der
Nördliche Schwarzwald
Die
den Nordschwarzwaldbeherrschende
Buntsandsteinschicht, die in den Nordvogesen als weiche
rote Sandsteinpfade erhalten geblieben sind, wurde in der letzten
Eiszeit fast völlig abgetragen. Es Auf den höchsten
Erhebungen des
Mittleren Schwarzwald, dem Kandel (1.242m) und dem Brandenkopf (931m),
herrschen Granit und Gneis vor. Zwischen Berg und Tal gibt es
großartige Naturschönheiten zu entdecken. Die sanft
gerundeten Hügelkuppen sind über die Hälfte ihrer
Fläche mit Wald bedeckt.
Nostalgisches
aus dem Badener Ländle
dem
Ausgangspunkt in der Ortenau, im 'Zehn-Täler-Dorf'
Ottenhöfen zu den
nachfolgenden Beschaulichkeiten: Auf
dem Ottenhöfener Felsenweg
mit seinen
schroffen 'Porphyr-Schrofen' :
Prächtige
Aussichtsfelsen wechseln
mit beschaulichen Waldstrecken hoch über dem lieblichen
Simmerbsbacher
Tal. Euer Ausgangspunkt für diese Aussichtstour des Nördlichen
Schwarzwald um den ganzen Kranz attraktiver Felsen rund um
Blaubronn abzugehen ist Ottenhöfen
an der Aufstiegsstrasse zur Schwarzwaldhochstrasse.
Der Felsenweg verbindet als Rundwanderweg zahlreiche
Felsgruppen und Schrofen des Wandergebietes im Westen
Ottenhöfens, mit
nur ca. 13 km Wegstrecke bei einem, Höhenunterschied von 380
m,
begehbar in ca. 4-5 Stunden. Tourbeginn: an der Hinweistafel
"Felsenweg" neben dem Gasthaus "Schwarzwaldstube" (ca. 10. Min. vom
Ortskern). Der Zickzackpfad führt euch bald zum
mächtigen Sesselfelsen
mit Kreuz mit Prachtblick übers Achertal zur Hornisgrinde. Bei
beschaulicher Waldwanderung bald zum Porphyrgestein des Spitzfelsen,
bemerkenswert durch seinen einzigen großen
Förderkanal durch den die
Porphyr-Schmelze ruhig und stetig zur Erdoberfläche
aufgestiegen ist,
wie es die Fließtextur deutlich sichtbar macht. Dann
verstopfte der
Schlot und die Gesteinsführung erstarrte. Seine Felsspuren
hinterließ
dieses Gestein Felsgruppen vom Sesselfelsen bis zum Rappenschrofen. -
Weiter auf den Gesteinsresten des Porphyr des
Schwarzwald-Westrandes mit ihrem 'mittelrotliegenden Alter', als sich
die ersten Saurier gerade anschickten das Festland zu erobern vor ca.
260 Millionen Jahren, und deren Vorkommen von Badenweiler bis
Baden-Baden keine Einzelfälle sind, erklimmt ihr auf dessen
Oberfläche
im Steilanstieg alsbald den Breitfelsen.
Vor euch liegt
die letzte Aussichtskanzel dieser zünftigen Rundtour, der Rappenschrofen.
Von hier aus geht es zum Kleinen Schroffen mit Abstecher zum, zwischen
dem Acher- und Renchtal gelegenen, Simmersbacher Kreuz zur Vesperstube
Fies. Geologischer Lehrpfad: Hinweistafeln
informieren über
die verschiedenen Gesteinsarten. An weiteren Felsgruppen führt
der Weg
vorbei zum Blaubronn-Sattel, mit
Waldparkplatz und
Grillhütte, dann weiter zum Stierfelsen
und Karschrofen.
Von hier aus führt der Weg über das Sommereck
abwärts zum Lauenbach und
zum Ausgangspunkt zurück.
à propos: diese Prachttour als
Luxusfahrt im historischen
Dampfzug lässt sich mit dem Museumszug:
Achertalbahn kombinieren.
Fahrzeiten: vierzehntägig sonntags zwischen Mai und
Oktober
der nostalgischen Zugfahrt mit dem Achertal-Lobberle.
à
propos: Die ca. 11 km lange Kraxelei
über den Karlsruher Grat mit
einer
Steigung von 500 m beginnt an der Schwarzwaldhochstrasse,
an der Strasse nach Ruhestein in Ottenhöfen.
Wanderkarte im Maßstab 1:25.000 Baden-Baden - Murgtal -
Hornisgrinde
mit dem Kartenausschnitt Ottenhöfen. Gutes Schuhwerk mit
Profilsohlen
erleichtern den reizvollen Aufstieg talaufwärts, vorbei an den
berühmten Wasserfällen der
Gottschlägwasserfälle
zur Felshöhle des Edelfrauengrabs,
wo der Sage nach ein Mann seine Frau einmauern ließ.
Die badische Schwarzwaldbahn
mit romantischen Tunnelfahrten im
modernen Dieseltriebwagen bis zum Bodensee verbindet Offenburg
und Singen (Hohentwiel) auf
einer 149 km langen, historischen Schwarzwaldbahnstrecke. Dabei gilt
der Abschnitt Hornberg -
Triberg - St. Georgen
als besonders reizvoll. Der Reiz besteht nicht nur in der Harmonie der
Eisenbahnanlagen mit der Natur, sondern die Entstehung selbst gilt
heute noch als Meisterleistung der Ingenieurkunst. Kühne
Kurven und
finstere Tunnels schuf der geniale badische Ingenieur Robert
Gerwig
(1820 bis 1885) mit seiner anno 1873 vollendeten Schwarzwaldbahn. Mit
einem Höhenunterschied von rund 670 Metern und einer maximalen
Steigung
von 20 Promille ist die Bahn mit 39 Tunnels und einem Viadukt eine der
tunnelreichsten und brückenärmsten Gebirgsbahnen der
Erde. Sie ist eine
der bekanntesten und Vorbild vieler anderer Gebirgsbahnen der Welt
geworden.
à
propos:
Sonderfahrten
mit der
Schwarzwaldbahn gibt es 9 mal
jährlich fürs 3
Stunden-Erlebnis Schwarzwaldbahn pur im modernen Dieseltriebwagen.
Unvergessliche Zugfahrt dank informativer Zugbegleitung, Musik,
Langsamfahrt für Fotofreunde und vieles mehr ! Zum Fahrplan
und Infos
über alles rund um die Schwarzwaldbahn klickt euch auf dem
Foto ein.
Martin Duffner's (Nußbach) umfangreiche Internetseite zum
Thema
Schwarzwaldbahn (Link). Infos zu weiteren Schwarzwaldbahnen findet ihr
im Regional-Agenda.
à
propos: die
Kinzig entspringt
der
Gemeinde Loßburg (Landkreis Freudenstadt) und
fließt zunächst gen
Süden, wobei sie allmählich nach Westen abdriftet,
und diesen Landkreis
verlässt, um in den von Rottweil abzustreifen. Doch der
größte
Flusslauf durchquert dabei den Ortenaukreis bis zur Stadt Offenburg, wo
sie den Schwarzwald verlässt und bei Kehl in den Rhein
mündet. In ihrem
oberen Lauf ein typischer Gebirgsfluss, die in ihrer Geschichte auch
schon manche schwere Überschwemmung verursachte. Im mittleren
und
unteren Verlauf aber hat man sie deshalb in ein sehr geradliniges Bett
mit hohen Deichen gezwängt. Im Mündungsbereich der
Kinzig, der Schutter
in die Kinzig, wird eine Renaturierung durchgeführt.
Die Flößerei im
Schwarzwald
Es klappert die Mühle
am rauschenden
Bach..., klipp-klapp, klipp-klapp...
oder
vom Korn zum Mehl.
Im Mittelalter waren es die Mönche, die das römische
Mühlenwissen als
klösterliche Selbstversorgung weiter praktizierten.
Mehr als nur
typisch für das Ingenieurwissen der Klosterschulen im
Schwarzwald sind
die Schwarzwaldmühlen
(Bauernmühlen). Teils noch gut erhalten, teils
vollständig renoviert
und teils den Besuchern offen. 2.000 Jahre lang war das Technikwunder Mühle
die wichtigste Maschine der Menschheit. Mit ihrer und des Wassers Hilfe
erleben wir noch heute, nicht nur im
Freilichtmuseum
des Vogtsbauernhof in Gutach,
wie man einst und noch heute das Getreide gemahlen, Holz
gesägt, Löffel
geschmiedet und Öl gepresst wurden. Die Hanfreibe im
Freilichtmuseum gehörte
zur Oberen Mühle in Steinach
(Kinzigtal) und wurde bis 1928/29 betrieben, für euch stampft
sie noch
täglich um 12h15 + 14h15 mit ihrem fast 400 Jahre
alten Mühlwerk
samt Stampfe. -
"Dieses wird jenes töten"
ermahnte bereits Victor
Hugo in seinem Historienroman um die Buchdruckerei am Rhein ('Der
Glöckner von Notre-Dame'), so auch hier mit dem
Zeitalter der
technischen Industrialisierung. Mit der Einführung der
Dampfmaschine um
1780 begann die allmähliche Verdrängung der
Wassermühlen auch im
Schwarzwald. Welche wirtschaftlichen Interessen unter Bundeskanzler
Konrad Adenauer anno 1957 zum Mühlenstillegungsgesetz
führte,
welches eine Prämie vorsah für eine
30jährige Stilllegung der
Getreidemühlen, wäre damals schon Anlass zu einer
Volksabstimmung
gewesen. Von den anno 1865 noch etwa um die 1.500 Bauernmühlen
sind
heute noch etwa 300 erhalten; die größtenteils
leider auch stark
zerfallen sind. Es ist dem Einsatz der Ortsgruppen des
Schwarzwaldvereins zu verdanken, die sich für deren Erhalt
eingesetzt
und Wiederinbetriebnahme eingesetzt haben, damit diese wieder
öffentlich frei besichtigt werden können. Mechanische
Wasserkraftnutzung mit Dreh- oder Schlagbewegungen wie bei den
einstigen Bohrmühlen, Buttermühlen,
Dreschmühlen, Getreidemühlen,
Gipsmühlen, Hammermühlen, Knochenmühlen,
Kräutermühlen, Kreidemühlen,
Ölmühlen, Papiermühlen,
Sägemühlen, Schleifmühlen,
Schmiedemühlen,
Stampfen und Pressen und Wasserschöpfmühlen. Einen
einprägsamen
Einblick in die Müllerei Schwarzwälder
Mühlen bietet euch der
bekannte Mühlenweg in Ottenhöfen
(Achertal), eine geführte 9km-Mühlenwanderung
zur Hilzingermühle,
der ältesten
Hofmühle im Landkreis Breisgau Hochschwarzwald, mit
Vorführung "Mahlen
mit Wasserkraft" in Oberglottertal,
Tel.: 07684.278, sowie der
Heimatpfad
in Hinterzarten-Breitnau. Besonders
aber der deutschlandweite Tag der offenen Tür der
Mühle,
alljährlich am Pfingstmontag, läßt diese
historischen Mühlen wieder in
unserem Gedächtnis aufleben. - Die
Hexenlochmühle in
Furtwangen-Neukirch 1825
erbaut ist eine ebenso schöne alte Schwarzwaldmühle,
als Sägemühle
erbaut darf eintrittsfrei besichtigt werden von
April - Oktober
täglich von 9h - 18h, vom 15. Dezember - 30. März
täglich von 10h -
12h30, 13h30 - 17h bei Familie Trenkle,
Hexenlochstraße 13, Tel.:
07723.7322.
Glottertal (Breisgau)
mit Panoramablick auf den
Kaiserstuhl
und die Vogesen
à
propos:
in
Furschenbach (Ottenhöfen)
am Bahnhof beginnt der zwischenzeitlich erweiterte Schwarzwälder Mühlenrundweg
(Strecke
von Mühle
zu Mühle)
mit 12 km ohne Mühle am Hagstein
und ohne Benz Mühle im Unterwasser (Mühlenrundweg,
Felsenweg,
Edelfrauengrabwasserfälle). Köninger
Mühle
siehe links. Benz-Mühle
(täglich
geöffnet vom 1. April bis 1. Nov. von 10h-19h), das Wasser
wird hier in
einem Weiher gespeichert und bei Mühlenbetrieb über
einen hoch
angelegten Kähner auf die Schapfen des
Mühlrades
geleitet. Mühlentag im
Achertal am Pfingstmontag
- In Verbindung mit dem Historischen
Dampfzug eine
unvergessliches
Schwarzwalderlebnis. 100 Jahre Historische Dampfzugfahrten ca. 75
Minuten mit Bewirtung im Dampfzug Tel.: 07842.2231 - Tipp:
Speziell für Gruppen hat die Tourist-Information eine Mühlenbesichtigung
mit Brotbacken, Vesper, Schnaps und Most
im Angebot.
Erkundigt euch gleich nach dem
Vollmondbier-Faßanstich unter
Tel.: 0049.(0)7842.80444. Deckerhof-Mühle,
Sommerseite 74 in Seebach,
historische Mühle mit moderner Wasserkraftanlage, Besichtigung
jeden
Mittwoch von 18h-19h von Mai
- Oktober. Vollmer's
Mühle,
Hilsenhof 1 in Seebach,
historische Mühle mit bäuerlichem Museum - Eintritt
frei -
Sonntag von 18h-19h von Mai
- Oktober.
Die
Imkerei auf den Schwarzwaldhöfen zu erkunden im ortenauischen
Hohberger
Bienenmuseum im Rathaus, Talstrasse in Diersburg, Tel.: 07808.3999,
Öffnungszeiten: 1. Mai bis
Mitte November jeden 1. Sonntag
im Monat
14h-17h, Führung 15h + 16h
- Der Weißtannenhonig
ist eine Schwarzwälder Spezialität und Besonderheit,
durch die hier
bundesweit größten
Weißtannen-Bestände. In guten Jahren tropft der so
genannte Honigtau von ihnen
herab, der von den Rindenläusen
(winzig kleine Lebewesen) produziert wird. Das machen sie so: sie
saugen an Fichten und Tannen und scheiden dabei kleine, klebrige
Tröpfchen aus; nachdem die Laus aus dem Rindensaft die
Eiweiße
herausgefiltert hat, bleibt dabei ein 'Zuckerwasser' übrig.
Fleißige
Bienchen schaffen dann ihren 'Honigtau' in ihre eigenen Waben. Doch
längst nicht jedes Jahr ist ein Läusejahr, damit sich
die Läuse
vermehren bedarf es einer Witterung mit regelmäßig
wechselnden kühleren
und wärmeren Perioden. So zählt
Weißtannenhonig zu den teuersten
Honigsorten. Doch wehe dem Schwarzwald wenn die Rindenläuse
kommen!
Dann kommen Imker von überallher und bringen die ihre
Bienenvölker mit,
um diesen begehrten Honigtau in Flugarbeit sammeln zu lassen.
i n Gutach
im Kinzigtal steht der älteste Museumshof, der Hippenseppenhof,
der 1599 in Furtwangen-Katzensteig im Stil der
Höhenhäuser erbaut
wurde. Die Höhenhäuser sind die
ältesten belegbaren Haustypen
des Schwarzwalds, die als Firstständer-Bauten errichtet
wurden, denn
ihre tragenden Ständer reichen vom Boden bis unter den First.
Dort
bezeugt das Museum die Uhrenherstellung und die Strohflechterei,
die in der Gegend um Furtwangen
weit verbreitet waren. Als
Nebengebäude sind ihm eine Hofkapelle und ein Speicher
zugeordnet. Der Lorenzenhof
von 1608 in der
Ortenau im Mittleren Schwarzwald ist ein typisches Kinzigtäler
Haus mit
seinem gemauerten Sockelgeschoss, auf das ein holzgezimmertes
Obergeschoss aufgesetzt ist. Im Sockelgeschoss befindet sich der Stall.
Im Obergeschoss liegen an der Stirnseite Stube und Schlafkammer
nebeneinander. Stall und Wohnbereich heißen "Haus". Daran ist
der
Wirtschaftsteil angebaut. Typisch für die Kinzigtäler
Häuser ist die Nussbühne,
ein Hohlraum zwischen Stuben- und Kammerdecke und dem darüber
liegenden
Dachraumboden. Er wurde zum Trocknen von Nüssen, wie wir sie
heute auf
Dachböden, Kellern oder in Gewächshäusern
einzeln zum Trocknen
auslegen, oder zum Aufbewahren von Arbeitsgeräten genutzt. Im
Sockelgeschoss des Lorenzenhofs findet ihr eine Dauerausstellung der
Forstdirektion Freiburg zum Thema Waldnutzung im Laufe der
Geschichte. Zum Freilichtmuseum Klausenhof in Herrischried
(Südschwarzwald) 
Wallfahrtskirche "Maria
zu den Ketten"
Ausgangspunkte der
Christianisierung im Schwarzwald wie das Kapuzinerkloster
Zell
Wallfahrtskirche Maria
zu den Ketten
aus dem 7. Jahrhundert, durch die Missionare der iro-schottischen
Mönche. Während der kriegerischen Kreuzzüge
(1064 - 1270) brachte ein
frommer Schmiedegeselle aus Schuttern, der in Zell sein Handwerk
ausübte und ein fleißiger Besucher der Marienkapelle
war, seine Ketten
nach Zell-Unterharmerbach
am
Harmerbsbach im Kinzigtal, als Dank für seine Befreiung aus
maurischer
Gefangenschaft auf seine Fürbitte "Maria zur Rose". Die
Türken brachten
ihn gefesselt nach Jerusalem um dort als Sklave verkauft zu
werden. In seiner Verzweiflung flehte er zur Gottessmutter im alten
Gnadenort und versprach, sollte er je wieder in die Heimat
zurückkehren
können, seine Ketten am Gnadenbild aufzuhängen. Der
Schmied kam frei
und kehrte unversehrt heim. Die Legende erzählt, dass die
Ketten von
seinen Händen und Füßen fielen und ein
weißes Pferd zum Ritt in die
Heimat bereit stand. Auf den regional geschichtlichen Welschkornseiten
findet ihr die Verbindung dieses Wallfahrtsort mit
Strassburg
und dem Elsass. Sein Ursprung ist ein, in einem Rosenstrauch
entdecktes, Marienbild, verwandelte sich im Volk
zur Maria
zur Rose. Der älteste Teil der
beeindruckend schönen Kirche,
der Chor mit Netzgewölbe und gotischen Fenstern, stammt aus
dem Jahre
1480. Der alte Flügelaltar wurde 1646 restauriert, 1654 wurde
die
Kirche weitgehend erneuert, um die großen Schäden
aus dem Dreißigjährigen
Krieg zu restaurieren. Die Kapuziner
von Haslach
betreuten die Wallfahrer
in Zell fast 200 Jahre lang. An den großen Festtagen nach der
Säkularisierung durch Napoleons Staatenaufbau 1803,
während die Orden
in Baden verboten waren, versahen die Kapuziner von Strassburg diese
Aufgabe. 1920 bauten die Kapuziner neben der Wallfahrtskirche ein
Kloster und betreuen seitdem die Wallfahrer. Ausflugtipp:
geführte Mühlenwanderung
zum
Hugeseppehof.
à
propos:
...und
der Himmel war so blau wie über der
Ortenau, als ich dort wanderte bei dem kleinen Wallfahrtsort
Zell
am Harmerbsbach, und am Brandenkopf,
über den die Westweg-Variante
verläuft, anlangte,
oben auf dem Aussichtsturm zur
Hornisgrinde
und zum Schliffkopf
hin schaute,
und all die Täler und Höhen und Wunder sah, den
Harkhof
suchte, ihn nur wegen Dir suchte und an Dich dachte. Als ich
zurück
wanderte in den kleinen Wallfahrtsort mit der Kirche Maria zu den Ketten
am Kinzigtäler
Jakobsweg, begegnete mir stundenlang, außer 2
verirrte Autofahrer
an den Nillhöfen, kein Mensch. Ich rastete
an den Wiesen
oberhalb des Niller Eck, schmolz einfach nur hin in
diesem
Traum aus Bergen und Tälern und Ewigkeit
Der
Zeitzeuge oder
Kriegsberichterstatter des Dreißigjährigen Krieges,
er veröffentlichte
seinen Schelmenroman und sein historisches
Hauptwerk 'Simplicissimus'
unter dem Namen German
Schleifheim von
Sulsfort, welcher ein
Anagramm zu seinem richtigen Namen war. Die Verfilmung dessen, einer
mehr als grausigen Zeit Badener Geschichte, konnte durch den
Schauspieler Matthias unvergesslich wie schelmenhaft dargestellt
werden. Nach dem Ende des Dreißigjährigen
Krieges wurde der
agile Verfasser zum Verwalter der Ullenburg
bei Oberkirch.
Der ehedem
kaiserliche Musketier Hans Jakob Christoffel von
Grimmelshausen
war Arzt und ein literarisch bewanderter Mann. Bei Burgherr Dr.
Küffer
durfte Grimmelshausen seine umfangreiche Bibliothek benutzen, und fand
Zugang zur Bibliothek des Prämonstratenserkloster Allerheiligen,
wo seine Söhne inzwischen die Schule besuchten. Er hatte den
festen
Plan, Schriftsteller zu werden und machte sich selbständig in Gaisbach;
dort baute er sich das
Gasthaus 'Zum Silbernen Stern' (ein
schönes, uraltes Gebäude) in
dem er selbst den Wirt machte. Frau und Töchter halfen, er
begann zu
schreiben. 1666 veröffentlichte er den "Satirischen Pilgram
I." und in
sein Hauptwerk 'Simplicissimus' flossen etliche Kriegserlebnisse aus
seiner Gastwirtschaft, bis der Roman 1669 erschien. Grimmelshausen war
bereits Bischöflich Straßburgischer
Schultheiß in Renchen, finanziell
unabhängig
blieb er dort bis zu seinem Tode am 17. August 1676. Heute schmeckt ein
Viertele im Gasthof in Gaisbach sicher um etliches besser als zu
Grimmelshausens Zeiten. Ein Viertele Simplizissimus, bitte! Mehr zu
seinem Ortenauer Wirken auf der regional
geschichtlichen Welschkornseite
- - -
Die schöne
Melusine mit scheußlichen
Krötenkopf und einem Drachenschwanz war als
Glück
bringendes Hufeisensymbol des auf- und absteigenden Mondknotens auch
auf der Ritterburg Schloss
Staufenberg
zu Gast (Weinbau
seit 1391), unweit des Weinortes Durbach;
noch heute ist der Begriff Klingelberger ein gesetzlich anerkanntes
Synonym für den König der Weißweine. Im
obersten Teil des Schlossbergs,
auf dem Klingelberg, ließ Markgraf Carl
Friedrich 1782 erstmals
Riesling sortenrein anpflanzen, hier hat der Qualitätsweinbau
in Baden
seine Wurzeln. Die Ursprünge des Schlosses Staufenberg liegen
im 11.
Jh. Egenolf von Staufenberg, Goethe, die Brüder Grimm und J.J.
Grimmelshausen hielten ihre Sagen fest.
à
propos: Egenolf von
Staufenberg: entstammt
einer Straßburger Adelsfamilie, in deren Besitz sich die Burg Staufenberg in
der Mortenouwe
(Ortenau im mittleren Baden bei Durbach)
befand; er lebte um 1300, sein
Versepos Die
Geschichte vom Ritter Peter Diemringer von Staufenberg
(von
1310, gedruckt von Johann Prüss in Strassburg um 1483) So
rächte sich
die verzauberte Melusine an dem Mann, der ihre Hoffnung auf
Erlösung
enttäuscht hatte: "Zwei Jahre vergingen. Sebald
suchte den
Stollenberger Wald nicht mehr auf, denn er
fürchtete die Rache der
von ihm betrogenen Waldfrau. Auf Wunsch seines Vaters heiratete er die
Tochter eines Amtsvogtes. Die Hochzeit wurde im Schloß
Staufenberg
abgehalten. Als aber die Gesellschaft fröhlich beim Schmause
saß,
spaltete sich die Decke des Saales, und ein Tropfen fiel auf Sebalds
Teller. Sebald aber hatte es nicht bemerkt und aß weiter. Da
fiel er
plötzlich tot nieder. Zu gleicher Zeit zog sich ein kleiner
Schlangenschwanz in die Decke zurück." (Johann Fischart:
Peter
von Staufenberg)
Grinden: den
Hochlagen des Nordschwarzwaldes
Unweit
vom Mummelsee, mit
1.163 m ü. NN ist die Hornisgrinde der höchste
Berg des Nordschwarzwaldes.
Ein mächtiges Buntsandstein-Massiv
überragt aussichtsreich und
in voller Schönheit die 1.000 m tiefer liegenden Rheinebene.
Seine nur
knapp 2 km lange Hochfläche fällt nach allen
Richtungen hin stark ab.
Im Süden, Osten und Nordosten sind Kare ausgebildet; mithin
die
eindrucksvollste Karbildung des gesamten
Nordschwarzwaldes
dabei ist der Biberkessel. Ausgedehnte, baumlose Feuchtheiden
der
Hochfläche, die Grinden,
sind seit dem Mittelalter
aus Menschenhand erschaffen. Die Hochfläche wurde immer wieder
brandgerodet und als Viehweide genutzt. Das große
Hochmoor auf
dem Südgipfel der Hornisgrinde blieb von Natur aus waldfrei. -
Ihre bis
zu 5 m mächtig tiefen Torfschichten schätzt ihr auf
ein Alter von
mindestens 6.000 Jahren! Mit dem 2. Weltkrieg wurde hier alles
drastisch verändert. Die Deutsche Wehrmacht die die
Hornisgrinde als
Fliegerstützpunkt nützte bis sie danach bis 1996 als
militärisches
Sperrgebiet der Franzosen und der NATO galt, deren Türme neben
Windkraftanlagen, Telekom und Südwestrundfunk dieser
Königin des
Nordschwarzwaldes bis heute ihre Abgeschiedenheit und Stille verwehren.
Das
Hinterzartener Moor (Südschwarzwald) -
à
propos: Achern-Mösbach
am Fuße der Hornisgrinde ist das Kirschendorf
im
Nordschwarzwald wie Königschaffhausen am Kaiserstuhl oder
Niedereggenen
im Markgräflerland. So ist ab Mitte April eine Erkundung des
landschaftlich reizvollen Dreikirschenweg
wie ein Meer blühender Obstbäume zu erleben, bereits
ab Mitte Juni sind
die ersten Kirschen reif auf dem Weg vorbei an 180 Kleinbrennereien mit
Obst-ab-Hof-Verkauf für das Plus an Genuss.
Auf
1.056 m
Buntsandstein, dem
Schliffkopf (zwischen
Ruhestein
und Zuflucht),
existiert eine noch einmalige Hochsennenlandschaft, die Grinden.
Offene Gebirgslandschaften mit Latschen
und anderen einzeln stehenden Bäumen durchsetzte Feuchtheiden.
Diese sogenannten Grinden wurden seit dem 14. Jh. bis in die 50er Jahre
hinein als Viehweiden und später auch als Mähwiesen
genutzt, was sie
bislang waldfrei hielt. Es ist das rechtsrheinische Gegenstück
der vor
Wasser gurgelnden, elsässischen Hochweiden in den
Südvogesen mit ihren
'chaumes' und üppig hohem Heidelbeerbestand,
teilweise neben sehr flachen Preiselbeersträuchern
und den je
nach Sonnenlicht blau bis lila blühenden Erika
(Heidekraut). Über Jahrhunderte betriebene Beweidung mit
Rindern und
Ziegen ließen diese Grinden in ihrer heutigen
Schönheit entstehen. Seit
um 1900 diese Bewirtschaftung aufgegeben wurde erobert sich der Wald
nach und nach diese offenen Bergflächen zurück und
bedroht so eine
europaweit einmalige Landschaft. Auch hier, wie auf den linksrheinisch
genannten Hochmoorgebieten, findet ihr noch den Auerhahn
und dieser noch seinen Lebensraum. Vor allem durch die einmalige
Rundumsicht zu den benachbarten Schwarzwaldhöhen also
landschaftlich
und touristisch attraktive Freiflächen. Heute hält
ihr sie von Hand
offen unter Mithilfe freiwilliger Helfer. Sie erhalten den
Grinden ihren eigenen Pflanzenwuchs: Moorgräser, Heidelbeeren,
Erikaflächen, niedrigwüchsige, fast
krüppelige Latschenkiefern neben
den einzeln wachsenden Solitärfichten mit ihren tief
ausladenden Ästen.
Blühend überraschen euch hier Gelber Enzian,
purpur Geflecktes
Knabenkraut und
als Eiszeitrelikt der Schweizer
Löwenzahn.
Auf den eher gurgelnd vermoorten Böden wachsen gibt es Moosbeere,
Rosmarinheide, Scheidiges
Wollgras und
viele Torfmoosarten zu entdecken. - Die in
östliche Talkessel
tief eingebetteten Karseen erinnern an die
erdzeitliche
Vergletscherung des Schwarzwaldes. Einer ihrer schönsten ist
der Buhlbachsee,
unweit der Röschenschanze
(alten militärischen
Befestigungsanlage 18. Jh.). Wahrlich imposant erscheinende Blockhalden
der steilen Westhänge warten hier mit ihrem eigenen Kleinklima
auf. Ein
weiteres erd-eiszeitliches Souvenir, das mir von oben betrachtet
'Waldaugen' gleich kommt.
Im
Nordschwarzwald,
östlich der Schwarzwaldhochstraße
erstreckt sich über die
Hochlagen östlich des Gebirgskammes zwischen Ruhestein und
Hornisgrinde, das Bannwald-Naturschutzgebiet Wilder
See - Hornisgrinde.
Am Fuße des Seekopfes ein
weiterer Karsee
aus der letzten
Eiszeit (herrliche Aussicht bis hin zur Schwäbischen Alb
über den
Wilden See und seinen Bannwald). Seine an Felsblöcken reiche,
100 m
steil abfallende, ja schroffe Karwand an der
Ostflanke des
Berges erschufen einstige Hängegletscher. Die Beckenmulde des
heute ca.
12 m tiefen, dunkelbraun gefärbten Karsees wurde einst von den
Eismassen ausgeschürft. Es sind die reichen, regionalen
Niederschläge
die hier zahlreiche Quellrinnsale entspringen lassen. Wasserzufuhr
für
die nahe gelegenen Bachläufe von Rotmurg, Schönmünz
und
dem Langenbach, die bei ihrer Entstehung malerisch
kleine
Gebirgstäler ausgeformt haben und die
Höhenzüge so von ihrer weiteren
Umgebung abgrenzen. Von besonderer Bedeutung ist einer der wenigen
Bannwälder Baden-Württembergs im Zentrum des
Gebietes. - Die Karwand
des Naturschutzgebietes Hornisgrinde-Biberkessel
(östlich der Hornisgrinde) gilt als die nördlichste
Lawinenbahn
Mitteleuropas durch ihre subalpinen Felsspalten, Hochstaudenfluren und
Quellfluren - auf engstem Raum. Auf den kargen Hochmoor-Böden
über Buntsandstein dominieren neben den Torfmoosen die Rasenbinse
und im Frühjahr den weiß
behaarten Fruchtstand des Scheidigen Wollgrases. Am
pflanzlichen Übergang von Rasenbinse zu Pfeifengras mit
Beersträuchern
und Heidekraut an trockeneren Standorten geht auch das Hochmoor gut
erkennbar in die Feuchtheide über.
à propos: Hornisgrinde
(Mummelsee
-
Seebach):
Freizeitbusse über
die Schwarzwaldhochstrasse
in der Ortenau
von Mai
-
November.
-
- - Turmfest auf
der Hornisgrinde mit Bewirtung und
musikalischer
Unterhaltung und Turmbesichtigung 10h
am ?
- -
- Der
Grindenpfad auf der Hornisgrinde - Hochmoore
machen ihn zum Grindenschwarzwald - auf dem
Bohlenweg
das Hochmoor durchqueren - Länge: 3 km mit 12
Schautafeln - auf
der Wegstrecke liegt der Bismarckturm
und am Fichtenwaldrand, das "Tagebuch
einer Auerhenne". Beginn der Wanderung: der sagenumwobene Mummelsee.
-
- - Die Hornisgrinde
liegt auf dem Westweg
Pforzheim-Basel.
Mit roter Raute
führt ein Weg
(1,5 km) zum "Ochsenstall",
"Unterstmatt"
(3,5 km) und zur Badener
Höhe (13 km). Der Hornisgrinderundweg
(4 km) mit rotem
Ring
gekennzeichnet führt vorbei am "Drei-Fürsten-Stein"
(0,8 km) und am "Seibeleckle"
(2,5 km) - - - Hochmoor Kaltenbronn: die Moorseen und GroßerKleiner Wildsee, Hornsee und Hohlohsee (und den Hohlohturm) Auto: A5
/ Ausfahrt Rastatt (Nr. 49) Richtung Gernsbach (B 462) -
Abzweigung zwischen Hilpertsau und Weisenbach in Richtung Reichental,
weiter steil bergauf bis zum Kaltenbronn.
Das
Buntsandsteinmassiv-Naturschutzgebiet
Kniebis -
Alexanderschanze (876-958 m) mit
seinen Borstgrasrasen,
Steinriegeln, Steinmauern und ausgeprägten Feuchtheiden
liefert
erdkundliches Zeugnis urzeitlich riesiger Flusssysteme die diese Gegend
überströmten und dabei gewaltige Schichten
Schwemmmaterials ablagerten.
Vor ca. 230 Mio. Jahren entstand durch anschließende
Verfestigung der
Buntsandstein, der mancherorts bis zu 300 m mächtig ist. Sein
ihm
eigenes Roserot färbten der Rost (Eisenoxide) erst so richtig
nach. Die
durch das Urzeitmeer später hier erneut abgelagerten
Keuper-Schichten
samt Muschelkalk und Jura sind durch Abtragungen heute nur noch
außerhalb des Schwarzwaldes zu finden. Noch zu finden sind
Pflanzen wie
der Bärwurz,
Bergheide, Blutwurz,
der Schweizer Löwenzahn, das
unauffällige Wald-Läusekraut und
an manchen Stellen das Gefleckte
Knabenkraut. In den Borstgrasrasen
blühen in den
Sommermonaten Fadenbinse (Sternsegge), Quendel-Kreuzblume
und Öhrchen-Habichtskraut. Ihr
müsst es euch sagen lassen, dass
seltene Arten wie Arnika, Gelber Enzian oder
Weißzüngel-Knabenkraut
sind nach Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung langsam verschwunden
sind. (Anfahrt: im Bereich des Ortes Kniebis südlich der B 28
sowie
rechts und links der Schwarzwaldhochstraße zwischen
Alexanderschanze
und Zuflucht).
Das
lang gestreckte
Nordschwarzwald - Vulkanit-Naturschutzgebiet
Eckenfels
(655 m
zwischen Oppenau und Schwarzwaldhochstraße) entstammt dem
erdzeitlichen
Untergrund des Rotliegenden
(Porphyr). Sehenswert seine schroffe Porphyr-Felswand, seine
Blockhalden aus der Eiszeit und als Besonderheit, den lichten Traubeneichenwald.
Steilanstieg bis zur Felsformation im Gipfelbereich ausgehend von den engen
Gebirgstälern des Rotenbaches (N) und Eichelbaches
(S). Neben dem
Karlsruher Grat bei Ottenhöfen ist der Eckenfels das einzige
größere
Felsgebiet in der Region. Das in grau weithin sichtbare
Eckenfels-Massiv besteht aus Quarzporphyr
(Vulkangestein der Magmatiten) aus der
Geo-Hexenküche, die hier vor ca. 250 Mio. Jahren aus
Vulkanschloten
austrat und erkaltete. Das Duo von unvorstellbar hohem Druck und ebenso
hoher Temperatur bildeten diese schroffe Felswand aus einst
flüssiger
Magmagesteinsmasse aus, dank der Erosion ihres umgebenden Gesteins, im
Laufe der Zeit, dann den härteren,
widerstandsfähigere Porphyr. Am
Südhang, unterhalb der Felsen, findet ihr waldfreie Zonen mit
riesigen
Gesteinsschutt-Mengen. Diese so genannten Blockhalden
sind Relikte aus der letzten Eiszeit, also schon vor ca. 10.000 Jahren
durch hohe Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht
(Frostsprengung) entstanden. Hier herrschen ganz besondere
kleinklimatische Verhältnisse. Doch zurück zu den
landschaftlichen
Höhepunkten in Mittel- und
Nordschwarzwald neben
den aussichtsreichen Bergen und Kammfluren zählen die Spuren
der
letzten Eiszeit, die vor ca. 10.000 Jahren endete. Allein dem
Nordschwarzwald hinterließen sie mehr als 100 Kare.
Die Gletscherflüsse
schürften Nischen in die Berghänge, in deren
beckenartigen Böden nach
dem Abschmelzen des Eises Wasser zurückblieb. So entstanden Wildseekar, Mummelsee,
Herrenwieser, Schurm-, Huzenbacher, Sankenbach- und Glaswaldsee
sowie - im Südschwarzwald -
der Feldsee
.
Schüsselrunde, wassergefüllte Bodenwannen,
auf drei Seiten umgeben von Steilhängen und an der offenen
Talseite
durch eine Moräne gestaut. Die meisten
Karseen verlandeten
zwischenzeitlich und entwickelten sich zu letzten Biotopen seltener
Pflanzen.
Der Mummelsee
liegt
reizvoll an der Schwarzwaldhochstraße (B500) im tiefen
Murgtal zwischen Ruhestein
und
Unterstmatt, wen auch ohne die einst üppige
Teichrosenblüte, weißer
Seerosen (Mummeln). Mit seinen 800 m Umfang ist der Mummelsee der
größte, mit 17 m Tiefe der tiefste und mit 1.036 m
Höhenlage der
höchste der sieben Karseen im Schwarzwald.
"...ein
Laut
unterbricht die ewige Stille, nur dass tief unten im Tal melancholisch
ein Quell murmelt." Diese sagenumwobene Beschreibung einer
der
ersten Schwarzwalddurchwanderer und badischer Geschichtsschreiber Alois
Wilhelm Schreiber (1763-1841) in seinem 'Handbuch
für Reisende
am Rhein' ist längst abgeschlossene
Vergangenheit. |
|
Eine alte Sage
erzählt, daß früher Nixen und Zwerge sowie
ein
König im Mummelsee gehaust haben. In Vollmondnächten
sollen die
Wassernixen zum Deckerhof nach Seebach
gekommen sein, um dort mit den Bewohnern Handarbeiten zu verrichten, zu
singen und Gedichte zu erzählen. Eiszeiterinnerungen aus
Höhlenzeichnungen?
|
| Wie
beim irischen Elfstier
könnte im Simplicissimus (Buch V. Cap.
10.) dem See der
Wassernixen (Elfinnen, Muhmen, Mummeln, Landelfinnen, Roggenmuhmen) den
Namen gegeben haben: als Hirten ihr Vieh dabei
gehütet, wird
erzählt, daß aus dem Mummelsee ein brauner Stier
herausgestiegen sei
und sich zu dem ändern Vieh gesellt habe; doch ein Wassernixe
sei ihm
sogleich nachgefolgt, um ihn wieder zurückzutreiben, dem er
aber nicht
gehorchen wollen, bis ihm dieser gewünscht, es solle ihm sonst
aller
Menschen Leid ankommen, worauf beide sich wieder in den See begeben
hätten. |
|
2 schwarze Männer
und 12 Schwestern oder gegeneinander
stehen die Überreste der ehemaligen Festen Schwarzkopf
und Seeburg.
Die Sage erzählte daß, ... - O weh! So sind es die Geister vom See!
Davon! Sie
wittern, sie haschen mich schon! ('Die Geister am Mummelsee'
von Eduard
Mörike 1829)
|
| "Im
Schwarzwald, nicht weit von Baden, liegt ein See, auf einem hohen Berg,
aber unergründlich. Wenn man ungerad, Erbsen, Steinlein oder
was
anders, in ein Tuch bindet und hineinhängt, so
verändert es sich in
gerad, und also, wenn man gerad hineinhängt, in ungerad. So
man einen
oder mehr Steine hinunterwirft, trübt sich der heiterste
Himmel, und
ein Ungewitter entsteht, mit Schloßen und Sturmwinden. Die
Wassermännlein tragen auch alle hineingeworfenen Steine
sorgfältig
wieder heraus ans Ufer." von den Gebrüder
Grimm |
Wo die Wasserfälle tief zu Tal stürzen
 Sasbachwalden im
Achertal im
Nordschwarzwald nahe der Schwarzwaldhochstraße im
Großraum Offenburg,
mit den Gaishöll-Wasserfälle,
einer der 6 Wasserfälle
mit der Burgruine Brigittenschloß,
dem Weinberg
'Alde Gott' und gleich 2 Hochseilgärten am
Westhang.
Wildromantische Schlucht mit riesigen Felsen und Findlingen, Gehzeit
ca. 30 Minuten, Höhenunterschied 235m, über ca. 12
Brücken und ca. 200
Stufen, erreichbar auch auf dem Gaishöll-Rundwanderweg (Infos:
Kurverwaltung Tel.: 07841/1035). - Der Geroldsauer
Wasserfall ist über den herrlichen
Panoramaweg zu Fuß
erreichbar an der Schwarzwaldhochstraße B500, der am
Parkplatz
Wannacker einen perfekten Einstieg bietet, oder auf der Geroldsauer
Wasserfallstraße. Durch
die
Gertelbach-Wasserfälle
durch die
Gertelbach-Schlucht zu den Granitfelsen-Aussichtspunkten
Wiedenfelsen und Herta-Hütte ab
Bühlertal. Von
Bühlertal über Gertelbachfälle zur
Schwarzwaldhochstraße - Herthahütte
- Bühlertal (Auf/Abstieg
550 Hm - 5 Std.)-
Oppenau umschlossen
von einem Kranz herrlicher Schwarzwaldberge zwischen Moos und Kniebis,
führt zu den Allerheiligen
Wasserfälle,
der
Klosterruine
Allerheiligen, dem Renchtäler
Heimatmuseum und seinem Aussichtsturm
Moosturm. (Der
Lierbach fällt bei dem Kloster
Allerheiligen durch eine steilwandige Porphyr-Schlucht über 7
Stufen
ca. 60 m (lt. anderen Angaben 83m) in die Tiefe. Ihr nennt sie
Lierbachfälle, 'die Sieben Bütten' oder
Büttensteiner Wasserfälle. Die
Entstehung ihrer Kaskaden-Steilstufe war der Härteunterschied
des
gequerten Porhyrganges zum umgebenden Kristallin. - Deutschlands
'höchste' Wasserfälle, die
Triberger
Wasserfälle, dem Kletterfelsen
Teufelsfelsen, der Schwarzwaldbahn,
Skilifte und Langlaufloipen und einem Schwarzwaldmuseum. Die zum
Simonswäldertal hinab stürzenden
Zweribach-Wasserfälle: im Bannwald
zwischen St.
Märgen und Simonswald im oberen
Simonswäldertal, zu erreichen ab liegt auf einem
Hohenrücken zwischen
Feldberg und Kandel.
Der Burgbach-Wasserfall
bei Bad Rippoldsau,
einer der
höchsten freifallenden Wasserfälle (im
Frühjahr und Herbst beleuchtet)
stürzt aus 32m mit ca. 15m freier Fallhöhe
über ein 'Permgebirge' aus
verkieselten Arkosesandsteinen des erdzeitlichen Oberen
Rotliegenden (Perm) und granitisch-kristallin gebildeter
Steilstufe
ab, umgeben von Granitfelsen, die eine Kappe von verkieselten Arkosen
des Rotliegenden. Todtnau
mit seinen Ortsteilen: Aftersteg, Geschwend, Muggenbrunn,
Präg,
Schlechtnau, Todtnauberg im Herzen des Südschwarzwald zwischen
Feldberg
und Belchen im oberen Wiesental, mit dem Todtnauer
Wasserfall, ist ein attraktiver Wintersportort
mit 22
Skilifte, Familien-Rodelbahn, 60 km Langlauf-Loipen, 70km
gewalzte
Winter-Wanderwege, Natureisbahn und der Hasenhorn
Coaster
Rodelbahn. - Schwer zugänglich, teilweise schluchtartig, das
stille,
steile und enge Tal der Wildgutach mit der
Teichbachschlucht (Deichbachschlucht) westlich von
Gütenbach.
Dort lagen die schwer zugänglichen 'wilden Güter" des
Klosters St.
Peter. Etwas beschwerlich, vorbei an Gumpen und fächerartigen
Wasserfälle, geht's zum Winkelherrgott in Wildgutach
- dem legendären Balzer
Herrgott.
Eine vermutlich spätgotische Christusfigur (Teil des
Hofkreuzes vom
Königenhof im Wagnerstal) die 1986 beinahe
vollständig in eine
Wetterbuche eingewachsen wäre, hätte man dieses einst
schmiedeeisernes
Kruzifix mit einem Sandsteinkorpus nicht an Kopf und Brust vorsichtig
freigelegt. Ob Hugenotten ihn auf der Flucht aus Frankreich
am
steilen Hang liegen liessen, oder im Jahr 1700 durch eine
Schneelawine die Arme des Kreuzes abbrachen, bevor junge
Burschen den Torso heimlich durch den Wald bis zur Wetterbuche trugen
und ihn dort anlehnten; bis heute ein unvergessener Wallfahrtsort einer
3,5 Std.
Rundwanderung.
Sagenrundweg:
Bruder
Pauli war Klostergeistlicher im
Kloster
Allerheiligen in
Oppenau, der es mit den
Mönchsgelübden nicht so genau nahm
und für seine Wilderei aus
silbernen
Kruzifixen Kugeln goss. Vor Gottes Gericht wurde er dazu verurteilt, in
der Umgebung des Klosters Allerheiligen als Geist ruhelos umherzugehen.
Schon oft spielte er Fuhrleuten üble Streiche oder leerte
Geschirre von
Heidelbeersuchern aus.
Bildstöckel-Rundweg in
Sasbachwalden: dieser
Wanderweg führt an 40 Bildstöckchen vorbei.
Zum
Rundweg-Führer vom Verkehrsamt empfiehlt sich eine
Wanderkarte im Maßstab 1:25.000!

-
- - Blick von Staufen
im
Breisgau auf den Belchen im Münstertal
>>>:
erstreckt sich vom
Kinzigtal bis in die Gegend von Freiburg im Breisgau.
Im frühen Mittelalter gehörte der Breisgau zu den alemannischen
Gauen am Oberrhein und reichte ursprünglich vom
Rheinknie bei
Basel bis zum Flüsschen Bleiche zwischen Kenzingen und
Herbolzheim.
Dort grenzte der Breisgau an die alemannische Gaugrafschaft
der
Mortenau (heute Ortenau). Der Name des Breisgau leitet sich
von
der Stadt Breisach am Rhein ab. Die klimatisch wärmste Region
in
Deutschland reicht vom Rhein bis in den Schwarzwald mit der Hauptstadt Freiburg. Im
Süden grenzt der Breisgau
an das Markgräflerland (Höhe
Staufen/Heitersheim), im Westen an
das Elsass (Frankreich), im Osten reicht er bis in den Westabhang des
Schwarzwalds, im Norden an die Ortenau. Seine bekannten Berge und
Höhen
sind der Kandel (1.242m), der Schauinsland,
der Kaiserstuhl und der Schönberg
(des
zwangseingemeindeten St. Georgen zu Freiburg mit seinem alten
Erzbergwerksiedlungen). Recht idyllisch durchflossen von der Bleiche,
der Dreisam, der Elz, der Glotter, der Wilde Gutach, des
Rhein,
des Brettenbach, des Klemmbach, der Neumagen und der Möhlin. Das Kloster St. Peter am Fuß des Kandel bietet beste Gelegenheit, reichen Voralberger Barock nach Peter Thumb zu bewundern. .
Der Bollenhut
in der Schwarzwälder Tracht:
Ein
weiteres Wahrzeichen ist der auffällige Bollenhut als
Kopfbedeckung mit roten Wollrosen (s.g. Bollen); der als Teil der bäuerlichen Tracht des Gutachtals nicht zuletzt durch Heimatfilme wie "Das Schwarzwaldmädel" (1950) zu Weltruhm gelangte.
Einfach
schön so ein
Bollehut! Ein vollständiger 'Kopfputz' mit
Seidenhaube,
Tüllschleier, Zopfgehänge und vermutlich rotem
Bollenhut wurde zum
Sinnbild für Schwarzwälder Trachtenmode, die zu
Beginn des letzten
Jahrhunderts beim Kirchgang und an Festtagen noch zum Alltagsbild
gehörten. Heute werden sie noch zum Kirchgang und zu
Prozessionen
getragen, oder als Tourismuswerbung, die nur so mit ihren weithin
leuchtenden, mich an die Kirschen erinnernden roten Bollen in aller
Welt bekannt. Obwohl sie heute als Bestandteil der
Schwarzwälder Tracht
schlechthin gelten, wurden sie erst gegen Ende des 17. Jh. erfunden -
und nur in den drei kleinen Gemeinden Gutach,
Kirnbach
und Reichenbach
(westlich von Schramberg).
Die
Pracht auf ein kunstvolles Strohgeflecht wiegt bis zu 2 kg mit den
aufgenähten elf Wollkugeln: die roten
für ledige Mädchen, die
schwarzen für verheiratete Frauen. Unter dem Hut
wird eine
seidene Kappe mit kleinem Schleier getragen, der unterm Kinn zugebunden
wird. Wie in anderen Kulturen verschwinden dabei alle Haare unter der
Kappe, samt jedem langen Mädchenzopf. Grimms Märchen:
"Rapunzel,
Rapunzel lass dein Haar herunter" wird dabei überhört
und alle
weibliche Pracht statt dessen mit einem oder zwei Spiegeln
geschmückt,
die dazu noch mit bunten Glasperlen oder Bändern verziert
wurden. Alten
Frauen und Kindern blieben nur das Käppchen vorbehalten, denn
der
Bollenhut war erst zur Firmung (oder zur Konfirmation) erlaubt. - Zur
eigentlichen Tracht gehören ein schwerer, faltenreicher,
schwarzer Rock
mit schwarz-seidener Schürze mit einer weißen Bluse
mit weiten
Puffärmeln, darüber das Leibchen aus
geblümtem Samt und der Goller,
der den viereckigen Halsausschnitt verdeckte. Ein mit bunten
Bändern
verzierter Halskragen. Die Füße zieren
weiße Kniestrümpfe und schwarze
Schuhe. Wetter bedingt liess sich der Tschoben
darüber ziehen,
eine bis zur Taille reichende, rot abgefütterte Jacke aus
schwarzer
Seide. Diese werbewirksame Gutacher
Tracht
lässt vergessen, dass es früher einmal in jeder
Schwarzwälder Region
eine eigene, charakteristische Tracht gab. -
Zum Terminkalender der
Trachtengruppe Kirnbacher Kurrende - In der Gegend von St. Märgen und
St.
Peter tragen die Frauen eine
Bänderkappe - vorzugsweise im
Winter, da sie die Ohren schützt - oder weiße, oft
auch schwarze, mit
Samt überzogene Strohhüte.
Chappi und
Schäppel könnt ihr in Hausen
beim alljährlichen Fest des Hebel-Mähli (zu
Ehren des
Geburtstags von Johann Peter Hebel) am 10.
Mai die Markgräfler
und die Vreneli-Tracht sehen, die der Dichter oft
liebevoll in
seinen Gedichten beschrieben hat. Die Ortenauer Mundart-Liedermacher
D'Gälfiäßler (vom
badisch gelben Lehmboden) haben auf ihre
Weise dr'Bollehuet
verewigt.
à
propos:
Festtagstracht Handwerker- und
Aktionstag rund um die Trachten des Schwarzwalds zu
Gast im Vogtsbauernhof
in Gutach
sind Schäppelmacherin,
Bollenhutmacherin, Gollerstickerin, Trachtenschneiderin
und Schuhmacher
11h - 17h
+ Kinderprogramm
mit einer
offenen
Werkstatt für Familien: Neben dem Bollenhute,
gewickelte Bollentiere
von 11h - 16h am ?
Die Flößerei
im Schwarzwald:
Kinzig-Flößerei
oder
als das Wasser
noch Balken hatte... Im Heimatmuseum von Wolfach
(Kinzigtal) beschäftigt sich
eine Abteilung mit der Flößerei auf der Kinzig,
die Kinzig in früheren Zeiten von großer
Flößereibedeutung hatte, mit
Erwähnung dieses Flusshandwerkes auf der Kinzig aus dem Jahre
1339. Die
Stadt Wolfach war aufgrund ihrer günstigen Lage am
Zusammenfluss von
Wolfach und Kinzig bis ins 19. Jh. ein Zentrum der
Kinzig-Flößerei. Ein
halbes Jahrtausend später, 1896, fuhr das letzte gebaute
Floß aus
Handelsgründen auf der Kinzig. Bereits um 1470 waren
blühende
Geschäfte mit dem Holzhandel zu machen. Um 1500
gewährten die
Fürstenberger den Wolfachern das Privileg zum
'auswärtigen Holzhandel',
damit wurde die bäuerliche Bevölkerung im Umland von
diesem lukrativen
Geschäft ausgeschlossen. Sebastian Münster
schrieb in seiner "Cosmographia
universalis": "Das volck so bey der Kyntzig
wohnet, besonders
umb Wolfach ernehret sich mit großen Bawhöltzern,
die sie durch das
Wasser Kyntzig gen Straßburg in den Rhein flötzen
und groß Gelt
jährlich erobern". Blütezeit der Wolfacher
Flößerei waren das 15.,
16. und 18. Jh., als der Holzbedarf rapide anstieg, weil die
Niederlande und England begannen, ihre mächtigen Kriegs-
und
Handelsflotten gegen die Spanier aufzubauen. - Noch
bis um 1930
wurden im Oberwolfacher Frohnbach
beim Bergbauernhof und am Wasser beim Wiesekoretshof im Taglohn Weiden
(Wieden) hergestellt, und auf hoch beladenen Ochsengespannen nach
Wolfach
gebracht, die der dortige
Zähringerwirt zum Weiterverkauf aufkaufte. Die
Flößstämme wurden mit
ihren Gestöhren wurden mit Wieden zu Botten zusammen gebunden.
Das
waren u.a. im eigenen Saft gekochten Weidengerten, die Winterarbeit. Noch zu Beginn
des letzten Jahrhunderts waren Flöße ein
alltäglicher Anblick mit denen
riesige Mengen von Holz - auch im Schwarzwald verschifft
wurden.

zum
Flößerei-Museum in Gengenbach
Der
Dichter Wilhelm
Hauff schrieb 1827: "
Sie handeln mit ihrem Wald; sie fällen und
behauen ihre Tannen, flößen sie durch die Nagold in
den Neckar und von
dem oberen Neckar den Rhein hinab, bis weit hinein nach Holland, und am
Meer kennt man die Schwarzwälder und ihre langen
Flöße; sie halten an
jeder Stadt, die am Strom liegt, an und erwarten stolz, ob man ihnen
Balken und Bretter abkaufen werde; ihre stärksten und
längsten Balken
aber verhandeln sie um schweres Geld an die holländischen
Mynheers,
welche Schiffe daraus bauen."
- Im 18. Jh.
begründeten sie europaweit den Ruf der Schwarzwälder
Tannen und
Fichten: jene unerschrockenen Männer mit ihrem wertvollen
Holz, die auf
ihren Flößen bis ins Mündungsdelta des
Rheins hinunter schifften. Der
Schwarzwald galt als der größte deutsche
Holzlieferant auf dem Rhein.
Die ältesten Schwarzwälder
Flößerzünfte wurden ab 1527 im
Badischen gegründet - wie die Vereinigung der Murgschiffer
und
der Schifferschaften im Kinzigtal.
Floßämter und Floßordnung
sorgten hüben wie drüben (im Badischen wie im
Württembergischen) für
die Einhaltung der Regeln. Weil der württembergische Herzog
Carl
Eugen stets knapp bei Kasse war begann die große
Zeit der Flößer im Nordschwarzwald
im 18.
Jh. mit einer Flößung auf den Flüssen Enz und Nagold, auf denen
schon
seit langem geflößt wurde. In Gengenbach (Kinzigtal)
legte nach 110 Jahren wieder ein Floß aus Schiltach
in Gengenbach
an, am 29. Mai 2004, zur Premiere des Theaterspiels "Die
Flößer-Anna"
(aufgeführt neben dem
Flößerei-
und Verkehrsmuseum * in
Gengenbach), waren
Schiltacher Flößerfreunde zu beobachten, die mit
einem 60 m langen Floß
die Kinzig hinunter fuhren und wie in alter Zeit, nahe der
Flößerkapelle in Gengenbach, anlegten. *):
Öffnungszeiten: April bis
Oktober Sa: 14-17h, So 10-12h Tel.: 07803.767 + 3764). Im Lorenzenhof
im Freilichtmuseum
Vogtsbauernhof in
Gutach ist eine Waldausstellung
untergebracht, dort
erfährt ihr einiges über die Waldarbeit, den
Transport der Baumstämme
ins Tal, die Flößerei.
Der Flößerpfad
12 km (3 Std.) talabwärts immer entlang der Kinzig
zwischen Lossburg und Alpirsbach ist 12 km (3 Std.) lang und
beginnt im
Pavillon des Lossburger Zauberlandes auf ca. 650m
hinab bis in
den Kurgarten Alpirsbach mit ca. 450m. ü.
M. - zwischen
Lossburg und Alpirsbach gibt es mehrere Bushaltestellen die ihr in
beide Richtungen zur Rückfahrt nutzen könnt wie die
Bahnhöfe in
Alpirsbach und Lossburg.
Der Gompige Dunschtig in der alemannischen Fasnet
Vom schmutzigen Donnerstag bis zum Aschermittwoch ziehen auch im malerischen Schwarzwaldstädtchen Haslach
(im Kinzigtal) die Narren durch die Strassen. Jedoch nicht ohne das
Scheppern der Schellen und der Schnarren. Dabei tragen sie ein
fantasievolles Gewand aus Stofffetzen, das Häs zu
ihren teils lieblich anzusehenden Masken. Letztere können ebenso
furchterregend sein durch deren grotesk verzerrte Gesichtszüge. Zu
de Schwaaze Deifel
der Narrenzunft Haslach. Laßt euch von ihnen erklären,
weshalb das mittelalterlich aufgebaute Häs aus einer
schwarzen Hose und einer schwarzen Jacke besteht, welche mit Flammen
besetzt ist. Und weshalb sich am linken Bein das Fell einer
Pferdefessel befindet, das den Boxfuß des Teufels symbolisiert.
Vor alllem, weshalb sie am rechten Fußgelenk ein "Gschell"
tragen. So soll auch noch das Teufelskalb im "Höllwald" bei
Haslach sein Unwesen getrieben haben...
à
propos: der Fasnetsfahrplan oder Narrenfahrplan führt zum Programm: Narrotaufe am Rohrbrunnen, Fasenteröffnung in der Stadthalle, traditionelles Schnurren in Beizen, Wecken durch die Hemdglonker am Schmutziger Donnerstag mit Klepperleswettbewerb, Kinderumzug,
Närrischer Wochenmarkt, Großer Fastnachtsumzug mit
Wagen, Fußgruppen und Musikkapellen durch die Altstadt im
Anschluss mit Zunftball in der Stadthalle, Elfimess im
"Dürre Ast" (Gasthaus "Grüner Baum"), Wirtschaftsfasent
bis zur Fasentverbrennung mit Trauerzug durch die Altstad und anschließender Gerichtsverhandlung mit Schlüsselrückgabe vor der Stadthalle.
Das
Hornberger Schießen
Artikel
Badische Zeitung
bis
alles Pulver
verschossen war in Hornberg,
im
Gutachtal lebt als Volksschauspiel weiter auf der
Freilichtbühne im
Storenwald ( Tel.:
07833.79344) - Ihr erinnert euch: "Es geht aus wie das
Hornberger
Schießen", der missglückte Herzogempfang
anno 1564 fand Eingang in
den deutschen Zitatenschatz.
Friedrich von Schiller
schrieb bereits im Jahre 1780 in "Die Räuber"
im ersten
Akt: "Da ging's aus wie's Schießen zu Hornberg und
mussten abziehen
mit langer Nase." - Hierher hatte sich anno 1564 der Herzog
Christoph von Württemberg zu Besuch angesagt, dem es
nicht gelang
Herzog Ulrich von der Regierungsnachfolge auszuschließen,
weil dieser
ab 1534 in Württemberg die Reformation einführte. Um
seine Dynastie zu
schützen wendete sich der Besucher dem Protestantismus zu und
erhielt
so im Vertrag von Reichenweier (Riquewihr) anno 1542 als Statthalter
die linksrheinische württembergische Grafschaft
Mömpelgard
(Montbéliard) zugesprochen. Diese religiöse
Position festigte er 1544
mit der Heirat von Anna Maria von Brandenburg-Ansbach aus einer
protestantischen Dynastie. 20 Jahre später also herrschte in
Hornberg
große Aufregung, denn der hohe Herr sollte mit allen Ehren
empfangen
werden. Die Kanonen wurden geputzt, um den Fürsten mit 'Salut'
zu
begrüßen. Alles war bereit, aber der Herzog
ließ auf sich warten, bis
sich aus der Ferne eine große Staubwolke näherte und
jedermann jubelte.
Die bereit stehenden Kanonen donnerten 'was das Zeug hielt' bis das
Pulver ausging. O Schreck: aus der Staubwolke löste sich
leider nur
eine Postkutsche, ein Krämerkarren und eine Herde Rindviecher.
Der hohe
Herr kam später - erst als alles Pulver verschossen war. So
steht
dieses Zitat heute noch für Anlässe, die mit viel
Getöse angekündigt
werden, aber dennoch erfolglos ablaufen. Das ist es was euch die
Hornberger alljährlich in den Sommermonaten auf ihrer
Freilichtbühne im
Storenwald vorführen.
Die
Kuckucksuhr,
das für Kinder faszinierendste Pendelwerk noch Mitte des
letzten
Jahrhunderts, ist die wohl bekannteste Schwarzwalduhr neben
der Lackschild-Uhr. In
Schönwald
oder in Neukirch
im Schwarzwald
soll sie Sie wurde zwischen 1730 und 1750 zum
ersten Mal
konstruiert worden sein. Zu lesen bei einem Ein päpstlicher
Legat anno
1762: "Die hölzernen Uhren werden hier in sehr
großen Mengen
gefertigt ... und man hat begonnen, sie mit dem Ruf des Kuckucks
auszustatten". Das heutige bekannte Kuckucksuhr-Design ist
die so
genannte 'Bahnhäusleform' aus einem Designer-Wettbewerb von
1850. Dabei
orientierte sich der Karlsruher Architektprofessor Friedrich
Eisenlohr an der Form der
Bahnwärterhäuschen, die er für die
Badischen Bahnen entwarf. Furtwangen
ließ sich eine zweite, später ein höchst
erfolgreicher Uhrentyp und
besonders populäre Kuckucksuhr einfallen: ein
'Jagdstück' als
Schnitzwerk wurde zum Jahrhundert-Design. Das musste eine
gute
Kuckucksuhr haben: selbstständiges öffnen
und schließen der
Türen, ein sich bei jedem Stundenschlag verbeugender
Kuckuck der
gleichzeitig Schnabel und Flügel bewegte. !: der Ruf des
Kuckucks war
Technik mit über zwei gedeckten Pfeifen liegenden, kleinen
Blasebälge.
Ein Rad des Schlagwerkes hebt beide Blasgebälge an und
füllt sie so mit
Luft. Kurz nacheinander fielen diese Blasebälge durch ihr
Eigengewicht
wieder zusammen, durch zwei Lippenpfeifen entstand so der typische
Kuckucksruf. Mit der Zeit waren es nachgeahmte Wachtelrufe, Hahnenuhren
und Trompeteruhren die alle wieder verschwanden. Geblieben sind viele
Kuckucksuhren, größtenteils aus Kunststoff mit
elektronischem Klang.
Seit über 150 Jahren jedoch behielt die Schwarzwälder
Kuckucksuhr ihr
unverwechselbares Aussehen. - Made in Germany: Schwarzwälder
Glasträger
brachten wohl solche Uhren aus Südeuropa mit, die von den
Bauern
nachgebaut wurden gegen Ende des 17. Jh. und bei Furtwangen hergestellt
- ganz aus Holz gefertigt und mit nur
einem Stundenzeiger.
Im 18. Jh. gab es zwischen St.
Georgen
im Norden und Neustadt
im Süden
bereits ein richtiges Uhrengewerbe vieler Bauernsöhne, die
nicht
Hoferbe werden konnten, und Uhrmacher wurden. Tüftelnde
Mönche in den
Klöstern dachten sich immer Neues aus, alsbald
beschäftigten sich mit
der Uhrmacherei auch ausgebildete Handwerker, Schreiner und Drechsler.
Nach den Stundenzahlen gab es bald die Schildermacher, die allerlei
Verzierungen und manchmal ganze Bilder aufmalten. Kostbare Schilder im
Barockstil, auch für Spieluhren und astronomische
Chronographen, wurden
im 18. Jh. von Künstlern wie Mathias Faller
und anderen
Schwarzwälder Bildhauern geschaffen, so auch der
später berühmte Bernauer
Maler Hans Thoma der in seiner Jugend sein Geld mit
Uhrenschildern
verdiente. Anfänglich bestanden die
Schwarzwälder Uhren - auch
Zahnräder und Achsen - nur aus Holz. Die Bauern
hatten nichts
anderes und konnten mit anderem Material auch gar nicht umgehen. Erst
als manche Bauteile aus Metall gefertigt wurden, gingen die Uhren auch
genauer. Herstellung und Verkauf gingen getrennte Wege: Uhrenträger
zogen mit einem Rucksack
durchs Land, bald schlossen sie sich zu Handelsgesellschaften zusammen
und organisierten den Vertrieb. Schwarzwälder Uhren kamen so
bis nach
Holland und England, nach Italien und Spanien, selbst in die
Türkei und
nach Russland, sogar in Vorderasien arbeitete eine Uhrenkompagnie. Im
19. Jh. etablierten sich immer mehr familiäre
Uhrmacherbetriebe, aus
denen später oft große Firmen entstanden,
die auch Ersatzteile
für kleinere Betriebe lieferten. Und 1850 wurde in Furtwangen
die
Großherzogliche Badische Uhrmacherschule gegründet,
die es noch heute
gibt neben einem Uhrenmuseum.
Kaiserstuhl
die erkaltete Vulkaninsel
und
heute wärmste Gegend
der Regio. Vulkanmassiv mit seinem Naturschutzgebiet der
Trockenrasengebiete Badberg
- Haselschacher
Buck und seinem Blick nach Nordwesten
über Alt-Vogtsburg
zum Badberg im
Herzen des Kaiserstuhls - zwischen Alt-Vogtsburg (S), Oberbergen (W),
Schelingen (N), Schelinger Höhe, Eichelspitze und
Vogelsang-Pass (O).
Bekannt für den schönsten Blick auf den Kaiserstuhl
und das
Totenkopfmassiv. Nach Südwesten ausgerichtet ist es im Sommer
sehr heiß
und entwickelte bei mediterranem Klima Trockenrasen-Biotope
mit Admiralfalter, Gottesanbeterin und
Fangschrecken, Kaiserstuhlanemonen,
Küchenschellen, Orchideen,
Schlüsselblumen und Smaragdeidechsen.
Infos zu den zu den Lösswänden und Hohlwegen des
Kaiserstuhls, wie der
Bitzenberg-Hohlweg, zu 40 Wanderungen
oder zu den Lilienthal-Orchideen
rund um Ihringen
findet ihr unter
den Naturschutzgebieten am Oberrhein erreichbar ab
Wasenweiler
- 3
Std.-Rundwanderung am Kaiserstuhl von Endingen
- Katharinenberg -
Amolterer Heide -
Endingen -
- 
Johann Peter Hebel,
der von 1760 (Basel) bis 1826 lebte war wohl der einflussreichste
dichterische Kopf im Südlichen Schwarzwald - aus seinen Kalendergeschichten
lest ihr noch heute mit Genuss oder Vergnügen, sei es aus
einem alten
Band vom Flohmarkt herausgegeben von Adolf Sütterlin in eben
seiner
Sütterlinschrift, oder mit Zeichnungen von Curt Liebich von
1899, der
euch daran erinnert, dass er die meisten auf Alemannisch schrieb!
Sein Gedicht "Der
Schwarzwälder im Breisgau"
begleitet die auf dieser Seite vorgestellten Orte mit seinen jeweiligen
Strophen: "Imme chleine
Huus wandelt i und
us - gelt, de meinsch, i sagder, wer? s'isch e Sie, es isch kei Er,
imme chleine Huus" (letzter Vers) - Ein Volkslied
aus dem Badischen
Schwarzwald Durch's Wiesetal
gang i jetz na'
- oder das eine von
O
Schwarzwald, o Heimat
von Ludwig Auerbach
|
Melodie:
Franz Wilhelm Abt (1819-1885),
op. 465 no. 2 - Dichter: Ludwig Auerbach aus
Pforzheim (1840-1882)
O
Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön! Wie
locken das Herz
deine schwarzdunkeln Höhn Zum fröhlichen Wandern in
Hochsommerzeit, Zum
Rasten in heimlicher Einsamkeit, Im traulichen Mühlgrund, bei
Quellengetön: O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so
schön!
O
Schwarzwald, o Heimat, wohl hat mir die Welt Mit köstlichen
Wundern die
Seele geschwellt: Die lachende Ferne erschloß ihre Pracht,
Doch hab'
ich in Liebe stets deiner gedacht, Im Traum sah ich winken die
schwarzdunkeln Höhn: O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so
schön!
O
Schwarzwald, o Heimat, dein Rauschen erklang Ins Träumen des
Kindes,
wie Wiegengesang, Und später, da gabst du dein weites Revier
Zum
Tummelplatz fröhlicher Spiele mir; Die lauschigen
Täler, die schauenden
Höhn: O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön!
O
Schwarzwald, o Heimat, noch heut' füllt die Brust Ein
Nachklang der
schwärmenden, brausenden Lust, Mit der du die Stirn mir beim
Maitrank
bekränzt, Wo Schönheit und Liebe den Becher kredenzt,
Bei Tanz und bei
Liedern und Waldhorngetön: O Schwarzwald, o Heimat, wie war
das so
schön!
O
Schwarzwald, dein Zauber bleibt ewig uns neu, Drum lieb' ich dich
innig, dich lieb' ich getreu, Und kommt einst mein Stündlein,
bei dir
nur allein, Von dir überwölbt, will begraben ich
sein, Wo Waldvögel
jubeln von frühroten Höhn: O Schwarzwald, o Heimat,
wie bist du so
schön!
|
Das
Lieben bringt große Freud
1.
Das Lieben bringt groß Freud, das wissen alle Leut.
Weiß mir ein
schönes Schätzelein mit zwei schwarzbraunen
Äugelein, die mir, die mir,
die mir mein Herz erfreut, die mir, die mir, die mir mein Herz erfreut.
Das
Leben bringt groß Freud es bringt auch manchen Reih. Doch ich
hab' ein
lieb' Schätzelein das läßt mich gar nie
mehr allein. Das nicht, das
nicht, das nicht mein Herze bricht. Das nicht, das nicht, das nicht
mein Herze bricht.
Worte
und Weise: Volkslied aus Schwaben (Friedrich Silcher,
1827) auch
aus dem Schwarzwald bekannt: altes Weihnachtslied aus dem
Schwarzwald - "Stille Rings, da hallen Glocken (mit
Gesang)"
|
In
Gengenbach
(im Kinzigtal des Mittleren
Schwarzwald) in der Höllengasse steht noch das
mächtige Scheffelhaus.
Eine Sandsteintafel belegt den Namen des ehemaligen Bewohners Magnus
Scheffel (letzte Oberschaffner der Reichsabtei), Großvater
des Dichters
Dichter Viktor von Scheffel der viel zu Gast war.
Unter seinen
Gengenbacher Freunden war der spätere Direktor der
Kunstakademie
Karlsruhe, der Kunstmaler Hermann Götz und der Musiker und
Komponist Carl Isenmann.
Direktor der Stadtkapelle Offenburg
vom 1.5.1860 - 1.5.1861,
gegründet während der Badischen Revolution 1848/49,
nach der Auflösung
der Musikkorps 1849 zu unruhigen Zeiten. Der Offenburger Heimatdichter Adolf
Geck schrieb: "Als im Sommer 1849 die
Preußen das badische
Landbesetzten, spielten die ???Sieger' zum Tanze auf. Da war keine
harmonische Stimmung mehr für die Stadtmusik, besonders in der
für
ihren Rebellengeist in die Molltonart genommene Kreisstadt Offenburg."
Isenmann und der Dichter Scheffel arbeiteten viel zusammen. Was aus
ihrem Nachlass stammt, ist den meisten nicht bekannt. So die
Studentenlieder "O alte Burschenherrlichkeit" oder "Gaudeamus
igitur", das Lied "Alt Heidelberg du Feine",
"Im
schwarzen Walfisch zu Askalon". Sein meistgesungenes Lied
jedoch,
und der Titel dieser Regionalseite, ist die Schwarzwaldhymne:
"O
Schwarzwald o Heimat".
Als
Textdichter ist Scheffel zwar bekannt, doch Isenmann unterschrieb seine
Kompositionen selten mit seinem Namen. Die Originale sind noch
vorhanden, das von dem Komponisten Isemann aus Gengenbach vertont
wurde. Sein Dichter Auerbach lebte einige Jahre in Seelbach im
Schuttertal, wo zu seinen Ehren ebenfalls eine Heimatstube eingerichtet
ist.
Ausflüge
vom Nördlichen Schwarzwald über den Mittleren in den
Südschwarzwald
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