vom Rheinried ins ELSASS (2)  

Ein Streifzug aus der fruchtbaren Ortenau im Badischen Ländle über die Fluren der Oberrheinebene, über den Rhein ins benachbarte Elsass. Zu den Weinbergen und roten Sandsteinburgen der reizvoll schönen Mittelvogesen. 

Hier am Kaiserstuhl und im Elsass, inmitten des "quel beau jardin", reizt eine reiche Landschaftsvielfalt zum Spontanausflug. Dabei durchstreife ich ein in ganz Europa einzigartiges Gebiet. Reich vor allem an natürlichen Umwelten bedingt durch seine geographisch zentrale Lage und deren wechselnden Klimaeinflüssen. Das Geheimnis dieses milden Klimas ist, neben dem Vulkangebiet, der talwärts wehende Traubenkocher; der Vogesenföhn am Oberrhein. Oft sammeln sich die Wolken sammeln sich oft erst am Schwarzwald wieder, um dort abzuregnen. 

Die Oberrheinebene hat ihre jüngsten landschaftlichen Ursprünge in der Klimaveränderung nach den habsburgisch-europäischen Erbfolgekriege und der Französischen Revolution. Von diesen Rheinauenwäldern aus, hier als Ausgangspunkt gewählt, die blaudunstigen Schwarzwaldkämme als Rückenstärkung, führe ich euch leichten Schrittes von der Rheinebene bis zu den Vogesengipfeln. 

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ist es das was ich so liebe, was mir Fernweh abhält ?  

Beginn dieses Streifzuges


(Text-Links: A-Z)

Adebar oder Adebär:

der Storch - Elsasswahrzeichen auf roten Stelzen durchschreitet majestätisch die Schwemmwiesen auf der Suche nach Froschschenkel 

Adebarsblume: 

die hier wild wachsende gelbe Wasser-Schwertlilie (Iris)

Ban de la Roche:

gar aus der historischen Acht (Verbannung) heraus entstanden, wenn man an die daraus erwachsenen, neuen Bewohner dieses kargen elsässischen Steintals denkt

Benfeld:

das Rathaus mit Turmuhr, Söldner, Sensemann und Stubenhansel als Glockenschlägerfiguren,  seinen 3 Uhren

Brauchtum -Dorffeste:

zum Regional-Agenda der Doffeste Chilbi, Kilbe, Maifest, Sommerfest, Bierfest, Herbstfest, Erdbeerfest, Hopfenfest, Holzfällerfest, Tanztee, Johannisfeuer, Karpfenfest, Kirschenfest, Kürbisfest, Meerrettichfest, Mühlenfest, Pfeiffertag, Sauerkrautfest, Schneckenfest, Spargelfest, Storchfest, Weinfest, Zwiebelkuchenfest, etc.

Elsass:

Landschaftsvielfalt auf nur ganzen 40 km Entfernung

Geomantie:

Weshalb der Storch die Kinder bringt?

Große Ried:

die 'Matelotte' das Regionalgericht des Grand Ried 

Heiligenstein:

Kleevener Weinfest des Grand cru Klevener mit Flohmarkt am ?

Herbstzeitlose: 

als eigenartiges, blassviolettes Liliengewächs blüht diese tödlich hochgiftige "Zellteilerin" in den nahen Feuchtwiesen von August bis November 

saut de Carpe :

L’eau à la bouche im Sundgau (Südelsaß) Karpfen-Gerichte in Kembs, Village-Neuf und Huningue vom ?

Kieswerke:

 zahlreich vorhanden, schaffen sie künstliche Hügel und Badeseen, unweit der Fähre belädt sich die Rheinschifffahrt mit diesem Rheingold mit Hilfe der, die Straße überragenden, Förderbänder

Kirschen:
  das Wahrzeichen der Schwarzwälder Bollenüte, heißt im Schwarzwald 'kriesi' und badisch Griasa ('kriese') der Süßkirsche mit der 'Kriese-Geie' der Kracher oder der Sauerkirschen der Schwarzwälder Kirschtorte.

 Klevner: 

(Clevner, Kleevener, Klevener)Weißwein der Edeltraube des alten Traminers, aus dem elsässischen Heiligenstein

Klimaveränderung:

 durch menschliche Eingriffe: waldfreie Oberrheinlandschaften

Knollenziest:

(Stachys sieboldii) die Gourmet-Kartoffel aus Oma's Gemüsegarten, die besonders auf den Riedlehmböden zur winterhart erntbaren Delikatesse eignet

Kugelhopf:

(Gugelhupf) elsässische Steingut-Backform* oder Hefekuchen - historisches Überbleibsel aus der Zeit des Vorderösterreich am Oberrhein - *): soll an die Gugelhüte (Kopfbedeckungen) des 14. Jh. erinnern

Lazarus von Schwendi:

dieser württembergische, links- wie rechtsrheinische Schlossbesitzer betrieb im 16.Jh. Feldzüge durch Ungarn unter der Protektion Kaiser Karl V. Als Auszeichnung für seine Eroberungen erhielt dieser 'Weinheilige' die Erlaubnis den Ruländer als Tokay d'Alsace (Pinot Noir) im Elsass anzubauen. 

Loejelgücker:

Name eines Gasthauses im elsässischen Traenheim (nördlich von Molsheim) erinnert an ein Gürtelfäßle der Winzer, in das wohl zu oft hinein gesehen wurde...

Meerrettich:

Kren im slawischen Sprachgebrauch, einer der 12 Krebs bekämpfenden Kreuzblütler - zu den Gourmetrezepten des Amoracia rusticana im Hanauer Land, auch als Pflaster aus der Bauernapotheke bei Hexenschuss, Ischias und Gelenkschmerzen

Mühlen:

zu den Schwarzwälder Mühlen noch erinnern uns die Mühlenfeste an diese mit Wasserkraft betriebenen Getreide-, Öl-, Mehl- und Hanfmühlen - Schwarwälder Mühlen - zu den Sundgauer Mühlen im Südelsass Sundgauer Mühlen um Mulhouse (Mühlhausen)

Mühlenpfad Ottenhöfen:

neben dem bekannten Felsenpfad (wo der Schwarzwald zu Hause ist) und dem Historischen Dampfzug ist der Strecke der Rundwanderung von Mühle zu Mühle im Achertal Ottenhöfener Mühlenpfad mit 7 alten, restaurierte Schwarzwaldmühlen: 4 Getreidemühlen mit Wasserrädern, 2 Getreidemühlen mit Motorantrieb und 1 Hammerschmiede mit Schleifmühle und Wasserrad. Eine weitere Getreidemühle mit Wasserrad befindet sich in einem Seitental Ottenhöfens und liegt nicht unmittelbar am Mühlenweg.

Nordschwarzwald:

Felsenweg Ottenhöfen zum Sesselfelsen mit Prachtblick übers Achertal zur Hornisgrinde oder über die Aussichtskanzel des Rappenschroffen oder die historische Dampfzugfahrt mit dem Museumszug: Achertalbahnfahrt für Eisenbahnfreunde

Quellwasser:

mit ganz besonders viel Energie, der Wallfahrtsbrunnen in Ettenheimmünster, gegen Augenleiden, das Landolinwasser besser als das vom Odilienberg... 

Rhein:

noch immer Schmelztiegel europäischer Literatur?

der Reihe nach:

 - Rheinufer, Auenwälder, Schwemmwiesen (Ried), Stoppelfelder, Weinberge, Eichenwälder, Vogesentannen, Vogesengipfel 

Riesling:

Foto: siehe Link

 gedeiht als 'grand cru' nur auf nach Morgennebel besonnten elsässischen Weinbergen und als Clevner auf felsigen Granitverwitterungsböden in der badischen Ortenau, dank dem Traubenkocherklima

Sauerkraut:

das elsässische Regionalmenü Choucroute garnie gehört heute zur hohen Kochkunst entlang der elsässischen Sauerkrautstrasse

Sauerkrautstrasse:

Sauerkrautstrasse im Krautgersheim als Metropole des Sauerkrautfestes

die elsässische Sauerkrautstrasse mit ihrer steinzeitlich-hallstättisch-habsburgischen Metropole Krautergersheim, am Fuße des Odilienberg zwischen Straßburg und Obernai als Ergelsheim (gegründet lt. der Charta von Fulda anno 978) feiert das Sauerkrautfest, am 1. Sonntag im Oktober.

Route de la choucroute:
ab Straßburg D468 nach Eschau, Fegersheim, Plobsheim, Erstein, Krafft, Obenheim - oder nach Entzheim, Geispolsheim, Blaesheim, Lipsheim, Schaeffersheim - oder nach Holtzheim, Entzheim, Duttlenheim, Molsheim, Innenheim, Krautergersheim

Schneckenfabrik:

in Barr, die Delikatesse einer Vorspeise mit Tradition

Albert Schweitzer

der Urwaldarzt von Lambarène (Gabun, damals französische Kolonie) Komplottprozeß von Colmar (Mai 1928) fand man unter den Angeklagten Dr. Albert Schweitzer 

Schwemmwiesen:

 überflutete Riedauen: Garant für Sümpfe und natürliche Schlammdüngung  

Sonnenblumenfelder:

Ölfrucht aus Nordamerika ist mehrere Meter hoch und somit größte einjährige Pflanze. Ihre Kerne beliebtes Vogelfutter. Ihre euch sehr nützliche Verwandte ist die Topinambur !

Spargel:

Wenn die Kirschbäume und die Magnolienbäume blühen, dann ist Spargelzeit! - Ob als Algerien-Import im 19. Jh. wie in Hoerdt, oder als Paris-Souvenir des frz. Königs Ludwig XV. zur Zeit des bayrisch-österreichischen Erbfolgekrieges anno 1744 im badischen Schloss Munzingen.

Steintal:

das Ban de la Roche der Mittelvogesen beim Champ du Feu- landschaftlich sehr reizvolle Erinnerungsstätte an den Straßburger Papa Oberlin mit seinen kleinen Gemeinden in den steilen Seitentälern der wild abfließenden Schirrgut (Schirrgoutte, Chergoutte) bei Belfosse

Storchfest im Kinzigtal

lebt am 22. Februar in Haslach wieder auf. Kinder laufen "heraus, heraus" - rufend durch die Straßen. Worauf man ihnen Obst und Süßigkeiten zuwirft. 

Südwestwinde:

seeluftartiges Regionalklima als Traubenkocher der Rheinebene

Sundgau:

(Südgau) lädt ein mit seinen schönen alten Dörfern und reichhaltiger, wasserreicher Naturlandschaften. Zahlreiche Fischteiche für Streifzüge abseits vom Touristenrummel im übrigen Elsass. Schlemmerausflug ins hügelige Land der Flüsse und Weiher Träumend durch den Sundgau - das südlichste Elsass nahe dem Jura.

Sunnewirbili:

(Valieranella locusta) Wilder Feldsalat, Rapunzeln oder Rapünzchen, Sonnenwirbel (badisch „Sunnewirbeli“), Ackersalat (schwäbisch: „Aggrsalat“), Wingertsalat oder Weinbergsalat, Nüsslisalat, Schafmaul, Mausohrsalat - das Wintergemüse mit Blattrosetten ist bis zu -15 °C frostfest mit geringen Bodenansprüchen und wächst an Ackerrändern und in Weinbergen. Hauptsaison: von Oktober bis April, vor der Zubereitung in Eiswasser gelegt, ist dieser Eisenlieferant mit viel Vitamin C in Baden-Württemberg seit der Jungsteinzeit zu finden.  Pfahlbausiedlungen am Bodensee hatten Samen vom Feldsalat. Erst im späten Mittelalter wurde er wieder für den Verzehr entdeckt.

Thermalquellen:

im Elsass:  die Region um Niederbronn-les-Bains ist für das wohltuende Wasser seiner Quellen berühmt. Schon die alten Römer kannten die Thermalbäder und ihre heilsame Wirkung. Zu entdecken: Oberbronn und Morsbronn und das Erdölmuseum in Pechelbronn 

Topinambur:

einst Tupinambas, benannt nach dem südamerikanischen Indianerstamm der "Tupamaros" alias Tupis, die roh essbare Ur-Kartoffel ! Anbaugebiet das badische Hanauerland - Rezepte

Tourenvorschläge:

oder Führer zu Rund- + Kurzwanderungen zu einem Gebiet eurer Wahl

Waldersbach:

zu den weiten, freien, von gelb blühendem Ginster bewachsenen Hängen, 'Pfrimmen' wie Papa Oberlin sie nannte, das friedliche Gepräge einer kargen Verlassenheit in einer kleinen abgeschiedenen Welt des Steintals 

Weinberg-Wanderwege:

Bennwihr - Mittelwihr - Beblenheim - Zellenberg - Riquewihr - Hunawihr

elsässische Weinberge "Les Perles du Vignoble" um Riquewihr (Office du Tourisme de Riquewihr Tel. 00333.8949.0840) 15 km - 4h30 - frei zugänglich und ausgeschildert. Im Sommer bieten alle 6 Weinorte Führungen an vom 1.7. - 15.9. -

Weine aus Heiligenstein:

das berühmte Tröpfchen, nach dem verewigten 'Kiterle' des Pastors Peter Maeder, anno 1828 names Klevner  

Weißstorch:

Sommergäste aus Afrika, die für die Flugstrecke gerade einmal einen Tag benötigen !  Eine Liebesgeschichte aus der Straßburger Orangerie 

Windräder:

leistungsstarke Windenergieumsetzer besetzen weithin sichtbar die Höhenrücken der rechtsrheinischen Hügellandschaft


Auf den Spuren der Kelten - eine ganztätige Wanderung durch Raum und Zeit beiderseits der Grenze durch den Wasgau an Stätten aus der Keltenzeit: Ringwälle, Opferschalen und Hügelgräber zeugen von einer vergangen Kultur. Orte: Wengelsbach, Gebüg, Walschbronn, Kröppen (bei Obersteinbach, Bitche)

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 Prachtstelzvogel der Regio: der Storch

Die hier zumeist in gelb blühende, wild wachsende Wasser-Schwertlilie, welche die Römer am Oberrhein, wie alle Schwertlilien, Iris nannte, verweist mit ihrem niederdeutschen Namen 'Adebarsblume' oder 'Adebarsbrot' auf den hier fast überall einheimischen 'Ciconiidae' aus der Familie der Stelzvögel. Auf der Suche nach Kröten durchschreitet Adebar oder Adebär, mit langem roten Schnabel auf langen roten Beinen, fast graziös die hier zahlreich feuchten Niederungen, Welschkornsteppen und Wälder. Auf seiner Froschschenkelsuche überfliegt mich der Weiße Storch des öfteren. Teils mit gestutzten Flügeln die ihn vom weiten Flug abhalten. Doch nur um von der reich gedeckten Altrheintafel zum "Tischlein-deck-dich" der feuchten Schwemmwiesen überzuwechseln. In tödliche Gefahr gerät dieser sagenumwobene Kinderbringer erst an den Strommasten bei seinem Flug ins südliche Winterdomizil. Datenmäßig erfasst beringt, mit Peilsender ausgestattet und auf seinen Zwischenlandungen erneut behelligt erfreut euch der, außerhalb des Storchenparks in Hunawihr lebende scheue Stenz vom 17. März bis zum 24. August. In dieser Zeit hat er alle Schnäbel voll zu picken damit er seine stets hungrigen nimmersatten jungen Langhälse durchbringt. In der Zwischenzeit picken die größer gewachsenen Geschwister ihre kleineren und schwächeren Geschwister so lange bis sie aus dem meist sehr hohen Nestkobel fallen. Leider haben dabei nicht alle das Glück, dass Dorfbewohner sie dabei liebevoll weiterfütternd als Findelkind bei sich aufnehmen. 

Ihre Nestkobel aus mit Schnüren verstärkten Zweigen und mit Hilfe von Plastiksäcken abgedichtet können bis zu 150kg wiegen und stehen stets auf Plätzen mit gesunder Erdstrahlung. Für einen trichterförmigen Lichtmast in der Straßburger Orangerie eine waghalsige Last. Nach fast zehnjähriger Bauzeit frech eigen benützt von einem Storchenmännchen. Welcher, über die kalte Jahreszeit, mit einer Störchin aus dem Park anbändelte. Unter der Lampe wärmte er seine Stelzen, um im folgenden Frühjahr wieder aufgepäppelt gen Osten zu fliegen. ...Da brat mir einer 'nen Storch ! Alljährlich ab April erfreuen uns ca. 250 Pärchen mit ihrem elsässisch-riedreichen Brutdomizil. Weshalb der Storch die Kinder bringt? Also die Plätze für den geeigneten Hausbau? Mit seinen innerlichen Wünschelruten, diese Erdstrahlungsantenne, die wir verloren haben.  Adebar, ebenso wie die Wildbienen, weiß um die Behausung auf Plätzen der Harmonie. Niemals nistet er auf einem Haus im Bereich starker Erdstrahlen. Seine Neststandortwahl zeigt an, dass alles in Ordnung ist und ein gesunder und reicher Kindersegen zu erwarten ist ! - - - Kostenlose Besichtigung des Auswilderungszentrums für Störche (centre de réimplantation des cigognes) in Steinbourg (Saverne), Infos beim Office de Tourisme Tel. 0033.38891.8047, am ? - - - Im Südelsass im Sundgau, in Raedersdorf (im elsässischen Jura) lädt das Enclos à cigognes le Centre de réintroduction des cigognes (Straße links der Kirche) während der Sommerveranstaltungen 'les estivales' bis Ende August mit der kostenlosen Assistenz beim Füttern der Störche, ihrem elsässischen Vogel-Maskottchen - Anmeldungen unter Tel.: (0033)(0)3.8908.2388. - - -  Rechtsrheinisch, im südbadischen Orschweier ließ ein jahrelanger selbiger Brutgast, Freund Adebar dieses Jahr dem Naturschutzbund keinen Frühjahrsputz seines Nestkobels auf dem Feuerwehrschlauchturm zu. Dieser männliche Storch überwintert linksrheinisch im Elsass wo er aufgezogen wurde. Seine Störchin kehrte dieses Jahr leider nicht mehr aus ihrem Afrika-Urlaub zurück. Als er nun sein ortenauisches Nest wieder bezog hatte er sich gleich gegen eine an ihm interessierte, elsässische Störchin mit aller Schnabelgewalt zu wehren. Ihrem Heiratsantrag vermochte er dennoch nur 3 Tage lang Stand zu halten ehe er einwilligte. Doch sein Motto lautet seither: 'Wehe wenn die Alte kommt!' Denn sollten bis dahin Storcheneier gelegt sein oder gar Jungstörche im Nest sitzen, könnte es nicht nur für diese zum dramatischen Kampf um Leben und Tod kommen. 

 Landschaftsriesen der Rheinebene

Ob wie Perlen aufgeschnürte Weinbergpfähle als Merkmal der Mittelvogesenausläufer oder Riedflächen deckende Maisfeldwüsten, sie sind den Saharahügellandschaften aus Kies optisch  unterlegen. Diese markieren genannte Landschaftsvielfalt, links- wie rechtsrheinisch. Dank der Kieshaltigkeit der Oberrheinlandschaft, abgelagert durch den schlangenartigen Rheinverlauf (Mäander vor seiner Zähmung durch Tulla). Die neue Rheinbrücke Neuried-Eschau führt euch zu einem ihrer größten dieser feinst geschichteten Kegel. Doch diese rechtsrheinischen, mir ebenso unerreichbar aufragenden, grellweißen Himmelswindpropeller, sie übertreffen weithin sichtbar markierend die südbadischen Schwarzwaldausläufer konkurrenzlos. In Richtung Rhein streifend, erscheinen sie mir, wenn auch orientierungshelfend, allemal gewöhnungsbedürftig. Die, die Urelemente der Windenergie in Kilowattstunden umsetzenden, Windräder bei Mahlberg und Ettenheim beherrschen optisch ein gutes Stück entlang der A5. Im Juni 2001 habt ihr die derzeit weltweit zwei leistungsstärksten Windmühlen (ganze 120m hoch mit einem Rotordurchmesser von 80m) in Mahlberg in Betrieb genommen. Die Mathematiker unter euch haben ihnen einen Jahresertrag von 5,8 Millionen kWh zugerechnet. Also, die vierzigprozentige Stromabdeckung bei 4.500 Einwohnern. Bei Windstille müssten diese wieder auf Atomstrom zurückgreifen. Getrübt wird diese energietechnische Windmühlenanlage von dem Zwist, dass über errechneter Effizienz jede eingespeiste Kilowattstunde den Atomausstieg verlängert. Ihr seid vorsichtiger geworden mit der Genehmigung von Windparks. - Benfeld im Großen Ried als Schauplatz für Architektur-Liebhaber. Sie suchen dort das für mich riesig hohe Rathaus auf (16. Jh.) wegen dessen Turmuhr anno 1620 mit Söldner, Sensemann und Stubenhansel als Glockenschlägerfiguren, samt seinen 3 Uhren: dessen obere die Mondphasen anzeigt, die mittlere Pariser Zeit und die kleine unten Straßburger Lokalzeit (um 29 Minuten verschoben) als Meisterwerk des Bildhauers Johann Fröbe aus Straßburg.

 Meerrettich, Spargel und Topinambur - die Wurzelstars

Die eine ist heilkräftiger als Senf, die andere ist gesünder als die Kartoffel. Beide bevorzugen sie die sandigen Böden der Rheinebene. Diese heimlichen Stars der Region mit unheimlicher Wirkung sind nicht überall zu finden. Folgt im Februar dem Fastnachtsumzug des 'Hornusser Zunftrad' zu den Meerettichwieble in Urloffen (Appenweier). Im Juni blüht der Meerrettich (Amoracia rusticana) mit zarten weissen Blüten auf Ruderalplätzen oder sandigen Lehmböden. Wahrlich mehr Rettich  als jeder andere Rettich: sein Allylsenföl mit beißend scharfem Geschmack und Geruch, das sich aus einem Glykosid bildet, das durch Hinzutritt des Enzyms Myrosinase erst beim Reiben der Wurzel zur Wirkung kommt. Dieses reichhaltige ätherische Öl verflüchtigt sich schnell beim Garen und macht ihn roh genossen umso wertvoller. Was die Ägypter schon als magische Wurzelkräfte schätzten wird in Baden seit dem 15. Jh. angebaut, der berühmte Türkenlouis, Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden (1655-1707), absolvierte eine glanzvolle militärische Laufbahn als Heerführer in der habsburgischen Armee, und hielt uns erfolgreich die Osmanenkultur fern. In Osteuropa gelang es Ludwig Wilhelm, im Türkenkrieg zwischen 1683 und 1691, in über zwanzig Schlachten  die osmanischen Streitkräfte immer weiter zurückzudrängen, bis fast ganz Ungarn, Siebenbürgen und weite Landstriche Serbiens und der Walachei befreit waren, von denen er die Frost aushaltende Wurzel auf sein Schloss in Rastatt, das badische Versailles, nebst vier geraubten Frauen eines besiegten Paschas, mitgebracht haben soll.

Meerrettich-Anbau und -Pflege bereiten den Bauern noch heute viel Handarbeit auf Stalldung und Kalk gedüngten Böden. Mit der Blüte beginnt die mühevolle Arbeit das Fechsern. Jede einzelne Wurzel muss, zur Beseitigung der Kopf- und Nebentriebe, mit 50-70 cm Reihenabstand insgesamt 2 Mal ausgegraben und schräg wieder eingegraben werden, ehe im Herbst bei trockenem Boden die Ernte beginnt. Diese 25 cm langen Fechser von der Vorjahresernte, über Winter unter Sand aufgeschichtet aufbewahrt, werden zwischen März und April unten schräg eingeschnitten um deren Kopf markiert zu lassen um sie dann schräg in die Erde einzupflanzen, ehe 2-3 Wochen danach die Blätter erscheinen. Im Laufe des Sommers sind alle Nebentriebe durch Ausgraben auszugeizen, bis Mitte Juni die Wurzel erneut frei gelegt wird um ihre Seitenwurzeln abzuschneiden ohne die Hauptwurzel zu beschädigen. Ende Oktober, Anfang November, wenn das Laub abstirbt sind die winterharten Wurzelstangen erntereif. Die Fußwurzeln werden zu neuen Fechsern zugeschnitten. - Bei seinem doppelt so hohen Gehalt an Vitamin C einer Zitrone, wundert es nicht, dass er mit seinen schwefelhaltigen, ätherisch-antibiotischen Wirkstoffen zur täglichen Erkältungsabwehr eingesetzt wurde (1Löffel pro Tag zusammen mit Honig). Der bakterien- und keimhemmende Wirkung, (auch ihrer Blätter) wegen, werden sie als oberste Schicht in die Sauerkrautfässer gelegt, wo sie die Bildung unerwünschter Hefen verhindern helfen. Versucht es doch einmal mit diesem Bodenschatz als Frischgemüse. Meerrettichwurzel schmeckt frisch kräftiger als konservierte Wurzelpaste.  Solange brennt es beim Reiben der Wurzel in den Augen. Reibt etwas größere Menge zu und gefriert diese bspw. im Eiswürfelbehälter ein. Zur Meerrettichsoße beträufelt das Geriebene gleich mit Zitronensaft, damit es nicht braun wird. Erwärmt ihn, ohne zu kochen, in der bereits fertigen Soße. - - -

 à propos:  Tipp: Geriebener Meerrettich wird zu Fisch- und Fleischgerichten verwendet, zu Eier- und Quarkspeisen, Soßen, kalten Braten und Würsten, Wild, Kürbis, Roten Rüben (Rahnen) und Fischsuppen. Die jungen Blätter eignen sich fein gehackt als frische Salatzutat. - - - In Dehlingen (Hochfelden - Elsass) : 18. Meerrettich-Fest am ?

Wenn die Kirschbäume und die Magnolienbäume blühen, dann ist Spargelzeit! 

les asperges dans la région photo: suivez le lienIn der Rheinebene, unweit des berühmten Töpferdorfes Soufflenheim liegt Hoerdt, die unterelsässische Hauptstadt des Spargels,  nur wenige Kilometer nördlich von Straßburg. Bekannt als das sehr fruchtbare 'Krumme Elsass', mit seinen fast schwarzen Torfböden, die einstige Not der Dorfbewohner inmitten von boden- und erntearmen Sandfeldern des Rheinbeckens. Doch anno 1869 brachte ein neuer Pfarrer eine neue Gemüsepflanze mit. Pfarrer Louis-Gustave Heyler war zuvor als Missionarspfarrer in Algerien tätig, und entdeckte dort die Leidenschaft des Spargels für sandige Böden. Ihm verdanken die Spargelanbauer und ihre Höfe bis heute ihren gastronomischen Ruf. Typisch für die Spargelkulturen hier, im Gegensatz zu den bekannteren Reihenhügeln, sind die Erdanhöhungen (Häufchen) rund um die Setzlinge, die bei wandernden Sonnenstand dafür sorgen, dass diese Hügel mit der stets gleichmäßig nötigen Wärme versorgt werden. Ein Spargeltrieb nimmt sich ganze vier Jahre Wachstumszeit bei guten Bedingungen, ehe von euch die erste Spargelspitze gestochen werden kann. Er treibt aus, aus seinem fleischartig-saftigen Rhizom mit fleischig-spiralig besetzten Niederblättern, die ihr als weißliche oder blassrötliche Sprosse aus der Erde nur in Form von verzweigten, grünen, 0,6-1,5 m hohen, glatt verlängerten Stängel wahrnehmt. Seine nadelförmig-blattartigen Zweige sind glatt, seine kleinen Blüten sind weiß und die Beeren scharlachrot. Nach der Ernte, dem mühsamen Ausstechen von Hand in gebückter Haltung mit dem speziellen Spargelstechmesser, ist er zu genießen im  traditionsreichen Gasthaus 'La Charrue d’Or' mit vorheriger Reservierung. Am zweiten Sonntag im Mai feiert Hoerdt sein alljährliches Spargelfest und die Bauern von Hoerdt laden ein zum Spargelessen auf ihren Höfen. Adressen und Kontakte über die Gemeinde Hoerdt oder den Spargelzüchterverein: Tel.: (0033)(0)38851.3136. - Im Süden, vor den Toren Basel's, auf den noch Beton freien Rheinflächen von Village-Neuf, auf besten Anbauböden in Nähe des Rheinufers, findet ihr den oberelsässischen Spargelanbau, wie im Badischen auch, in Reihenhügeln. Frischetest beim Kauf: Die Spargelstangen müssen beim Aneinanderreiben quietschen. (Schlemmerausflug ins hügelige Land der Flüsse und Weiher) - In der rechtsrheinischen Regio liegen seine großen Anbaugebiete in Südbaden im Breisgau bei Munzingen (Ortsteil von Freiburg), und in  Hügelsheim im Landkreis Rastatt. Die Badische Spargelstraße, die ihr 1994 auf 136 km Länge eröffnet habt, ist die badische Gourmet-Touristenstrecke durch das badische Spargelanbaugebiet mit parallel dazu verlaufenden Radwanderweg, von Schwetzingen über Bruchsal, Graben-Neudorf, Karlsruhe, Bietigheim und Rastatt bis nach Lichtenau-Scherzheim.

à propos:  Vom badischen Rheinried ins Elsass: Urnenfelderzeit und Sonnen-Augen-Achsenlinie oder lasierte Kugelhupf-Tonnäpfe aus Soufflenheim.

Der badische Borbel oder Rossler, als 'der' Verdauungsschnaps nach fettreichen, schweren Mahlzeitenführen führt euch zum Topinamburanbau vom Hanauer Land bis ins Kinzigtal und um Rastatt. Hier besticht die schön gelb blühende Topinamburknolle (Helianthus tuberosus L.) als pflegefreie Dauerwildackerpflanze mit ihrer Höhenvariante von 2-4m. Mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, Mitte des 17.Jh., fand diese Korbblütlerin aus der Sonnenblumenfamilie, über Frankreich, Einzug in Deutschland. Diese roh wie ungeschält essbare, dafür gut gebürstete und geraspelte Rosskartoffel (südamerikanische Indianerkartoffel) hat einen nussartigen, wässrig-süßen Geschmack. Arm an Kohlehydraten und mit einem, für Diabetiker interessanten, Blutzucker neutralen Inulingehalt, kann sie, an Menge reduziert, jede Kartoffel ersetzen  (auch als getrocknete Chips-Scheiben genießbar). Sie liebt Nordabhänge und durchwuchert berüchtigt ihre einstigen Anbauflächen winterhart robust auf lange Zeit. Eben deshalb wurde die aus Frankreich hier eingeführte Vergärung der Topinamburkohlenhydrate in Brennereien 1917 verboten. Erst die Notdurft nach Kriegsende hob dieses Verbot wieder auf. Seither dienen hier Knolle und Kraut, wie in Frankreich auch, zur Schnapsherstellung. Ihre Schlempe (Brennrückstand) der Landwirtschaft als Viehfutter. Eigentlich müsste sie im Herbst auf den Markt kommen, doch für ihr Vergären zum Topinamburschnaps, in dem man später die Blutwurz einlegt, bedarf es der Kälteeinwirkung mehrer Frostperioden der Wintermonate dieser sehr winterharten Erdbirne. Deshalb weigern sich die hiesigen Bauern, diese nicht im Keller lagerfähige vor der Fasnet zu ernten.

à propos:  Tipp: Kulinarisch : die badische Urkartoffel Topinambur (Helianthus tuberosus L.) aus einer Sonnenblumenart, mit ihrem regionalen Hauptanbaugebiet des rechtsrheinischen Hanauer Landes steht bereits ab dem Herbst zur Ernte bereit. Von der Rohkostvorspeise über das aus ihr gegarte Hauptgericht bis zum Dessert dieser bei Bedarf geernteten 'Ballaststoffreichen' lässt sie keine Wünsche mehr offen. - - - Ihr gleich ist die Gemüserarität aus Omas Garten. Roh oder wie die Kartoffel ungeschält gekocht oder gedünstet eine kulinarische Rarität der aus Japan stammende Knollenziest (Stachys sieboldii), der viele kleine Knöllchen ausbildet, die man bei Bedarf erntet. Weitere Infos samt Rezepte dazu findet ihr als Tipp auf unserer Webseite: "Ach du grüne Neune".  

 vom 'Sürkrüt'aus den 'choucrouteries' zur elsässischen Sauerkrautstrasse

la chourroute garnie traditionnell - photo: siehe LinkDas elsässische Sauerkraut ist chinesisch-gastronomisches Kulturerbe, wie das Dudelsack spielen irisches war. Seit dem Mittelalter avancierten die 8-10 kg schweren Kohlköpfe von der Bauernmahlzeit zur heute elsässischen Speisetafel.   Heutige Bauernverbände sichern ihr Einkommen nicht mit der Revolution der Sortenvielfalt und Sortenfreiheit ab. So wie die großen Blätter für die langen Goldfäden der Sorte 'Fil d'or'. Industrieabhängiger Monopolanbau bestimmen hier den Mais, den Hopfen und den, zu Sauerkraut verarbeitete, Weißkohl. Das Elsass hält nicht nur den höchsten Bierbraueranteil Frankreichs, denn auch mit den immer mehr verschwindenden, kleinen Sauerkrautfabriken, den 'choucrouteries', liegt es mit 2/3 Gesamtproduktion vorne. Für diesen Anteil sollen gerade einmal 2 Dutzend landwirtschaftliche Betriebe die Zulieferer sein, im Oktober läuft die Sauerkrautfabrik (choucrouterie du Ried) in Gerstheim auf Hochtouren. Krautergersheim bei Straßburg, die Hauptstadt des Sauerkrautes, feiert sein traditionelles Sauerkrautfest am 1. Oktobersonntag und bietet kostenlose Führungen im August, die sogenannten 'Estivales', siehe Regional-Agenda.  An der Route de la Choucroute et de la Matelote (Sauerkraut- und Fischragoutstrasse) erwarten euch geführte Besichtigungen, in einem dazu europäisch geschützten Anbaugebiet. Die elsässischen Restaurants bieten dieses Regionalmenü als Choucroute garnie an, neben dem Baeckeofe. Es wird längst nicht mehr nur mit Heringen, Schnecken und getrockneten Apfel- oder Birnenschnitzen und Pflaumen (Zwetschgen) gegart, oder wie anno 1960 noch beschrieben mit gekochten Kartoffeln und einem Pürre aus gelben Bohnen als Fleischersatz serviert. Dieses Regionalgericht gehört mit seinen Fleisch-, Wurst-, Speck-, Meeresfrüchte- oder Fischzulagen längst zur hohen Kochkunst. Das traditionelle elsässische Sauerkraut als Rezept selbst zubereitet ein sehr gesunder Hochgenuss, fein geschnitten, eingesalzen und luftdicht verschlossen muss das Sauerkraut mindestens zwei Wochen im Steinguttopf oder Erlenfass gären. Die Sorten die zum Frühjahr hin reifen gären am sauersten. Die rohe Kostprobe als purer Darmschutz ist wichtig für das vorherige Wässern. Gegart wird es nur völlig bedeckt mit einem trockenen Weißwein, vor allem dem Riesling,  offen und frisch gesäuert auf kleinster Flamme gute 2 Stunden lang. Doch wehe dem der es verpasst die aufgezupften Krautballen in Öl mit gewürfelten Zwiebeln und Knoblauch vor dem Garen anzubraten, eine gesalzene und eine geräucherte Speckseite mitzukochen, gewürzt mit wenig Salz und einer Gewürzkugel gefüllt mit Lorbeerblätter, Nelken und Wacholder wird hinter das Geheimnis kommen. Die Straßburger Knackwürste gibt es auch nicht überall zu kaufen. Spart nicht in der Menge, denn nur die Gourmets wissen, dass es aufgewärmt von Tag zu Tag besser schmeckt. Die elsässische Sauerkrautstrasse (Route de la choucroute) im Ehntal  Touristenkarte der elsässischen Sauerkrautstrasse (Foto: siehe Link)   begann einst mit Eschau, bekannt durch Führungen sind die Sauerkrautfabriken von Hindisheim.

à propos:  34. Sauerkrautmesse in Krautergersheim (Infos bei der Mairie Tel.: 0033.3.8895.7518) vom ? + Kostenlose Führung durch Krautergersheim im Land des Sauerkrautes zwischen Straßburg und Obernai - mit Voranmeldung beim Touristenbüro - Treff: vor der Mairie um 9h45 im August (Infos im Regional-Agenda unter A-Z) - - - Riedwihr (bei Colmar im Elsass, mit seinen Tumulis genannt 'Herten', anno 1279 Rietwihr, der Weiher im Ried mit ebenso alter Geschichte von den Württembergern bis zu den Habsburgern) eine weitere Metropole des Sauerkrauts feiert sein Sauerkrautfest (Sauerkrautgerichte mit Abverkauf und Tanzveranstaltungen Infos beim Office de Tourisme des Bords du Rhin Tel.: (0033)(0)3.8971.6095) im Salle Polyvalente 1, Place de l'Église am ersten Oktoberwochenende - - - Kertzfeld lädt im März ein zum Sauerkrautessen mit dem Gericht choucroute royale garnie à l'Alsacienne (Infos im Regional-Agenda unter A-Z)

 der österreichische Gugelhupf

Foto: siehe LinkEines der 'habsburgisch-vorderösterreichischen' Kulturerbe ist der Kugelhopf (Gugelhupf oder österreichisch Guglhupf)*, dessen typische elsässische Steingutbackformen traditionell in den Töpfereien von Soufflenheim und Betschdorf bei Haguenau gebrannt werden. Das Bemalen der traditionellen Blumenmuster und der warmen Erdfarben vor ihrer transparenten Hochglanzlasur lässt sich vor Ort beobachten. Zweimaliges Brennen eines Steingut aus mit Sand und Mergel gemischten Ton aus den Lehmböden in der Rheinebene um den Hagenauer Forst. Das Mahlen und Schlämmen der Bestandteile auf den Töpferscheiben wird zum Besuchserlebnis. Vor dem Brennen müssen die wasserhaltigen Tonmassen einem Trocknungsvorgang ausgesetzt werden, um eine Zerstörung durch innere Wasserdampfbildung zu vermeiden, die eine Schrumpfung bis zu 20% des Volumens zur Folge hat. Erst beim anschließenden Brennen bei einer Temperatur von unter 1.000°C entsteht ein Töpfergut, das zur Wasseraufnahme fähig ist. Dem Besucher bieten sich so alle manuellen Fertigungsvorgänge dar. Die österreichische Königin Marie-Antoinette selbst, auf dem Weg zu ihrer Hochzeit nach Paris soll diesen gleichnamigen Hefekuchen im Elsass eingeführt haben.  - 

à propos:  *): das mir bekanntes ältestes Kugelhupf (Gugelhupf)-Rezept verrate ich euch gerne. - - - Rezept: Elsässischer Weinkuchen (Gâteau au vin d'Alsace) Rührteig aus 3 Eiern mit 200g Zucker, 1 Pck. Vanillinzucker schaumig geschlagen, 1 Glas Speiseöl, 1 Glas elsässischer Weißwein (z.B. Pinot blanc, Klevner, Riesling, Gewürztraminer, Sylvaner oder Edelzwicker) gut verrühren. Nach und nach 250g gesiebtes Mehl und 1/2 Pck. Backpulver unterrühren. Zum Schluss 100g Sultaninen unterheben. Bei ca. 175°C 45 Minuten ausbacken und mit Puderzucker bestreuen. Bis zu 2 Wochen haltbar !

Achertalbahn: Nostalgisches aus dem Badener Ländle  

Auf dem Ottenhöfener Felsenweg mit seinen schroffen 'Porphyr-Schrofen': Prächtige Aussichtsfelsen wechseln mit beschaulichen Waldstrecken hoch über dem lieblichen Simmerbsbacher Tal.  Euer Ausgangspunkt für diese Aussichtstour des Nördlichen Schwarzwald um den ganzen Kranz attraktiver Felsen rund um Blaubronn abzugehen ist Ottenhöfen an der Aufstiegsstrasse zur Schwarzwaldhochstrasse. Der Felsenweg verbindet als Rundwanderweg zahlreiche Felsgruppen und Schrofen des Wandergebietes im Westen Ottenhöfens, mit nur ca. 12 km Wegstrecke bei einem, Höhenunterschied von 380 m, begehbar in ca. 4-5 Stunden. Tourbeginn: an der Hinweistafel "Felsenweg" neben dem Gasthaus "Schwarzwaldstube" (ca. 10. Min. vom Ortskern). Der Zickzackpfad führt euch bald zum mächtigen Sesselfelsen mit Kreuz mit Prachtblick übers Achertal zur Hornisgrinde. Bei beschaulicher Waldwanderung bald zum Porphyrgestein des Spitzfelsen, bemerkenswert durch seinen einzigen großen Förderkanal durch den die Porphyr-Schmelze ruhig und stetig zur Erdoberfläche aufgestiegen ist, wie es die Fließtextur deutlich sichtbar macht. Dann verstopfte der Schlot und die Gesteinsführung erstarrte. Seine Felsspuren hinterließ dieses Gestein Felsgruppen vom Sesselfelsen bis zum Rappenschrofen. - Weiter auf den Gesteinsresten des Porphyr des Schwarzwald-Westrandes mit ihrem 'mittelrotliegenden Alter', als sich die ersten Saurier gerade anschickten das Festland zu erobern vor ca. 260 Millionen Jahren, und deren Vorkommen von Badenweiler bis Baden-Baden keine Einzelfälle sind, erklimmt ihr auf dessen Oberfläche im Steilanstieg alsbald den  Breitfelsen. Vor euch liegt die letzte Aussichtskanzel dieser zünftigen Rundtour, der Rappenschrofen. Von hier aus geht es zum Kleinen Schroffen mit Abstecher zum, zwischen dem Acher- und Renchtal gelegenen, Simmersbacher Kreuz zur Vesperstube Fies. Geologischer Lehrpfad: Hinweistafeln informieren über die verschiedenen Gesteinsarten. An weiteren Felsgruppen führt der Weg vorbei zum Blaubronn-Sattel, mit  Waldparkplatz und Grillhütte, dann weiter zum Stierfelsen und Karschrofen. Von hier aus führt der Weg über das Sommereck abwärts zum Lauenbach und zum Ausgangspunkt zurück. Im Regional-Agenda könnt ihr erfahren, ob sich diese 'Prachttour' mit einer Luxusfahrt im historischen Dampfzug mit dem Museumszug: Achertalbahn kombinieren lässt. Die nostalgischen Zugfahrt mit dem Achertal-Lobberle finden sonntags vierzehntägig zwischen Mai und Oktober statt. Nicht zu vergessen der ca. 15 km lang asphaltierte Schwarzwald-Mühlenpfad ab Ottenhöfen (vorbei an einer hölzernen Kirche einer ehemaligen Hammerschmiede) oder ab Furschenbach (Bahnhof) mit seinen zahlreich renovierten, vom Bachwasser betriebenen Wassermühlen, die vergangene Zeiten hörbar werden lassen ...es klappert die Mühle am rauschenden Bach.

 Kohlemeiler, Köhler in den Wäldern von Disteldorf und Lembach

seit dem 16. Jh. regional im Dienste der Glasfabriken und Schmiedereien, wie auf den Schwarzwaldhöhen, so auch in den Nordvogesen. Viele Ster Brennholz für 6.000 Tonnen Holzkohle anno 1785 aus weiß rauchenden bewachten Meilern unter Explosionsgefahr, damit das Gas entweichen konnte bei einer Innentemperatur von bis 900°C. Die mächtige Familie kaufte 1860 den Wald um die Burg Fleckenstein auf, um seine um Oberbronn ansässigen Schmieden mit genügend Holzkohle zu versorgen, ehe sie diese nach dem Ersten Weltkrieg auf Koks umstellte. 1961 gaben die letzten Köhler der Fleckenstein ihr Handwerk auf. Ihr Wissen um den Kohlemeileraufbau, die Kaminerrichtung, die Aufschichtung mit kegelförmiger Aufschichtung von ca. 1 m langen, geviertelten Buchenstämmen, die zu 2/3 Rundumauffüllung mit Erde, die 1/3 Abdeckung mit totem Laub bevor er zum Schluss mit Sand abgedichtet wird, haben sie an ihre Söhne und Enkelkinder weiter gegeben. Die Umwandlung von Holz, Erde und Laub zu mineralisch unveränderlicher Kohle, die Verkohlung wird vom Köhlerverein in 4 Etappen ganzjährig sehenswert nachvollziehbar beim Besuch der vier Köhlereien. Zu entdecken auf dem Köhlerweg ab dem Parkplatz der Burgruine Fleckenstein hin zur kleineren Burgruine der P'tit Fleckenstein. 'Auf den Spuren der Köhler' vom Anzünden des Meilers bis zur Öffnung des Meilers, damit die kreisförmig angeordnete Kohle erkalten kann, mit dem Verkauf der ca. 4 Tonnen Holzkohle aus 50 Ster Holz mit einem Bauernmarkt diese Tradition zum Fest wieder 'auferleben' lässt. 

  à propos:  Köhlerwoche in Lembach vom 27.7. - 5.8.2012 - Im nördlichen Elsass am Fuße der mächtigen Ritterburg Fleckenstein wird wie früher Holzkohle gebrannt. Die Köhler sind Tag und Nacht am Werk. Am 27. Juli um 20 Uhr werden zwei Meiler angezündet. Sonntagsgottesdienst im Hof der Burg mit Hubertusmesse und Bläserchor am 29. Juli um 10 Uhr. Während der Köhlerwoche Informationen zum Köhlerberuf, Führungen am Köhlerlehrpfad. Kostenlose Unterhaltungsabende Fr./Sa. + So.-Nachmittag.

 Mittelvogesen, steile Bergabhänge, grüne Täler unter riesigen Tannen

im Ban de la Roche (Vogesen) - Foto: siehe LinkEin Abstecher ins Schirguttal benannt nach seinaem Steinschloss, das Steintal, zum Flüsschen der Schirrgut das beim Col de Charbonnière entspringt und bei Fouday in die Breusch mündet. Die aus alemannischen Siedlungen erwachsenen, bis zum Dreißigjährigen Krieg deutschsprachigen Dörfer Waldersbach, Wildersbach, Solbach, Urbach (heute Fouday) und Schönenberg (heute Belmont) bildeten vom frühen Mittelalter her die Herrschaft zum Stein oder Steintal. Die Herrschaft kam 1584 an die segensreiche Herrschaft  der Pfalzgrafen von Veldenz. Erzgruben, Eisenhütten und der Bau einer Strasse von Waldersbach nach Oberehnheim, Wege- und Brückenbau fallen in diese Reformationszeit. 1587 kamen Hugenottenfamilien und damit französische Familiennamen ins Steintal die in der deutschen Bevölkerung aufgingen bis zur Dezimierung durch Krieg und pest auf 20 Familien. Die Veldenzer Pfalzgrafen ließen das Steintal wieder ansiedeln und gaben somit den Romanen das Übergewicht. Neusiedler aus der Grafschaft Mömpelgard (damals württembergisch), aus der welschen Schweiz und aus Savoyen.  So entstand das Steintäler Patois das stark mit alemannischen Dialektresten durchsetzt ist. Anno 1723 wurde das Steintal französisches Lehen und wurde 1762 unter dem Namen "Ban de la Roche" zu einer Verwaltungsgemeinschaft der Dörfer des Tals zusammen geschlossen und zur Grafschaft erhoben. 1771, mit dem Übergang des Steintal in französisches Lehnsgut durch Verpfändung an den Straßburger Stettmeister Baron de Dietrich begannen die ärmsten Jahre des Steintals. Über dessen Enkel Frédéric Besitztum dieser Familie bis zur Revolution, der nicht ahnte, dass auch ihm damit der Gang zur Guillotine eingeläutete wurde. In dessen Haus in Straßburg ertönte zum ersten Mal die Marseillaise, als ihr Schöpfer Rouget de l'Isle sie Dietrich vorsang. Von Wäldern enteignete Waldbauern auf Granitgebiet mit schlechten Weiden, sandigen Böden samt langen Wintern und einer demoralisierten Bevölkerung wurden zum Einsatzgebiet des heutigen 'Oberlin-Pfad' im elsässischen Steintal. Hin zur Wirkungsstätte des hier bekanntesten Missionars in Waldersbach, Papa Oberlin (Pastor, oftmals gerühmter, protestantischer Geistlicher, human wie sozial engagiert und Begründer des elsässischen Schulwesens). Noch heute auf wunderschönen Wegen, vorbei an den Blumenwiesen der Mittelvogesen, zwischen dem rechten Ufer der Breusch (Bruche) und dem Champ du Feu. wo sein Pfarrhaus noch steht. Sein Andenken bewahrt durch aufregende Prosa dank Büchners Fragment 'Lenz': vielleicht die schönste Beschreibung der Vogesen überhaupt zwischen Schirmeck und Sainte-Marie-aux-Mines. (Georg Büchners Novelle Lenz schildert wie der seelisch kranke Dichter Lenz bei Oberlin einst Zuflucht suchte.) Im Pfarrhaus war ein kleines Museum eingerichtet, welches man zwischenzeitlich sehr modernisiert hat. Dieses kleine beschauliche Dorf am Bergrücken des Champ du Feu ist nur über den Mittelvogesenpass Col de la Charbonnière auf kurvenreichen, engen Gebirgsstrassen zu erreichen. Die unweit von Waldersbach im Wald versteckt gelegene Burg "de la Roche" thront lediglich noch mit ein paar Steinquadern auf ihrem Felsensockel, beliebt auch bei Kletterern, wo sich das Château de la Roche einst stolz erhob. Ihre Besucher sollten 'schwindelfrei' sein. Neben den beliebten Treffs für Modellflugzeugbauer bei guten Wetterverhältnissen mit ihren fliegenden Kisten am Start der Steilabhänge, lassen sich die historischen Orte Fouday , das Dörfchen Colroy-la-Roche mit dem ausgezeichneten Hotel-Restaurant: "La Cheneaudière" aussichtsreich entdecken. - Eine Einkehr in der Ferme-Auberge Ban de la Roche  auf steiler Höhe und einzigartiger Lage in Belfosse ist ebenso möglich wie der Besuch des Oberlin-Museums. Die heutigen Wanderwege auf historischen Pfaden des Papa Oberlin zu seinen Gemeinden, geben immer wieder den Blick frei auf sehr faszinierende Mittelgebirgspanoramen und dem Gipfel des kultreichen Donon. - Tages-Führungen zu den Orten des Straßburger Pfarrers: 4 Stunden-Variante über die Bärhöhe im Ban de la Roche zum Col de la Perheux.  

 Mühlen, im 18. Jh. zählte das Elsass ihrer noch 1.650 

zu den Sundgauer Mühlen rund um Mulhouse (Mühlhausen)Die Mühle von Erckartswiller (Grès, Rue du Moulin) datiert noch vor dem Jahr 1630 als Eigentum der Grafen von Linange. Sie wurde erbaut am Ufer des kleinen Baches Mittelbach, dessen unregelmäßige Wasserstände auf einen ebenso unregelmäßigen Betrieb schließen lassen. Anfang des 20. Jh., litt sie wie so viele Mühlen an der Industrialisierung. Doch im  16. Jh. wurden vor allem Mehlmühlen betrieben. Die uns heute noch verbleibenden Mühlen sind beispielsweise, die Riedmühle (Mehlmühle) und die Ölmühle bei Marckolsheim, die Sundgauer Ölmühle für Nüsse und Haselnüsse in Storckensohn bei Mulhouse (Besucherinfos) - Im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach (Schwarzwald) da heißt es zu den Öffnungszeiten täglich: "Es klappert die Mühle am ..." um 12h15 + 14h15 mit ihrem fast 400 Jahre alten Mühlwerk samt Stampfe! - Die Ölmühle in Bickelsberg war in einem Sandsteingebäude mit Ziegeldach untergebracht (vor 1840). Das Ölen geschah vorwiegend in den Wintermonaten. Die Leute brachten ihre Ölfrüchte dorthin, um für den Eigenbedarf Öle pressen zu lassen. Man verwendete dazu Raps, Mohn, Walnüsse, Lein. Bis ins 20. Jh. dienten sie damals nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch als Lampenbrennstoff, Firnis und Schmierstoffe. Die Getreidemühle am Vogtsbauernhof wurde 1609 als Hausmahlmühle (Bestand vieler Schwarzwaldhöfe) in Vorderlehengericht erbaut. Nur wegen ihrer Abgeschiedenheit und der schlechten Transportwege, erhielten die Bauern von ihrem Grundherrn gegen Abgaben (Mühlviertel und Zins) damals das Mühlrecht. Es war ihnen erlaubt eine eigene Mühle zu betreiben um das Getreide zur Deckung ihres Eigenbedarfes zu mahlen. - In der Rheinebene in Bühl-Altschweier, ist die restaurierte Rohrhirschmühle mit zwei oberschlächtigen Wasserrädern, mit Mahlgängen und Walzenstühle ein Heimatmuseum mit Müllerstube, Schulzimmer und landwirtschaftlichen Geräten eingerichtet. Öffnungszeiten: April – Oktober am 1. Sonntag im Monat von 14h-18h und nach Vereinbarung. - In Münchweier, nahe dem Rohan-Städtchen Ettenheim, steht die Löffelmühle. Eine Reibemühle mit Steinwalze, die, wie es sich gehörte, auf einer festen, ebenen, kreisrunden Bahn die gebrochenen Hanfstängel zerrieb. Blasius Grafmüller erwarb sie anno 1584 von der Gemeinde,  1683 erstellte das Kloster Ettenheimmünster dort ein massives Gebäude. Bis zum Revolutionsjahr 1798 war es die klösterliche Reibe, 1799 erbaute der neue Eigentümer Anton Franz eine Mahlmühle dazu; von Auseinandersetzungen mit den Rohrmattenbesitzern wegen des alten Bewässerungsrechtes wurde berichtet, und von der Ersteigerung der Mahl- und Reibemühle von 1816 des Johannes Löffel, der dem über 400jährigen Mühlengebäude (Löffili-Miili) seinen Namen gab. 1968 wurde der Mühlbetrieb eingestellt, recht lange nach Adenauers Mühlenstillegungsgesetz von 1957.

à propos:   Sundgauer Mühlen im Südelsass mit ihren traditionellen Mühlenfesten um Mulhouse (Mühlhausen) zu den Sundgauer Mühlen im Südelsass geographisch das südliches Elsass, oder die hügelige Region südlich von Mülhausen, die sich bis zum Tal der Lucelle erstreckt. Das 'Ballte der Kornsäcke bis zur Mühle' ist heute noch in den Sundgauer Dorffesten zu finden. - Europas erste Müller waren die Römer, der deutschlandweite Tag der offenen Tür der Mühle alljährlich am Pfingstmontag, läßt diese historischen Mühlen wieder aufleben; denn anno 1957 verordnete Adenauer das  Mühlenstillegungsgesetz! Schwarzwälder Mühlen zu den Schwarzwälder Mühlen das Schwarzwald-Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach bewahrt ein fast 400 Jahre altes Mühlwerk samt Stampfe. Der bekannte Mühlenweg in Ottenhöfen (Rench- und Achertal) mit 12 km (4-5 Std., 380 Hm) führt in den Mittleren Schwarzwald.

à propos:  Die Gastronomie des Sundgau (Südelsaß - Region Basel) : L’eau à la bouche vom ? : Karpfen-Gerichte rund um den saut de carpe ! Probieren Sie die Spezialitäten der Chefköche einer außergewöhnlichen Fisch-Küche “Eau en Fête” das Menü für 39 €/Person inklusive : 1 Apéritif, 1 Vorspeise, 1 Fischgericht, 1 Dessert, 2 Glas Wein, 1/2 Flasche Wasser, 1 Kaffee in allen teilnehmenden Restaurants - einige davon bieten bereits Fischgerichte an ab 15€/Person - Infos dazu unter Tel.: (0033)(0)3.8970.0449 - Restaurants : Les Ecluses, La Péniche in Kembs, Au Lion d’Or in Rosenau, A L’Ange, La Piste du Rhin, Le Cheval Blanc in Village-Neuf, Le Tivoli, Le Vauban in Huningue. (Sundgau: Schlemmerausflug ins hügelige Land der Flüsse und Weiher)

  Schwarzwälder Kirschwasser im Nordschwarzwald

Kirschenzeit - Foto: siehe Linkein fruchtiger Obstbrand mit zartem Bittermandelton (45 % Vol.) aus schwarzen Schnapskirschen destilliert, nachdem er 4 Wochen im Maischefass gärte und genossen erst nach 2 Jahren Flaschenlagerung. Sein Ursprung lang im Brentz, aus einer selten vorkommenden, wilden Waldkirsche, der heute kaum noch gebrannt wird. Zum Brennen von 1 Liter Kirschwasser benötigen die ca. 14.000 Schwarzwälder Brennereien 10 Liter Kirschen. Die Hochburg des Hochprozentigen ist die schöne Stadt Oberkirch im badisch-ortenauischen Renchtal mit alleine ca. 900 Brennrechten. Wie in den historischen Regio-Streifzügen zum Welschkorn des 18. Jh. beschrieben, führte hier ein Dekret des Bischof Rohan von Straßburg von 1726 zu beträchtlichen Steuereinnahmen ins Säckel des Bistums, durch beaufsichtigte Erhaltung der Destillate von überschüssigem Obst in seinem rechtsrheinischen Herrschaftsgebiet. Die Steinfrucht aus der Familie der Rosengewächse, das Wahrzeichen der Schwarzwälder Bollenhüte, brachte der römische Feldherr Lucullus auf seinen Reisen vom Schwarzen Meer über Rom nach Germanien, also die ersten gezüchteten Kirschen. Die Ortenau ist Deutschlands Zentrum der Schnapsbrenner durch milde kurze Winter und sehr warme Sommer. - Im Südschwarzwald beim Blauen in der Nähe von Schliengen steht einer der ältesten Kirche am Oberrhein in Niedereggenen mit ihrem romanischen Turm mit Doppelarkaden erbaut um 1080. (Das heutige Langhaus, der gotische Chor und die Sakristei über dem ehemaligen Beinhaus von 1430 geht auf die Ablaßbulle zum Neubau des Papstes Martin V. von 1429 zurück.) Die beste Besuchszeit ist von Mitte April bis Anfang Mai zur herrlichen Kirschbaumblüte.

à propos:   Der Name der Kirsche entstammt dem iranisch-kurdischen 'keras', römisch 'cerasus', althochdeutsch 'kirsa', Schweiz 'Chriesi' (Kirsi), Schwarzwald 'kriesi', elsässisch 'kirse' und badisch Griasa ('kriese'). Die Süßkirsche ist die beliebte 'Kriese-Geie', der Mundraub der Kracher (geie: elsässische Wort für hungrig aussehen). Die Sauerkirschen kommen in der Schwarzwälder Kirschtorte vor. - - - Regional-Agenda: Erdbeerfest das Fest zu Ehren der Königin der Früchte mit buntem Programm rund um die Erdbeere. Die heimische Gastronomie verwöhnt mit Erdbeer- u. Spargelgerichten in der Hauptstraße von Oberkirch am ?

 ...der Gugelhupf aus Österreich, die Schwarzwälder Kirschtorte aus der Schweiz?

Foto: siehe LinkDie Dessert-Kombination Frischkäse in Molke mit Kirschwasser ist noch als 'fromage blanc au kirsch' in der Ferme Kastelberg in den Südvogesen zu erhalten. Kirsch, Rahm und Kirschwasser waren möglicherweise schon im Südschwarzwald als Dessert bekannt. Eingekochte Kirschen mit Rahm serviert, gelegentlich unter Zugabe von Kirschwasser, das könnte die Basis für den echten Mandelbiskuit dieser Modetorte anfangs des letzten Jahrhunderts in ganz Deutschland gewesen sein. Mit Kirschen, Nüssen, oft auch in Kombination mit Rahm hergestellt, jedoch ohne Kirschwasser, stammt sie aber vermutlich aus der Schweiz. Die Schwarzwälder Kirschtorte als Kirsch-Rahm-Schokolade-Kreation mit Kirschwasser aromatisiert soll der Radolfzeller Konditor namens Josef Keller erfunden haben: mit einem Haselnussbiskuit aus der Springform mit 2 Böden, gefüllt mit 3 Pfund roten Kirschen und einem Rahmbelag (1/2L Rahm mit Vanillezucker). Der Mandelbiskuit am Vortag gebacken für die heutige Kirsch-Sahne-Schokolade-Kombination besteht aus folgenden Zutaten: 6 Eier, je 100g fein gemahlene Mandeln, Zucker und Mehl, 30g feine Speisestärke, 1 Tl Backpulver, 50g reines Kakaopulver, 1 Prise Salz, 4 El Kirschsaft, 6 cl Kirschwasser, 4 EL Wasser. Die Sauerkirschfüllung nach dem Dreiteilen und Tränken des runden Biskuits bis zur Sahnegarnitur ist etwas zeitaufwendig, ehrt jedoch immer noch diese Modetorte mit dem Aroma dieser einzigartigen Steinfrucht als Symbol des Schwarzwälder Bollenhuts gerade für besondere Anlässe. Der Torte dieser heutigen Sahnetorte verweist auch optisch auf die bekannte Schwarzwälder Frauentracht: ihre Sahnegarnitur ist weiß wie die Trachtenbluse unter den Schokoraspeln schwarz wie ihr Kleid und ihr Kirschenbelag auf Sahnehäubchen ähneln den roten Kugeln des Bollenhut. im südlichen Schwarzwald Schwarzwälder Kirschtorte - Schaubacken

 Heiligensteiner Klevener nahe der Schneckenfabrik

in Barr, die berühmte Rebsorte aus der Lombardei, die schon vor dem 16. Jh. angebaut wurde. Doch nur hier im Mittelelsass, in dem anno 1881 benannten Hellgensteine, darf die berühmte Weinrebe des 'Heljesteiner Clevner' angebaut werden; unter der kontrollierten Benennung :  Alsace Klevener de Heiligenstein. Der gelungenen Bildsäule des Erhard Wantz an der Fassade 1868 erbauten Rathauses im heutigen Heiligenstein, verdankt das reiche Weindorf am Fuße der Mittelvogesen den Anbau dieser ehemaligen Chiavennarebe, einst Cläven - heute Heiligensteiner Klevener genannt. Der Straßburger Rat der Schöffen erlaubte Heiligenstein anno 1742 den Klevener auf seiner eigenen Erde anzupflanzen. Diese war so erfolgreich, dass 1753 ein weiteres Weinanbaugebiet, der Auboden, vom Straßburger Rat zugewiesen wurde. Euch vermittelt diese feine Rebsorte des Pinot blanc das Gefühl großer Frische. Trocken und fruchtig, kann er anstelle aller anderen trockenen Weißweine getrunken werden, und gilt als idealer Wein zum Aperitif und zum Dessert. Ein prächtiger Weißwein, entstanden aus der Rebsorte Savagnin Rose, der alte Traminer (Edeltraube), auch Rotedel oder Edelrose genannt, kleidet sich in aufheiternd vergoldeten Spiegelungen, und glänzt durch seinen geologisch begrenzten Ertrag. Massen abgerundeter Steine in Sand und Lehm, dieser trockene, nicht zu nährstoffreiche, kieselhaltige Lehmboden sorgen für diese natürliche Weinlese-Auslese.  - Kleevener Weinfest mit Flohmarkt in Heiligenstein - - -

à propos:  von der Sonne verwöhnte Steillagen in terrassenartigen Südlagen mit felsigen Granitverwitterungsböden, die die Feuchtigkeit gut aufnehmen, die Wärme speichern und an die Weinrebe weiter geben, wie der Clevner die ortenauische Traminer-Rebe in Durbach auf dem Weingut des Schloss Staufenberg (383m), Ort der einstigen Ritterburg aus dem 11. Jh., mehrfach zerstört und wieder neu aufgebaut und des Klingelberger Riesling ist ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel mit Blick über die Rheinebene bis nach Straßburg.

Unweit davon befindet sich das kleine Städtchen Barr mit seinen durch eng beieinander liegenden Fachwerkgiebeln verträumten Pflastersteingassen. Hauptsitz des Imperial-Reichsgutes der Herrschaft derer von Barr, der einst die Dörfer Bourgheim, Gertwiller, Goxwiller, Heiligenstein und ein Teil von Mittelbergheim angehörten. Barr war einer wild bewegten Geschichte ausgeliefert mit den Verwüstungen der Engländer im Hundertjährigen Krieg 1375, den Einfällen der Armagnacs 1444 und den der Lothringer anno 1592, ehe es am 9.11.1678  von den Franzosen niedergebrannt wurde ( ....ein Bürger namens Fromm schoss einen Offizier vom Pferde). Zwischenzeitlich verpfändeten es die Habsburger an die Herren derer von Ochsenstein. Die Kurfürsten von der Pfalz waren einst seine Besitzer. Die Stadt Straßburg konnte die Besitzansprüche immerhin bis zur  Französischen Revolution behaupten. Oben am Fuße seines schönen Weinberges verarbeitet die Schneckenfabrik Willm dessen Molluskenbewohner aus aufwendigen Züchtungen. Während einer Einkehr lässt sich vielleicht klären, ob diese wiederum die Nachfahren des in Heiligenstein geborenen, bekannten Professors der Philosophie und der französischen Literatur, Jos. Willm (1792-1853) sind. Mögen diese landschaftlichen Weinrebenanbauperlen ihren, zu meiner Zeit, anschaulichen Frieden behalten. - - Die Rebsorten des Elsass, das Rheingold der Edelreben, beginnt mit seinem ältesten und am besten nach Lagerung mundenden Riesling, oder des Elsässer Muscat d'Ottonel (der Österreicher) wie dem elsässischen Tokayer (Pinot gris) mit seinen grau-blauen Trauben aus der Pinot-Familie bis hin zum Bio-Anbau sind allemal eine Weinprobe wert auf der Durchreise.

Zu einem anderen Weinheiligen von Ammerschwihr und seiner Fliegerkapelle im elsässischen Münstertal. Auf einer 4 Std.-Wanderung zum Vorhofkopf (821m) begegnen wir den Sagen des Elsaß (von August Stoeber 1858 n St. Gallen erschienen) eines Kaysersberger Winzers, welcher um 1832 ein seltsames, von seinem Sohne bezeugtes Erlebnisgehabt haben soll: Als er eines Tages in seinen Reben mit der Weinlese beschäftigt war, reichte ihm eine Frau seines Alters, welche bei ihm als Tagelöhnerin arbeitete, eine Traube hin mit den Worten: "Da, K., versuch' doch einmal diesen Süßling!" Kaum hatte K. einige Beeren von der Traube gekostet, so fühlte er sich emporgehoben, schwebte zuerst längere Zeit über den Wipfeln der Bäume hin, flog sodann über das Thal hin und ließ sich endlich am linken Ufer der Weiß, bei der Kapelle nieder. Er wurde dort gefunden und bewußtlos nach Hause gebracht, wo er mehrere Wochen auf den Tod krank lag. An dem Ort auf dem Weinberg, wo er aufgeflogen war, und da, wo der sich niedergesenkt hatte, ließ er später zwei Denksteine setzen, in Gestalt kleiner Kapellen, welche man noch jetzt sieht. Das heutige Heiligenhäusle (bei der Fliegerkapelle 446m) ließ Stoeber damals als eine somnambule Vision dieses Mannes gelten und Rudolf Ritter meinte, er habe beim Herbsten zu tief in seinen Logel geguckt. Das kleine Fäßle das der Winzer am Gürtel trug um ab und zu einen Schluck zu nehmen...

Foto: siehe LinkKaysersberg (Colmar und seine Region) hat einen weit berühmteren Sohn in seinen Mauern heranwachsen sehen als seinen Weinheiligen Lazarus von Schwendi: Albert Schweitzer, den Urwaldarzt von Lambaréné. Und von ihm handelt eine Geschichte, die Frédéric Hoffet in seiner 'Psychoanalyse des Elsaß' erzählt: "Zu Besuch bei einem bedeutenden, französischen Verleger, forderte er ihn auf, die Werke Albert Schweitzer's herauszubringen. "Albert Schweitzer, wer ist dieser Herr?" - Die amerikanische Zeitschrift 'Life' sieht in ihm den größten Mann unserer Epoche, und Einstein stellt ihn neben Gandhi. - "Ist er Deutscher, Amerikaner, Schweizer?" - Nein Franzose. Elsässer! - "Sie scherzen. Ein Franzose, den 'Life' den größten Menschen unter den Lebenden nennt, und den man in Paris nicht kennen sollte!" Genau das war der Fall. - Zur Charakteristik Albert Schweitzer's eine andere, kleine Geschichte. Als er hörte, dass man ihm in seiner Geburtsstadt ein Denkmal errichten wollte, wehrte er ab und schrieb "Da schauen dann die Leute das Denkmal an, und nicht mehr wohin sie gehen." - (Ein Menschenfreund.) - 

à propos:  Tageswanderung ca. 4,5 Std., ca. 14 km : In der Heimat von Albert Schweitzer : über Colmar ins Münstertal nach Hohrodberg, über den Kleinkopf (940 m) und den Barrenkopf (981 m) zum Schratzmaennele (1.045 m), dann gemächlich hinunter ins Münstertal nach Gunsbach (Günsbach). Es ist der Lebensort von Albert Schweitzer. Schon als Sechsjähriger hatte er hier seinen Vater als Organisten vertreten. Sein Elternhaus wurde später zu seinem Wohnhaus und beheimatet heute das Albert-Schweitzer-Museum. Sein Familienstammbaum beweist die Verwandtschaft (Großcousin von Schweitzer) mit dem Existentialist Jean Paul Sartre. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 9h- 11h30 und 14h-16h30, im Juli und August auch Sonntags (Karfreitag bis Ostern und Weihnachten bis Neujahr geschlossen). -

Der Albert-Schweitzer-Rundweg (920m/ca. 1 Std.) führt mit 16 Erläuterungstafeln durch Schweitzers Dorf Günsbach, mit Beginn beim Alten Pfarrhaus (3, Rue du Docteur Albert Schweitzer) bis hinauf zum Denkmal auf dem Kanzrain, und endet beim Albert-Schweitzer-Haus (8, Rue du Munster) und lädt ein zu gemütlicher Einkehr.

 Nobelpreisträgerin im Keller gedruckt

Eine kleine Druckerei in einem Keller der Gemeinde Boofzheim erbarmte sich der lyrischen Werke der Polin Wislawa Szymborska (geb. 2.7.1923 in Posznan). Sie lebte bereits im Altersheim, als sie 1996 für ihr dichterisches Schaffen mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde "Für ihr Werk, das ironisch-präzise den historischen und biologischen Zusammenhang in Fragmenten menschlicher Wirklichkeit hervortreten lässt". Seit 1953 arbeitete sie für die Krakower Wochenschrift "Literarisches Leben" als Rezensentin (Literaturkritikerin). Neben ihrer beruflichen Tätigkeit veröffentlichte sie zahlreiche Gedichtbände, ihr erster erschien 1952 ("Deshalb leben wir"). Ihre Gedichte sind Innenansichten menschlicher Befindlichkeiten. Sie bestechen durch ihre Mischung von formaler Virtuosität und einer der Alltagssprache entlehnten Direktheit. In allen ihren Werken zeigt sich eine ungebrochene Solidarität mit dem Menschen in seiner leiblich-sozialen Existenz. Sie wusste sich ihren Lesern mitzuteilen durch feinsinnige Anspielungen auf politische Ereignisse; nicht aber den heutigen Verlagen und ihren Verlegern. Ihr Zeitgenosse, der Litauen (Polen, damals noch Rußland) geborene Kosmopolit und späterer amerikanische Staatsbürger, Czeslaw Milosz (30.6.1911-14.8.2004), erhielt den Nobelpreis für Literatur 1980 ("Der mit kompromissloser Klarsicht der Stellung des Menschen in einer Welt von schweren Konflikten Ausdruck verleiht.") wählte 1951 die Freiheit und ließ sich zuvor im elsässischen Mittelbergheim (bei Barr) nieder, bekannt für seinen Zotzenberg-Weinberg mit den wilden Tulpen und der alten Ölmühle nebst historischen Weinpressen. Das richtige Ambiente um für ein Jahrzehnt seine Romane "Verführtes Denken" (polnische Originaltitel: "Versklavtes Denken", Essayband mit schärfster Kritik an den vor dem Krieg noch verbunden gefühlten Kommunisten),  "Das Tal der Issa" (1955), und "West- und Östliches Gelände" (1959) zu schreiben.


  Ausflüge - Spaziergänge - Liedgut in alemannisch zu jeder Jahreszeit am Oberrhein : 

Andlau: zur Burgruine der Erbritter des Heiligen Reiches : S'Schloss Andlau lengschd vum Moos um'zittard in Trimmar doliegd un verwittard - Andlau's Legenden beginnen mit einer der ältesten und bedeutendsten Klostergründungen im Elsass und dem Schrein der heiligen Richardis um 1400 in der Basilika aus dem 12. Jh. - Treffpunkt: auf Anfrage 

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