« Die Götter haben uns das Land geschenkt. Himmlische Kraft hat aus kochendem Schlamm die wunderbaren Berge und Wälder geschaffen. Eine Welt, in der alle heilig sind.» 

(wunderbarer Glaube uralter Völker)

das Taubergießen (2)

Naturschutzgebiet : der so genannte "Amazonas am Oberrhein" 

 von Libellen und Schachbrettfalter umschwärmte Orchideenwiese

Orchideen im Feuchtnebelbad auf Altrhein-Inselparadies (2)

Index Streifzüge

zu den Schilfinseln, ins Auwaldgestrüpp der Gießen (1)

(Text-Links: A-Z)

Auenhölzer: 

von rauschenden Pappeln, rot blutenden Erlen zum Weltenbaum

August:

Schmetterlinge, die  Metamorphose vom Ei zur Raupe, von der Puppe zum Falter, als mythologische Bedeutung des 15. August, durch das Verpuppen und Schlüpfen aus dem anscheinend leblosen Kokon nach monatelanger äußerer Ruhe. In der Antike das Sinnbild der Wiedergeburt und Unsterblichkeit, in der christlichen Kunst noch heute das Symbol der Auferstehung

Buche:

ihre dünnen Rindenstäbe waren einst die geheimen Runezeichen-Lesetafeln der weissagenden Nornen: die Schicksalsgöttinnen der Germanen, die ihre Geheimnisse immer noch dem zu raunen, der Zeit hat, ihnen im Rauschen der Bäume, im murmeln des Wassers oder im feinen Summen eines Käfers zu lauschen. 

Drahtwürmer:

die Larven der einst sehr gefräßigen Saat-Schnellkäfer als Erfolgsquote der Saatkrähe bei ihrer Schädlingsbekämpfung

Eschenwunder:  

eine Schlange zerfrisst ihre Baumwurzeln, eine andere lebt in ihrem Astwerk. Zwei Hirsche weiden ihre Blätter ab, doch ihr Blattwerk erstreckt sich über das ganze Universum.

  Hummelragwurz:

auf die Lippen dieses Orchideen-Knabenkrauts kommt es für die Fetischisten der Hautflüglermännchen beim Begatten an !  

Illwald-Biotop: 

mein linksrheinisches Gegenstück

Kahnfahrten:

zu den Altrheinfahrten im Flachkahnkönnen für Frühaufsteher und Naturliebhaber ab Kappel gebucht werden

Kolbenente: 

beim Abflug läuft sie Flügel schlagend übers Wasser - Männchen gehen zur Brunstzeit im Faschingskostüm schwimmen

Kormoran:

dieser, schöne, kecke und im Langhalsflug bewandter Weißkopf-Ruderfüsser und sehr guter Taucher muss ständig sein metallic-Gefieder trocknen

Lianen:

auffälligste Schlingpflanze, deren Stiele viel zu flexibel sind um sich selbst zu stützen, klettern an den Bäumen dieser Auenwälder entlang

Libellen: 

das älteste Kerbtier braucht ein ganzes Jahr für seine volle Entwicklung! Lebt nur 1 Monat, aber dies schon seit ca. 300 Mio. Jahren in ca. 3.500 Arten!

Orchideen:

Orchideenwiese - Topmodels im Nebelbad der Rheinauen - von April bis Juni auf deren Laufstege - mit den Waffen einer Pflanze läßt sie sich bestäuben

Orchideenlehrpfade

Montenach (Nordlothringen) oder der "Grand Marais" der Petite Camarque bei St. Louis (Basel) und in Erlinsbach (schweizerischer Aargau.)  

Pappeln:

Napoleons atemberaubend schnellwüchsig, leuchtturmartige Gebietsmarkierer, aus deren gefälltem Holz noch grüne Zweige treiben. Regionale Decken- und Kissenfüllungen mit ihren mit Kamelhaar vermischten Blüteflocken

Rabenkrähe:

dank dieser Aaskrähe, die nicht nur auf Müllhalden entsorgt, bleiben die Äcker frei von Unrat und zu vielen Ratten 

 île de Rhinau:

unter Naturschutz stehende Altrheininsel auf der anderen Rheinseite als ebenso wichtiges Überwinterungsgebiet der Wasservögel und deren Frösche, Lurche, Molche und Reptilien

Ried: 

mit Sumpfgras und Schilf bewachsenes Moorgebiet

Rohrdommel:

trotz plumper "wump-pump" - Balzrufe ein perfekt in Streifen getarnter, langbeiniger Schilfröhrichtjäger der Altrheinarm-Verlandungszonen

Saatkrähe:

geselliger Rabenvogel in etwas struppiger Gefiederhose betreibt, bei fleischarmen Speisevorkommen, auf den Feldern Schädlingsbekämpfung aller Schadinsekten!

Schachbrettfalter:

(Melanargia galathea) dieser bestechend schöne Schmetterling kann nur auf Pestizid freien Wiesen überleben. Sein Zyklus vom Ei zur Raupe, von der Puppe zum Augenfalter (Satyridae) als Tag aktives Fluginsekt, das nicht auf der Roten Liste stehen müsste! 

Schmetterlinge:

Schlüpfwesen mit vollständiger Verwandlung wie Ameisen, Bienen und Wespen, als butterfly verdanken sie auch im Mittelalter ihre Namensgebung vom anziehenden Schmetten (offener Milchrahm) mit unkoordiniertem Flugverhalten einer Achterbahn bei 200m Sichtweite für die Flüssig-Ernährung nur aus Blütennektar-Kelchen!

Stieleiche:

mächtiger Blitzableiter und natürlicher Rutengänger, weil er seine langen Pfahlwurzeln genau dort in die Erde bohrt, wo sie auf sich kreuzende Wasseradern treffen! Wie am Parkplatz der Saukopfbrücke neben einer Robinie

Sumpf-Heidelibelle:

ihr Profil: rasante Beschleunigung von der Larvensprengung zum Pflanzenaufstieg, geht von der Wasserpflanze aus sitzend mit 95km/h Flügelstärke auf Beutefangschuss!

Taubenschwänzchen:

zum Nachtfalter-Foto von Heidi Jost-Stucki

(Macroglossum stellatarum) ...aus manchem losen Falter, ward manch ein guter Alter... So auch die grüne Raupe am Labkraut im Verwandlungskleid, aber immer mit dem orange-blauem Stachel. Ihr ahnt, welchen mit Pelz ausstaffierten Nachtschwärmer ich euch aus meinem Revier vorstelle... Insekt, Schmetterling und Schwärmer in einem, auf Nektarsuche an nicht nur blauen Schmetterlingsfliedern. Unverkennbar mit seinem langen Saugrüssel und dem auffälligen Flugverhalten gilt er als Spezialist für Winden, Natternkopf und Seifenkraut. Dieser Nachtfalter kehrt Tag für Tag an reichhaltige Nektarquellen zurück, ebenso bleiben sie ihren Ruhe- und Schlafplätzen oft ein ganzes 4-Monate-Falterleben lang treu.

Vogesenföhn:

talwärts wehender Traubenkocher und Geheimnis des milden Klimas am Oberrhein: die Wolken sammeln sich erst am Schwarzwald wieder und regnen dort ab 

Waldohreule:

diese Federohren-Krähe legt ihre Eier frech in fremde Greiferhorste und Eichhörnchenkobel. Asio otus kann in freier Natur bis zu 28 Jahre alt werden. Sie kommt ebenso häufig vor wie der Waldkauz. Mit der Eiablage von 4-8 Stück im März/April beginnt die 27-28 tägige Brutzeit. Was danach passiert verrät euch der Link. Es gibt ein Amateur-Video von Eltern und Jungen und die 'Eulen ungewöhnlichen' Rufe.   

Wiesenbewohner:

im Mai sprengt der Schwalbenschwanz-Schmetterling als Falter seine Hülle, aber nur wenn er eine ungemähte Wiese zum Überwintern vorfand.   

Woody Wood Pecker:

(alias Buntspecht, Rotspecht oder Schildspecht) trommelt dieser bemerkenswert schöne Auwald-Dandy weil er nicht singen kann ?

  Yggdrasil

germanischer Weltenbaum, der alle 9 Ur-Welten der Sagenkunde berührt, grünt auch hier solange die Welt besteht 

als Natur-Ausflugsziel geeignet für Kinder und Jugendliche Streifzüge

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Oberrheingraben: Entstehung des  Vulkanmassiv Kaiserstuhl)

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Zeitreise am Michelsberg: keltische Kultstätte (Nordvogesen)

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Lachmöwen-Flugshow und ihre Beobachtungswarten zurück zu den Wasservögel-Aktivitäten im Taubergiessen (1)

zu den KAHNFAHRTEN in den verbliebenen Altrhein-Seitengewässern

riedtypische Tierlaute

Dieses durch seine Unzugänglichkeit so geschützte, morastige Wassergebiet sucht rein vom Klang her etwas in mir wachzurufen. Ich verfüge über ein feines, mich einstimmendes Gehör für

dumpf verhallende Trommellaute des Spechts

erheiternde Kuckucks- und Taubenrufe  

Regenpfeifer-"pius"  

Vogelsangwirrwarr  

Brachvogel-Gekicher  

Wasserfrosch-"krro-ak"-Chöre  

heiseres "griä-griä" elegant gestylter Flussregenpfeifer  

melodisches Nachtigallkonzert  

tiefen Krächzen der ganz großen Fischräuber hier: 

 ein, dem Altrheinverlauf artgerechtes, Inselparadies

der pelikanrtige Ruderfüßer am Oberrhein, oder der Kormoran beim Fischen (Photo © Eric Ferry / Bruno Oertel)

 

 

 

 

 

 

Dieses Rheinried (allemannisch: Rieth = Schilf, Binse) bietet hier allemal (nicht nur vor mir) sichere Brutstätten. So wie dem pelikanartigen Ruderfüßer, zu Gast hier am Oberrhein seit 1967, alias Kormoran, beim Fischen (Photo © Eric Ferry / Bruno Oertel). Aus Holland und Dänemark zum Überwintern einfliegend, haben wir hier auch für ihn genügend Platz für seinen Aufenthalt von Ende Oktober bis Anfang März. 

Die Begegnung mit dem tief krächzenden Comicstar verdanke ich noch hohem Auwaldbestand mit fischreichen Altrheingewässern. Nach sehr ausdauernder Abtauchjagd auf Weißfische trocknet dieser "Meeresrabe" seine schwarzen Federn mit grünem metallic-look.  (Seine Urahnen haben es versäumt ihre Fettdrüsen einzufordern.) Dabei bevorzugt er, in "Reih und Glied" mit seinen Kameraden, die Betonrampen des Rheinbettes anstatt der Baumäste. (Dorthin, zu seiner durch euch bedrohten Brutkolonie, zieht er sich nur zum Brüten zurück.) 

An der Rheinfähre Rhinau (F)-Kappel (D) treffe ich diesen kecken, für euch auffallend weißköpfig gezierten Kormoran stets an. Unverwechselbar mit langgestrecktem Hals und mit stets nach oben zusammen geklappten Flügelschlägen überfliegt er sein Fischrevier. Entweder im Tiefflieger-Trio über der Wasseroberfläche bei unmittelbarem Fährbetrieb, oder einzeln hoch oben. Sein 'team' versäumt es dabei nicht die Rheinseitengewässer fließbandartig der Reihe nach abzutauchen, um seine festgelegte Tagesration von 300g Fisch zu ertauchen. Nicht um sie von ihrem jeweiligen Fischreichtum zu befreien versteht sich! Stört ihr ihn dabei benötigt er 500g. Er verlässt seine Jagdgründe wieder rechtzeitig vor deren Ausplünderung um nach neuen Ausschau zu halten. Habt ihr gar selbst Fischreviere so trickst ihn doch aus mit schockend blauen Netzten; denn diese Wasseroberflächenfarbe existiert für ihn nicht. Vogelschützer bitten zu bedenken, dass dieser nicht, wie ihr, auf Griesbrei als Nahrung ausweichen kann.      

Wenn ihm seine heiß geliebten Fichten fehlen 

Waldohreule begrüßt ihre WirteWaldohreule Foto: siehe Linkfühlt sich mein unmittelbarer Jagdkonkurrent hier ebenso wohl. Ich bin auf der Hut, denn der mit Feldmäusen und Vögeln bis zur Drosselgröße bestückte Speiseplan dieses Wiesenjägers bedeutet mir allemal Rivalität. Mit seinem rindefarbenem Gefieder, bis hin zu seinen anliegenden Ohren ist er ebenso eine optische Konkurrenz für mich. Diese schön marmorierte Waldohreule hat's ganz schön dick hinter ihren Federohren! Unsere gemeinsame Begegnung beginnt meistens mit ihrem "wäg-wäg-wäg"-Gebell, was schon alles sagt. Ein kurzes "whägh-whägh-whägh" meinserseits kann ich ihr ja noch erwidern. Mit ihrem dumpf überlegenen "huh" weist sie mir aber dann den Weg. Im Gegensatz zu mir, lässt sie in mäusearmen Jahren ihre Brut aus. Entschließt sie sich aber dazu, so legt sie ihre Brut dreist in alle Krähen- wie Elsternhorste und Taubennester, sogar in meinem Garten.  Erstmals begrüßte sie mich kurz vor Mitternacht von hoch oben im Elsternhorst des damals noch nicht vom Sturm Lothar gefällten kanadischen Ahornbaumes. Wohl auf ihrer Suche nach geeigneten Brutplätzen. Dabei lockte sie alle Nachbarn ins Freie. 

Danach sollte ich Zeuge ihrer Dreistheit werden, als das verlassene Elsternnest in der hohen, spindeldürren Tanne besetzte und dort im Mai drei Jungen ihrer Brut vor meiner Nase durchbrachte. Mit der Bruteierablage in Greiferhorsten samt Eichhörnchenkobeln setzt sie, meiner Meinung nach, noch eins drauf! Auch ihr Paarverhalten der Saison-Ehe gleicht der dem meinigen. Doch sie beginnt weit früher mit der Paarbildung, ihrer Balz, zumeist Mitte Februar. Ihre Eiablage im Elsternnest im März/April kann von 4 bis zu 8 Eiern reichen. Dieser folgt eine Brutzeit gleich einem weiblichen Regelzyklus, von 27-28 Tagen. Weitere 20 Tage verbringt sie mit der Betreuung der Nestlingszeit ihrer drei Jungen direkt über mir. Bauch an Bauch sitzen sie den ganzen Tag über beinahe bewegungslos auf ein und demselben Ast. Mit hellgrau aufgeplustertem Gefieder nun deutlich größer als ihre Eltern. Bei ihren ersten Flugerfolgen verteilten sie sich dann im Ahorn großen Zierbaum und wurden, wenn nicht in den zahlreich benachbarten, gerade üppig reifen Kirschbäumen noch weitere Wochen (5-6) von ihren Eltern versorgt. 

Eigentlich mag ich sie ja nicht so sehr leiden. Sie taxieren mit ihren roten Augen meine Körpergrpöße und kommen mir auch noch im Feldmäuse-Speisplan in die Quere. Hinzu kommt, dass sie mir dazu noch Sperlinge und Grünlinge weg erbeuten.  
Beide bevorzugen wir gemeinsame Schlafplätze. Nun, angesichts des hier, dank der Haselnüsse, gut eingebürgerten Eichhörnchens, eine weitere Bereicherung. Übrigens, meine zweibeinigen Weggefährten (gänzlich in sie vernarrt) haben sich für die Abendstunden extra eine Pfeife besorgt, die ihre "huh"-Töne nachahmt. Bald hatten sie jedoch das ganze nächtliche Rufkonzert, dieser tag- wie nachtaktiven Rufen, die so gar nicht nach 'huh-huh" anhörten! Ja sogar, die vom Regen völlig durchnässte, sich der Nässe ausschüttelnde Waldohreule direkt am Fenster sitzen, sozusagen mit direktem Blickkontakt auf Augenöhe.  

 

 

 

 

Doch manchmal, wenn sich diese Eule oben auf ihren Baumästen um Mitternacht einsam fühlt und ich keine Kletterpartien mit ungewissem Ausgang mehr unternehme, höre ich ihr langes «huuuhhh»-Seufzen über mondbleiche Fluren. Ihr Freund der mit seinen unwiderstehlich orangefarbenen Augen gluckst, kichert und krächzt kaum noch. Mit seiner enormen Flügelspannweite von 170 cm überschwebt er als größte Eule äußerst selten noch die Baumwipfelnester. Sein dumpfes, fast erschauerndes «wúoh» ist nur noch fern ab in felsig-schluchtigen Geländen und ausgedehnten Waldgebieten hörbar. Oft werden von euch beide als vermisst gemeldet: der Uhu und der schön gefiederte Habicht. Ohne diese beiden, ihre natürlichen Feinde, die Rabenkrähe (Foto: © dhartworx nature)hätte es die als Einzelbrüter sich fortpflanzende Rabenkrähe (Corvus corone corone), mit stets befiedertem Gesicht, es beinahe geschafft: ihre ungestörte Abfallbeseitigung der Rheinriedfelder. Wäre sie euch dabei nicht begegnet. Ihr Erkennungscode ist das 3x wiederholte «krah» und ihr Spezialgebiet als Aaskrähe ist die Verwertung von Aas, Abfällen, Grünzeug, und alles vom Wurm bis zur Ratte; selbst Junghasen. Sie ist dazu noch erstaunlich gut drauf. Bei Regenschauer Ende November liege ich auf der Ofenbank. Sie dagegen, vom höchstem Wipfel des blattlosen Ahorns aus - mit ihren übermütig vielseitig, wie gut hörbaren Krähen, scheint damit sogar mich zur Mäusejagd ermahnen. Bei Bodenfrost besucht mich das lebenslang verbundene, menschenscheue Pärchen, notgedrungen angelockt vom täglich erneuerten Komposthaufen neben hohem Baumbestand.  

 Saatkrähen: Profifeldarbeit !

die Profi-Feldarbeiterin für deren Vorzüge noch viel Aufklärung nötig ist (Foto: © John Haslam) 

 

 

 

 

die Saatkrähe (Corvus frugilegus)(Foto: © John Haslam)     

Das schönste Ereignis am Rheinufer liefert mir das Himmelspektakel im Siedlerverbund, etwas oberhalb der von Lianen oder Mistel umwachsenen Riesenpappeln. Im Winter übersegelt ihre wilde Flugschar die brach liegende Feldatmosphäre zu meiner Belustigung. Ihr kennt sie auch als Fußgängerin mit leicht hüpfendem Hühnergang. Die wesentlich sozialere und geselligere, tief schwarz glänzende Saatkrähe (Corvus frugilegus) betreibt hier Profifeldarbeit! Mich begrüßt ihre Gemeinschaft gleich bis zu Hunderten ihrer Artgenossen. Ihr breiterer wie längerer Schnabel meldet euch ein tiefes, rauh lang gezogenes «kraah». Ihr "outfit" besteht aus struppig herabhängender Federhose und grindig nacktem Gesicht um den Schnabel herum. (Dieser Makel beginnt im Januar ihres 2. Lebensjahres und wird im Greisenalter unübersehbar.) 

Auf Arbeit hüpft sie teils verlockend tapsig oder stakst wie ein Storch über vom Hochwasser heimgesuchte Felder. Für den Bauer leistet sie als kostenlose Leiharbeiterin nützlichste Feldbodenarbeit. Mit ihrer unübertrefflichen Schädlingsbekämpfung, wenn die davon profitierenden Bauern nicht alles andere zuvor mit Spritzmittel beseitigen, so dass selbst Mäuse keinen Lebensraum mehr finden und nur noch das Spritzmittel resistente Welschkorn überlebt. Der im Volksmund genannte Rabe oder die 'Krab' gehört zu den Experten schlechthin, wenn es darum geht wahre Unmengen von Engerlingen, Drahtwürmer, Eichenwicklerraupen, Rüsselkäfern und Nacktschnecken aufzuspüren und Mäuse zu reduzieren! Dabei finden die, ihren Weibchen lebenslang angepaarten, Männchen im März noch Zeit zur Balz mit Verbeugungen und schönen Tönen. Am Rheinufer verschönern sie den Horizont der Winterabendsonne mit ihrem, den Himmel ausfüllenden, Flugspiel zu ihren Schlafbäumen, im wechseln der höchsten Auwaldbaumkronen. Bereits Ende Oktober, Anfang November besuchen sie mich auf den abgeernteten Feldern, die meinen Schlafplatz umgeben. Ihren tiefen Rufen folgend erlebe ich meine letzten eisfreien Streifzüge. 

das Taubergießen am Rheindamm nahe der RheinfähreAus seitlich abgelegenen, toten Gewässern

ragt neben schönen Seerosen und urwaldartig verwildertem Gestrüpp  wunderlich verschrobenes Auwaldastwerk empor. Inmitten des Schilf-Sumpfgras-Moors beginnt das Reich der Mückenschwärme. Wie hier überall im Ried, herrschen ideale Brutbedingungen für Schnaken und Libellen. Im Homepage-Seitenkanal: "Illwaldbiotop" findet ihr mehr über ihr  Persönlichstes. In dieser Auenlandschaft, wo ihr nur noch im Kahn oder Einmannboot Zugang findet, und ich schon wegen der Wasserschlingpflanzen nicht schwimmen würde, beginnt ein einzigartiges Inselreich. Geschützt im Weidenhaingestrüpp dienen sie als Brutstätten für die hiesigen Wasservögel. Ihr im Kahn! Folgt nur den knarrenden Lauten des brutzeitschönen Faschingsgecken unter den Tauchenten mit rotem Schnabel und rostfarbenem Kopf. Bis das Männchen der seltenen Kolbenente im Ruhekleid wieder dem weißwangigen Weibchen ähnelt, geht er einfach auf den Faschingsball. Verkleidet als weiß geflankter Rotschopf mit schwarzem Bauch läuft er dazu im Abflugmanöver laut flügelschlagend übers Wasser. Das vertreibt jeden! Ebenso den mit auffällig roten Rosen über den Augen geschmückten Riedhahn. Wie soll ich dabei den balzenden Hauptschlag dieses Auerhahns zu hören bekommen, von dem ihr behauptet, dass er sich so anhört, als ob man einen Korken aus der Flasche zieht? Der unvergleichlich bizarre Riedzauber erschließt sich euch vom Boot aus. Stochert doch einmal selbst mit einem Paddel durch die verwunschen, manchmal Dickicht engen Wasserläufe. Hierzu bieten sich gleich  linksrheinische Bootsfahrten mit an. Sei es durch die schönsten Wasserwege des Rieds, den Kanälen der Île de Rhinau und dem Brunnwasser >:  Regional-Agenda

Regelmäßige, riedtypische Rheinauenüberflutungen 

verhindern das Zuwachsen mit Schilf. Sie erhalten mir beschauliche Lichtungen mit einjährigen Gräsern und Kräutern. Das Überbleibsel noch unversehrter Rheinauen findet ihr nur da, wo ihre Flachwasserzonen an Gräben, Bachrändern und Tümpeln noch Grundwasseranschluss haben. Also, auch noch Rheinwasserüberflutungen haben und starke Wasserstandsschwankungen aufweisen. Es sind Überschwemmungsgebiete der elsässischen Ill, die mit ihren Frühjahrshochwassern den Auenlehm des grauen Ried prägen. Da gibt es einesteils die feuchten Senken der Gschlederwiesen, in der die Sumpfgrille-Männchen schon ab Mai den auch für mich nur schwer zu ortenden, schrill wie hohen Gesang darbieten, wenn die Wiesenumpflügung sie hat überleben lassen. Ein weiterer Geradflügler, die Waldgrille, gibt hier, an den Gebüschrändern feuchter Wiesenstellen ihr Open-air Sommerabendkonzent, zusammen mit der Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa). Und nur da folgen meine geweiteten Pupillen dem unaufhörlichen Schwirren eines der ältesten Insekten der Welt. Diejenigen unter euch, die sich für das Leben in Teiche und Fischteiche interessieren, können Zeuge einer außergewöhnlichen Verwandlung werden. Unsere Libellenlarven leben im Wasser! Dort beginnt ihr immenser Schöpfungsaufwand für eine einmonatige Lebensdauer. Ihre Larven sind sehr gefräßig und gleichzeitig Experten im Fasten. In den stets im Wasserstand schwankenden Gewässern hier bewegen sie sich ca. bis zu 2 Jahre lang auf Beute lauernd. Notfalls ziehen sie langsam schreitend in andere Gewässer um. Diese Relikte aus der erdgeschichtlichen Vergangenheit verblüffen euch mit ihrem abrupten Lebenswandel.

Steckbrieflich gesucht in den Halbtrockenrasen des Gschleder's

Lycosidae wanted ! Alopecosa striata alias Wolfspinne. Dieses große, schwarzbäuchige Tarantel-Männchen wurde zuletzt südlich des Kaiserstuhls, im Taubergiessen, in den trockenen Sandwiesen ausfindig gemacht. Ihr Schlupfloch, das Versteck vor euch, war vielleicht unter einem Thymian-Horst. Ausgebaut und austapeziert versteht sich, als Rückkehrort von ihren Jagdausflügen.

Sumpf-Heidelibellen : Segler mit Flügelstärke !

Die Kleinlibellenlarve pumpt Blut in ihren Brustkorb und Kopf. Gleichzeitig schluckt sie dabei Luft. So reißt sie ihre Larvenhaut entlang der Rückennaht über Brust und Kopf reißverschlussartig auf. Damit dieses wehrlose Insekt seinen «Jungfernflug» starten kann, braucht es zur Versiegelung ihrer Flügel noch einige Sekunden Sonnenbestrahlung. Ob vom Wasserpflanzenblatt, Kieselstein oder Erdklumpen aus, die Segellibellen hier (aus der Familie der Heidelibellen) sind nun aus dem Ansitz heraus zu ihrer Blitzbeutejagd bereit. Die schöne Sumpf-Heidelibelle (Sympetrum depressiusculum) steigt nach über Monate langem Puppendasein dazu sofort nach dem Sprengen ihrer Larve an den Wasserpflanzen hoch. In Ufernähe, macht mich diese Segellibelle ganz verrückt. Einzig aus ihrer Flügelstärke heraus bescheinigt ihr ihr dabei eine Beschleunigung von 40-95 km/h um auf  Kleininsektenbeutefang loszuschießen, dass es mir schwirrt! An noch spärlich bewachsenen Ufer-Kiesflächen zwischen Wyhl und Rust jagt auch noch eine andere Einheimische. Die bereits auf der Roten Liste geführte, rot gebänderte Heidelibelle. Tipp: Beim Sitzen trägt diese Kurzlibelle ihre Flügel nach rückwärts zusammengeklappt über dem Körper. Ihrer Fluggrazie, nicht ihrer Fluggeschwindigkeit wegen, lobt ihr sie als Schmetterling unter den Libellen.

Schachbrettfalter Invasion im Taubergiessen.jpg (35227 Byte) Schachbrettfalter (Melanargia galathea (LINNAEUS, 1758) am Halm der letzten ungemähten Sommerwiese im Taubergiessen)    Schmetterlingsflügel, die sanfteste Art durch die Lüfte zu fliegen ! Beim Blauen Loch, im Juni, eine letzte noch ungemäht blühende Wiese. Ungeahntes Treiben auffallend schöner Schmetterlinge. Rastlose Flugscharen, die mit ihren nur scheinbar perfekt 'schwarz-weiß'  gezeichneten Flügel, eilends an den letzten Wiesenblüten den Nektar aussaugen. Sie sind so beschäftigt damit, dass sie mich nicht wie sonst üblich im Beobachten wahrnehmen. Ihren Landeanflügen folgend lande ich unversehens inmitten zahlreicher, mir zunächst noch unscheinbar blühender, Sommerwiesenblumen. Ein durch Insekten- und Vogellaute perfekt inszeniert angestimmtes, paradiesisches Open-Air-Konzert mit den eben hier auch erwarteten, unverwechselbaren Schönheiten der Junifarben und -formenszenerie, mit namhaften Künstlern wie Schmetterlingsblütler und Knabenkrautorchideen. In freudiger Erwartung nehme ich meine Sitzplätze im grellen Sonnenlicht ein. Ein Verweilen hier ist unmöglich! Von Halm zu Halm, von Blüte zu Blüte, ein unaufhörliches Springen, Hüpfen und Fliegen der Grillen und Heuschrecken. Letztere denkt sich wohl es genüge sich vor meinen Augen stets hinter dem jeweiligen Grashalm zu positionieren um nicht gesehen zu werden. Irrtum!  Das Naturschauspiel Sommerwiese hat begonnen. Der Anblick der Schönheit ihrer Teilnehmer (innen) entführt meine Sinne in das Wunder ihrer ureigenen Verwandlungskünste.  

Die regionale Schmetterlings-Prominenz tritt unübersehbar Flügel schlagend auf, ja invasionsartig. Eine Generation Augenfalter, genannt Schachbrettfalter erlebt hier, auf letzter ungemähter Wiese, ihre Lebensflugzeit von Juni bis August bei Temperaturen ab 20°C. Welch ein Anblick zwischen Samtflügel und Körperfellhaaren dieses bezaubernd schönen vierbeinigen Wesens mit gekeultem Fühler, welches ihr Fluginsekt nennt. Es sind die Süßgräser, wie das Honiggras, die ihr als Futterpflanze seit Raupendasein dienen. Ich treffe sie hier zahlreich, bei Sonnenschein auf letzter Natur belassener Wiese am Waldrand, wo so in aller Hektik Blütennektar trinken. Am  liebsten auf den gerbstoffreichen, auf Trockenrasen blau blühenden Skabiose - Kardengewächsen der Wald- und Acker-Witwenblumen oder auf Disteln. Vögeln wird nachgesagt diese Falter zu meiden. Sie scheinen von Natur aus ungenießbar zu sein. Seinen Namen verdankt er der Schachbrettartigen schwarz-weißen bis schwarz-gelb, sehr wechselhaften Musterung der Flügel (Damenbrett) die zwischen 4-5cm Spannweite liegt, je nach Geschlecht. Die Flügelunterseite ist schwächer gezeichnet, sie verrät auch sein Geschlecht: Männchen haben ein schwarz-weiß Muster und Weibchen (etwas größer als Männchen und etwas undeutlicher in ihrer Unterseite) sind hellbraun-weiß, und erst bei der Paarung sichtbar voneinander zu unterscheiden. Sie läßt ihre Eier im Flug fallen. Schachbrettraupen sind grünlich/sandfarben oder längs gestreift in schwarz und weiß, so verbergen sie sich trickreich vor ihren Feinden und fressen nachts. Ihre Weibchen schlüpfen später. Sie überwintert hier frisch geschlüpft oder nach der ersten Häutung. In Ruhestellung klappt dieser Augenfalter die Flügel zusammen. So übersteht er auch Zeiten mit schlechter Witterung, um dem zu entgehen heißt es im August für euch: Geht 'raus und genießt jetzt den Anblick blühender Wiesen voller Schmetterlinge, sie werden immer seltener!

zum Nachtfalter-Foto von Heidi Jost-Stuckià propos:  von wo kam es nur her, dieses im Rheinried alljährlich beobachtete Taubenschwänzchen? Bis zu 2.000 km große Distanzen über mehrere Klimazonen hinweg, northward-bound, mit enorm hohen Energieverbrauch für einen Falter, schlürfen sie täglich ca. 0,5 Milliliter (0,3g) Nektar.  Das ist ähnlich stressig wie Fliessbandarbeit bis zu 100 Blüten pro Minute. Dazu rollt er den Tankrüssel aus, auch bei zusammen gesetzten Blütenständen (Dolden, Rispen), um immerhin 500 bis 2.200 des Blüten des Schmalblättrigen Weidenröschens (Epilobium angustifolium); die auch bei Regen angeflogen werden, bei einer Flügelschlagfrequenz von ca. 70-90 Schläge/Sekunde. Er gehört zu den wenigen Insekten, die auch rückwärts fliegen können! Wo er als Raupe auftaucht soll es bis zu 12 Labkräuterarten (Galium) geben (Echtes Labkraut (Galium verum), Wald-Labkraut (Galium sylvaticum), Wiesen-Labkraut (Galium mollugo) und Kletten-Labkraut (Galium aparine); er verschmäht auch nicht den Waldmeister (Galium odoratum) oder die Sternmieren (Stellaria). 
 

Taubergießen, Kaiserstuhl und die Vogesenhänge 

                                        Schmetterlingsblütler der Orchideenwiese beim Blauen Loch

      Schachbrettfalter

 

 

 

 

 

 

 

 

ihr kennzeichnender Witterungsablauf (Klima) in diesem Feuchtgebiet empfindet ihr, aus den gemäßigten Bereichen kommend und ich ohnehin, als fast tropisch. Ebenso tropisch betörend begrüßt euch die, vielleicht vor ca. 120 Millionen Jahren im heutigen Malaysia geborene, samtene und insektenförmige Orchidee. Das beständige Feuchtnebelbad bis in die Lichtungen mit seinen reizvollen Prärien aus Wiesengräsern erlauben es auch Schneewittchen und Rosenrot euch hier noch von April bis Juni ihre Knabenkrautlegenden zu spinnen. Wollt ihr dem Märchen des Insektenknabenkrauts, den nach dem griechischen Wort "ophrýs" für Augenbraue benannten Ragwurzarten begegnen? So achtet nur auf die Lippen der vier, 15-30 cm hohen, Topmodels in den Rhein nahen Kalkmagerwiesen. Bei der schönen Hummelragwurz (Drohnenragwurz) z.B. ist diese dunkelbraun mit verschiedenen gelblichen Zeichnungen, am Rande gelb und pelzartig behaart, an der Spitze mit einem kahlen, aufwärts gebogenen Anhängsel. Die Ophrys fuciflóra*, deren Blüteform einst mit einer Drohne verglichen wurde (*fucus/flos) hält euch dazu noch auf Trab mit ihren bis zu 100 verschiedenen Orchideenblüten. Der Orchideen-Trick zur vermehrenden Bestäubung: Ihre Blüte ähnelt in ihrer Form den Insekten, die sie bestäuben. Was brachte sie jedoch dazu den Geruch von weiblichen Insekten zu kopieren? Während ein so herbei gelocktes Männchen vergeblich versucht, die Blüte zu begatten, bestäubt es die Pflanze mit dem Pollen, die es von vorherigen Versuchen 'vergeblicher Liebesmühe' mitgebracht hat. Doch die Orchidee ist bescheiden: ist eine Blüte erst einmal befruchtet, nimmt sie den Geruch eines bereits befruchteten Insektenweibchens an. Hier, inmitten dieses Naturschutzgebietes jedoch verdankt sie sich dem stark abgesunkenen Grundwasserspiegel durch Tulla's Rheinbegradigung. Das Geheimnis dieses Klimas, neben der nun erkalteten Vulkaninsel des Kaiserstuhls, ist der Vogesenföhn (zu seiner Entstehung mit der des Oberrheingrabens folgt dem Link links unten: Regio am Oberrhein). Als Rebenkocher spendet er ebenso Nebelbäder, Taunetze und das Rheinauenklima. Doch artgemäß locken mich wieder die nahen Waldränder. Aus ihren sich schön im Wind wiegenden Baumwipfeln höre ich oft fremde, kurze Vogelrufe.

Urwaldartige Ried-Auenhölzer mit Lianenumhang 

Inmitten des Summen, Klopfen, Rufen, Singen, Kichern, Plätschern und Quakens ist das pflanzliche Umfeld durch Auenhölzer bestimmt. Sie lieben sickerfeuchte, teilweise überflutete und steinige Böden. Feuchte Auen halten sogar die, sich auf kreuzenden Wasseradern festwurzelnden, Blitz anziehenden Stieleichen (Sommereichen) 600 bis 1000 Jahre lang jung! Unter anderem auch deshalb bereits von Kelten und Germanen als heilige Bäume verehrt. In ihrer das Ried prägenden Gesandtschaft befinden sich teils riesig hohe Weidengewächse: im Wind wiegend rauschende Streichhölzchenlieferanten, die Pappeln mit urwaldähnlichem Lianenumhang. Deren 'Baumwolle' bemächtigt man sich regional, unter hohem Kletterpflückeinsatz, teils bereits vor ihrer Windverbreitung als wärmend leichtes Steppdeckenfüllmittel. Ein Silberweidenwald mit Feldulme (Ulmus minor) besiedelt die trockensten Stellen mit der Traubenkirsche (Prunus padus) und der Silberpappel (Populus alba). Diese wiederum weist schon die Abbauphase des Weidenwaldes auf und leitet über zum Eichen-Ulmenwald. -  Mit von der Partie sind die teils mehrstämmig aufsteigenden Birkengewächse der Erlen, deren Holz an Schnittstellen blutrot anläuft. Nicht zu vergessen, das Sinnbild der besonnenen Einsicht: das den letzten Frost abwartende Ölbaumgewächs der Esche: der Weltenbaum Yggdrasil. (In der germanischen Mythologie finden wir die Eschenkrone als Himmelsüberrager. Der Gilgamesch-Epos berichtet von der Midgardschlange, die über Yggdrasil liegt, mit ihrem Laib Himmel und Erde zusammenhaltend, so, dass sie sich in den Schwanz beißt. Ihre Zweige reichen bis zur "Draussenwelt", ihre Wurzeln gar bis zur Nebelwelt der Urzeit noch vor der Schöpfung. 'Seine' Wurzel hält fest in Menschenerde (Midgard), dem Wohnsitz der Menschen. 'Seine' Krone wölbt sich am Himmel. Sie umfasst das ganze Weltengebäude.) Erst im Winter, als kahler Baum belustigt er mich mit dem Abschießen seiner flachen Nüsschen, die er eigens dazu in zungenförmige Flügel eingebaut hat. - In den Eichen- Ulmenwälder, in denen die lazidophilen Pflanzen fehlen, findet ihr die Frühlings-Wildkräuter wie der nach Knoblauch duftend, weiß blühende Bärlauch oder das gelb blühende Scharbockskraut, das euch die Zitronensäure an der Salatsoße ersetzt. - Doch die schönsten Frühlingsblätter besitzt die Buche mit silbrigem dünnem Rindenkleid, die Einwanderin aus Norden seit den Verschiebungen der letzten Eiszeit. Sie sind mit seidig glänzenden Wimpern bedeckt und Ihr Laubdach scheint in der Sonne so hellgrün, dass ihr es nicht erahnt, dass sie damit ihren flach, auf kalkreichen Böden,  am Boden entlang laufenden Wurzeln Sonnenschutz gewährt. Und nur unter diesem Lichtdach findet ihr Veilchen, Himmelsschlüsselchen, Leberblümchen, Lungenkraut und Buschwindenröschen. Junge Eichen, Fichten oder Ahornbäume können sich in ihrer Nähe nicht mehr durchsetzen. Vor langer Zeit waren es einmal nicht nur Herzen, Pfeile oder Namen, die in Buchenrinde eingeritzt wurden, sondern Zauberzeichen und magische Buchstaben. Das 24-Buchstaben-Alphabeth, die Runen oder Raunen der Germanen mit geheimen Zeichen.

 Buntspecht (Dendrocopos major) - (Foto: Wikipedia)

 

 

 

 

 

 

 

Buntspecht-Schönling betreibt eigenes Fitness-Studio

Die unscheinbare, nur im an Unterwuchs reichen Laub- und Mischwald auftretende, Nachtigall gibt mir (nicht nur nachts) lang anhaltende, abwechslungsreiche Konzerte. Im Gegensatz dazu, trommelt hier tagsüber, wie im heimisch häuslichen Obstgarten auch, ein auffallend bunter Schönling mit unverkennbar knallroten Farbakzenten: im Nacken wie unter seinen Schwanzfedern, doch nur die Männchen besitzen den roten Fleck im Genick. Für mich nur stets hoch oben sichtbar, für euch in Apfelbaumhöhe, betreibt dieser prächtig gefiederte Auwald-Dandy, alias Buntspecht, sein "Nacken-Kopf" - Fitness-Studio. Seine 'Airbag'-Technik einer Gelenkfeder zwischen Schnabel und Schädel erlaubt ihm eine Anschlagkraft von bis zu 15 mal pro Sekunde mit befiederter Nase als Sägmehlschutz.  Vor allem das nachhallende Echo seines techno-sounds im Stammklopfen an toten Bäumen lenkt eure "Augenblicke" kurz hoch in die Baumwipfel. Dort setzt dieser amselgroße Specht und Kerbetierjäger, mit Meißelschnabel und spezialisierter Zunge, zum natürlichen Trommelwirbel an. Tut er das nicht, obwohl er bereits gesichtet wurde, neckt ihr ihn mit gleich lautendem Klopfen am Stamm, so lange, bis er antwortet: was zur Folge hat, dass er nur zusammen mit seinem Weibchen euch antwortend sein Revier verteidigt. Buntspechte hämmern Insekten und Larven aus der Borke, bevor sie im Winter auf härtere und fettere Eiweißnahrung einhämmern. Bei jahreszeitlich bedingter Insektenknappheit fressen sie Haselnüsse, Beeren und die Samen der Nadelbäume; weshalb er mir vom Garten her gut bekannt ist. Rabenvögel, wie der Eichelhäher z. B., oder euer Papagei im Käfig setzt dazu seine Füße ein. Woody-Woodpecker hingegen, er klemmt versiert die Nüsse samt Kiefernzapfen in die dazu passenden Baumspalten ein. Findet sich gerade keines, hackt er eben zuvor mal ein Loch in einen Ast, um den Zapfen darin festzuklemmen. In dieser Spechtschmiede knackt er ebenso hart gepanzerte Käfer. Deshalb begegne ich diesem kecken Kletterer des öfteren, auf den mir unerreichbar hohen Hängebirken. Als ich erstmals sah wie er mit schräger Kopfhaltung über Bodenhöhe, mal von links, mal von rechts, hinter einem Bodenast hervorpeilte, war mir klar weshalb er bei Walt Disney engagiert wurde. -  Untermalt vom Quaken der Wasser- und Laubfrösche schärft auch die geräuschvoll fliegende größte Wildtaube, die Ringeltaube, mit nur ihren monotonen "grugruh-grugru"- Rufen meine Sinne. Mit ihrem plötzlichen Feldlageraufbruch per Schnellflug haben sie mich auf meinen Streifzügen zwischen Taubergießen und Illwald schon ganz schön aufgeschreckt. All diese Ereignisse nehme ich auf meiner Ofenbank als Anlass zum Träumen.

Die Rhinauer Naturschutzinsel (île de Rhinau) 

Verbliebene Idylle am begradigten Rheinam gegenüberliegenden Rheinufer gleicht dem Taubergießen. Sie ist ein Teil dieser Wasserlandschaft getrennt vom schiffbar gemachten Rhein und der Landesgrenze F-D. Noch keinem Interessenverbund ist es bislang gelungen eine Fahrrad- oder Fußgängerbrücke über diese Auenlandschaft zu spannen, wie auf der Höhe von Weisweil am Kaiserstuhl, um ihre völlige Erkundung verkehrsfrei zu halten. So bleibt all Ihren Liebhabern nur der Kilometer lange Umweg über die Rheinfähre unter Respektierung ihrer Fahrzeiten. Die Île de Rhinau selbst mit ihren toten Altrheinarmen, Tümpel, Schilfröhrichte, Weich- und Harthölzer, Insekten und seine auf 311 ha spezifische Tier- und Pflanzenwelt schränken zumindest meine Bewegungsfreiheit ein.
Also folge ich nahe dem hydroelektrischen Wasserkraftwerk von Rhinau meiner ersten Spur. Hier beginnt das Jagdgebiet der großen Rohrdommel (Botaurus stellaris). Dieser grün langbeinige Reiher- oder Schreitvogel tarnt sich bestens mit seinem braun-schwarzen Gefieder samt schwarzer Mütze. Dämmerungsaktiv bevorzugt er die hier zahlreich teilweise schon verlandenden Wasserzonen, die seit 12. Mai 1999 wieder gefluteten Schilfröhrichte und Tümpel des Altrheins. Hier stakst er nach kleinen Fischen und Vögeln, Insekten, Frösche, Lurche und Reptilien wie Molchgelege oder Ringelnattern. Fühlt er dabei von Unerschrockenen hiesiger Sümpfe ertappt, nimmt er seine berühmte Pfahlposition ein. Starr verharrend streckt er, den Schilfhalmen gleich, bestens getarnt seinen Hals samt Schnabel nach oben. Seinem weit hörbar dumpfen Balzruf folgt im April bis Mai ein Schilfgrasnest, knapp über dem Wasser mit 4-6 olivgrünen Eiern. Auf 25 Tage Brutzeit folgen 2-3 Wochen Nesthockerei der Jungvögel. - Die einen dieser Rheininselbewohner ziehen um...
Der
Drosselrohrsänger baut sich sein Nest oberhalb des Wasserspiegels ins Schilfrohr. Wird es durch das Frühjahrshochwasser zerstört, legt er sich ein neues an - (sagt ihr) dieses Mal in 2m Meter Höhe und damit in Sicherheit. ... andere scheinen sich anzupassen. Manche Bäume sind an sich nicht unbedingt hochwasserresistent. Doch hier haben sie sich im Laufe der Zeit auf die wechselnden Wasserstände eingestellt. Trugen sie die Veranlagung dazu bereits in sich oder haben sie sich genetisch weiterentwickelt ? Die Wissenschaft hat darauf bisher noch keine Antwort gefunden. - Heute wieder ein wichtiger Platz für die hier am Rhein überwinternden Wasservögel wie Rohrsänger und Löffel-, Reiher- und Stockenten. - - - Kanuwandern, Kahn- oder Kajakfahrten im mit Lianen behangenen Riedauen-ur-wald mit Adressen im Regional-Agenda.

weitere Auflugsziele mit Kindernzu weiteren regionalen Streifzügen         der s.g. Amazonas am Oberrheinzurück ins Auwald'Gestrüpp der Giessen (1)  

 

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