« Die Götter haben uns das Land geschenkt. Himmlische Kraft hat aus kochendem Schlamm die wunderbaren Berge und Wälder geschaffen. Eine Welt, in der alle heilig sind.»  (ein wunderbarer Glaube eines uralten, friedlichen Naturvolkes, der weißen Ainu (Aino), die vertriebenen Ureinwohner Japans leben dort seit ca. 18.000 v.Chr. )

das Taubergießen (1) 

Der sogenannte "Amazonas am Oberrhein" als Beispiel für eine kleine Ausfertigung des weltgrößten, durch bestimmte Pflanzen- und Tiergemeinschaften gekennzeichneten Lebensraumes, des Taubergießen. 

Orchideen-Feuchtnebelbad : ein badisches Naturschutzgebiet am Oberrhein

Index Streifzüge

zu den seitlich abgelegenen, tauben Gießen-Gewässern (2)

 

(Text-Links: A-Z)

Ainu: 

bis zum heutigen Tag verehren die Überlebenden dieses um 800 n.Chr. von den Japanern besiegte Ur-Naturvolk, die sich selbst 'Kamerad' nennen die Natur. Sie lebten mit Ahnenkult, sahen in Bären was ihr heute in Gott seht. Noch leben sie auf dem Nordmeerweg (Hokkaido), unter den Erdbeben der nördlichsten Hauptinsel von Japan.

Amazonas:

hier am Oberrhein dank Klima und Vulkangebiet 

Baba:

unterm Flügelschlag von Wildgänsen, Höckerschwänen, Lachmöwen und Kormoranen

Blässhuhn:

Kopfsprungtaucher, beim Schwimmen in stehenden Gewässern ständig nickend und etwas bellend 

Flussseeschwalbe:

trotz ihrer lachsrot kurzen Flossen dennoch oft zu faul zum Fischen per Kopfsprungtauchen, ebenso wie zum Landlauf ! 

Graureiher:

potentiell bedrohter Stenz geht langsam schreitend ausgerechnet in den Stromschnellen des Altrheines auf Flussaaljagd

Höckerschwäne:  

selbst wenn sie vom Wasser auffliegen sind sie an Grazie nicht zu übertreffen. Aber Vorsicht, wenn sie mit ihren Jungen gerade einen Landgang machen ! 

Illwald-Biotop

mein linksrheinisches Gegenstück

Lachmöwe:

Kolonienbrüter an den hier seichten Lachen, Sümpfen und Röhrichten und weitest verbreitete Ried-Bewohnerin

Marschland eingedeichtes:

Polder: eingedämmte fruchtbare Niederungen am Wasser

Regenpfeifer:

mit Hilfe seiner gelben Brille räumt er nach seinem Saharaurlaub hier wieder die Kies- und Sandböden auf 

Rugby:

Flügel- und Flossenspieler bilden in den Rheinseitengewässern unschlagbare Mannschaften; ganz nach René Egles Lied: "Rugby isch min Läwe"

Silbermöwen:

weithin hörbar jauchzendes, über Gewässer streifendes Fluggeschwader im Raubanflug, wenn sie nicht gerade eine Rugby-Mannschaft bilden

Taubergiessen:

entstanden anno 1541 durch eine der größten Überschwemmungen des Rheins. Das Schloss von Rhinau versank dabei in den Fluten. Rhinau (im Elsass) selbst war auf einmal um 997 Hektar größer. Reibungen und Verwaltungskompetenzen zwischen Frankreich und Deutschland begannen. Sein größter Reichtum liegt in seiner Natur: Urwälder, typische Flussauen, Pionnier-Baumarten, Wasservögel, Füchse, Wild ....

Teichhuhn:

gurgelt nur solange vor sich hin, bis sie euch entdeckt. Ihre scharfen kürrk-Rufe aus rot-gelbem Schnabel wirken!

Darf ich mich vorstellen? Baba!

  ganz nach Oscar Wilde's Bekenntnis:    "Ich bin immer bereit zu lernen, aber nicht immer, mich belehren zu lassen" teile ich dieses Paradies mit meinen, von euch teils unbeachteten, Spielkameraden.

Geführte Wanderungen:

6 Std. Taubergießen, südliches Naturschutzgebiet - Natur- u. geschichtliche Wanderung in einer der letzten Waldgebiete am Niederrhein, zu Fuß und mit Boot mit dem Deutschen Alpenverein Sektion Freiburg Infos am ? 

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Hêtre géant près des orchidéesDieses mich umgebende Altrhein-Naturschutzgebiet der tauben Gießen mit seiner noch vorhandenen Fischerzunft, verbirgt mir das Rhinauer Schloss, welches bei seiner Erschaffung, spätestens während einer der größten Rheinüberschwemmungen anno 1541, in den Rheinfluten für immer untergegangen ist. Ich stehe am Rheinufer und lausche den Wellen und dem Wind, leise umspült rauscht noch das einstige "Schnokenowe" (Schnakenaue, heute Rhinowe (Rhinau), welches anno 1406 schon von Schmelzwasserüberflutung mitgerissen wurde. Übrigens, ich bin  wasserscheu, deshalb akzeptiere ich sogar die neue Motorfähre um diese 250 Meter Strom zu überqueren, um trocken ins beidseitig des Rheins erklärten Naturschutzgebiets zu gelangen; das rechtsrheinische Gegenstück zum Illwald-Biotop. Meine bevorzugten gefiederten Stars im Auwaldgestrüpp haben es ganz schön hinter ihren Federohren. Ob auf der Suche nach dem glucksenden Uhu oder Auwald-Dandy, ob hin zum tief krächzenden Comic-Star, zu dem mit gelber Augenbrille, ob  zum Mitglied in der Rugby-Mannschaft oder zum Profifeldarbeiter, ob zum gemeinsamen Fan des Kleintier-Schnellimbiss, diese nahe liegenden Streifzüge sind mir unersetzlich.

Im Auwaldgestrüpp der Giessen 

Habe ich erst einmal die alljährlich natürliche Scheu vor dem Feuchtgebiet überwunden, halte ich sogar die flach gelegenen Rheinauen für aussichtsreich. Die unterirdischen Quellen (Gießen) bringen noch glasklares Wasser hervor. Dort werden euch Kahnfahrten angeboten. Sie führen euch ins Reich der einstig gefährlichen Stromschnellen und Strudel durch dichtes Auwaldgestrüpp, also mitten durch die von der Strömung durch gekämmten Wasserpflanzen. Im Paradies der quakenden Frösche, in den Fließgewässern, tummeln sich die Fische. Ihre Jäger aus der Storchenfamilie, diese Koloniebrüter hier, die Fischreiher, denen ich fast ständig irgendwo begegne, erwarten sie schon! Dieser krächzende Graureiher in weiß-grauem Frack mit schwarzem Mittelscheitel unter den Schreitvögeln, jagt langbeinig gemächlich hier überall an seichten Uferzonen. An einem Rosenmontag flog er seinen eigenen Faschings-Umzug in Fensterhöhe über mein Refugium. Seine mir abdunkelnden Flügelschläge wirkten etwas närrisch auf mein felines Wesen. - Seit ich aber Augenzeuge dabei wurde, wie einer dieser so scheu gelbäugig starrenden Beobachter einen großen, fetten Flussaal, der mit aller Kraft um sein Leben kämpfte, aus dem Altrheinstrom heraus über den Rhein ins Elsass flog, habe ich so meine Bedenken mit euren Reiherlegenden. In den felsig schluchtartigen Seitentälern der Kinzig teilt sich einer dieser Reiher gar eine Jagdwiese gleich mit mehreren dunkelbraunen, dem Mäusebussard oder Habicht ähnlichen, Greifvögeln ...so beobachtet.

Schilfinseln inmitten verlandender Binnenwässer

Höckerschwan-Familienausflug

Foto: © Höckerkschwäne Rhinau-Kappel    Natürliches seit der Rheinbegradigung: kleinste Schilfinseln inmitten teils verlandender Binnenwässer. Die Schwäne sind zu meinem Vorteil nicht ganz so zahlreich wie in den eingedämmten fruchtbaren Wasserniederungen, dem Marschland der Polderdeiche bei Krafft * und Plobsheim. In den Dammzonen entlang der Rheinkanalstrasse haben sich beidseitig des Rheins ganz eigene Sumpfhaine erhalten. Hier fühlen sich die Höckerschwäne sicher auf ihren gewaltigen, runden Stapelnesterbauten aus Zweigen und Binsen. Sie lieben diese Brutstellen, und dehnen sie aus bis auf die Seitenkanäle nahe meiner Wohngebiete. Ihre Jungen brüten beide Elternteile abwechselnd aus, und behüten diese wohl vor allen "Zudringlingen", wie ich wohl weiß! Sie können ja erst nach 4 Monaten fliegen und tragen solange ein putzig hellbeige marmoriertes Gefieder. Anno 2001 schwebten sie so auffallend gefleckt noch Mitte Oktober über den Rhein. Einer der treuen Betreiber der Motorfähre wurde dazu gar gefragt, ob dieses noch keineswegs schneeweiße Gefieder der Jungschwäne etwa vom Auspuff der Fähre in Mitleidenschaft gezogen worden wäre. Ihr eher behäbiges Abtauchen nach Futter nennt ihr "grindeln". 

Wassertiere hautnah beobachten

der POLDER von Krafft bei Erstein (Elsass)die Sumpf-Biberratte (Nutria) im winterlichen Überlebenskampf mit den Höckerschwänen, Blesshühnern und Stockenten - Wasservögel, die Lebensgemeinschaft zu Wasser. Hier geht's zum Foto der Schweifratte alias Biberratte oder Nutria genannt. Unverkennbar mit 45 cm langen, runden Schwanz.

Die Lebensgemeinschaft der verschieden aktiven, hier überwinternden Wasservögel an der Fischtreppe des Polders, ca. 14 km entfernt, gegenüber auf der elsässischen Rheinseite bei Krafft, ist allemal einen Exkursions-Abstecher wert. Hier tummeln sich Kormorane, Lachmöwen, Höckerschwäne die die ziemlich zutraulichen Biberratten attackieren, Stockenten, Blesshühner, u.s.w. - Weiter südlich davon befindet sich eine gut getarnte Vogelbeobachtungsstation für lange Brennweiten von Ferngläsern oder Kameralinsen. 

Geführte Besichtigungen im Naturschutzgebiet des Taubergiessen (das rechtsrheinische Gegenüber des Altrheinverlaufs der Île de Rhinau) des Office de Tourisme in Rhinau (F) - Dauer ca. 2 Std. - montags von Juni bis September - oder vom POLDER in Krafft (F) - 

Jungschwäne bei der Gefiederpflege(Jungschwan bei der Gefiederpflege)  - Da der Flugschein ihrer Jungschwäne so viel Zeit in Anspruch nimmt, verfolgt das sich eingeengt fühlende Männchen eure eindringenden Boote mit aggressivem Fauchen bis Brummen. Aber für gewöhnlich nähert er sich euch friedlich an den Ufern um das Brot zu essen, das ihr ihm zuwerft. Mit Kanus oder Schlauchbooten am Kanaleinstieg bei der Rheinfähre Rhinau, bildet sich im Frühsommer baut sich vor der engen Brückenpassage schon einmal eine Männerschwangruppe vor diesen Wassersportlern auf. Jedoch nur, um euch Brutreviereindringlinge daran zu erinnern, wie wichtig Aufzucht ist. Hier rudert graziös dahin gleitend die, fast haustierähnlich vorkommende, Nachzucht des einst verdrängten wilden Höckerschwans mit Nasenhöcker über orangefarbenem Schnabel. Sie sind übrigens die einzigen, die ihren Hals zu einem "S" geformt auf den Rücken anziehen können. Ich jedoch liebe den typischen Ton den sie von sich geben, wenn sie fliegen. Dieses klangvoll sanfte Rauschen ihrer Flügel im Wind. Im Winter, locken die hiesig zahlreich vorhandenen Wassergebiete noch zwei andere "geradhalsige" Wilde an, ihre Artgenossen aus der arktischen Tundra. Hoch am Himmel nähert sich im Herbst dann eine eindrucksvolle Flugschar von Wildschwänen. Einer der nach Nordwesten Durchreisenden ist der fast lautlos fliegende und nicht angriffslustige Singschwan, mit seinem langen zitronengelben Schnabel. Der andere, hier Station machende, ist der kleinste dieser Wintergäste. Dieser Zwergschwan trägt hier seinen wesentlich kleineren Schnabel auf zierlich langem Hals zur Schau. 

Es sind nicht nur die in den Altwässern Schilf und Wasserpflanzen fressenden, schwarz-grauen Blässhühner mit ihrer weißen "Stirnschnabelweste" die laut "köw" bellend mein Gehör unterhalten! Denn sie verteidigen ihr Territorium energisch wenn sie nicht gerade Schilf oder die Wassergräser in den Altrheingewässern fressen. Dennoch, in den zugänglichen Gewässern die von den Abwehrspielern der Höckerschwäne in Schach gehalten werden haben sie keine Chance eure Brotbälle zu ergattern. Ihre nickend zuckende Schwimmfreundin, das Teichhuhn, mit auffällig rot-gelbem Schnabel, schlägt noch schärfere "kjürrk"- und "kickeck" -Töne an, wenn ich sie beim vor sich hingurgeln störe. Vorsichtshalber gebe ich nach, denn als Landgängerin nur im Gruppenverband, die dabei ihr Nest gut im dichten Uferbewuchs versteckt, wird sie dieses auch gut zu verteidigen wissen. Geht es ihr gar um Samen-Früchte-Verzehr klettert sie für ihre Verhältnisse sogar geschickt.

Lachmöwen - Flugshows  

Beute-Flugkünstleram Anlegesteg der Motorfähre Rhinau-Kappel oder in umfliegender Begleitung der Passagier-Rheinschifffahrt, auf Brot erheischendem Kurs, mit ihrem "kiärr"-Bettelruf zieht sie eure ganze Aufmerksamkeit auf sich! Es ist die aus Westafrika kommende Flussseeschwalbe, die uns von April bis September hier verzückt. Eine taubengroße Schönheit mit lachsrotem Schnabel und ebenso kurzen Füssen. Dank der Nisthilfen auf künstlichen Nistflößen samt künstlicher Inseln, anstatt wie vor der Rheinbegradigung auf Kies- oder Sandbänken, ist sie seit ca. 20 Jahren der Stolz des Taubergießens. Dank der reichlich pilgernden, sie bereitwillig fütternden, Europaparktouristen verschmäht sie die hier üppig vorkommenden Insekten und ist oft noch zu faul zum Stosstauchen nach Fischen und Krabben. Diese Flugkünstler stellen sich bei der Balz mit einem Fisch im Schnabel eher unbeholfen an. So lassen sich Männchen von Männchen austricksen, um an einen Fisch für sich selbst oder für ein tatsächliches Weibchen zu ergattern; eben ganz nach den Veranschaulichungen von Prof. James Gould... Ihre Jungen Daunenbällchen lassen sich dazu noch Zeit mit dem richtigen Essen. Tagelang können sie aus Tappigkeit Fischhäppchen verweigern, ja sogar Fischköpfe verdauen, deren Schwänzflossen sich noch im Schnabel befinden ! 

Meine ganzjährig häufigste Begleiterin ist die der Flussseeschwalbe zum Verwechseln ähnlich sehende ausgewachsene Lachmöwe. Diese Sumpfliebende begrüßt mich allgegenwärtig "kirrjääh"-kreischend. In jedem Fall auf den Steglampen der Rheinfähre, mit stelzig ausgestreckten roten Schwimmfüssen, samt rotem Schnabel. Von da aus präsentiert sie sich Sommers über im Brutkleid mit kaffeebrauner Kapuze. Im Winter dagegen verfolgt sie euch zielstrebig mit nur noch, wie vom eyeliner nachgezogenen, schwarzen Augenringen (siehe Rheinfährefoto bei Glatteis). Wie bei Ob nun Ruhekleid oder nicht, ihre Oberseite und Flügel bleiben hellgrau. Ihre Flügelspitzen enden nach weißem Übergang elegant schwarz. Schwanz- und Bauchfederkleid bleiben blütenweiß. Obwohl ich ihren verspielten Flugkünsten nichts entgegenzusetzen habe, haben wir mit dem Schnellimbiss von Mäusen und Kleintieren aller Art so einiges gemeinsam, samt der Anpassungsfähigkeit an euch und eure Städte! Dabei hat auch sie beinahe ihre ursprüngliche Insekten-, Würmer- und Tümpelfisch-Ernährung aufgegeben. 

Die in dezenten Grautönen gestylten Silbermöwen melden sich an mit jaulenden Rufen und weit hörbaren jauchzenden Rufreihen. Sie überfliegen meine Streifzüge am häufigsten von allen. Auf den Rheinwässern, beim Polder zwischen Krafft und Plobsheim, stellen sie eigens für euch eine irreguläre, weil mehr als 15 Möwen starke, Rhein-Rugby- Mannschaft auf. Im Spiel gegen die Höckerschwäne und Blässhühner dienen ihnen eure Brote als Ball. Also los, versäumt dort nicht ihre Mannschaft anzufeuern! Nach Spielende attackieren sie die in aller Ruhe fischenden Schwäne auf den nahen, mehrmals jährlich überfluteten Feuchtwiesengebieten, und bringen gleichzeitig die Störche auf Trab.

Aus ihren Schilfbodennestern im jeweiligen Brutkolonieviertel  ertönen im Frühling ihre heiser bis quietschenden Rufkonzerte der Sommerurlaubsgäste. Zierlich schöne Drosselabkömmlinge dank der Rhein nahen geförderten Kies- und Sandgruben mit ihren reichlich vorkommenden Kieswegen und Sandbänken. Lustig anzusehende Kameraden mit hellgrauem Flügelpaar und ihrem unverkennbar weißen Dreieck an ihre Flügelspitzen. Ihr könnt ihn bei seiner unermüdlichen Aufräumungsarbeit der Kiesböden von Insekten, Spinnen und Würmern hören. Denn wenn der Flussregenpfeifer nicht gerade an Kieselsteinufern brütet, stößt er dabei ein klagendes "piu"-Gejammer aus! Ihr erkennt ihn an seiner gelben Augenbrille, die er von seiner letzten Saharaüberwinterung mit gebracht hat.

Fortsetzung (2): ins Altrhein-Inselparadies Taubergiessen

weitere Auflugsziele mit Kindernzu weiteren regionalen Streifzügen         der s.g. Amazonas am OberrheinForstetzung  

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