth statt. Der
Schrecken der ersten 14 Kriegsjahre des Dreißigjährigen
Krieges in der Ortenau unter den kaiserlichen Truppen, stand
den zuvor schwedischen in der Auslöschung der hiesigen Bevölkerung in
nichts nach. 1643 wurde
Kappel
geplündert. Als
die Schweden nach Zell am Harmersbach
kamen, gab ein schwedischer Oberst dem Zeller Schmied Grabler den
Befehl,
die Ketten der Wallfahrtskirche Maria zu den
Ketten in Hufeisen für
seine Pferde umzuschmieden. Nach dem Ratsprotokoll der Stadt Zell
wollten die Schweden so dem Wallfahrtspuk ein Ende bereiten. Doch die
Ketten entschwanden während des Schmiedens und fanden sich an ihrem
angestammten Platz in der Kirche wieder ein. 1643 bereits war
Staufen das Hauptquartier der
schwedisch-französischen Armee, seine Bevölkerung lebte vier Monate in
den Wäldern. Im Jahr 1643 zerstörten die Schweden die Stadtkirche und
auch die Kirche in Gengenbach, die Wallfahrtskirche
indessen verschonten sie. In dem großen Deckengemälde der Kirche sind
beide Begebenheiten mit den Ketten dargestellt. Weimarische Truppen zerstörten im selben
Jahr neben der Stadt
Hausach, auch
die von 1453 - 1477 durch Graf Heinrich VI. von Fürstenberg wieder
aufgebaute Burg Husen, die anschließend nicht mehr aufgebaut wurde. Um
in der letzten Phase des Dreißigjährigen Krieges
einen Einfall der Franzosen in Bayern zu verhindern, setzte Kurfürst
Maximilian I. auf seine Vorwärtsstrategie. 1644 schickte er seine
Chur-Bayerische-Reichs-Armada gegen Westen aus, mit
ca. 10.000 Mann Fußvolk und fast ebenso vielen Berittenen unter Befehl
des Generalfeldmarschall Franz von Mercy
(der als Sieger in der Schlacht von Tuttlingen 1643 die
französisch-weimarische Armee aufrieb) und des
Reitergenerals Jan van Werth. In Freiburg im Breisgau, beim Näherkommen dieser
Reichsarmada sorgte der Stadtkommandant Obrist Kannoffski
auf Befehl der Regierung in Breisach für ein freies Schussfeld, damit sich die
Belagerer ja nicht in Gebäuden vor der Stadt verschanzen konnten. Also
ließ er die vor den Toren Freiburgs liegenden Frauenklöster
sprengen und alle Schleifmühlen sowie die
Lehener- samt Prediger-Vorstadt
abbrennen. Mercy begann die Belagerung zur Rückeroberung
Freiburgs Ende Juni, und alle zur Verteidigung erbrachten Opfer waren
vergebens. Die Breisgaumetropole musste am 27. Juli 1644 kapitulieren.
Die Kaiserlichen gewährten der tapferen Besatzung einen ehrenvollen
Abzug in die französische Festung Breisach, ...in der
klassischen Manier mit klingendem Spiel, mit fliegenden Fahnen, mit
brennender Lunte und mit Kugel im Mund, also kampffähig. Oberkirch war 1644 von den Schweden besetzt. Sulz blieben gerade ein Dutzend Einwohner, Ottenheim 149 und Lahr nur 364, ehe nach dem Westfälischen Frieden
von 1648 der Wiederaufbau begann.
war für die Region ein
langer, bis hin zum Absolutismus nach
1648. Bis zur Besinnung aus Hungersnöten, Pest und
gar dem überlieferten Verzehr von Toten und eigener Kinder jedoch, war
es ein "Dreißig Jahre" langer Weg (1618- 1648) !
Bedingt durch die der Menschenausrottung folgenden Pest, und seit den
Armagnakeneinfällen bereits dezimiert, entleerten sich viele Dörfer,
wie Linkenheim (mit seinem Linkkirchlein noch auf einer Karte aus dem
17.Jh.) bei Saasenheim, Mauchenheim bei Marckolsheim, Willer bei Hilsenheim, oder verschwanden im Gestrüpp.
Oedenburgheim (Argentovaria auf dem einst römischen Areal ) bei Biesheim wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und
danach nicht mehr aufgebaut. Niemals hatte das Elsass gleiche Not
erlitten. Am
Ende dieses Krieges war das ganze Elsass durch Brandschatzungen,
Massaker und Gräueltaten so entvölkert, dass um Ansiedlungen aus den europäischen
Nachbarländern geworben werden musste. Dem rechtsrheinischen Ortenau
erging es nicht anders, wie wir von Grimmelshausen wissen. -
Am Ende dieses Weges stand die schwedische Wiedergutmachung in Florentiner und Dukaten der nun
französischen Städte:
Straßburg,
Schlettstadt und Obernai, und an den Herzog von Lothringen. Mit
diesem Friedensvertrag verlor er sein Herzogtum, und fiel nun
seinerseits ins Elsass ein. Eingenistet im schön gelegenen
Ribeauvillé
plünderte er
Riquewihr, Kaysersberg, Ammerschwihr, Turckheim, Rosheim ebenso wie Erstein. - Freiburg im Sommer 1644 : eine unentschiedene
Schlacht zweier französischer und einer bayrischen Armee. Ihre
Kommandanten waren Turenne, Vauban und Mercy. Nach dem Ende des
Dreißigjährigen Krieges baute Frankreich Festungen am
Oberrhein, ganze 93 an der Zahl gingen im Auftrag Ludwig XIV.
an den Duc d'Enghien (le grand Condé) Sébastien le Prestre de Vauban,
wie die Kasematte von Neuf-Brisach anno 1670. - Vom Sundgau bis auf die
Hochmelkereien der Südvogesengipfel waren es Schweizer, die als
Emigranten das heutige Elsass mit gestalteten. Mit dem Westfälischen
Friede erreichte die Schweiz internationale Anerkennung als
eigenständiger Staat, dem 1653 ein verspäteter Bauernkrieg folgte. Seit 1648 hatten die 3
Stände in Neuenburg
ein Mitspracherecht, sie wählten 1707, nach dem
Aussterben des sie regierenden Fürstenhauses Orléans-Longueville, den
König von Preußen zu ihrem Landesherrn; ganz im Sinne Berns, denn
Preußen war protestantisch und weit weg. - Ob wohl die Pariser
Uraufführung 'Der Menschenfeind' von Molière
(1622-1673), den erst Goethe in den deutschen Literatursalons
einführte, euch verständlich machen konnte was der verbitterte Gegner
der Heuchelei Molière verdeutlichte? 'Die Menschen sind
oberflächlich, verlogen und boshaft, sind weder durch Vernunft noch
durch gutes Beispiel zu bessern!' Er hinterließ euch eine
Frage: Alceste (der reine Mensch) und die Gesellschaft, sie passen
nicht zueinander, es ist unmöglich, sich in einer moralisch korrupten
Gesellschaft wahrhaftig zu verhalten - wer also muss sich ändern:
Alceste oder die Gesellschaft? Doch bereits 1668 sprengten
die Franzosen, die zuvor von den Truppen des mit Frankreich verbündeten
Weimarer's Bernhard bereits verwüstete, Burg Diersburg (Ortenau) mit Pulver,
denn...
VI:
der
französische Sonnenkönig
befahl
die Burgenzerstörung
Anlass war der Holländische
Erbfolgekrieg (Rachekrieg) gegen die mit dem Heiligen
Römischen Reich deutscher Nation verbündeten Niederländer. Die
Bevölkerung von Staufen (Breisgau), deren Herrschaft immer wieder
direkt den Österreichern zufiel, flüchtete in die Wälder. 1676/79
französische Truppen besetzten und plünderten. (1688/89 im Pfälzischen
Erbfolgekrieg und 1703 und 1800 wiederholte sich das ganze,
französische Truppen rissen die Stadtmauer nieder, verbrannten Häuser
und Kirche. Die Burgen Rötteln und Weil mussten 1678 in Flammen aufgehen. Riehen erlebte wieder Grenzbesetzung und
Grenzverletzungen. Auf dem 30 m hohen Buntsandsteinfelsen
im elsässischen
Dabo (664m) thronte einst die Dagsburg, erbaut von Eberhard, dem Enkelsohn von
Etichon (Herzog des Elsass und Neffe der heiligen Odilia). Infolge von
Erbschaften, Bündnissen und Heiraten wurde die Grafschaft nacheinander
elsässisch, lothringisch, französisch, deutsch, katholisch oder
Lutherahnisch. Die Kriege, die diese Veränderungen herbeiführten
verwüsteten immer wieder das Land. Um es neu zu besiedeln haben die
Landesherren Siedler aus Frankreich, Bayern, der Schweiz und Tirol
angeworben und verliehen ihnen Forstrechte. Das älteste Forstrecht der
Besitzer der Dagsburg stammt aus dem Jahre 1569, das wichtigste ist
jedoch das "Bürgerholz", die jährliche Verlosung von
8 stehenden Kienholzbäumen, die der französische König Ludwig XIV nicht
mehr anerkennen wollte, und 1672 gegen sie zu den Waffen griff. Die
Dagsburg war ein Hindernis für die Truppen Ludwig XIV. Nach langer
Belagerung hat M. De Bois - David am 13. März 1677 die Kapitulation
erreicht. Zwei Jahre darauf wurde auf Befehl Ludwig des XIV die
Dagsburg geschleift. So blieb der Dagsburgerfelsen für die nächsten 150
Jahre nackt und unbebaut. - Vor dem Forsthaus von
Fleckenstein in den Nordvogesen ragt
ein mächtig aufsteigender Turm zum Horizont. Die auf 43m Höhe thronende
Burgruine Fleckenstein (370m) ist wohl der merkwürdigste und kühnste
Burgenbau der Vogesen. Die Burggebäude wurden auf einem unzugänglichen
Felsmassiv aufgestockt. Sein Rittersaal ein natürlicher Felsenpfeiler.
Die Fleckensteiner waren ein altes, mächtig es
Geschlecht im Elsaß. Die Burg, die Jahrhunderte durch für uneinnehmbar
gegolten hatte, wurde 1664 durch Marquis de Vaubrun überfallen und
genommen. 1680 wurde sie, wie die Nachbarburgen durch den französischen
Heerführer Montclar zerstört. Geblieben sind ein Treppenhausturm und
eine Wendeltreppe mit beachtlichen Inschriften am inneren und äußeren
noch verbliebenen, oberen Burgtor. Im Süden des Hauptplateaus nimmt die
Geschichte ihren weiteren Verlauf mit dem Tal der Sauer und dem
Fleckensteiner Weiher (Étang du Fleckenstein). Auf dem nordelsässischen
Burgschloss der Hanau-Lichtenberger in
La Petite
Pierre wurde
das Verteidigungssystem an der Artillerie jener Epoche ausgerichtet.
Dies ermöglichte 1678 den königlichen Truppen von Louis XIV. zunächst
starken Widerstand zu leisten, ehe die Burg von den französischen
Truppen erobert und in die Verteidigungslinien Frankreichs integriert
wurden, zusammen mit den Festungen von Bitche,
Lützelstein und Phalsbourg. Der berühmte militärische Ingenieur Vauban
unterschrieb 1682 einen Bauplan zur Verbesserung der Verteidigung der
Burgfestung
Lichtenberg,
die seine Nachfolger dann auch ausführten. 1681 überfiel der
französische Sonnenkönig Ludwig XIV. auf seinen Raubzügen Straßburg ohne Kriegserklärung und machte die Stadt
französisch. Seine Macht-Paranoia bestand darin, alles was je seit Karl
dem Großen (747-814) zu Frankreich gehört hatte, wieder
zurückzuerobern. Seit 1679 suchte er nach historischen Ansprüche auf
Städte und Dörfer im Elsass und in Lothringen.
|
Turenne
(Henri de Latour d'Auvergne)

|
à
propos: der Hugenotte Turenne
(neben Condé als der bedeutendste französische Feldherr seiner Zeit),
der spätere Marschall von Frankreich, reorganisierte die Truppen im
Elsass. Im Mai 1644 überschritt er erneut den Rhein, zusammen
mit dem bourbonischen Herzog von Enghien (Ludwig II., Prinz von Condé)
der am 9. August 1644 über kaiserliche und bayerische Truppen
bei Freiburg im
Breisgau siegte. Turenne vertrieb
die Kaiserlichen aus dem ganzen Rheingebiet. 1645 wagte er
einen Einfall in Württemberg, wurde aber vom bayrischen Marschall Mercy
in der Schlacht bei Mergentheim geschlagen und zum Rückzug hinter den
Rhein gezwungen. 1674 überschritt er bei Philippsburg den
Rhein, schlug am 16. Juni den Herzog von Lothringen
bei Sinzheim und eroberte
die ganze Pfalz, die er völlig verwüstete. Bei
Enzheim
(Straßburg) besiegte er Bournonville am 4. Oktober und räumte dann das
Elsass. Anfang 1675 vertrieb er die Verbündeten wieder aus dem Elsaß,
ging über den Rhein und traf im Juli bei Sasbach auf
die Kaiserlichen Truppen unter Montecuccoli. Noch
vor der Schlacht bei Sasbach wurde
Turenne am 27. Juli 1675 bei einer Aufklärung des Terrains von einer
Kanonenkugel getötet. Turenne
- Denkmal mit Museum in
Sasbach
: als französisches
Eigentum errichtet zu Ehren des Feldherren Marschall Turenne,
gefallen in der
Schlacht bei Sasbach,
zur Zeit des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Im kleinsten
Museum Frankreichs sind Bilder und Schlachtpläne von Turennes
Kriegszügen ausgestellt. Regimentsfahnen und andere Erinnerungsstücke
fanden hier ihren Platz. Träger ist das französische Außenministerium
in Paris. Ausstellung über deutsch-französische Geschichte
im Nebengebäude. Öffnungszeiten: dienstags bis samstags 9 - 12h und
14-17h - Eintritt: frei - Infos: Turenne-Museum,
Schwarzwaldstraße 3, D-77880 Sasbach, Tel.: 07841.21020, Führung:
durch Albert Doll, Turennenweg 24, Tel.: 07841.6666812, Fax.:
07841.709452
Derzeit
waren 12 Pfennig ~ 1 Schilling, 10 Schilling ~ 1 Gulden oder
Florin. Der Westfälische Frieden fand kaum Zeit sich in den Köpfen der
Machthaber widerzuspiegeln ehe der Schrecken des Dreißigjährigen
Krieges sich adelsgemäß erbfolgerechtlich beraubend am Volke
fortsetzte. In der badischen Ortenau, um Offenburg und im Kinzigtal des
Mittleren Schwarzwaldes, stand das Jahr 1693 für den Dritten
Eroberungskrieg, des so genannten Pfälzischer
Erbschaftskrieg (Orléans'scher Krieg 1689-97), die der Sonnenkönig
Ludwig XIV. auf seinen Raubzügen schon 1667 begann.
Straßburg
behauptete sich anno
1683 mit immerhin noch noch sieben protestantischen
Pfarreien. 1685 mit dem Tod des kinderlosen Pfälzischen
Kurfürsten baute Ludwig - entgegen dem Vertrag von Nimwegen - Festungen
auf deutschem Boden aus. Der französische König wollte so eine
rechtlich unhaltbare Erbfolge seiner Schwägerin Liselotte von der Pfalz
durchsetzen. Er musste auf alle Eroberungen in den spanischen
Niederlanden verzichten und somit kündigten sich neue europäische
Kräfteverschiebungen an. Seiner aggressiven und totalitären Machtgier
verdankte Europa seine Allianz. Die Burg Hohengeroldseck
im ortenauischen
Ortsteil Schönberg wurde 1688 durch französische Truppen
zerstört. Der Friedensschluss von Ryswyk brachte erst anno
1697 für kurze Zeit erneute Ruhe. Die angeordneten Überfälle des Jahres
1689 markierten eine grausige Verwüstungsspur, jedoch nur vorgedrungen
bis zur Linie
Offenburg-Gengenbach,
die
Ettenheim,
das einstige Straßburger Bischofseigentum, verschonte. Der Gegend von
Bühl
bis Lahr setzte ein General De Lorges 1691 nochmals
mit planmäßiger Verwüstung zu, der auch die Übernahme des Oberbefehls
des Kriegs erfahrenen Türkenlouis (Markgraf
Ludwig Wilhelm von Baden) 1692 mit völlig unzulänglichen
Reichstruppen nichts entgegen zu setzten hatte. Bühl wurde
1689 ein weiteres Mal fast völlig zerstört. Das
Schloss Staufenberg
in Durbach bei Offenburg, im 11. Jh. von den Zähringern
erbaut und ein Reichslehen der Herzöge bis zum Aussterben der Zähringer
1218, kannte wechselhafte Besitzer-Geschlechter bis es im
Dreißigjährigen Krieg ebenfalls schwer zu leiden hatte, und 1689 von
französischen Marodeuren geplündert wurde. Des Sonnenkönigs Plan, es
ebenfalls in eine französische Vauban-Festung zu verwandeln, scheiterte
am Trinkwassermangel. So konnte es Markgraf Ludwig Wilhelm
von Baden-Baden das Schloss zurückkaufen (1693). Das
Rohanstädtchen Ettenheim plauderte 1693 aus seinem Stadtkässchen:
bereits am 11. Januar wurde die Verpflegung der Kaiserlichen Truppen
erstattet, ehe ein Schultheiß die französische Salvaguardia zur
Verteidigung gegen die Kaiserlichen später erstattet verpflegte, neben
den Erstattungen für den Oberamtmann aus Mahlberg für die bischöflichen
Abgaben in Bosen, Fiertel, Ohm, Sester und hier in Holz samt
Schiffsfuhrlohn nach Straßburg, am 4. März schlug eine Erstattung für
Truppenbeschädigungen der Ettenheimer Mühle mehr zu Buche als eine
Zwetschgen- und Kohllieferung (Weißkraut?) aus dem heutigen
Rhinau, an Herrschaftsgeldern wanderten am 10.
Juli 80 fl. und am 10. August 73 fl. 9 Sch. 8 Kr. an den Oberamtmann
und Inspektor der Pfleg Ettenheim Franz Ernst Olisy nach
Mahlberg, als ein Freiherr von Leyen Amtmann in
Ettenheim war. 1698 war die Stadtkasse noch mit der Erstattung für
einen General Würt(z) belastet, der mit 1.200 Mann schwäbischer
Kreistruppen das von den Franzosen geräumte vorstraßburgische
Grenzstädtchen Kehl
besetzte.
Fortsetzung:
zu
Maria Theresias Erbfolgekrieg der Habsburger und das österreichische
Habsburg um Breisach, zum Pandurenlärm in Unterlesass, zur
Französischen Revolution und der freie Weg Napoleons zu seinen deutsch
regierten Staaten im Gesellschaftsumbruch nach Hungersnot des 18. Jh. 
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