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Träumend durch die Natur des SundgauMit der Geschichte des Südgaus der voran gehenden Seite, vorbei an den dörflichen Riegelfachwerkhäusern, taucht ihr in eine erholsam beschaulichere Idylle des Oberelsass (Haute-Alsace) ein, ab dem heute modernen Mulhouse. Wasserreiche Naturschutzgebiete, Orchideenwiesen, Vögel- und Pflanzenparadiese, Radwanderstrecken und kurze Wanderungen laden ein zu alltagsfremden Streifzügen im Ried der kleinen elsässischen Camargue. Die kapriziösen Rheinmäander eines mit Geschichte beladenen Grenzflusses haben diese Grenzregion im Dreiländereck geprägt und die Charakteren seiner Bewohner geschmiedet. Auf der Binnenschifffahrtsstrecke Basel-Straßburg des 'Grand Canal d'Alsace', mit seinem von der E.D.F. erbauten, idyllischem Auwaldsträßchen beginnt die Sundgaufahrt, südlich einer Hauptkasematte der Rheinoffensive Marckolsheim, in Vogelgrün. Bestaunen: Das Rheinstromkraftwerk von 1956 mit alter Zollbrücke über die zwei darunter liegenden Rheinarme. Zentrum zwischen dem badischen Breisach, dem zuerst keltischen, dann römischen Mons Brisiacus auf den aussichtsreichen Stefansmünsterberg mit seinen sommerlichen Freilichtspielen, den die Elsässer heute Vieux-Brisach nennen, und das dem Breisgau seinen Namen gab. Das halb romanische, halb gotische Münster mit Baubeginn im 10. Jh., das auf 80 m einst im Niemandsland auf einer Rheininsel thronte besitzt Fresken von Martin Schongauer, der 1488 dort verstarb. (>: 'Vom Ried ins Elsass') - Hier ist die 'Île du Rhin' (Rheininsel) heute Naturschutzgebiet ausgeschildert mit einem 15 km Entdeckungspfand des Vogesen Clubs 'Tour de l'île' für regional grenzüberschreitende Fußgänger und für Radler mit Fahrradverleih über das Stauwehr des Altrheins. Die faszinierende Stimmung des Rheins genießen bei einer romantischen Schifffahrt? Mit der Fahrgastschifffahrt Breisach - Fahrplan - Die Rheinufer bergen ein unerschöpfliches Naturparadies. Kommen Sie der reichhaltigen Flora und Fauna auf die Spur! Bootsfahrten: Die 'Elsässische Pforte' wird auf dem Land schlangenförmig, Teil für Teil, vom Rhône-Rhein-Kanal durchquert. Auf ihm, n Bord eines Schiffes, gelingt der Streifzug durch den Sundgau in aller Ruhe. Im 19. Jh. durch Freycinet ausgebaut, ist diese strategische Verbindung zwischen dem Mittelmeer und der Nordsee eine architektonische Großtat. Dieser Kanal gab an der Schwelle von Valdieu die zwischen Nord und Süd trennende Wasserstrecke frei. Dies erklärt die 11 Schleusen mit einem Wasserstand von ca. 30 m zwischen Valdieu-Lutran und Wolfersdorf. Diese wahre Schiffskanaltreppe rief Jachthäfen auf den Plan. Sportsegler können mit ihrer Jacht in Wolfersdorf die Largue auf einer fünfarchigen Kanalbrücke aus Quadersteinen überqueren (1824 nach den Plänen des Ingenieurs Freycinet erbaut). Diese Brücke führt zu einem Jachthafen der 'Porte d'Alsace' mit erfreulichem Freizeit-Zwischenstop ab 8€/Tag für Boote bis 10m Länge. Schleusenplan -
Südöstlich von Mulhouse, zwischen Basel und Altkirch, erstreckt sich dem Rheinverlauf und der Schweizer Grenze entlang das Sierentzer Land. In seinen üppig dichten Wäldern versteckt es so manche architektonische wie historische Schätze. Seine Landschaft ist von Stille und von landwirtschaftlicher Nutzung geprägt. Dank ausgeschilderten Rundwanderwegen lassen sich seine grünhügeligen Entdeckungspfade zu Fuß wie per Fahrrad durchstreifen. Der ideale Landstrich für Flusstourismus, Naturfreizeiten und kulinarische Genüsse. Diese grüne Region um Sierentz am Fuße der Sundgauhügel, erstreckt sich an ihren Abhängen aus entlang der Rheinebene, zwischen Jura, blaudunstigen Vogesen- und Schwarzwaldkämme; sie wird auch euch für sich einnehmen. Fremdenverkehrsamt Auf dieser Höhe befindet sich das historische Landser und direkt an der Route du Rhin Kembs. Der jahrhundertealte mythische Rhein, seit und mit seiner Entstehung ('die Regio am Oberrhein') ein Fluss der Emotionen, liefert euch heute außergewöhnliche Rahmenbedingungen für zahlreiche Freizeitaktivitäten. Besonders für diejenigen unter euch, die Natur, Kultur und Entdeckung zu vereinen wünschen. Lasst euch bezaubern von den reizvolle Aussichten des Jachthafen in Kembs am 'Canal de Huningue', ein idealer Ort, um zu fischen und zu wandern. Mit einem Kanu über die stille Wasseroberfläche gleiten, seltene Wasservögel beim Beuteflug beobachten, eins werden mit der Natur. Hier an den stillen Wasserläufen die Seele baumeln lassen, ob Angler, Spaziergänger, Radfahrer oder Besucher bewirteter Uferpromenaden. Die mächtige Kraft des Rheins entdecken: seine hervorragende Energiequelle und wahrhaft wirtschaftlich befördernde Verkehrslunge. Hier entstand das erste Rheinstromkraftwerk den Grand Canal d'Alsace eröffnend. Kembs betreibt ein Rheinstauwehr und eine Schleuse die den Flussverkehr regeln. Eine geführte Besichtigung der großen Stromversorgungszentrale ermöglicht euch das Funktionieren dieser beeindrucken Einrichtung zu verstehen. - - - 16. prämiertes Wett-Segeln und -Schifffern der OFNI (Nicht identifizierter Flossobjekte) am Loechlé auf der Schleusenseite 4 im August (Regional-Agenda) - Bewegung ! Unmittelbar vor großen Nachbarin Basel lädt die Sundgauregion mit ca. 50 sportiven Freizeitclubs und modernen Einrichtungen zu zahlreichen Aktivitäten ein. Leinen los! Folgen wir dem Kanal von Huningue zur Landschaft um Saint-Louis - Huningue*. Sie erstreckt sich den Rheinufern entlang der äußersten Grenze zu Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Von Huningue aus auf dem Rhein reisen an Bord eines Schiffes und die einzigartig romantische Atmosphäre dieses Flusses spüren. Lust auf einen Themenabend, oder darauf selbst Kapitän zu werden? Der Yachthafen wird eure Wünsche erfüllen. Zu Fuß oder auf dem Fahrrad Entlang dem Kanal von Huningue unser Sonnensystem erforschen auf einem ungewöhnlichen Planetenweg zwischen Village-Neuf und Rosenau. Die Sterne und die Entfernungen die sie trennen sind dort im Milliardstelmaßstab entsprechend dargestellt. An Natur erschauern: die alle Kanufahrer begeisternden, bewegten Fahrwasser um Huningue. In dessen Freizeitpark Parc des Eaux Vives erwarten euch in grün belebenden Rahmen - 350 m ausgebaut entlang dem Kanalufer - eine originell sportliche Anlage voller Sensationen. 'Kanu-mit-fahrten' - Kajak oder 'Rafting' mit ausgebildeten Führern, Klettersportmauer - skate-park - Picknickplätze und Fitnessstrecken. Die Vauban-Rheinfestung wehrte sich 1799 und 1815 erfolgreich gegen österreichisch-habsburgische Besitzansprüche. Im Sundgau kennt jeder die Verwandlungsgeschichte vom Fischerdorf Huningue zur mächtigen Festungsanlage, oder die der von Saint-Louis, 'das Tor Frankreichs' vom Sonnenkönig Ludwig XIV selbst kreiert. Heute ist sie die drittgrößte Stadt des Departements und Europas Kreuzung im Dreiländereck, dessen kantonal wirtschaftliche Dynamik bekannt ist mit einer allgegenwärtigen Industrie von der Chemie zu den Medikamenten, von den Kunststoffen zu den Farben, ein Dienstleistungssektor der besonders mit dem Euro-Airport Basel-Mulhouse 'abhebt'.
In der an Feuchtgebieten armen Region um Basel, ist eines der letzten erhaltenen Ried-Biotope typischer Schwemmwiesenszenarien auf Kalkbodenwiesen. Beobachten im Naturschutzgebiet: ein natürliches Erbe des wilden Rheinstromes, erhalten auf den Gemeindegemarkungen von Saint-Louis, Rosenau und Village-Neuf. Außerordentlich reich an Tier- und Pflanzenarten: Feuchtwälder, die Sümpfe und Schilfröhrichte mit ihren Dschungelgeräuschen, Libellen, Insekten, Lurche, Säugetiere, Vögel und das Ingenieursystem einer Fischpassage die es den Fischen erlaubt an den Stauwehren hochzusteigen ... Dieses Sumpfgebiet, Relikt und Zeuge des Rheindschungels, wurde als erstes elsässisches Naturschutzgebiet deklariert. Zu den Geheimnissen der Rheinfauna und -flora auf ausgeschilderten Beobachtungswegen, Beobachtungsstationen, geführten Themenbesichtigungen, der Expo "Gedächtnis des Rheins" in den wertvollen Gebäuden der kaiserlichen Badeanstalt. Hier gibt es als Naturschutzgebietexperte für zahlreiche Aktivitäten und Führungen nur eine Adresse zu nennen: La Réserve Naturelle de la Petite Camargue Alsacienne - 1, rue de la Pisciculture, F-68300 Saint-Louis, Tel.: 0033.38989.7850, Fax : 7851 - Link - Veranstaltungen im Regional-Agenda.
(Foto:
Knoblauchkröte
© siehe Link) - Die Lurche
der Sundgau-Route ('66') RN (Route National) 1998/99 im
Sundgauried erforscht: Die Amphibienfauna,
oder die Elfermannschaft der dabei 'Ertappten' ihrer Spezies : ihre
Stürmer waren der Teichmolch (Triturus vulgaris),
der unübersehbare Kleinkrebs-Gourmet, alias Kammmolch
(Triturus cristatus) mit, bei Landgang abnehmbarem, hoch gezackten
Rückenkamm und der 'Blendling' des grünen Frosches, der Wasserfrosch
(Rana kl. esculenta), den ihr als Hybride nicht mitspielen lasst. Im
Mittelfeld tummelten sich der Reptil ähnliche Fadenmolch
(Triturus helveticus), bei dem die Männchen kleiner sind als die
Weibchen, der grasgrüne Klettermaxe Laubfrosch
(Hyla arborea) und der markant grün-braune Kleine
Wasserfrosch (Rana lessonae) alias Chortenor der
Laichgewässer. Noch mit im Spiel ist die heimische Erdkröte
(Bufo bufo), der farbenvariable Grasfrosch (Rana
temporaria) und der während der Paarungszeit im Chor an der
Wasseroberfläche treibende, sehr lautstark rufende Seefrosch
(Rana ridibunda). Bedroht links außen der nachtaktive, schöne Bergmolch
in blau-orange (Triturus alpestris), die auf der 'Illwald-Seite'
vorgestellte, und auf der 'Illwald-Biotop-Seite' abgebildete Gelbbauchunke
(Bombina variegata*) mit ihren herzförmigen Pupillen
und die ungewöhnlich wie seltene, braune Knoblauchkröte
(Pelobates fuscus). - Auf den Spuren der braunen Knoblauchkröte im
à propos: *): Der Froschlurch, den ich Tümpelglöckner nenne und ihr Gelbbauchunke, hat mit seinen bis zu 30 Lebensjahren eine doppelt so hohe Lebenserwartung als meine Spezies erreicht. Vielleicht dank seiner auf den 'Illwald-Seiten' (Sitemap) erläuterten Evolutionstricks? - Bild ? Mein Fotolink zu Ch. Riegler Der Bau des 'Grand Canal d'Alsace' bei Huningue, die Rheinbegradigungen und besonders die Rheinkanalisation hemmten natürlich-dynamisches Unterwasserwachstum überschwemmter Rheinebenen. In beiden Teilen des Naturschutzgebietes des Grand Marais und Kirchener Kopf wurde die natürliche Verjüngung des Ecosystems teilweise durch menschliche Eingriffe ersetzt werden. Eure verschiedenen, künstlichen Eingriffe ließ die Anzahl dieser Lurche wieder steigen. Eine alarmierende Zahl ihres Verschwindens in den letzten Jahrzehnten bedingt durch die vorwiegend sehr intensiv betriebene Monokultur der Landwirtschaft, wie ihr sie von den Welschkornfeldern des Maisanbaus kennt. Die Pionierauenwälder und ihre riedtypischen Auen sind fast verschwunden. Dazu die ansteigende Zahl der Fische in den Tümpeln wo sich die Lurche fortpflanzen könnten. Nachdem der pflanzliche Naturschutz unter eurer Initiative sich entwickelte, sollte es doch unseren Ried-Schwemmwiesenpionieren möglich sein, nicht nur auf überwachten Naturschutzgebieten zu überleben. - Es geht hier um den, auf allen 'Illwald-Seiten' vorgestellten tagaktiven Abtauchungskünstler, wenn er sich nicht im Schlamm eingräbt oder im Boden überwintert, den 'Riedtümpelglöcker', den ihr Gelbbauchunke nennt. Es geht auch um seine, auf allen vieren laufende, nachtaktive Nachbarin Freundin, die tagsüber in Baumstümpfen, Erdlöchern oder unter Steinen verharrt, die Kreuzkröte. Tageswanderung : L'ile du Rhin - Petite Camargue mit dem Club Vosgien Auf der Höhe von Saint-Louis am Rhein, auf einem Hügelrücken im Herzen des Sundgaus erwartet euch Altkirch's großer Platz Xavier Jourdain mit seinen kulturellen Veranstaltungen. Sein schönes Rathaus von 1780 wird von einem mit neugotischen Verzierungen gestalteten Brunnen geschmückt. Rechts davon, in der '1 rue de l'hôtel de Ville' sammelt das Sundgau-Museum 'Musée Sundgauvien' seine archäologischen und folkloristischen Schätze mit ganzjährigen Öffnungszeiten sonntags 15h - 17h30 und zusätzlich dienstags im Juli und August von 14h30 - 17h30. Fossilien- und Mineralienfunde und behauene Steine aus der Oberlarggrotte, eine Bauerntracht anno 1868, ein durchdringendes Ölgemälde eines jungen Mädchens mit Schulmappe des Bernwillers Künstler Jean-Jacques Henner, die 'Stuawa' - Kunstgegenstände des traditionellen Kachelofenbaus, u.v.m. - Infos unter Tel. 0033.38940.9438. Fremdenverkehrsamt - Im Land der Störche, von wo aus sich die Largue in die Ill ergießt, um mit ihr gemeinsam gen Straßburg fließen, wo der Rhône-Rhein-Kanal die Wälder durchquert, liegt das offizielle Eingangstor in den Sundgau. Illfurth, 10 km von Mulhouse, eine sehr moderne Distrikthauptstadt von 10 umliegenden Gemeinden, weiß gut zu leben. Das war schon in der Steinzeit bekannt, Kelten entwickelten hier auf den Hügeln von Britzgyberg ihre Künste von 650-450 v.Chr., in einer Art 'vor-Städtischen' Hochkultur, die hier fast Tausend Menschen vereinigte. Nicht weit davon, an den Magerwiesenabhängen des Blutenberg empfangen ein Dutzend verschiedener Orchideen von April bis Mai mit ihrer bemerkenswerten Farbenpracht. - Burnkirch aus dem 13.Jh. ist eine der ältesten Sundgauer Kirchen. Ihr wunderbarster Schatz ist eine Pieta aus dem 15. Jh. Illfurth's Soldatenfriedhof aus dem 1. Weltkrieg gewährt den ersten Opfern dieses Krieges, dem Korporal Peugeot und dem Leutnant Mayer, eine letzte Ruhestätte und alljährlich einem Storchenpaar den Glockenturm. Verpasst auf dieser 'Route de la Carpe Frite' nicht das hochmoderne Kuppeldachschwimmbad 'Piscine Tournesol' im benachbarten Tagolsheim. à propos: Sommer-Saison für Erdbeeren, rote und schwarze Johannisbeeren, Himbeeren und Bohnen bei GAEC Boetsch-Wolf, Tel.: 03.8925.4798 - täglich geöffnet von 8h - 19h das elsässische JuraSeine geologisch besondere Schönheit ist auf der Vorseite gestreift worden. Vom östlich von Basel nahen Land Saint-Louis - Huningue (elsässischen kleinen Camargue) durchquert die charmant elsässisch-ländliche Karpfenroute D 419 (von Saint-Louis über Altkirch, vorbei an Carspach) nach Dannemarie den Sundgau hin zu ihrer nordwestlichen Südgaugrenze. Im Herzen des elsässischen Jura atmet ein wahres Naturlabor unter freiem Himmel, das waldreiche Naturschutzgebiet der Gemeinde von Wolschwiller. Damit die Erhaltung seines produzierenden Ökosystems nicht zur Utopie begleiten euch die hiesigen Naturschutzverbände zu des Sundgaus schönsten Orten mit authentischen Traditionen. Ob zu Fuß, auf dem Rad oder zu Pferd, auf ihren Wegen erwartet sie euch mit Burgen, Schlössern, steinerne Fachwerkhäuser und zahlreichen alten Mühlen dieses an Loess reichen Getreidekammerbeckens. Im südlich benachbarten Altenach ist der Sitz des Maison de la Nature du Sundgau : wochentags ganzjährig geöffnet, mit seiner Imkerei, seinen Vogel-, Insekten und Pflanzenexperten, seinen thematisierten Führungen für klein und groß und seiner exquisiten Fotoausstellung. Vom äußersten Rande des Donaudeltas her überwintern hier im Tal der Largue die mysteriös heroisch anmutenden, großen, weißen Fischreiher. à propos: Begegnung mit dem Neuntöter, einem Sperlingsvogel mit schwarzer Augenbinde, zu Gast nur in Insekten reichen Brutgebieten im Flachland. Leicht auszumachen bei der Führung entlang des Radweges in Altenach, mit Fernglas, Treff: Parkplatz des Maison de la Nature du Sundgau von 8h30-12h am am Johannistag, den 24.7.2007 Orchideenreiche im Sundgauer Loesslehm
(Foto: Kleines Knabenkraut (Orchis morio) © Ernest Trümpy ) Frühling im Sundgau : Blütenpracht von Tulpen, Kaiserkronen und Pfingstnelken. Hier, auf verschwemmtem Loesslehm, markiert der Elsässer Gold-Hahnenfuss (Ranunculus alsaticus) seine Einzigartigkeit. Der eigentliche Reiz des elsässischen Jura sind seine bestechend schönen Orchideen auf den Loesslehmböden des Sundgauer Hügellandes. Von den Hummelragwurzarten des nördlichen Taubergießen zu den zauberhaft 'schönen Sundgauerinnen' - wunderbare Pflanzen mit erstaunlichen Formen. Die im Sundgau wild wachsenden Orchideen stehen ihren exotischen Cousinen in nichts nach! Sie blühen ebenso erfolgreich von April bis September. Entdeckt man diese leidenschaftlichen Pflanzen, die wahren Stars der Pflanzenwelt, rufen sie in ihrer Zerbrechlichkeit den Wunsch hervor (eine höchst andere Verwunderung), den instinktiven Wunsch sie zu beschützen. - Wenn in der Rheinebene die Apfelbäume in voller Blüte stehen, offenbart auch das Kleine Knabenkraut (Salep-Knabenkraut) - (Orchis morio) seine betörend schönen Blüten, die Linnée bei der Namenstaufe an eine Narrenkappe erinnerten. Dieser Orchidee begegnet ihr auf feuchten bis trockenen Magerwiesen, in Flachmooren, auf mageren Bergwiesen und nur auf ungedüngten Weiden! Folgt ihr dem Foto-link, so wisst ihr weshalb ihr sie vor 'Verbuschung' und Aufforstung, Düngung, Überweidung mit Viehtritt heute Schutz bieten müsst; damit sie auch weiterhin von Hummeln und Bienen bestäubt wird. - Mit dem Frühling, von April bis Ende Juni, erblüht hier im Halbschatten ihrer Buchenwälder das Weisse Waldvögelein (Cephalanthera damasonium). Häufiger als ihre drei Schwestern aus der Knabenkrautfamilie schlummert sie ganze 9 Jahre lang im Jurakalksteinboden, zusammen mit ihren Wurzelpilzen vor sich in, bis Licht und Wärme ihre tiefen Rhizome aus der Erde locken. Einsam still im Walde birgt die Kapelle St.-Brice ihren schönen Barockaltar. Ein Fachwerkhaus aus dem 16. + 17. Jh. dient als Bauernmuseum des reizvollen Dorfes Oltingue. Die ländliche Stille und Schlichtheit führt zur Schönheit eines im Geschichtsteil vorgestellten, ländlichen Handwerks, zu den Kachelofenbauern, Töpfern und zum letzten Holzschuhmacher der Region außerhalb des elsässischen Freilichtmuseums. - Infos unter Tel. 0033.38940.7924. Fremdenverkehrsamt - Die Sankt-Martinskirche aus dem 14. Jh. steht mit ihrer gotischen Holzstatue (Maria mit dem Kind) aus dem 15. Jh. und der Orgel von J.&C. Callinet anno 1843 unter Denkmalschutz, ihre alten Grabstätten wurden 1989 und 1990 teils frei gelegt. Noch im Elsass und doch schon im Jura?Dieser landschaftliche Gegensatz, der Mulhouse von den Juravorbergen trennt ist vollkommen fremdartig. Ihr wollt wissen weshalb? Das ist doch ganz eindeutig, jedes Mal, wenn wir auf einen Seitensprung in den Sundgau wagen, in eine andere Ecke des Elsass fahren, hat man das Gefühl 'woanders' hinzufahren. Der Sundgau, diese hügelige Talregion von Seen und Weihern übersät, vom Rhein und seinen Zuflüssen durchquert, der Largue und dem Thalbach, bietet dem Neuankömmling bewahrte Flächen und kleine Wege sie auf schönen Wanderungen zu durchqueren. In diesem immensen Garten nehmt euch die Zeit um euch - auf dem Weg von Ferrette zur Schweizer Grenze - vom Charme zahlreicher Fermen (Melkereien), typischer Häuser und Landschaften betören zu lassen. Ferrette - Tor zum Jura - ist besonders verführerisch mit seinen vom Dorfhügel herab purzelnden, schmalen Straßen. Die Häuser scheinen die Felsen an denen sie hängen noch zu verlängern. Die Rue St. Bernard, oder die Rue du château zu den Terrassen gegenüber dem Rathaus sind tatsächlich idealer Ausgangspunkt für die zahlreichen, vom Vogesenclub ausgeschilderten Wanderwege zu den zwei vom Basler Erdbeben, dem Dreißigjährigen Krieg und der Französischen Revolution heimgesuchten Schlossruinen. Mit ihren Überresten auf einer Plattform auf 612m verleihen sie dem Dorf seinen historischen Charakter. Dies tut auch das alljährliche Mittelalterfest 'la fête médiévale', welches mit seinen Troubadouren, Rittern, Ritterturnier und Feuerspucker zum Schauspektakel einladen vom ?.2006. Der Tag des europäischen Kulturerbes (Journée du patrimoine) überrascht mit einer Gratis-Aufführung der Truppen La médiévale und Ménestrels de Mordini aufgeführt auf der Burgruine von Ferrette am ?. à propos: Pfirt (Ferrette) bietet solchen Festen die historische Plattform. Von Karl dem Großen anno 1105 gegründet, dessen Nachfahre die Grafschaft von Pfirt anno 1324, neben den Habsburgern, zu den mächtigsten Herrschern im Elsass zählten. Ihre Nachfahren wiederum ließen sich als österreichische Erzherzöge krönen und adoptieren. Getreu bis 1648 der Dreißigjährige Krieg sie dem französischen Sonnenkönig unterwarf, der die mächtige Grafschaft an seinen Kardinal Mazarin verschenkte. Ein Jahrhundert später ging dessen Erbschaft durch Heirat an Honore IV, Prinz von Monaco. Seit dem und bis heute tragen die Grimaldis den Titel 'Graf von Pfirt'. Schlemmerausflug ins hügelige Land der Flüsse und Weiher
• "Carpes Frites" : auf zur Karpfenfritüre mit und ohne Gräten, mit oder ohne Bierteigmantel, Scheibchenweise nur in bestem Öl auf die Minute genau gesotten - zur regional kulinarischen Spezialität des an Karpfenteichen reichen Sundgau. Im südelsässischen Land der Teiche, Kanäle und zahlreicher Flussläufe mit Forellen- aber vor allem Karpfen-Fischzucht, auf der Route de la Carpe Frite quer durch den Südgau, zu Karpfenfilet, Barschfilet oder Forelle in Rieslingsoße, Zander mit Sauerampfer in Blätterteig - mit Sauerkraut - oder Zanderfilet in Pinot-Noir-Soße. Entdeckt die Straßen der bekannten Adressen für das Seeteufelmedaillon, den Lachs auf Sauerkraut, die Blätterteigpastete mit dreierlei Fisch oder die Wahl zwischen dem elsässische Flammekueche oder Baeckeoffe. Diese „Straße des gebratenen Karpfen" und die Fischzucht haben eine Jahrhunderte alte Tradition aufzuweisen beginnend bei der Schäferin des Grafen von Ferrette. Eines der für seine Karpfen gepriesenen Restaurants ist das Chez petit Richard in Bettendorf. Zu Ihren Adressen für Tischreservierungen wendet euch an die einzelnen Fremdenverkehrsbüros oder an Baba. à propos: Carpe frite du Sundgau - Sundgauer Karpfen frittiert Rezept: (6 Pers.) Zubereitung: ca. 1 Std. - Zutaten: 1,2 kg Karpfenfilets, 3 Eier, feiner Gries, Salz + Pfeffer - Zubereitung: Karpfenfilets in dicke Scheiben schneiden, auf einem Küchentuch antrocknen lassen, salzen und pfeffern. Karpfenfiletstreifen in zerschlagenen Eiern und danach im Gries wenden und frittieren. - Karpfen im Bierteig: am Vorabend den Frittierteig ansetzen mit 300g Mehl, 35 cl Bier, Salz und Pfeffer. - 1,2 kg Karpfenfilets in 'Pommes frites' ähnliche Stücke geschnitten darin eintauchen, kurz anfrittieren, mit Schaumlöffel auf ein Abtropfsieb geben und erst kurz vor dem Servieren erneut goldbraun fertig frittieren. à
propos: die Gastronomie des Sundgau
(Südelsass - Region Basel) : Die 'Neudörfler' Spargelbruderschaft des des «Grand Maître Aspergier» in Village-Neuf stellt alljährlich dieselbe Prüfungsfrage: «Welche der hier liegenden Spargeln sind am Morgen und welche am Mittag gestochen worden?» Eine ermüdend mühsame Handarbeit in ständig gebückter Haltung; mit ein Grund, weshalb die Spargelzucht im Elsass nicht weiter expandiert. Den Parisern wie den Straßburgern war dieser mineralisierende Körperentwässerer aus Algerien bereits im 18. Jh. bekannt. Gemüsespargel, das Edelgemüse, wird aus seinen Beeten gestochen von Mitte April bis zum Johannistag (Bauernregel: "Kirschen rot, Spargel tot."). Weißer Spargel, grüner Spargel oder, wie hier, violetter Spargel, wenn die Witterung warm und feucht ist, kann Spargel bis zu 7 cm am Tag wachsen. |
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