Belacker und seine kulturellen Riten
Belacker - Gsang - Hundsruggen - Rossbergsennereien - Vogelstein - Vogesenpass -

Südvogesen-Rundwanderung:  Vogelsteine über Thanner Hubel   

sanft hügelige Südvogesen bei Masevaux

Rundwanderung VogelsteineAnfahrt Thanner Hubel Südvogesen

Am fernen Horizont, wie in einem Phantasiegebilde, reichen die Schwarzwaldgipfel und -kämme, dem zwischen den Wolken hängenden, Jura ihre schmale Hand. Bei klarer Sicht: Italiens Farbenpracht über westwärts ziehende, wellige Linien, bis der Sichtkreis im Blaudunst verschwimmt

6 Stunden-Rundwanderung VOGELSTEINE (1.181m) - THANNER HUBEL (1.183m):

ab Col du Hundsruck zum Thanner Hubel über den Hinteren Krappenfels zur Ferme Belacker

 Text-Links A-Z:
Themen zur Rundwanderung:
Legende der Karosse des Mont Ori
Masmünster: Merowinger um Thann
Ringelstein: elsässisches Herzogtum
Gebirgspass: Col de Hundsrucken
6-Stunden-Rundwanderung
Belacker: Senner aus dem Appenzell
Rossweiden: Rossberg-Sennereien
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 Napoleons Rossweiden: die einstigen Rossberg-Sennereien

Das südelsässisches Hundsrückmassiv

ZEITREISE AM THANNER HUBEL:

Gebirgspass mit Fahrstrasse Route Joffre

Gebirgspass mit Fahrstrasse Route Joffre - Foto: siehe LinkCol du Hundsruck(en) ist ein Pass im südlichen Teil der Vogesen (Elsass) zwischen Bourbach-le-Haut und Bitschwiller-lès-Thann. Der Gebirgspass in den Südvogesen, anno 1550 bereits als Hundsruggen (Hundruggen) erwähnt, verbindet das Burbachtal, und mit ihm, das von Masevaux mit dem St. Amariner Tal. Aber auch das Thurtal mit dem Dollertal. Die kleine Bergstrasse D14 bIV, die Route Joffre, schlängelt sich kurvenreich von Bitschwiller (Bitschweiler bei Thann) herauf, verwöhnt mit herrlichen Ausblicken, ehe sie über Oberburbach nach Masmünster ins Dollertal hinabführt. Das heutige Bitschwiller- lès-Thann war anno 1836 bekannt für den Bau von Dampflokomotiven, hier wurde auch die legendäre Dampfpfeife erfunden, das 'Dampffifla'. 1915, während des 1. Weltkrieges (1914-18) wurde die Militärstrasse vom französischen General Joseph Joffre als direkte Verbindung der Täler von Thur und Doller gebaut. Im Januar 1945 spielte sie die Hauptrolle bei der Befreiung von Thann. Bereits dieser kleine Höhenparkplatz, hier an der Ferme auberge de la Fourmi, am Aufstieg zum zum Rossbergmassiv, mit seinem höchsten Gipfel des Thanner Hubel (1.183m), bietet ein überwältigendes Panorama über die nördlichen Ausläufer des Jura-Gebirges.

  • Anfahrt: Anfahrt Col du Hundsruckvon A36 Mulhouse >: N466 Thann, Bitschwiller-les-Thann (an der Ampel, unübersichtlich nach links einbiegen auf die D14 bIV, diese führt über die sich schmal schlängelnde Route Joffre direkt zum Col du Hundsruck - - - Anfahrt Col du Hundsruckvon Colmar - Belfort N83 -Ausfahrt: Cernay N66 nach Bitschwiller-les-Thann
  • 6 Std.-RundwanderungCol du Hundsruck(en) (748m) - Le Haut de Bourbach - Ferme auberge Thanner Hubel - Refuge Ski-Club Vosgien Thann 'Emile Schubetzer' (1.100m am östlichen Fuße des T.H.) - Hochweide Thanner Hubel (Naturschutzgebiet des Thanner Hubel 1.184m Gipfel) mit Ferme Rossberg (heute Kolb) - Ferme auberge du Gsang - Hinterer Krappenfels - Ferme Belacker - Bannbergkopf - Vogelsteine - Refuge de la Waldmatt (Ski-Club Rossberg-Thann et Mulhouse S.C.R.) (1.132m) – Oratorium - Place de Nussbaum mit neu angelegter Rotenbrand-Quelle "Rothebrand Brennala"- Martisplatz - Le Haut de Bourbach   
  • Wanderkarte: IGN Top 25: 3620 OT Thann - Masevaux - Ballon d'Alsace
  • Markierung: rotes Rechteck (Sentier Bucher) rechts vom Parkplatz Col du Hundsruck bis zur Bourbacher Höhe. Rotes Dreieck ab Burbacher Höhe bis zur Ferme Belacker. Rotes Rechteck ab Belacker über Vogelsteine bis Burbacher Höhe.

Wegbeschreibung: Auf bereits südelsässischer Hochgebirgslage parkend, verlassen wir die Paßstrasse nach rechts (links der Auberge de la Fourmi am Col de Hundsrucken) als Einstieg ins Gebirg' mit rotem Rechteck auf engen Bergkehren, mit hochsommerlichen Waldduft und schattig in den Felskehren geborgen. Der schmale 'Alfred Bucher-Weg' den wir hier als Bergkehre beschreiten, ist einem Thanner Vogesenmitglied gewidmet, dem sein Schutzhütten-Bauengagement am Thanner Hubel zu Kriegszeiten zum Verhängnis wurde. Bemerkenswert auf diesen schmal-schattigen Bergkehren sind die anregend aufdampfenden Pflanzendüfte in der Hochsommerluft, begünstigt durch leicht waldschattige Winde. Derart vaporisiert, helfen sie uns beim Erreichen einer der zahlreichen Aussichtsebenen im Rossbergmassiv: die Hochweidefläche Haut de Bourbach (Oberburbacher Höhe/Martisplatz); die offene Weidefläche wo sich unsere Rundwanderung beim Abstieg wieder schließen wird.

Ferme auberge Thanner Hubel So überqueren wir hier nicht die vor uns liegende Waldfahrstraße nach Willer-sur-Thur, sondern folgen dem äußerst reizvollen Aufstieg nach rechts in den Nadelwald - auf schmalem Geröllpfad - über die 'Steinklötze'. Mit Rückblick auf den Hundsrücken, erhellen grausilbrige Ebereschenstämme mit ihren grellroten Vogelbeeren das rechts vor uns alpin hinabfallend, rosafarbene Berggeröll. Bei Erreichen der nächsten Freiebene mit Fahrweg, überqueren wir noch einmal die Waldfahrstrasse, und folgen den schattig ansteigend, teils steilen Kehren bis zur nächsten Waldlichtung. Hier überrascht uns die erste Viehhochweide am Thanner Hubel, bewirtschaftet mit der Ferme Auberge Thanner Hubel 1.030 m. Wer hier die Einkehr einplant und die prächtige Aussicht genießen will, öffnet das Viehgatter und folgt der Zufahrt zum prächtigen Ahornbaum, der deshalb bekannt ist, weil er als Totembaum an einer Erdstrahlenkreuzung steht. (Der bekannte elsässische Radiäthesist nennt ihn als Ort, wo sich psychische Kräfte entwickeln.) Oberhalb dieser Hochsennerei bietet eine Wiese eine weitere, betörende Aussicht auf den Grand Ballon, die höchste Vogesenerhebung mit seiner markant weißen und kugelförmigen Wetterstation. Hier beginnt das magische Reich der absoluten Stille, oder meiner 'Herrlichkeit auf Erden'. Hinter der Ferme führt der Weg (in Umgehung der Schutzhütte Waldmatt), mit unvergleichlich einzigartiger Aussicht auf das Thanner Tal, direkt zur Hochweide der letzten Rossberg-Sennerein. Wer an der Ferme Auberge Thanner Hubel keine Einkehr sucht, kann diese linkerhand im Steilanstieg umgehen, und trifft oben angekommen wieder auf den Weg, der an der Refuge Ski-Club Vosgien Thann 'Emile Schubetzer' (1.100m am östlichen Fuße des Thanner Hubel's) vorbei führt und den Thanner Hubel umkreist, bis zur Lichtung mit leichtem Abstieg zu den ehemaligen Rossberghütten. (Kreuzung der Fernwanderwege mit den jeweiligen Talabstiegen.) 

Der direkte Aufstieg zum Thanner Hubel (1.183 m) an der Schutzhütte S.C.V./C.V.T. vorbei, bietet eine nennenswert wie gepriesen weite Aussicht: In Richtung O/NO: auf Thann mit Kathedrale, zu ihrer linken die Engelsburg, dann Molkenrain mit Ferme und Ruine der Freudenstein, Goldbach, Altenbach, Grand Ballon, Storkenkopf, weiter unten Geishausen, Klinzkopf, Lauchenkopf, die zwei Gipfel des Rothenbach, unten zu ihrer rechten das Hohneck, Grand Ventron, das St. Amariner Tal mit seiner Ruine der Wildenstein, Col du Ventron, Felleringer Kopf, Drumont, Brennwald, Col de Bussang, Neuwälder Kopf, Obere Bers, Ballon d’Alsace, zu ihrer rechten der Ballon de Servance, Schwarzwald, Jura und Alpen. Naturschutzgebiet seit 1965.

à propos:  Laut dem bayrischen Vogesen-Beschreiber Curt Mündel 'Die Vogesen' um die Jahrhundertwende 1900, ist der Ausblick vom Thanner Hubel eine der schönsten Vogesenaussichten; für mich, immer wieder mit die schönste. Ich frage mich, was Rudolf Ritter zu dieser, in seinen Vogesen-Rundwanderungen fehlenden Paradiestour geschrieben hätte.

Reste der Mittleren Rossberghütte (Thanner Hubel)Weiter, auf dem Rundweg - mit oder ohne Aufstieg auf den Thanner Hubel über die Schutzhütte - der hinter der Ferme Auberge Thanner Hubel in den Wald führt, bringt uns direkt zur Hochweide der letzten, einstigen Rossberg-Sennerein. Oben angekommen, führt der Weg zunächst bergab nach links durch Buchenwald um den Thanner Hubel herum. Kreuzt bald den von oberhalb der Refuge CVT kommenden Abstieg vom Thanner Hubel, und bringt uns auf seiner Linkskehre mühelos (wenn auch kurze Zeit mit blauem Dreieck), hinab zur auf 1.140 m hoch gelegenen, endlos weiten Hochweide mit dem Panorama einer einzigartigen Beschaulichkeit - mit Blick auf die verbliebenen Reste der Bergbauernhof-Wirtschaften der hier einst drei betriebenen Rossberg-Sennereien. (Ferme du milieu du Rossberg 'Mittlere Rossberghütte' und der einstigen Ferme Kolb 'Kolbshütte', von Georgette und Raymond nur sonn- u. feiertags bewirtschaftet!)
Im Westen erhebt sich der Rossberg (1.191 m) mit ebenfalls guter Weitsicht. Hier, auf diesem weitläufigen Weidensattel kreuzen sich die Fernwanderwege zu den jeweiligen Tälern des GR5. - Mein nächstes Ziel, die Melkerei Gsang, liegt bereits seit Austritt aus dem Wald sichtbar auf der gegenüberliegenden Bergseite. Unterhalb dieser letzten (der mittleren) Rossberghütte führt ein Weidenpfad nach rechts hinab in 15 Min hinüber. Schöne Kehren am Waldesrand entlang geben einen letzten Blick frei, zurück auf den Thanner Hubel und den Rossberg. Beschaulich hügelig und in anmutiger Lage unterhalb der Vogelsteine am nördlichen Rossberg, die mit Sonnenkollektoren betriebene Melkerei Ferme Auberge du Gsang. Hier wäre eine angenehme Rast bei Josianne und Michel Bleu möglich, die sie seit 1988 bewirtschaften. Unter der Woche gibt es Suppe, Omelettes und Vesperteller, oder seinen gepriesenen Kuchen. Mit meinem Rucksack rastete ich an den ruhig gelegenen Rossberghütten, in der Vorfreude auf meine traditionelle Einkehr auf Belacker (45 Min. von hier). Mein Pfad beginnt am Ende dieser Melkerei mit Quellwasser, links steil ansteigend, auf einem kaum sichtbaren Wiesenweg.

à propos:  Die 'Obere Rossbergütte' der drei sich an der Hochweide des Thanner Hubel's befindlichen Rossberg-Sennereien wurde im 1. Weltkrieg zerstört. Der SCR (Ski-Club Rossberg) war 1919 sofort damit beschäftigt, eine Zuflucht zu finden. Eine Gelegenheit bot sich in der Renovierung des an die Waldmatt-Schutzhütte (einstige 'Untere Rossberghütte')angrenzenden Infanterie-Gebäudes, als militärische Chefsache erhielt die SCR am 14. Februar 1919 das Gebäude. Dieses Holzbarackengebäude stand bis 1955.

Die 'Untere Rossberghütte' ist eingestürzt und wurde wieder aufgebaut im Jahre 1835, im Jahr 1910 wurde der Hof wieder zerstört. So errichtete man in der Nähe des alten Bauernhauses namens 'Waldmatt' das auch als Gasthaus betrieben wurde, da einige Zimmer eingerichtet waren. Am 5. August 1929 brannte die Untere Rossberghütte nieder. Ihr letzter Melker und Senner war Hans Kocher (Schweizer Herkunft), der dann Belacker übernahm. Während des Brandes, konnte die Waldmatt gerettet werden, da gerade einige der Vogesenclub-Mitglieder vor Ort waren. Während der Befreiungskämpfe im November und Dezember 1944, wurde die Waldmatt-Schutzhütte schwer beschädigt und ein Teil ihrer zerstreut. Junge Ski begeisterte, nahmen sich ihrer 1946 wieder an.
Ob der Name 'Rossberghütte' sich aus einstigen Rossweiden für die Pferdezucht der Kriege nach dem Dreißigjährigen Krieg herrührt, hier oben in idealer Lage betrieben von schweizerischen Einwanderern, wer weiß das? Mittlere Rossberghütte (Ferme du milieu du Rossberg) und Kolbshütte (einstige Ferme Kolb); heute nur noch sonn- u. feiertags bewirtschaftet von Georgette und Raymond. Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde die untere Rossberghütte (heute Schutzhütte Waldmatt S.C.R. Ski Club Rossberg) aufgegeben, die obere Rossberghütte samt der Sattelhütte.

Curt Mündel: Belacker - Melkerei Gsang - Kolbshütte - Thanner Hubel - Rossberg - 'Der Fußpfad führt in südöstlicher Richtung eben durch den Wald an dem Hinteren Krappenfelsen vorbei in 50 Min. nach der Melkerei Gsang. Daselbst Clubzimmer des V.C. Von hier in 25 Min. zur Mittleren Rossberghütte. - Weiter, aber schöner geht man, wenn man der Hauptroute folgt bis unterhalb der Vogelsteine und dann dem Pfade am Hange des Rossberg weiter geht (Aufstieg zu den Vogelsteinen lohnend). In 55 Min. erreicht man dann die Mittlere Rossberghütte. Von hier aufwärts, rechts der Grenzmauer, liegt Melkerei Untere Rossberghütte (1132m). Über ihr 20 Min. der östliche Kopf des Rossberges, der Thanner Hubel (1182m), schöne weite Aussicht, wohl eine der schönsten Bergaussichten der Vogesen, auf Schwarzwald Jura und Alpen.'

Von der Ferme auberge Gsang aus zum Gasthof Belacker sind es noch 45 Min. Wegstrecke. Diese beginnt am hinteren Ende der Ferme, links steil ansteigend, im Umgehen des Bergrücken der Ferme auberge du Gsang, auf einem schmalen Wiesenpfad - vorbei am  nach links abbiegenden Direktaufstieg zu den Vogelsteine mit blauem Dreieck, als Abstieg auf dem Rückweg. In dieser einzigartigen Gebirgslandschaft oben angekommen, folge ich dem schmalen, leicht, links auslaufenden Abstieg in den Belackerwaldder auf eine Waldfahrstrasse führt, der ich jedoch nur wenige Schritte nach links folge!  
Denn bald rechts hinab, auf schmalem, steinigen Gebirgspfad, betrete ich die südwestliche Umgehung des Hinteren Krappenfels, mit den beiden Rabenfelsen des Unter- und Ober-Krappenfels (vermutlich benannt nach dem germanischen Gott Wotan, möglicherweise Orte, wie das Tännchel-Massiv, wo die Germanen die Kelten vertrieben ca. 100 v. Chr.). Im Durchschreiten eines schönen wie lichten Buchenwaldes, führt mich dieser direkt zu meiner erwählten Einkehr, zur Ferme Auberge Belacker. Sie ist mir als Gebirgspanorama gut vertraut; sei es von den Heidelbeerpfaden oder auf Schneeschuhen auf der Route des Crêtes am Markstein. Aus dieser Richtung auf der Belacker-Hochweidefläche angekommen, die ich bereits aus verschiedenen Richtungen ebenso idyllisch angegangen bin, erfreut mich der Anblick dieser Hochsennerei erneut vertraut und immer noch unberührt ländlich. Die Aussicht hier ist zweifellos grandios. (Alle sich hier befindlichen Gebirgskämme, ob vom Thanner Hubel über den Col de Rimbach, zum Rimbachkopf, berauschen geradezu mit ihrer Rundumsicht.) Auf Sonnengott Bel's Acker, inmitten dieser Rundwanderung, sollte man je nach Rucksackinhalt einkehren. Begrüßende Hunde, sich sonnende Katzen, neugierige Kühe und Kälber, ein schnatterndes Graugänse-Scharmützel und ein freier Hühnerstaat umrunden die so liebevoll angelegten Besucherbänke. Ein himmlisch altes Bauernhaus, dem jede Renovierung nur spotten würde empfängt mit weich ausgetretenen Sandsteintreppen. Drinnen überraschen alte Foto’s von einstigen Sensen-Heuernten. Mit rotem Rechteck des GR 532 setzt sich das Aussichtserlebnis fort.

 

 

 

Belacker ferme

à propos:  Belacker (980 m), unterhalb des Belackerkopf, Sattel des Naturtempels während der Eisenzeit der Hallstatt-Kelten die um 725 - 450 v. Chr. ihren Sonnengott Belenus (Bel) am Beltaine-Fest am 1. Mai hier feierten. Druiden zündeten hier reinigende Feuer an, um das Vieh von den Sommerkrankheiten zu reinigen. Es war damals schon das Fest des arbeitenden Volkes. Schon in der Nacht davor wurde der kommende Frühling gefeiert, die ersten Farne und die Eiche geehrt. Das Pflücken von Maiglöckchen ist uns bis heute vertraut geblieben. Maria-Lichtmess und der Valentinstag wurden als 'Imbold' gefeiert.

à propos: Boler (im Jahre 1550), Bohlacker, Behlacker (im 18.Jh.) Belacker 980 m: Vor der franz. Revolution gehörte die damalige Sennerei zur Abtei von Murbach. Wenig später, 1789, wurde sie an einen einzelnen Besitzer verkauft, bis sie 1894 die Gemeinde von Housseren erwarb. Unter der Führung des Santoni (Kniebihly), ab 1908, wurde die Sennerei in eine Herberge verwandelt. 1920 brannte sie nieder und konnte erst 1928 wieder aufgebaut werden. Jahrs darauf erschien der hierorts sagenhafte Hansi, ein Melker aus dem schweizerischen Appenzell. Die ländlichen Feste hier oben waren berühmt. Die aus der Schweiz stammende Familie Kocher bewohnte Belacker von 1929 bis 1956. Lily, die um 1925 geborene Jüngste der 6 Kinder des Melkers Hansi, spielte das Akkordeon ohne es erlernt zu haben. Sie starb mit 15 Jahren am 22. Juni 1940 im Kugelhagel um den Rimbacher Kopf, als sie sich aus der Wiesendeckung erhob. Nach dem letzten Krieg war es der Belacker Franzi, der 1955 die Melkerei wieder aufgenommen hat, ehe er sie 1977 an den heutigen Besitzer Gustave Kniebily übergab. Mit Marie-Thérèse bewirtet er nun schon über 20 Jahre die Gäste mit einer guten Mahlzeit. Einen Teil dieser Jahre war mir die Einkehr zur Gemüsesuppe, Käse-Schinken-Teller, Würstchen, Kartoffeln und Salat besonders lieb geworden. - Anfahrt: PKW über Moosch oder zu Fuß der Anstieg ab dem P an der Paßstrasse des Col du Hundsrucken (Bitschwiller-les-Thann) bei der Auberge "La Fourmi" (Tel.: 0033.38938.8602), wie unten beschrieben. - Ferme Belacker Tel.: 0033.38982.3420 - Öffnungszeiten: ganzjährig - Montag ist Ruhetag! 

über den Bannbergkopf zu VogelsteineWehmut beim Verlassen des beschaulichen Höhenortes, oberhalb der Ferme Belacker, weiter in den Wald in westlicher Richtung, mit dem rotem Rechteck des GR 532: Vom bewaldeten Belackerkopf 1.042 m führt ein 200 m Steilanstieg über den Bannbergkopf 1.081 m  (Hier teilen sich die großen Fernwanderwege. Der GR 532 führt nach rechts abzweigend direkt zur einstigen Rossbergsennerei Sattelhütte 1.070 m, nordwestlich unterhalb des Rossberges und verbindet mit rot-weiß-rotem Rechteck zum GR 5 wieder mit der Hütte des S.C.S.M. 1.108 m). Ich wähle die aussichtsreiche Höhenkammlage der Vogelsteine auf dem GR 5, nach links abzweigend und mühsam weiter mit rotem Rechteck, als Ziel hin zum Ort des 'Maiabummels' (Maienbaum) der Hallstatt-Kelten. Oben angekommen, überrascht der Bannbergkopf (ein alpines Felsmassiv südlich vom Stiftkopf und dem Col de Rimbach) mit einer Holzbrücke und einem abgestützten, alten Baum. In seinem Stamm eingewachsen das kaum noch lesbare, blecherne Wanderschild 'Vogelstein'.

à propos:   Zu Beginn der Eisenzeit (um 690 v.Chr.) waren es bestimmt die Kelten, die auf diesem felsigen Naturtempel Vogelstein, ebenso wie auf dem benachbarten Belackerkopf, am 1. Mai ihren Sonnengott Belenus ehrten, indem sie reinigende, das Vieh im Sommer schützende, Holzfeuer anzündeten. Die Druiden ehrten damit auch den Zyklus der Himmelsbewegungen; der das Licht über den langen, lichtarmen Winterschlaf triumphieren lässt. Gleichzeitig war das Fest (heute noch mit Maibaum) dem fleißigen Volk gewidmet. Uns erhalten bleibt ein, durch kosmische Schwingungen geheiligter, kräftigender Ort.

die Falkensteine (Vogelsteinen) prächtige AussichtDie Lichtung zum einstigen 'Falkenstein' empfängt mit einer Waldkreuzung. Ein sehenswertes Felsplateau schmiegt sich in weichen Formen, fast eben zur Nordflanke des Rossbergs, und belohnt erneut mit unbegrenzter Sicht als Hochweidenkamm. Rechts vor uns, als Zeugnis eines kleinen Vulkans unseres Erdaltertums, überragt der für sein Echo berühmte Falken-/Vogelstein mit 1.181m imposant den Abhang. Seit 1567 als Vogelsteine oder auch als Falkensteine benannt, vielleicht hier tätiger Falkner wegen. Seine kugelförmigen, dicht beieinander liegenden Grauwacken, nebst einem 30m hohen, natürlichen Fels-Menhir; einer wahrlich grauen Wacke mit Meeresursprung aus Quarz- und Feldspatkörner. Die geologische Hexenküche leimte diese, hier seltene Labradorit-Grauwacke mit vulkanischen Felsenüberresten, zementiert aus einem an Chlorit und Lehm reichen Bindemittel. Bei dessen Begehung aus radiästhetischer Sicht zwei unsichtbare Pforten aus einem Bündel von 6 nahen tellurischen Strahlen gebildet, auf einen ersten heiligen Kult um 610 v. Chr. verweisen. All dies bei einer unbeschreiblich schönen Sicht über das Tal der Doller in der Ebene und vom 'Welscher Belchen' (Ballon d’Alsace) bis zum Hohneck. Dieses Mal zur Linken, orientierend weiß leuchtet am blaudunstigen Horizont, die uns stets begleitende landschaftliche 'Kuppelbasilika' des Großen Belchen (moderne Wetterwarte des Grand-Ballon). 

à propos:   Vogelsteine, von historischen Ereignissen inspiriert, die bis heute Rätsel aufgeben. Seine felsig irdische Fähigkeit Stoffliches magnetisch anzuziehen, wie Eisen, Nickel oder Kobalt, beträgt hier 100%. An einem lichtlangen 24. September vor der Jahrtausendwende spürte ich ein erschauderndes Durchströmen meines Körpers vom Scheitel bis zur Fußsohle. Ich war gerade dabei ein Handy einzuschalten und hielt somit auch etwas Metallenes in meinen Händen. Wie vieles von unserem eigentlichen Spürsinn für natürliche Schwingungen ist uns durch zivilisierte Betonbehausungen abhanden gekommen? Wird doch überliefert, dass Vogesen-Baumfäller sich mit ihrem Rücken an die Nordseite einer Eiche lehnend wieder mit Energie aufladen.

Waldmatt (untere Rossberghütte) Vom aussichtsreichen Höhenquerweg der Vogelsteine-Felserhebung gelangen wir hinab zum Col du Rossberg 1.120 m. Direkt bis zur ersten Schutzhütte des Ski Club Sportif de Mulhouse mit einem, einer Viehtränke gleichenden, Quellwasserauffangwanne. Von hier aus verabschiedete ich mich stets mit letztem Blick nach links. Zurück auf die bereits umgangene, mittlere Rossberghütte und den Weg zur Ferme Gsang. Bereits im Blickfeld liegt die zweite, auf 1.104 m gelegene, Schutzhütte Waldmatt (einstige Melkerei Unterer Rossberg) des Ski-Club Rossberg/Thann S.C.R.. An ihr orientiert sich der mit einem Seufzer angetretenen, da stets schwer fallende, 2-Std.-Abstieg zurück zum Col de Hundsrücken. Auf dieser Weide fand ich eine zahlreich weidende, schön beige-graue Rinderrasse vor, und des öfteren Heißluftballone, die erst bei meinem Abstieg über meinen Kopf hinweg zur Abendfahrt über diese Hochebene ansetzten. (Links von dieser Viehweide, würde der Weidepfad direkt zur - vom Vogelsteine-Abstieg linkerhand noch einmal erblickten - 'Obere Rossberghütte' führen.) Eben hier, an diesem an Vibration reichem Ort schließt sich der Kreis wieder mit dem Aufstieg zum Thanner Hubel. Die Heißluftballone steigen auf, bei den Milchkühen steige ich schweren Herzens von diesem 'weich hubeligen' Höhenkamm durchs Viehgatter nach rechts hinab in den Wald. Nach nur wenigen Schritten, bei einem geschmückten Holzkreuz aus den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit Marienstatue, teilt sich der von unten heraufkommende Waldfahrweg. Rechts, neben dem Fahrweg, beginnt der lange Steilabstieg auf schmalem Waldpfad, teils auf Geröll, meist im Waldschatten, stets mit rotem Rechteck markiert, wieder hinab. Im Überqueren noch zweier, sich weiter unten kreuzenden Holzabfuhrwege, erreichen wir zur Entlastung der Beine den Rastplatz Place des Nussbaum auf 926 m mit seiner neu eingefassten Rotenbrand-Quellbrunne "Rothebrand Brennala'. Dieser 'Sentier Marcel' führt uns hinab zum Kreuzpunkt unserer Tour, dem Martisplatz auf 860 m. Hier überqueren wir die Waldfahrstrasse und erkennen den Aufstiegspunkt Le Haut de Bourbach wieder, der uns an steilen Bergkehren entlang in 20 Min. zum Ausgangspunkt und Parkplatz zurück führt, zum Col de Hundsruck(en) 748 m.

à propos:  Auf einem Seitenkamm der Hochvogesen, dem Sternseekopf-Rossberg, wächst der blaue und gelbe Enzian (gentiana lutea) aus dessen Wurzeln ein wundervoller Schnaps, ein wahres Elixier, gebrannt wird.

die Legende - die Karosse des Mont-Ori

à propos:   die Legende - die Karosse des Mont-Ori : Am Fuße des Berges Mont-Ori, an seinem Abhang nach Masevaux, wird sein liebenswerter Bergrücken Schimmel (weißes Pferd) genannt. Nach dem Abt Braun, sind sehr alte Völker an diesen Ort gekommen, um hier ein weißes Pferd zu Ehren des Kriegsgottes der Germanen, Wotan oder Odin, zu opfern. Ebenso auch zu Ehren von Donar oder Thor, Sohn des Odin und Gott des Donners und des Regens, dessen Heiligtum der Mont-Ori war. Aber dieser gepanzerte Gott, den man sich unter Donnerkrach rollend von zwei Ziegen gezogen vorstellte, nachdem er den Rhein überquerte. Er übergab seine Stelle seiner Mutter Frigga, welche die Römer, die Skandinavier und sogar die Germanen mit Freya verwechselten, der Venus des Nordens. In der Tat, noch im vorletzten Jahrhundert sagte man, dass in bestimmten Jahreszeiten eine schwere, durch vier weiße Pferde gezogene Karosse, in der eine majestätische und schöne weiße Dame saß, in einem wunderbaren Lärm die Abhänge des Berges, den 'Schimmel' (Ort) überquerte um sich in Masevaux, im Hof des Schlosses der Herzöge von Broglie (Herren dieser Orte und Erben Rosen und Rottemburg vor der Französischen Revolution) einzuordnen. Ein anderes Mal, erzählte man, zweifellos unter der Einwirkung eines noch mächtigeren Impulses, aber immer mit einem Ohren betäubenden Lärm die Karosse die Burg und das ganze Dorf von Masevaux durchquerte, um am Fuße des felsigen Hügelchens, wo sich früher das Schloss Ringelstein erhob, in welchem der Graf Maso und Gründer von Masevaux wohnte. Der Lärm, der das Rollen eines Panzers nachahmte, ist auf ein Windphänomen zurückzuführen. Die Pontais in Nyons in der Drôme und die Montaine an Poligny im Jura sind lokale Winde, die ziemlich jenem ähnlich waren, der dröhnend die Abhänge des Mont-Ori herabbrauste, um sich am Uferrand Doller zu verlieren. Die antiken Völker, die sich bestimmte, uns heute wohlbekannte Phänomene nicht erklären konnten, vergöttlichten diese Kräfte der Natur: das Wasser, der Wind, der Donner, das Feuer, die Sonne, etc. In der Legende der Bergkarosse des Ori findet sich die blasse Erinnerung an eine Triade als Dreieinigkeit heidnischer Götter wieder: Odin der Vater, Frigga die Mutter, Thor der Sohn.

à propos:   Masevaux (Masmünster) Ort in den elsässischen Südvogesen des Departements 'Haut-Rhin' ist die Nachbarin von der benachbarten Bezirksstadt Thann. Umgeben von Wäldern, entstammt der legendäre Name Thann von einem christlichen Kultort erbaut am Fuße einer Tanne vom Heiligen Theobald. Vieux-Thann (das alte Thann) ist die älteste Gemeinde im Thanner Land mit der ersten Erwähnung anno 991. Die Kirche Sainte Dominique aus dem 10. Jh. war Versammlungsort der Weber und der Herrschaft von Thann, und besonders der Bruderschaft der Ménétriers d'Alsace. Zu besichtigen sind der Saint Sépulcre aus dem 15. Jh., die barocken Altäre und außerhalb eine 'Jungfrau mit Kind'. Das Hauptinteresse sind die Glasmalereien 'Jungfräulich am Kind'; die des Baumes de Jesse gelten als die schönste Kirchenglasmalerei im Elsass. Die Geschichte von Masevaux reicht zurück ins 7. Jh., in die Zeit der Merowingerkönige. Nach dem Westfälischen Frieden, 1648 in Münster unterzeichnet als Ende des Dreißigjährigen Krieges, ermächtige der Sonnenkönig Ludwig XIV. den Marschall Conrad Comte von Rosen, von schwedischer Herkunft, die Herrschaft Masmünster käuflich zu erwerben. Von diesem Tag an wurde Masevaux französisch. Am 4. März 1790, zur Zeit der Französischen Revolution, wurde mit der Gründung des Départements Haut-Rhin auch der "Distrikt Belfort" gegründet, der zu dem Zeitpunkt auch das Gebiet des heutigen 'Arrondissement' Thann mit umfasste. Im Französisch-Preußischen Krieg, am 18. Mai 1871, wurde das Gebiet als 'Kreis Thann' im Bezirk Oberelsass im 'Reichsland Elsass-Lothringen' abermals neu eingerichtet.

Elsässisches Herzogtum im Dollertal

Schwalbenschwanztechnik, wie am Odilienbergdessen Wurzeln, wie die Legenden aus der Epoche des 13. Jh. von einem Neffen des Aldarich und Vater der Heiligen Odilia, des Grafen Maso, berichten von seinem Schloss das er auf den Schlossberg bauen ließ,  und dessen Scheuern bis zu den Ufern der Doller hinab reichten. Heute, kantonaler Hauptsitz im Tal der Doller mit seinem Städtchen Masevaux als letzter Hinweis auf Maso. Auf seinem Berggipfel, dem Ringelstein, einem Felsblock, lässt sich noch heute die in den Fels gehauene Schwalbenschwanztechnik erkennen (wie auf dem Odilienberg). Betroffen vom Tod seines jungen Sohnes, der sich in der Doller ertränkte, gründete Graf Maso ein Benediktinerkloster unter  der Vokabel des Saint-Léger. Die Abtei erbte alle Güter des Grafen, die sie nicht selbst verteidigen konnte, und musste  so, nach und nach, den 'in Anspruch nehmenden Schutz' der Grafen von  Montbéliard (Mömpelgard), von Ferrette, von Bollwiller, von Fugger, von Rosen, von Rothenburg und der österreichischen Erzherzöge akzeptieren. Der letzte Herr von Masmünster, zum Wappen Charles Louis Victor von Broglie, Prinz von Broglie und vom Heiligen Römischen Reich und Präsident der Nationalversammlung, (1756-1794) starb während der Französischen Revolutionsjahre durch Terror auf dem Gerüst. Um diese Abtei herum wuchs bald eine Siedlung heran, die der österreichische Erzherzog Friedrich II anno 1215 zur Stadt befestigen ließ. Masevaux, 1375 von den Engländern eingenommen, erlitt die Rivalitäten der Armagnacs und die der Herrschaft der Bourgogne und der Dreißigjährige Krieg tat sein übriges.  Schwalbenschwanztechnik >>>:

à propos:   Inmitten des Belchenlandes im Dreiländereck, im ehemals württembergischen Mömpelgard wuchs Prinzessin Sophie-Dorothée von Württemberg-Montbéliard (Mömpelgard) auf. Die spätere Zarin Maria Feodorowna (Gattin des 1801 ermordeten Zaren Paul I.) hatte in vielen Bereichen großen Einfluss am Russischen Hof. Zar Paul I. war Großmeister des Ordenssitz der Malteserritter im badischen Heitersheim. Sein Sohn und Schwiegersohn des Großherzogs von Baden, Zar Alexander I. war Sieger über Napoleon Bonaparte und kam auf seinem Siegeszug nach Paris nach Freiburg. - Auf dem Schlossberg im elsässischen Schloss Masevaux le Schimmel (ca. 50 km von Badenweiler), wohnte jener Baron Georges d'Anthès, der seinen Schwager, den bereits zu Lebzeiten gefeierten, russischen Dichter Alexander Puschkin, anno 1837 in Petersburg im Duell erschoss. Die Region um den berühmten Kurbadeort im Markgräfler- und Belchenland war somit Reiseziel berühmtester russischer Schriftsteller wie Andrej Bely, Fjodor Dostojewski, Maxim Gorki, Nikolaj Karamzin, Alexander Herzen, Leo Tolstoj und Anton Tschechow. Die Erzieherin des Komponisten Peter Tschaikowski war Fanny Durbach. 

erbitten Ihre kurze Stellungnahme zum e-mail-Versand im Dateiformat 'Word' zum Ausdrucken ? Ihr e-mail-Betreff lautet: "Thanner Hubel". - - - Weitere Tourenvorschläge am Regio-Ort Ihrer Wahl mit Anfahrt-Infos und Kartenauszügen. Ihren Wünschen gemäß dokumentierte Freizeitführer für Kurzentschlossene.

Baba's Streifzüge:
Sundgau: das Südelsass
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tellurische Kräfte fühlbar wirksam Dort, wo sich psychische Kräfte entwickeln, wo Katzen auf den Stiegen schnurren, Milchkühe eine einzigartige Hochweide mit Tränke beleben, Hühner frei um die Tische laufen, die Aussicht zum Erlebnis wird und die Atmosphäre Energien austauscht, indem sie sie spürbar durch den Körper schickt um sie zu erden. Im elsässischen Süden, wo abgerundete Vulkanverwerfungen eine sanft hügelige Hochgebirgslandschaft hinterlassen haben.
Übersicht der Südvogesen








Das Bergfest auf dem Rossberg

begann traditionell in den Vogesen. Hier oben, auf 1.000m Höhe, wird alljährlich gefeiert in der Ski-Hütte des Ski-Clubs von Thann an einem Sonntag im Juni. Ein Ereignis für Bergfreunde auf dem Hochkamm der die Täler von Thann und Masevaux teilt. Die traditionelle Bergmahlzeit auch 2005 mit Suppe, Schäufele mit Kartoffelsalat und Dessert für 11€, neben der ebenso typischen Vesperplatte mit Speck, Schinken, Münsterkäse und dem Barkass, einem Frischkäse der hier in den Vogesen-Fermen hergestellt wird. Serviert wird beim Aufspielen bayrisch-österreichischer Musikanten. Das Aufsteigen der Heißluftballone rundet das aussichtsreiche Szenario ab, mit etwas Glück bei gutem Wetter, mit Alpenblick. Doch zuvor stimmt der Aufstieg ein, ab dem Passparkplatz 'Col du Hundsruck', oder für die Wanderer bereits ab Moosch im Thanner Tal; für die weniger Marschbegeisterten lässt sich der Waldparkplatz 'Zundel' anfahren mit einem 10 Min.-Anstieg.

Der Berg-Marathon Col du Hundsruck - Ballon d'Alsace

oder des Belchenhubel- und Dollertal-Laufs der Masopolitaner des Vogesen-Clubs von Masevaux. Ein Höhenunterschied von 1.136 m bestimmen den athletischen Anstieg der 42 Kilometer in ca. 3 Std.-Rekord eines Athleten aus Rimbach, ab dem 'Salle polyvalente' in Masevaux. Die Marathon-Strecke in der masopolitanischen Region : zum Ballon d'Alsace und die Tour ins Dollertal seit nunmehr 2 Jahrzehnten. Diese Vogesentrophäe auf einem Weg markierten Rundkurs führt zum Ballon d'Alsace über die Hubelkämme und Hochweiden des Belacker, Rimbachkopf und Rundkopf. Die Rückkehr führt über den col de Hirzelach, die Madeleine, den Bärenkopf und der Abstieg nach Masevaux über den Schimmel. Infos und Anmeldungen beim Verein : association des amis du Marathon du Ballon d'Alsace, Office du tourisme, 36, fossé des Flagellants in 68290 Masevaux (Tel.: (0033.38982.4199). Prämien für die Zeit über dem Rekord lagen zwischen 30€ und 150€. Die Strecke zur Bergmarathon-Strecke zu dem sportlichen Ereignis findet ihr im Regional-Agenda.

ˈ Text-Links A-Z: ˈ

 Belacker:

Sennerei und Melkerei (ferme auberge) am GR 532, am Fuße des Belackerkopf, 3 km entfernt von der Schutzhütte Waldmatt (einstige Molkerei Unterer Rossberg) des Ski-Club Rossberg/Thann S.C.R. - über die Vogelsteine.

Belchen-Dreieck:

das geografische Dreieck der runden Bergkuppen der beiden elsässischen "Belchen" (Grand Ballon und Ballon d'Alsace, auch Welscher Belchen genannt) in den französischen Vogesen, dem Belchen im Schweizer Jura und dem Belchen im Schwarzwald

Bucher Alfred:

Der Sentier (Weg) Alfred Bucher, der vom Col du Hundsruck in Richtung Rossberg zur Lichtung Burbacher Höhen führt, erinnert an das Thanner Vogesenclub-Mitlgied Alfred Bucher. Projektbetreiber der Schutzhüttenbauten am Thanner Hubel 1925 und Beaufsichtiger der Bauarbeiten zusammen mit Emile Schubetzer, dem auch die Unterhaltung und Beschilderung der Wanderwege oblagen. Als Teilnehmer an einer Maquis (eine französische Widerstandsbewegung im Zweiten Weltkrieg) nahe der Waldkapelle, wurde Alfred Bucher zusammen mit seinen anderen Vogesen-Club-Kameraden und Ski-Abteilung fest genommen, von Gefängnis zu Gefängnis verbracht und am 7.12.1944 von der Gestapo in der Nähe von Offenburg ermordet. Am 19. September 1947, weihte die Sektion des Thanner Vogesen-Clubs unter dem Präsidenten Louis Zundel diesen Weg zeremoniell ein, der nun zu seinem Gedenken seinen Namen trägt. 

Burbach:

(Niederburbach) Bourbach-le-Bas im Ober-Elsass im Bezirk Thann - als das Elsass 1918 an Frankreich fiel, wurden zahlreiche der ursprünglichen deutschen Ortsnamen durch französische Bezeichnungen ersetzt. Bekannt durch seine alten Höhlen und unterirdischen Gruben, und die Trolle, eine archäologische Gemeinschaft von Höhlenforschern, die hier 14 Bergwerke wieder frei legten, um auf 1 km begehbar zu machen. Der Rocher des Poilus, ein alter Beobachtungsposten aus dem 1. Weltkrieg, ist heute reizvoller Aussichtspunkt.

Bourbach-le-Haut:

(Oberburbach) die höchst liegende der 13 Gemeinden im Thanner Land auf 600 m, erreicht mit der ferme auberge des Buissonnets 700 m, am Fuße des Rossberg-Massivs, in einer einzigartig schönen landschaftlichen Lage.

Karte IGN 1:25.000 :

zum Kartenausschnitt St. Amarin - Sewen - Bourbach-le-Haut die Kartenübersicht von St. Amarin - Rimbach-près-Masevaux - Sewen - Bourbach-le-Haut

Doller - Dollertal:

Wasserlauf des Dollertals mit zahlreichen Bächen: die Bourbach, der Sickertbach, die Alfeld, der Isenbach, der Seebach, der Soultzbach, das Lachtelweiherbachechle, das Houppachbächle als einige ihrer Rinnsäle

Houppach:

Klein-Einsiedeln in Houppach (Süd-Elsass)Klein-Einsiedeln - Wallfahrtsort am 15. August:

die Kapelle von Houppach in einer idyllischen Landschaft über dem kleinen Dorf desselben Namens nahe bei der route Joffre, Straße die Masevaux mit Thann durch den col de Hundsrücken verbindet. Die Architektur des Heiligtums im néo-romanischen Stil erbaut, mit einer die , die mit einer Sandstein-Fassade als Verblendung. Der Innenraum,  reichlich verziert, aber ohne Schaustellung der Kreuzweg. Die Fresken, die dem Leben der Jungfrau Maria gewidmet sind, sind vom Maler Kaiser de Stans, Schwiegervater des berühmten Malers Feuerstein. Der Haupt-Altar aus zwei Seitenaltäre, das Büfett der Sakristei und die Tribüne sind Werke des Künstlers Klem aus Colmar.

Joffre Joseph:

(12.1.1852-3.1.1931) Maréchal de France, General Joffre, trieb den Ausbau strategisch wichtiger Eisenbahnlinien und Fernstraßen voran, um im Verteidigungsfall eine hohe Mobilität der Armee zu erreichen. So soll die 15 km lange Verbindung zum Vieil Armand, die "Route Joffre" unter General Auguste Dubail der 1ère Armée Francaise mit Vogsenaufenthalt vom 2. August 1914 bis zum 5. Januar 1915 erbaut worden sein.

Hubel:

Süd-Vogesengipfel: Ballon d'Alsace 1.247 m - der Sudel 915m, Bärenkopf 1.074 m - Fennematt 1.035 m - Wissgrut 1.124 m - Haute Bers 1.252 m - Rimbachkopf 1.195 m, Belackerkopf 1.042 m - Rossberg 1.191 m - Stiftkopf 1.055 m - Thanner Hubel 1.183 m - der Vogelstein 1.181 m - der Grand Ballon 1.424 m - der Markstein 1.266 m

Col de Hundsrucken:

(761 m) Vogesenpass - oder die im Ersten Weltkrieg (1914-1918) gebaute Route Joffre, die den französischen Truppen Zugang in beide Täler ermöglichen sollte, in das von Masmünster und ins Thanner.

Kolbshütte:

Curt Mündel: Thanner Hubel - Vogelsteinfelsen 1 Std. - 'Von der Spitze des Thanner Hubels über die Matte hinab in 13 Min. nach der Mittleren Rossberghütte, gewöhnlich nach dem Besitzer Kolbshütte (1.140m) genannt (Erfrischungen). Unterhalb dieser Melkerei führt ein Pfad in 50 Min. in Umgehung des Oberen Rossberges (1.191m), als höchste Erhebung am Rossberg, weiter zu den Vogelsteinen

Masevaux:

( Masmünster ) Hauptstadt des Kantons Doller im elsässischen Dollertal, dessen Bewohner man Masopolitaner (innen) nennt oder Soïeglel (Säuigel) als Spitzname - an den 6 Sonntagen vor Ostern werden hier die berühmten deutschsprachigen Passionsspiele aufgeführt. Kurven reiche Auffahrt zum Col de Hundsrücken auf der Route Joffre D14bIV, durch Houppach, Bourbach-le-Haut, - Fremdenverkehrsamt: Office de Tourisme de Masevaux- 36, fossé des Flagellants, F-68290 Masevaux, Tel.00333.8982.4199 - e-mail

Mont-Ori:

die ursprüngliche Dreieinigkeit heidnischer Götter, beliehen aus der Gewalt der Elemente. Der Wind, der Wind, das himmlische Kind.

Mündel Curt:

Curt Mündel (1852-1906) aus Bayern, einer der Pioniere und ersten Gründer des Vogesenclubs (Ehrenpräsident der Sektion Straßburg), bekannt durch seinen legendären Vogesenführer 'Die Vogesen von C. Mündel Reisehandbuch für Elsass-Lothringen und angrenzende Gebirge' auf Grundlage von Schrickers Vogesenführer (Druck: 1903 Straßburg mit dem Vorwort von C. Mündel Ende Mai 1881) - Sein Porträt auf einer Bronzeplakette wurde 1909 am rocher Mündel (775 m) auf dem Odilienberg eingeweiht, und ist noch heute sichtbar auf der südlichen Begehung der dortigen Heidenmauer. Seine Sammlung "Elsässische Volkslieder"

Rossweiden:

Napoleon riss am 9. November 1799 die politische Macht Frankreichs an sich. Für seine Militärszüge, bediente er sich s.g. "Rossweiden" (Pferdeweiden) zur Pferdezucht. Ob es die besondere Lage in Grenznähe war, oder die weitflächigen  Hubel in der Schweiz und im Südelsass, das ebenso weitläufige Rossbergmassiv mit seinem Nachbar Thanner Hubel unter schweizerisch abstammender Bewirtschaftung? Eine Rossweide hatte Weidtaxen und Weidhirten, sowie Pferdeeinfriedungen, s.g. "Salzlecken des Rosschliis", woran die Steinmauer (Viehmauer, gem. Vogenführer Straßburg zur Kriegsausgabe) am Thanner Hubel noch erinnert.  

Thanner Hubel:

Curt Mündel (Die Vogesen): Belacker, Melkerei Gsang, Kolsbhütte, Thanner Hubel, Rossberg - "Vom Thanner Hubel in 10 Min. in das Joch hinab, rechts Kolbshütte, dann an der Grenzmauer ansteigend in 10 Min. an der oberen Rossberghütte und in weiteren 10 Min. auf dem Rossberg."

Teufelskanzel:

an der route Joffre beim Col du Hundsrück - als Teufelskanzeln benannte man Felspartien oder sonstige Orte im Gebirge, welche, wie hier: Belacker oder Vogelsteine, in vorchristlicher Zeit heidnische Kultstätten waren. Als der heidnische Kultus nach der Christianisierung an solchen Stätten noch heimlich fortgesetzt wurde, brachte nicht nur der Volksaberglaube dieselben mit dem Teufel in Verbindung. Ab dem 12. Jh. wurden per Dekret der Katholischen Kirche in der Nähe von Teufelskanzeln vermehrt Kirchen gebaut; diese wurden zu Wallfahrtsorten, an denen man des Sieges über das Heidentum gedachte. (Der Kandel im Schwarzwald, Hansjakobs Keltenberg)

Willer-sur-Thur:

eine direkte Auffahrt in die Hochvogesen über die Route des Crêtes auf 370m erstreckt sich diese Gemeinde vom Gipfel des Molkenrain (1.125m) zu dem des Thanner Hubel (1.183m). Ein dichtes Netz von Wanderwegen erlaubt den Zugang zu den Forsthütten und nennenswerten Orten wie die Ruine Freundstein mit seiner ferme auberge, der rocher de l'Ostein (Osteinfels), bis zu den fermes auberges am Blaufels. Auf dem Oberfeld-Pfad läßt sich Vogesenfauna und -flora beschaulich entdecken. Es ist übrigens das größte Waldgebiet im Thanner Land.