vom
badischen Ried ins Elsass (2)
... eurer
Erzählung nach seien:
(Text-Links:
A-Z)
im Revier der hier
frei laufenden Berberaffen (Makake) aus Marokko, der
Affenberg bei Kintzheim
an den
Ufern der Rheinebene zwischen der Kinzig, dem
Rhein, der Ill und der Giessen am Taubergiessen
Baeckeof(f)e:
kräftiger
Schmoreintopf auf der Basis eines guten elsässischen
Weißweines im
traditionell Soufflenheimer Spezial-Bäckeofe-Tontopf,
oval
lasiert mit typischer Bemalung und Deckel. Der örtliche
Bäcker stellte
diese Steingut-Terrinen der einzelnen Städter oder Bauern
während ihrem
Kirchgang oder ihrer Feldarbeit für 3 Stunden in den
ausglühenden
Brotbackofen
- - - Baeckeoffe
kochen mit der Association
Tradition et Culture Tel.: (0033)(0)3.8848.3489, in Goxwiller
(Region Barr) im Maison Peter am
?
Ban
de la Roche:
gar aus der historischen Acht
(Verbannung) heraus entstanden, wenn man an die daraus
erwachsenen, neuen Bewohner dieses kargen
elsässischen
Steintals denkt
Benfeld:
das Rathaus mit Turmuhr, Söldner,
Sensemann und Stubenhansel als Glockenschlägerfiguren
und
seinen 3 Uhren - Fête
du
Stubbehansel Stubbehnel-Fest
(Tel.: (0033)(0)3.8874.4217, am ?
Bierbrautradition:
Straßburg,
die französische Hauptstadt des Biergebräues
Biesheim:
Römische Jahrhunderte am
Oberrhein:
das gallo-romanische Museum im architektonisch sehenswerten
Capitole-Bau neben dem Rathaus im elsässischen Biesheim
Blutweidereich:
Lythrum salicaria behauptet sich neben
Maismonokulturen, früher verwendet bei Ruhr,
Durchfall,
inneren Blutungen, Nasenbluten, Magenschmerzen
Brisiacum
- Breisach:
Mons Brisiacum - heutiger Breisacher
Münsterberg das
Straßenprätorium (Unterkunftshaus)
Bühl:
im Herzen Badens, vis-à-vis dem Elsass,
mit den
Seen der Rheinebene über das Rebland bis zur Schwarzwaldhochstraße.
Heimat der Affentaler Weine und der Bühler
Zwetschgen
http://img.webme.com/pic/b/badischewanderungen/altwindeck_1.jpg
Le
Rocher de Dabo:
im roten Sandsteinherzen der
Mittelvogesen mit Aussicht und Rückblick auf Kriege und das
europäisch
bevölkerte Mittelalter, nach der Grafschaft ins Herzogtum
integriert
Elsass:
seit dem Sieg der Franken
über die Alemannen 496 gehörte das linke
Rheinufer zwischen
Basel und der Pfalz als Herzogtum zum Reich der
Franken.
In
dieser Zeit entstand der Name Elsass, von althochdeutsch ali-saz
(Fremdsitz). Straßburg, seit 614
Bischofssitz, war
die wichtigste Stadt der Region. Die so genannten Straßburger
Eide, die
Karl der Kahle und Ludwig der Deutsche anlässlich der
fränkischen
Reichsteilung 843 zu Straßburg beschworen, sind
frühe schriftliche
Zeugnisse des Altfranzösischen und des Althochdeutschen.
Durch den Vertrag von Mersen (870) kam das Elsass zum
ostfränkischen
Reich, dem späteren Heiligen Römischen
Reich Deutscher Nation,
und wurde Teil des Stammesherzogtums Schwaben. Ursprünglich
war das
Elsass in zwei Grafschaften, den Nordgau und den Sundgau,
geteilt, zerfiel jedoch bald in eine Vielzahl von kleinen Herrschaften,
darunter neben Straßburg die zehn
Reichsstädte
Hagenau, Rosheim, Colmar, Schlettstadt, Weißenburg,
Oberehnheim,
Mülhausen, Kaysersberg, Türkheim und
Münster. Neben den Städten konnten
nur der Bischof von Straßburg und die Habsburger als
Landgrafen des
Sundgau größere Territorien bilden. Als Rudolf von
Habsburg zum
deutschen König gewählt wurde, war der Sundgau sein
bedeutendstes
Territorium. Landschaftsvielfalt auf nur ganzen 40 km
Entfernung - 30. Dezember 1789, im
Revolutionsjahr verschwindet der Name 'Elsaß' und die
Provinz Elsaß erlischt. Sie wird ersetzt durch die
Departments 'Haut-Rhin' und 'Bas-Rhin'.
Erdölmuseum
Pechelbronn:
das
elsässische
Texas der Pechelbronner Erdölpfützen,
oder von den
Wildschweinen zu den 'Giganten' nicht nur der
Bohrtürme im nördlichen Elsass -
Besucherinfos
Geomantie:
Weshalb
der Storch die Kinder bringt?
Große Ried:
Die Matelotte das
Regionalgericht des Grand Ried
Hagenauer
Forst:
die Kelten
im Elsass, im schon vorchristlich Heiligen Wald von Haguenau
befinden sich über 750 keltische
Hügelgräber.
Einige der eindrucksvollsten sind durch einen kleinen Rundweg
zugänglich gemacht worden. Die dort gemachten Funde
aus der
Bronze-Zeit sind zu besichtigen in den Museen von Seltz und
Haguenau.
Hallstattfunde:
zu besichtigen im
Museum für Ur-
und
Frühgeschichte
Hochkönigsburg:

270
m
Zwingermauerwerk mit Kanonen als weithin sichtbares
Wahrzeichen und Touristenattraktion (Die Lithografie zeigt
die Ruine um das Jahr 1838.)
Hopfen:
und
Malz bereits seit über 6.000 Jahren !
Straßburg
die elsässische Bierbraumetropole, neben Riegel
am Kaiserstuhl und der Malzfabrik in
Lahr
Kappel am Rhein:
Bronzeplastiken
aus der frühen Eisenzeit
Kaiserstuhlradweg:
64
km: Breisach - Burkheim - Ruine Sponeck -
Rheinufer - Sasbach - Endingen - Riegel - Bahlingen
- Eichstetten - Bötzingen - Gottenheim - Waltershofen -
Merdingen/Tuniberg - Ihringen - Breisach
Keltenfunde:
Münzen und
Regenbogen-
Schüsselchen bei Querbach (Kehl)
Klimaveränderung:
durch
menschliche Eingriffe: waldfreie Oberrheinlandschaften
Knollenziest:
(Stachys
sieboldii)
die Gourmet-Kartoffel aus Oma's Gemüsegarten, die
besonders auf den Riedlehmböden zur
winterhart erntbaren Delikatesse eignet
Kugelhopf:
(Gugelhupf) elsässische
Steingut-Backform* oder
Hefekuchen - historisches Überbleibsel aus der Zeit
des
Vorderösterreich am Oberrhein - *): soll an die Gugelhüte
(Kopfbedeckungen) des 14. Jh. erinnern
Lazarus
von Schwendi:
dieser
württembergische, links- wie rechtsrheinische
Schlossbesitzer betrieb im 16.Jh. Feldzüge durch
Ungarn
unter
der Protektion Kaiser Karl V. Als Auszeichnung für seine
Eroberungen
erhielt dieser 'Weinheilige' die Erlaubnis den
Ruländer als Tokay d'Alsace (Pinot Noir) im Elsass anzubauen.
Limburg
(var zu Limperg):
Maginot-Linie:
'betonerne'
Zeugen eines Wahns,
dem Rhein entlang als stumme Mahnmale gepflastert - - - im Bunkermuseum
Hatten (Nordvogesen) :
historisches Monumentalgemälde
in 4
Sprachen
(deutsch, französisch,
elsässisch, russisch) um
21h45 -
ziviler Flüchtlingszug auf der Flucht
während des
Rückzuges im Januar 1945 um 23h - Infos
- im
Juli
Marckolsheim
:
Ort
des Martyrium - Kriegsverdienstkreuz- Auszeichnung
1939/1945 -
Schauplatz heftigster Zusammenstösse wurde 2 Mal in weniger
als 5
Jahren großteils zerstört
Malz:
in der
Malzerei gekeimtes,
getrocknetes Getreide, die Gerste zum Bierbrauen
Mühlen:
noch
erinnern uns die
Mühlenfeste an diese mit Wasserkraft betriebenen
Getreide-, Öl-, Mehl- und
Hanfmühlen
Naturschutzgebiete:
um
Straßburg : Ried vom Taubergießen
zur Rhinauer
Insel 311Ha, vom den Ersteiner Wald auf
die Straßburger Rohrscholleninsel
310Ha, vom Offendorfer Wald zum Marckolsheimer
Wald -
Infos -
Neuf-Brisach:

Vaubans
Meisterwerk mit 4 Ausfalltoren nach Straßburg,
Mulhouse-Basel, Colmar und Belfort oder Altbreisach
Nordschwarzwald:
Felsenweg
Ottenhöfen zum Sesselfelsen mit
Prachtblick übers Achertal
zur Hornisgrinde
oder über die Aussichtskanzel des Rappenschroffen oder
die historische Dampfzugfahrt mit dem Museumszug:
Achertalbahnfahrt für Eisenbahnfreunde
-
Infos -
Odilienberg:
Erbe
der Franken? Sieg
des kriegerischen Christentums? Steinerne Verklärung
oder
Verkehrung von Odilias Schamanenkult?
Ottmarsheim:
achteckige
romanische Kirche aus der Epoche der Hildegard von Bingen,
die man ihres Baustils wegen beinahe abgerissen hätte
Quellwasser:
mit
ganz
besonders viel Energie, der Wallfahrtsbrunnen in
Ettenheimmünster, gegen Augenleiden, das
Landolinwasser besser als das vom
Odilienberg...
Rhein:
noch
immer Schmelztiegel
europäischer Literatur? Auf jeden Fall europäischer
Kultur !
Regenbogen:
leuchtender
Kreisbogen oder Farbaufspaltung des Sonnenlichts?
Regenbogenschüsselchen
auf
dieser Seite führen rätselhafte Keltenfunde zum
Hirtenjungen Audifax aus Scheffel's "Ekkehard"
der
Reihe nach:
-
Rheinufer, Auenwälder, Schwemmwiesen (Ried), Stoppelfelder,
Weinberge,
Eichenwälder, Vogesentannen, Vogesengipfel
Sasbach:
die
keltische Stadt
(keltisches Oppidum), erbaut im letzten Jh. v.Chr. als Reaktion auf die
römische Eroberung Galliens,
des
heutigen Frankreichs? Das ehemalige Fischerdorf wurde anno 839 erstmals
erwähnt. Seine Zeitreise über die Michelsberger
Kultur beginnt
bei der Limburg, vermutete Geburtsstätte
von
Rudolf
von Habsburg (1218).
Schilfbiotope:
das
große
Ried um
Colmar, das Grand Marais der Petite Camarque und
der Taubergiessen nach Bau des Rhein-Seitenkanals
(1928-32)
Schwemmwiesen:
überflutete
Riedauen: Garant für Sümpfe und
natürliche
Schlammdüngung - ungewöhnliche
Schwimmteiche für Schwäne, Lachmöwen und
Enten und das
Tischlein-deck-dich für die
Störche!
Sonnenblumenfelder:
Ölfrucht
aus Nordamerika ist mehrere Meter hoch und somit
größte
einjährige Pflanze und Vogelfutter
Straßburg:
Elsass:
seit dem Sieg der
Franken über die Alemannen anno 496 gehörte das
linke
Rheinufer zwischen Basel und der Pfalz als
Herzogtum zum Reich der Franken. In
dieser Zeit entstand der Name Elsass, von althochdeutsch ali-saz
(Fremdsitz). Straßburg, seit 614 Bischofssitz,
war
die wichtigste Stadt der Region.
Südwestwinde:
seeluftartiges
Regionalklima als Traubenkocher der Rheinebene
Tourenvorschläge:
oder
Führer zu
Rund- +
Kurzwanderungen zu einem Gebiet eurer Wahl
Triele:
Nachtschwärmender
Sommergast aus Maghreb mit seinem
Flötenruf als
Bodennister nur an natürlichen Flusslandschaften, hier nur im
Ried bei Breisach
Vauban:
(1638-1697)
Ritter aus der
Bourgogne, Naturschützer, Landwirtschaftsfachmann,
Festungsbaumeister, Marschall und Bauherr von
Freiburg
Waldersbach:
zu den
weiten, freien, von
gelb blühendem Ginster bewachsenen Hängen, 'Pfrimmen'
wie Papa Oberlin
sie nannte, das friedliche Gepräge einer kargen
Verlassenheit in einer kleinen abgeschiedenen Welt des
Steintals
Zugvögel:
landschaftlicher
Freizeitwert per Luftlinie bislang landwirtschaftlicher
Bodenausnutzung opfern?
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über die Fluren
des badischen
Rheinried ins benachbarte ELSASS (1)
Ein Streifzug
aus der fruchtbaren Sumpflandschaft der (M)
Ortenau im Badischen Ländle
über die
Fluren der Oberrheinebene, über
den Rhein,
ins benachbarte Elsass. Zu den Weinbergen
und roten Sandsteinburgen
der reizvoll schönen Mittelvogesen.
Hier am Kaiserstuhl,
mit
seinen steinzeitlichen Feuersteinklingen, dem Weinbau
der Römer, und drüben im
Elsass,
inmitten des "quel beau jardin", reizt eine reiche Landschaftsvielfalt
zum Spontanausflug. Dabei durchstreife ich ein in ganz Europa
einzigartiges Gebiet. Reich vor allem an natürlichen
Umwelten
bedingt durch seine geographisch zentrale Lage und deren
wechselnden Klimaeinflüssen. Das Geheimnis dieses
milden
Klimas ist, neben dem Vulkangebiet, der
talwärts
wehende Traubenkocher; der
Vogesenföhn am Oberrhein. Oft sammeln sich die Wolken sammeln
sich oft
erst am Schwarzwald wieder, um dort abzuregnen.
Auf
nur 40 km,
von den Rheinufern bis zu den Vogesengipfeln,
überquere ich der Reihe nach: üppige
Rheinauenwälder,
oft bis zur Fahrstrasse überschwemmte Riedauen
(der Landwirtschaft ganz schön zuträgliche
Lößterrassen), blühende
Stoppelfelder (deren nach dem Getreidemähen
übrig
gebliebenen Halmenden den Wiesengräsern wieder freie
Fläche bieten),
leuchtend gelbe Raps-, Getreide-, Sonnenblumen- und Senffelder, rosafarbene
Tabakblütenstauden, rund 400
Sandsteinburgruinen (auf
teils imposanten Sandsteinfelssockeln), nach
Morgennebeln besonnte Weinberge (das Piemont der
Vogesen, die den Riesling gut reifen lassen), üppige
Eichen- und
Buchenhaine und urige Föhren bis
zu den
höchsten alpinen Vogesengipfeln.
Fortsetzung
zum Prachtstelzvogel der Regio,
Meerrettich und Topinambur, der badische Rossler des Hanauer Landes,
zum Sürkrüt, zum Heiligensteiner Klevener, zu den
Mühlen und Kieswerken

Fotolink zum Regenbogenschüsselchen,
dem Geld der Kelten aus einem Museumsarchiv
Urnenfelderzeit
und Sonnen-Augen-Achsenlinie
Alles unter meinen Pfoten
liegende ist uralt und voller Geheimnisse. Ihr nennt das die
Archäologie der Vorgeschichte. Aus der
Urnenfelderzeit
(Spät-Bronzezeit um 1.000 v. Chr.): blieben
Wallgräben am Ober- und
Hochrhein mit ihren Helmfunden. Zeugnisse von "Schutz und Trutz" gegen
damals marodierende ungarische Räuberbanden. Nahe, meinem
benachbarten Querbach,
waren es im 2.-1. Jh. v.Chr. gar gewölbte
Napfförmchen.
Vielleicht sogar die Vorgänger der lasierten
Kugelhupf-Tonnäpfe aus Soufflenheim.
Gegossene Bronzemünzen mit
hauchdünner
Goldbeschichtung keltischen Ursprungs, standen für eine
weithin
reichende, europäische Währung vom Typus keltischer
Goldmünzen, gültig
vom Gebiet des heutigen Ungarn über Österreich bis
nach Süddeutschland.
Ihre keltischen Münzdrucker waren vermutlich die Rheingermanen,
nebst Stämme der Boier und Vindeliker prägten sie von
ca. 300 v. Chr.
bis zur Zeitenwende. Druiden sollen diese glänzenden
Münzen in
Schüsselform, die Regenbogenschüsselchen,
an den Stellen begraben haben, wo der Regenbogen die Erde
berührte. Ein
Aberglaube, sagt ihr zum Schatzsucher Audifax dessen Romanfund besagt,
dass die Goldstücke vom Regenbogen herabtropften und am
Fuße des
Regenbogens auf der Erde zurückgeblieben seien. Ob nur
Währung oder
auch himmlischer Glücksbringer im Märchen
'Sterntaler', heute
entscheidend ist allein eure Fundsituation beim Umpflügen
eines Ackers.
-
Wie haben sie das nur gemacht, wenn zwei Betrachter nie genau denselben
Regenbogen sehen? Die euch vertraute bogenförmige Mitte
befindet sich
auf genau der Sonne-Augen-Achsenlinie. Seine
Erscheinung in den Farben der zerlegten Lichtstrahlen ist nichts als
die Widerspiegelung der Sonnenstrahlen an den Regentropfen. Mit der
Sonne im Rücken seht ihr diese, von der Sonne in den
verschiedenen
Winkeln beleuchtenden, Regentropfen in den (bis zu 7) entsprechenden
Farben vor euch. Außen meistens rot und innen blau. Dieses
"Erdberührung" ist rein optisch allemal
beeindruckend! -
à
propos:
"Das
hab' ich auf
dem Feld gefunden, weit da drüben, sprach Audifax,
nach dem Gewitter. Wenn der Regenbogen mit seinem
Farbenglanz sich zu uns nieder wölbt, dann kommen zwei Engel,
wo seine
Enden sich auf die Erde senken, halten sie ihm ein gülden
Schüsselein
unter, dass er nicht auf dem verregneten rauen Boden aufstehen muss -
und wenn er ausgeglänzt hat, dann lassen sie die
Schüsselein im Felde
stehen, zweimal dürfen sie's nicht brauchen, das
würde der Regenbogen
übel nehmen..." (aus Scheffel's "Ekkehard")
Beidseitig des Oberrheins
gab es Hallstattfunde aus der noch frühen Eisenzeit. Damals
handelte
eine reiche Oberschicht mit Salz und leistete sich
Hügelwohnbauten mit
reichen Bestattungsbeigaben. Der Fund von einem bronzenen
Stiergespann von ca. 550 v.Chr., direkt vor meiner Nase, um
Kappel befindet sich jetzt in der Breisgaumetropole
Freiburg, im Museum für Ur- und
Frühgeschichte. So
könnte das Keltengrab
in Kappel ausgesehen haben, welches der
Heimatforscher Josef Naudascher (Tabakmuseum Mahlberg) 1976
entdeckt hatte. Nachdem bereits im Jahr 1880 ein erstes und
1973 dann ein zweites Grab entdeckt worden war, war der
dritte Fürstengrabfund für ihn die
Bestätigung, dass es sich bei den keltischen
Fürstengräbern von Kappel um eine
archäologische Besonderheit handelt. "Eine Nekropole"
mit 30 bis 40 Bestattungen, wie er sagt, also eine Art
Begräbnishalle der Regierenden jener Zeit vor 2600 Jahren in
unserer Region."
In
einem der größten Wälder Frankreichs mit
19.000 ha habt ihr Bronzezeitfunde
aus Gräbern ausgehoben als Übergang der
Urnenfelderzeit zu den Hügelgräbern
von 1.800 - 50 v. Chr., als Nachfolger der dortigen Tumuli
von Haguenau vor 3.500 Jahren, mit ihren damals schon aus Ton
gebrannten und zu Vogelform verarbeitenden Rasseln. Der Jurist,
Staatsrat und Bürgermeister Xavier Joseph Nessel
(1834-1918) veröffentlichte 1926 seine Ausgrabungsmethoden,
heute
katalogisierte Flurfunde: Birklach, Dachshübel, Fischereck und
Hattenerstangen bei Haguenau. 200 Jahre Völkerwanderung, vom
3. - 5.
Jh., machten das römische Weltreich nach ihrer
Keltenausrottung nun
ihrerseits zum Trümmerhaufen. Anfang des 3. Jh.
saßen von der
Rheinmündung flussaufwärts die Franken, die Burgunder
und die
Alamannen; hinter ihnen die Friesen, Alanen, Vandalen und Sachsen. Die
alemannischen Sueben (Schwaben), unter dem Druck von Osten her durch
die Mongolenstämme setzten sie sich kriegerisch im Elsass
fest. Im
5.Jh. wichen die Römer endgültig vor den Alemannen
zurück, die von nun an dieses Land gemeinnützig
verteilten und selbst
besiedelten mit Landverteilung (Gau und Mark), so wie der Wasgau
(Vogesen); Wald und Weide blieben Gemeingut, so der Sundgau, der
Hagenauer Forst, und das Colmarer Ried, nach Sittler, Geschichte des
Elsaß S.63-69).
Im
Elsass begann die Macht der Staufer mit
dem
schwäbischen Herzog Friedrich II. (dem Einäugigen, in
den Chroniken
gerühmt), der als wichtigster Verbündeter von Henry
V.,
mütterlicherseits große Güter um
Schlettstadt mit der Hochkönigsburg
(castrum Estufin 1147) erbte; zusammen mit der Herrschaft über
Obernai,
Rosheim, Odilienberg und dem Haute-Alsace mit Einfluss auf Colmar,
Turckheim und Kaysersberg, doch als Besitztum den Hagenauer Forst. Von
1105-47 bestimmte er das Elsass von einer Moderinsel aus und
vergrößerte Haguenau
vergrößerte durch den Jagdschlossbau. Die kurze
Stauferherrschaft
erstrahlte im Elsass vor allem durch und unter dem mächtigen
Burgenerbauer Fiedrich I. (Barbarossa 1152-90, Sohn des
Einäugigen),
reichte aus, um Haguenau zur prunkvollen Kaiserpfalz auszubauen.
Seither zog das große Waldgebiet um Haguenau auch den
Straßburger
Bischof zu langfristigen Aufenthalten an. Heute erinnert das
Ausflugsziel, der so genannte tausendjährige
Eremiten-Eichenstammrest
an die Legende des späteren Heiligen Arbogast,
um
von anderen Überlieferungen abzulenken. Geblieben ist der
Hagenauer
Forst auf sandig weichem Boden der Nordvogesen, die den
Töpferlehm fürs Baeckeofengeschirr
aus Soufflenheim
und Betschdorf
unter sich verbergen, ausreichend bewaldet für die
Brennöfen.
à
propos: aus der
Zwischenkriegszeit 1925-38: "Von den insgesamt 594 Grabhügeln
des Hagenauer
Waldes sind bereits 482 untersucht; sie haben an hierher
gehörigem Stoff 35 Bestattungen aus dem Beginn, 195 aus der
Mitte und
72 vom Ende der Bronzezeit geliefert. Aber diese Hügel
veranschaulichen
nicht die Gesamtheit der Gräber dieser Periode; es
muß noch
Bestattungen unter ebener Erde geben, und ein Teil der Hügel
ist
infolge des Ackerbaues verschwunden. Die bronzezeitliche
Bevölkerung
der Hagenauer Gegend setzt sich im wesentlichen aus denjenigen drei
Zweigen zusammen, welche das Gebiet schon im Neolithikum bewohnten."
Nord-Vogesen und Südpfalz: landschaftlich eine
einheitliche Regio
beide, ob am Rande des
Vogesenmassives oder
über
die Rheinebene ans andere Rheinufer, sie sind sich gleich; so wie ihre
Bewohner auch. Auf den noch sichtbaren Spuren historischer
Denkmäler
gliedern sie sich ein, diese Regiobewohner, die ihre
außergewöhnlichen
Naturschönheiten wirklich mit gebührendem Stolz
schätzen. Ihr
ländliches Brauchtum erschließt sich mit der
ländlichen Idylle ihrer
Fachwerkhäuser, ihren teils noch alten Dorffesten mit den
jeweiligen
Trachten, der einmaligen Kelschweberei und der alt
hergebrachten Hanf- und Leinerzeugung, von den Bürsten-
und Schindelmachern in Ramberg bis zu den Köhlern
und ihren Köhlerfesten in Trippstadt, der saisonale
Bauernkalender kennt keine Pause. Die Weinfeste am Haardtrand
(Wurstmarkt in Bad
Dürkheim)
geben die Laune um dem Fabeltier Elwetritsch
auf die Spur zu kommen. Das Hanauer Land
überrascht
mit bunten Möbeln und mit traditionellem Hausstandsgeschirr,
der
Töpferware aus lackiertem Ton (Soufflenheim) oder die blau-graue
Variante aus Sandstein (Betschdorf). Die im roten
Sandsteingebiet zahlreich vorhanden unterirdischen
Lebensräume, wie die
alten still gelegten Silberminen, Bergwerke und alte Bunkeranlagen der
Maginot-Linie, dienen dem dem großen Mausohr,
den
Großohrfledermäusen, der Mopsfledermaus (Barbastella
barbastellus) und
der Wimperfledermaus (Myotis emarginatus) neben vielen Fledermausarten
temperaturbeständig als Winter-Unterschlupf.
Von
der
Schwarzwaldhochstrasse im nördlichen Schwarzwald
überrascht
die fruchtbare Rheinebene mit ihren Obstspezialitäten bis hin
zu den
Kirschen am Kaiserstuhl. Von den Gertelbachwasserfälle
zum Ortenauer Weinpfad, oder auf dem Westweg, auf
dem Weg liegt Bühl
mitten im Badenerland. Weiß
ich nur
zu gut wie
die berühmten Bühler Zwetschgen im
Spätsommer schmecken. Sein
Stadtviertel Hänferdorf mit
ältesten Fachwerkbauten, in dem früher Hanfstampfen
und Mühlen angesiedelt waren, erinnert an
eine
demagogisch zum Tode verurteilte Pflanze; die den Maismonokulturen
ebenso vielseitige Verwendungsmöglichkeiten entgegen zu setzen
hätte. 4
km südöstlich von Bühl thront die Burgruine
Alt-Windeck (13. Jh.) aus gelbem
Sandtsein auf einem
Felsvorsprung. Vom Bergfried schweift der Blick weit in die Rheinebene
und bis zum Straßburger Münster.
Landschaftsheiligtum einer
Merowingerherrscherin
?

Die
blaudunstigen Konturen der Mittelvogesen, besonders des Odilienbergs, zeichnen
sich hier in der Rheinebene und bei Abendrot beschaulich schön
ab.
Heilige Pilgerstätte und stammesspezifische
Zufluchtsstätte seit
Jahrtausenden. Seine
Pilgerschaft zu diesem energiegeladenen Berg
gibt euch Rätsel auf: seine sagenumwobene
Heidenmauer
mit ihren Relikten aus Becherstein und Tumuli, bis hin zum einst
fränkisch-irischen Kloster unter merowingischer
Königsherrschaft des in
Metz residierenden Volkes Gallia belgica. - Die Heidenmauer bildet drei Ringe
auf einem dreiteiligen Berg. Sie führt zur heiligen
Dreieinigkeit der germanisch-skandinavischen Mythologie des dreifachen
Mondes der Walhalla : Iord die unbewohnte Erde, Frigg
die kultivierte Erde und Ring die winterlich
zugefrorene Erde, ein Zyklus der mit der verwitternden
Gesteinsbildung
beginnt. Prähistorischer Zufluchtsgipfel im Neolithikum als
die
Rheinebene im Gletscherschmelzwasser versank? Ein weiteres
Landschaftsheiligtum führt zum Belchenmodell des
drei Länder
umfassende Belchendreieck?
Könnt ihr sie euch vorstellen als Teil eines den Mondlauf
symbolisierenden Dreiecks? Die Heidenmauer, zusammen mit den nicht
minder schwingungsreichen Bergen des Tännchelmassif und dem
Feenkessel
des Côte de Répy. Wartet nur, bis aus der
sich zum Rhein hin
verlierenden Talebene unter euch der feuchte Nebelschleier aufzieht. Er
allein vermag die Felsen dieses Landschaftsmärchens zu
verschleiern.
So, dass ihr euch selbst und dieser Legenden nicht mehr sicher seid. -
Hat das Schamanenwissen auf dem Odilienberg überlebt auf
diesem
Kulturenschmelzpunkt von Germanen, Kelten, Franken und Iren? Das
einstige Altitona der
Kelten, seine
bekannteste Herrscherin Odilia, eine weltoffene
Merowingerin mit hellseherisch-telepathischem Erbe? Ob wir die heilig
gesprochene Odilia als Schamanin wieder erkennen oder den
Klosterlegenden unseren Glauben schenken: Von hier oben
lassen sich stundenlanges Beten, Meditieren und obertonreiche,
bewusstseinsverändernde Gesänge vorstellen;
...wäre da nicht
die römisch-katholische oder christlich-orthodoxe
Verteufelung
'dieser Odilia' als sündig Heidnische. Im Nebel verwallen auch
die
Pflanzendrogen bei kohlenhydratreicher Gemüse- und
Kräuterkost, die so
gar nichts mehr gemein haben mit den heute alltäglichen
Zucker-,
Koffein- und Alkoholdrogen. - Sämtliche Felspfade rund um und
zu diesem
heutigen Kloster sind feenhaft.
à
propos:
eine
bemerkenswerte Zusammenfassung zu diesen Rätseln findet ihr in
Petra
van Cronenbourg's Werk "Geheimnis Odilienberg".
- Ausstellung:
Trésors mérovingiens
d'Alsace - la nécropole
d'Erstein
: Schätze aus
Gräberfunde
einer wichtigen Merowinger -Nekropole im Elsass aus 300
Gräbern aus dem
6. + 7. Jahrhundert vor Christus in Erstein (Bas-Rhin)
südlich von Straßburg zwischen 1999 und 2003 :
Alltagsgegenstände,
Waffen, Ernährung, Riten und Glaube im aufsteigenden
Mittelalter - in
deutsch-französisch - Eintritt frei
- ÖZ: täglich außer Die von 14h-18h, im
Etappenstall16,
rue du Gal de
Gaulle, Tel.: (0033)(0)3.9029.9355
-
Hopfen
und Malz, Gott erhalt's !
Bier,
das
Hopfen-/Gerstengebräu, bereits
Lieblingsgetränk der
beiderseits des Rheins ansässigen Alemannen, ist euch durch
hiesige
Bierbrauereien erhalten geblieben. Vor 2000 Jahren erst
eingeführt, mit
dem persischen Mithraskult, am von den
Römern
belagerten Rhein, im heutigen Straßburg-Königshofen.
Seit vor über 6.000 Jahren schon als heiliges Getränk
in einer Region
zwischen Palästina und Mesopotamien gebraut, von den Pharaonen
geschätzt, eroberte es die Gallier am Rhein. Diese
verbesserten die
Gärung und brauten das alte "cervoise", bis sie im 9.Jh. die
Mönche der
Klöster Weißenburg und Pfaffenhofen,
sowie die der Domherren des
Straßburger
Münsters, mit der Herausgabe Ihres Rezeptes zu
Bierbrauern
umschulten. Letztere würzten es mit den bitteren
Hopfenblüten und
begannen mit seiner Vermarktung. Diese Klosterbrauereien wurden nach
und nach von unabhängigen Brauereien unterstützt.
Unter diesen wieder,
gründete anno 1260 Arnoldus Cervisarius
die
erste elsässische Brauerei. - Von den einst 250, anno 1803 in
Straßburg
betriebenen, Bierbrauereien blieben euch heute gerade noch sechs. So
fabrizieren Fischer, Heineken, Karlsbräu, Kronenburg, Meteor
und
Schutzenberger 56% des französischen Bieres. Sie bedienen sich
dabei
dem guten Vogesenquellwasser, der in der Rheinebene zur Malzerei
gezogenen Gerste, dem in den Tälern und Ackerland des
Kocherbergs
angepflanzten Strisselspalt-Hopfen zur
Bitterwürzung und Haltbarmachung des Bieres. Die Beliebtheit
des Bieres
jedoch bestimmen die Hefezusätze, deren Zuckerinhalte das Bier
in
Alkohol umwandeln. Die Gerste muss zu
Malz werden, bevor sie zum Brauen geeignet ist.
Ohne die, in den Malzereien feucht gekeimte, hoch erhitzt gegrillte
Gerste, aufs Gerstenmehl reduziert und in den einzelnen
Brauvorgängen
wieder kompliziert und aufwendig zugeführt, fehlte
dem Bier
seine goldene Farbe! Ob nun auf der elsässischen
Bierstrasse
oder zu den jungen Brauer die mit neuen Biersorten experimentieren,
indem sie schlichtweg die heikle Gerste durch Kirschen ersetzen, nur um
ein besonders fruchtiges und nicht zu süßes
Kirschbier
zu erhalten, wie in der Brasserie Lauth in
Scharrachbergheim, in Haguenau
oder in Uberach,
ihr werdet das eure schon finden! Wem das noch nicht genügt,
der bleibe
in Straßburg, in der 19, rue
d’Austerlitz wo er den Bierladen Malt &
Houblon
findet,
der weltweit bekannte Biere anbietet. Welches da am besten zum
begehrten Hopfenspargel im Frühjahr
schmeckt, habt
ihr genügend Zeit herauszufinden.
à
propos:
Hopfenfest im elsässischen Ohlungen vom ? - - -
Bierfest - in Straßburg-Cronenbourg : -Eintritt frei- in der
Rue de la
Rotonde à
Cronenbourg
vom ? - - - A propos: Besichtigung der Brauerei
Kronenbourg in Straßburg-Cronenbourg,
68 route
d'Oberhausbergen, tél. (0033)(0)3.8827.4159,
3€/2€, Mo-Fr auf
Reservierung um 9h, 10h, 10h45, 14h, 15h + 16h. - - -
Regional-Agenda: Hopfenanbau geführte Besichtigungen in
Obernai um
10h am
?
- - -
Strassenfastnacht
: Gizig, gizig, gizig isch die
Hex !
Die Pforte ins Kinzigtal
(Mittlerer Schwarzwald)
und historische Straßenkreuzung Offenburg wartet in der Altstadt auf
am Fastnachts-Dienstag die Kinderfastnacht auf mit den bekannten
Offenburger Hexen, der "Alti" und "Hansele" am Platz am Neptunbrunnen,
mit dem Ausrufen der Kinder um etwas vom Hexenfraß zu
erbetteln, wie Würschte un Wecke: "Gizig, gizig,
gizig isch
die Hex ! - Wenn sie net so gizig wär, gäb sie au
ebbes her!" Bevor
die Hexenzunft Offenburg
die
Fastnacht mit dem Aschermittwoch beendet, gibt es noch den Hexensprung
zu erleben. Hoch schwingen sie sich auf ihren Besen durch die
auflodernden Flammen, bis auch der letzte Rest des ehemaligen
Hexenkindes verbrannt ist - die Straßenfasnacht ist vorbei !
Fastnacht im
Dreiländereck
Uringa
am Südwestrand des Kaiserstuhls
Ihringen, einer der wärmsten Orte
Deutschlands im
Vulkangebirge der Oberrhein-Tiefebene, anno 962 c. Chr. urkundlich
erwähnt ist nicht nur bekannt durch seine eiszeitlichen
Lößablagerungen
als geeignete Rebböden, seine keltischen
Fürstengräber, zahlreiche
Grabhügel und seinen bedeutenden steinzeitlichen
Feuersteinwaffenfund.
Das Traubenkocherklima der Oberrheinebene an der Südwestspitze
des
Kaiserstuhls brachte die Römer dazu den Weinanbau
über die Alpen, ganz
nach Dyonisus, hier einzuführen. Am Winkelberg
erinnert die Ausgrabung eines römischen Brunnen an dieses
einstige
Kulturerbe, ehe sich die Alemannen rund um den Kaiserstuhl und im
Breisgau niederließen, auch in der Gegend um Ihringen mit dem
Sitz
eines alemannischen Adelsgeschlechts, um all dem eine Ende zu bereiten.
Als 'Kaiserstuhl' bezeichnete man ursprünglich
nicht das
gesamte Vulkanmassiv, sondern lediglich den heute als Neunlindenbuck
bekannten Berg nördlich von
Ihringen. - Liliental das Seitental Ihringens mit
seinem
bedeutenden
Loess-Hohlweg erwartet euch ein Versuchspark mit zahlreichen
exotischen Pflanzen auf einem begehbaren Naturlehrpfad. Vor allem aber
die einheimischen Knabenkrautorchideenarten. Sein Ortsteil
Wasenweiler
gehörte über viele Jahrhunderte nicht, wie viele Orte
im Breisgau, zu
Vorderösterreich; als Besitz der Deutschordens kam es 1974 als
Ortsteil
zu Ihringen. Die
Wanderwege rund um
den
Kaiserstuhl

...zum ersten Mal in
deutscher Sprache ...Verse
mit Endreimen
In Wissembourg
(Weißenburg),
im heutigen Nordelsass, in der Benediktiner-Abtei bei St. Peter und
Paul, schrieb im 9. Jh. der ‘Mönch Otfried
von Weißenburg’
sein Evangelienbuch. Es war seine
zeitgemäße Erzählung vom Leben Christi, in
dem zum ersten Mal in
deutscher Sprache Verse mit Endreimen auftauchten. Ein schönes
Beispiel, dem Weinland Elsass angemessen, sind seine Verse von der
‘Hochzeit zu Kanaan’: "Den vollen
Wasserkrug von Stein
durchgeistet er mit Freudenwein. Dein Herz ist dieses Wassers Krug, in
das sein Herz den Geist ihr trug." - Im Gegensatz zur nahen
Schwesterstadt
Hagenau,
des Staufenherrschers Friedrich’s 'kaiserliche Pfalz', war Weißenburg der Sitz geistlicher
Würde
und Macht. Nur ein weltlicher Herrscher nahm hier unfreiwillig
Quartier. Stanislav, der lebenslustige Polenkönig, der auf der
Flucht
aus der verlorenen Heimat im ehemaligen Spital Zuflucht fand. Er muss
sich in Weißenburg schrecklich gelangweilt haben, bis ihn die
große
Diplomatie erlöste. Ludwig XV. hielt um die Hand seiner
Tochter an.
Stanislav bekam ein schönen Batzen Geld für sie, und
zog um nach Nancy;
das er in eine der prächtigsten Residenzen in Europa
verwandelte. - 1870,
..71, für das Elsass dunkle Jahre. Bei Wissembourg,
beim
Städtchen Woerth, trafen die Heere
aufeinander. 38.000 Franzosen standen 120.000 Deutschen
gegenüber.
10.000 Tote blieben auf dem Schlachtfeld, das von den siegreichen
Deutschen zu einer Gedenkstätte für die beteiligten
Regimenter
ausgestattet wurde. Da gibt es Denkmäler für das
württembergische
Liga-Batallion, die Westfalen, Preußen, für die
hessische Artillerie
und für die Thüringer. Und sie stehen wohl erhalten
und gepflegt da.
Und man greift sich an den Kopf, wie alle diese aufwendigen
Steintürme
und Obeliske noch zwei weitere, grauenvolle Kriege überstehen
konnten -
ohne dass die Sieger, das waren ‘mal die Franzosen, dann die
Deutschen,
dann wieder die Franzosen, noch einmal die Deutschen, und nun wieder
die Franzosen - offenbar jemals versucht hätten, dieses
Zeugnis des
Irrsinns, aber auch des treuen Angedenkens zu nahe zu treten. Um das
gewaltige Erinnerungsmal der Bayern wäre es besonders schade.
Eine
liebenswerte Mesalliance wilhelminischen Pomps und bayuvarischer
‘mir
sann mir’-Folklore. Heute ist Wissembourg durch seine
berühmte Kermes
am Pfingstmontag weithin bekannt.
die
Limburg
auf dem Limberg bei Sasbach
Cäsar's
schön geredete
Geschichte im Gallischen Krieg erwähnte
bereits
diese keltische Felsplateau-Siedlung mit Oppidum
samt Wall aus dem letzten vorchristlichen Jahrhundert, als Schutz vor
den gegen die Gallier anrückenden Römer - mit
einzigartigem Ausblick
über die Mittelvogesen. Vor allem aber mit 40 Meter
Höhe über dem
Rheinübergang bei Sasbach. Eigentlich ein Areal aus
der Hallstattzeit (6. – 5. Jh. vor Chr.), zuvor Spuren der
Jungsteinzeit und der Michelsberger Kultur, welches in der
späten
Latènezeit mit einem, noch heute erkennbaren,
mächtigen Abschnittswall
gesichert wurde. Die Römer erkannten bald
den
unübersehbar strategischen Wert dieser vulkanischen
Erhöhung aus Limburgitlava
auf Tuff t1. Die einst keltischen Bewohner verließen den Berg
vermutlich friedlich, ehe hier ein römisches Truppenlager
entstand,
belegt durch Funde aus der Regierungszeit der Kaiser Augustus bis
Claudius. Sie sicherten die Umgebung beherrschend den
Rheinübergang und
der von hier ausgehenden Wege, wie die von ihnen ausgebaute
Straße von
Riegel (Rigel), die beim Limberg (unmittelbar am Rhein
gelegen) den Rhein überquerte. Erobernde Franken, wie die
Römer, legten
im 6. oder 7. Jh. n.Chr. auf der Südspitze dieses Berges ihren
militärischen Stützpunkt, Grundstein für die
heute noch sichtbaren
Reste der alten Limburg
(frühmittelalterliche
Turmhügelburg). Die mittelalterliche Limburg
(80m
lang und 40 m breit), auf der angeblich Rudolf von Habsburg
anno 1218 geboren wurde, wurde bereits um 1078 von Berthold
I. von Zähringen bewohnt. Zwischen 1215 und 1221,
befand sich
die Burg im Besitz der Grafen von Habsburg. Gegen Ende des 13. Jh.
waren die Grafen von Freiburg ihre Besitzer. 150 Jahre
Auseinandersetzungen zwischen beiden Familien bis zum Aussterben der
beiden Grafen von Freiburg anno 1457 endeten mit dem
endgültigen
Übergang der Burg an die Habsburger. Der Sasbacher
Rheinübergang anno 1417 als 'var zu
Limperg'
belegt, begann mit sehr einträglichen Fähr- und
Zollrechten des und war
im 16. Jh. noch bewohnbar. Ihre Zerstörung erfolgte wohl im
Zuge des
Dreißigjährigen Krieges oder der darauf folgenden
Feldzüge, ehe sie
anno 1701 wird als vollständig ruiniert bezeichnet wurde. Das
unmittelbar südlich auf der deutschen Rheinseite liegende
Waldgebiet
der Rheinaue wurde in den vergangenen 150 Jahren völlig
umgestaltet.
Bis zur großen Überschwemmung von 1824 verlief der
sogenannte Talweg
des Rheins, der Stromstrich von Sasbach bis zur Limburg, meist
unmittelbar am Steilhang von Lützelberg und Limberg
entlang.
Die Rheinhochwässer von 1798 bis 1801 zerstörten
durch ihre
Erosionswirkung am Hochgestade noch zahlreiche Häuser des
Dorfes. So
wurden noch 1824
Sasbach, Wyhl, Königschaffhausen und Teile von Endingen
überschwemmt, während Limberg und
Lützelberg allseitig vom Rhein
umflossen wurden.
à
propos: die
Kaiserstuhl-Exkursion: Der Limberg bei
Sasbach führt als Wanderung mit dem
Löwenkopf markiert,
beginnend ab der Burgruine Limburg zum keltischen Wall
- zum Lützelberg mit mächtiger
Linde (Naturdenkmal)
und Wallfahrtskapelle mit einer Schmerzensmadonna.
Der Steinbruch am Weg lieferte Mineralien seiner Vulkangeschichte
wie Aragonit, Augit, Calcit, Chabasit-(Ca), Diopsid, Erionit,
Faujasit-(Mg) (T), Faujasit-(Na) (T), Goethit, Hyalit, Magnesit,
Montmorillonit, Offretit, Phillipsit-(Ca), Spinell, Todorokit und Wad.
Vorkommen von fossilen Kleinwirbeltieren,
eingeschlossen in den Tuffen, stufen den
Limberg-Vulkan zeitlich in das Miozän. Daneben sind noch mergelige
Ablagerungen eines Süßwassersees aus dem
Tertiär vorhanden.
Das Naturschutzgebiet
Limburg
umfasst wichtige Trockenrasen, Flaumeichen- und Lindenwälder.
Dabo, die
europäisch
bevölkerte Grafschaft
Der mächtige Buntsandsteinfelsen 'Le
Rocher de Dabo' (664m), mit 62 Stufen (einige davon sind
in den Fels gehauen) und seiner Plattform inmitten des Vogesengebirge
ist ein sehr begehrtes Ausflugsziel. Sein 30m hoher Gesteinssockel,
eine Schöpfung der Geo-Hexenküche des Trias vor 200
Mio. Jahren, thront
hoch oben weithin sichtbar in die Dagsburg gebaut (erbaut von Eberhard,
Enkel von Etichon, Herzog
des Elsass und Neffe der heiligen Odilia).
Ende des 10. Jh. heiratete Hugo IX Graf von Eguisheim, Heilwige,
Tochter des Grafen von Dagsburg. Ihr Sohn Bruno, der spätere
Papst Léo IX wurde am 21.06.1002 geboren. Konrad
II, sein
Vetter wurde im Jahr 1024 zum deutschen Kaiser gekrönt, er
berief Bruno
an seinen Hof. Im Jahr 1046 stritten sich 3 Päpste um die
Macht in Rom.
1048, nach dem Tode von Papst Damas II, berief der deutsche Kaiser
Heinrich III, dem das Recht zustand den Papst zu ernennen, ein Konzil
in Worms ein und erwählte dazu Bruno von Dagsburg.
Er erlaubte sich Reformen zum unsittlichen Lebenswandel von Klerus und
Landesfürsten, der Simonie. Diese wollte er durchsetzen im
Elsass und
Lothringen mit einer kleinen Armee, bis zu deren Auflösung im
Juni 1053
und zu seiner Gefangennahme mit 8-monatiger Einkerkerung. Sein Vetter
sagte ihm kaiserliche Truppen zu gegen die Normannenangriffe vor
Neapel, die wieder zurück gezogen wurden von seiner Reform
betroffenen
(Klerus und Landesfürsten). Papst Léo IX starb am
19.04.1054, im Jahr
als seine Machtausdehnung gen Orient an der Ruhmsucht des Patriarchen
von Konstantinopel scheiterte und die morgenländische
Kirchenspaltung vollzogen wurde. - (die einstige Dagsburg auf dem Rocher de
Dabo vor der Kapelle aus dem 19. Jh.). Die Grafschaft
Dagsburg wurde infolge von Erbschaften, Bündnissen und
Heiraten
nacheinander: elsässisch, lothringisch, französisch,
deutsch,
katholisch und Lutherahnisch. Die Religionskriege verwüsteten
immer
wieder das Land und führten zu eben diesen
Veränderungen. Die
Landesherren beschlossen eine Wiederbevölkerung zu ihren
Diensten mit
Siedlern aus Frankreich, Bayern, der Schweiz und Tirol, denen sie
anwerbend Forstrechte verliehen. Das
älteste aus
dem Jahre 1569 der Besitzer der Dagsburg war und ist das "
Bürgerholz ". Die jährliche Verlosung von 8
stehenden
Kienholzbäumen (Anlass zu einer wichtigen jährlichen
Messe, die nach
dem 11. November stattfindet) soll der der französische
König Ludwig
XIV zum Anlass genommen haben 1679 die Dagsburg schleifen zu lassen;
worauf die 80m lange Plattform 150 Jahre lang unbebaut blieb. 1828, auf
Betreiben des damaligen Pfarrer's Klein wurde eine Kapelle zu Ehren des
Hl. Leo dem IX errichtet, die den Wetterunbilden nicht lange stand
hielt und 1889 abgerissen wurde, um im selben eine Kapelle im
romanischen Stil des 10. Jh. neu aufzubauen (Einweihung am 12.10.1892).
Über dem Portal sehen sie, die Wappen der Grafen von Dagsburg
und die
des heiligen Leo.
Auf der
elsässischen Rheinseite, in
Höhe von
Neuenburg im Markgräfler Land, führt eine Strasse von
Neuf-Brisach in
Richtung Mulhouse, am Hardter Forst vorbei, dort
liegt Ottmarsheim. Dort machte im
Spätmittelalter eine achteckige, romanische
Abteikirche,
erbaut 1020-30, in der Epoche der Hildegard von Bingen, wegen
ihrer sehr außergewöhnlichen Bauform von sich reden.
Selbst ein
einzigartiges Beispiel mittelalterlicher Baukunst, wäre sie um
ein Haar
abgerissen worden, weil man sie im späten Mittelalter
für eine
Kultstätte aus schlimmer Heidenzeit hielt. Dabei war
die
Kirche nach dem Vorbild des Domes zu Aachen erbaut, und beide der Maria
geweiht. Das Ottmarsheimer Achteck ist eine
Wiederholung des Oktogons im Aachener Dom, errichtet unter Karl dem
Großen (9. Jh.), wobei der Kern dem Vorbild eher entspricht
als der
Umgang, der in Aachen 16 Ecken besitzt. Die Säulenzier
der
Empore ist so unverwechselbar, daß andere Vorbilder
ausscheiden. Zu Anfang des 13. Jh. wurden Teile der
Außenwände
restauriert und die westliche Vorhalle zum Turm aufgestockt (am Turm
sind Überreste von einer Arkadengliederung der
Glockengeschosse
sichtbar). Im 14/15. Jh. war sie komplett mit Fresken
ausgestattet (Patrozinium des Hl. Petrus), die 1445 fast alle
beim Brand verloren gingen, ihre Wiederherstellungen blieben
fragmentarisch. Um 1495 wurde die Heilig-Kreuz-Kapelle im
Südosten neu angebaut, 1582 als Stiftsdamenkirche
der der
Liebfrauenchor im Nordosten, während die Empore im Zentralraum
den
Benediktinerinnen vorbehalten blieb. 1695 erfolgte die Neuaufmauerung
der Kuppel, die wohl im Dreißigjährigen Krieg
beschädigt wurde. Ihr
Chorgestühl von 1780 befindet sich heute in Bantzenheim.
1833-37,
erhebliche Restaurierungsarbeiten (Fenster des Oktogons und
Kranzgesims), 1875 Freilegung der Fresken, 1903
Entfernung des Putzes und Ummalung der Fresken. 1991 verheerender
Brand, Dachgestühl und Orgel des 18. Jh. vollständig
vernichtet,
1992-1998 Sanierung, 1999 neue Orgel (für über 20 Mio
FF.). Erst im 19.
Jh. habt ihr entdeckt, dass sie eine Nachbildung der Aachener
Pfalzkapelle ist; sie braucht ihr Vorbild nicht zu scheuen. Nur die
Hälfte ihrer einstigen Mauern sind romanisch. Es waren die
gotischen
Anbauten, die sie statisch sicherte. Ganz
unverständlich,
dass sie so wenig besucht wird.
à
propos: Kostenlose
Führung der ehemaligen Abteikirche von Ottmarsheim
-
Tel. 0033.38926.2757 - Treff: 6, Rue de
l'Église
(Point Information), sonntags 9h-17h30,
Führungen
in deutscher Sprache um 14h30 von Mitte
Juni bis Mitte August (siehe Regional-Agenda)
- Foto:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/85/Ottmarsheim_aussen.JPG
(Elsässische
'Sandsteinburgen' von der Hochkönigsburg bis zur Hohlandsburg)
Auf einem 757m
hoch gelegenen Sandsteinfelsplateau findet ihr die Touristenfestung des
Elsass, die Hochkönigsburg bei
Orschwiller.
An klaren Tagen diente mir Ihr Rundturm mit Kanonenschacht zur weithin
sichtbaren Rundschau ihrer benachbarten
Mittelvogesenzüge. Im
Dynastienrausch der Habsburger und Hohenzollernherrscher nahm der
preußische Regent Kaiser Wilhelm II dieses, einst
habsburgische, Riesenspielzeug der ehemaligen Burg
Kunegesberc wieder auf. Durch den Architekten Bodo Ebhardt
ließ er die restaurierten Burgruinen zu etwas Prachtvollen
wieder
aufbauen, zur Hauptsehenswürdigkeit des Elsass. Heute
empfängt sie als
Kelch (altdeutsch Stophan, heute Staufen) gut durchorganisiert
Touristen aus aller Welt. Ein 270m umfassendes
Zwingermauerwerk machten diese romanisch-wilhelminische
Wehranlage, über Jahrhunderte im Besitzerwechsel, mit
Türmen und
Bergfrieden zu einer der größten
Westeuropas. Erbaut um 1194
vom Hohenstaufer Friedrich des Einäugigen erlitt sie deren
Untergang um
1250 durch Erbstreitigkeiten mit der Einnistung von
Räuberbanden, ehe
sie 1519 mit deren von Sickingen an die Habsburger ans Reich
zurückfiel
und deshalb stark vergrößert wurde. Die von ihr
ausgehenden
Plünderungen der nach Straßburg reisenden Basler,
und ob ihres
Rufs als Asylburg für Feinde des Pfalzgrafen,
ließ sie 1462
von einer Gemeinschaft der Mächtigen zerstören. Die
Stadt Basel
verbündete sich mit dem Straßburger Bischof und dem
österreichischen
Erzherzog. 1479 war sie schweizerischer Grafenbesitz, denn um 1500
waren diese Wehranlagen hochmodern! Anno1633 konnte diese
mächtig-prächtige Festung der schwedischen Artillerie
nach 50 Tagen
nicht mehr widerstehen und wurde übergeben. Diese
plünderten und
brandschatzten sie bis zur teilweisen Ruinierung.
à
propos:
Die ansteigenden
Steinstufen zum mächtigen Bollwerk mit
Rundtürmen,
Schießscharten und Kanonen erreicht
ihr im
Anstieg zur Löwentür mit
Zugbrücke. Im getreu
restaurierten Ehrenhof mit Wirtshaus angelangt, lässt die nahe
Patina
bereits den reich verzierten Festsaal, wie den Rittersaal
erahnen. Vergessen sind einstige Überfälle
auf Basler
Reisende und Asylburg für Feinde der Pfalzgrafen. Das
wilhelminische Touristenprunkstück hat familienfreundliche,
eintrittsfreie Sonntage, siehe Regional-Agenda.
Was ihr bei der Abfahrt nicht gleich erahnen könnt, ist der
Abstecher
in die Föhrenwälder des hier "Hohen Atlas", im Revier
der Makake aus
den Bergen Marokkos. Der Affenberg mit seinen, dort
zu Studienzwecken integrierten Affenartbevölkerung, die
wesentlich
zivilisiertere Umgangsformen aufweisen, als die Bewohner der
Hochkönigsburg es taten! Unbefangenes Popcorn füttern
eurerseits wird
hier mit Zutraulichkeit und Akrobatikvorführungen belohnt.
(Infos zur Hochkönigsburg
bei Orschwiller
-
oder
zum
Affenberg bei Kintzheim )
Vauban's
Troja Das
Rheinried bei
Breisach - zur Zeit der österreichischen Habsburger als
"Strohstadt"
besiedelt - führt euch über den
Rheinübergang zum architektonisch
perfektionierten Meisterwerk des französischen
Grenzstädteerbauers Sébastien
Le Prestre de Vauban. Hin zur Rheinfestung des auf eine
Rheininsel gebaute
Neuf-Brisach, das damals mitten im Rhein lag, sich
deshalb für jene Zeit weder als links- noch als
rechtsrheinisch
beschreiben lässt. La Place-Forte de Neuf-Brisach anno 1699
hatte drei
sternenförmig achteckige Festungsmauern, in sich versetzt
angeordnet.
Im Auftrag seines Königs Ludwig XIV stylte er im 17.Jh. mit
bester
Referenz befestigend die Grenzstädte Frankreichs; wie
Freiburg, das er
zuvor ganz abreißen ließ. Die Rheinufer
bei Breisach, stets
im historischen Zentrum des Geschehens, seit Cäsar's
Bemühungen die
Rheinufer zu "be" - festigen. Besonders der badische Stephans -
Münsterberg ! Zuvor von den Kelten platt planiert,
zum
römischen Valentinian-Kastell Brisiacum
verwandelt,
welches dem Alemannenansturm wieder nicht
widerstand. (Das römische Valentiniankastell auf der
archäologischen
Flur Westergass, ein Straßenprätorium
(Unterkunftshaus für
durchreisende Staatsfunktionäre mit separatem
Badegebäude 24 x 29 m),
von einer Graben- und Wallanlage umgeben entstand um 330 oder 340
n.Chr. - laut Grabungen von 1998. Das halb romanische, halb gotische
Münster mit Baubeginn im 10. Jh., das auf 80 m einst im
Niemandsland
auf einer Rheininsel thronte besitzt Fresken von Martin
Schongauer, der 1488 dort verstarb.
Breisach, das die Elsässer heute
Vieux-Brisach
nennen, war einziger Hügellandeplatz zwischen Basel und
Straßburg und
erforderte sein bauwerklich - "strategisches Troja" der 4
Ausfalltore! Sei es zum Schutz des österreichischen Reichtums
wie
seinerzeit bei der breisgauischen Zähringerstadt
Freiburg.

Zeichnung der habsburgischen
Festung Klein Hüningen, auf welches die Stadt Basel bereits
ein Aug' hatte, vom Basler Topograph Emmanuel
Büchel (1749)
Griff Vauban eben diese Idee
auf? Als er eine einst
zur Gemeinde Vogelgrün gehörende Rheininsel, mit dem
elsässischen
Bauleiter Tarade und dem holländischen Graben - Entwässerungsspezialisten
Regemorte, zu Neuf-Brisach ausbauen ließ? - Die
nordöstlich
von Neu-Breisach gelegene Siedlung La Petite Hollande
(Klein Holland) erinnert noch heute an deren hier logierenden Arbeiter.
- Hier begann die neue Festungsbauära noch vor der
französischen Maginot-Bunkerlinie: Auf Friedrich Barbarossa's
Rheinburgenbau folgte Vauban's wahres Kulturwerk, zusammen mit seinen
in Belfort, Besançon oder Saint-Malo erbauten Zitadellen. Weiter
südlich, vor den Toren Basel's und Saint-Louis, gar die
Vauban-Festung, erbaut auf einst Habsburger Besitz bis zum
Westfälischen Frieden von 1648, im Dorf Klein
Hüningen
(Huningue), das der
Sonnenkönig Louis
XIV. als weitere Rhein-Verriegelung anlegen
liess. Er missachtete dabei die einstigen Besitztümer des
Basler
Münsters, das sich mit den Habsburgern bis dahin
arrangieren
konnte. Während eines Jahrhunderts war Klein Hüningen
als Pfand mit
Anleihen besetzt die den Habsburgern gewährt wurden. Vaubans
Festung
wurde als Rheinübergang immer von Basel begehrt, und immer als
eine
Bedrohung angesehen. Die Festung hielt ihre Riegelstellung ganze 136
Jahre lang. Aber mit den an Huningue verknüpften Besitzungen
ihrer
Verteidiger von 1796/1797 und von 1813 bis 1815, wurde sie dennoch auf
Forderung der Schweiz niedergerissen.
à
propos: Île du Rhin
in
Vogelgrün : Freizeit-Schifffahrt in der Rheinebene zwischen dem
Grand Canal d'Alsace und dem Rhein. Tipp:
Gemüse-Messe im Park der exotischen Pflanzen
(Parc de l'Eldorado, Tel.: 0033.38986.6758 - Rue du
42ème R.I.F. in
Artzenheim vom
?)
- Touristische
Dampfzugfahrten in Verbindung mit einer Rein-Schifffahrt (Chemin de Fer Touristique du Rhin)
: Dampfzug Abfahrt in Volgelsheim (F) -
Flachkahn-Fahrten
auf
der
Giessen bei
Biesheim -
Boots-Kreuzfahrten auf dem 'Canal de Colmar ' -
Poney-Reiten in Blodelsheim, Walfahrt zur Notre Dame de
Maria-Thierhurst in
Heiteren,
alles in deutsch-schweizerischer Grenznähe.
-
Den
Breisacher
Münsterberg
ziert heute eine imposante Künstlerplastik mit einem Stier.
Nach dem
Großen Sonnenkalender (25.827 Jahre dauernd) im Stierzeitalter,
durchlief zwischen 4000 u. 2000 v. Chr. die Sonne das Sternbild des
Stiers. Viele Hochkulturen dieser Zeit, auch die Kelten auf
dem Münsterberg, nahmen den Stier als
göttliches Symbol in
ihren Kult auf.
-
Die Neuf-Brisach:
Soldaten,
Festung,
Spukgeschichten:
Begegnet
dem Geist von Francois R.I.P., der als Soldat unter König
Ludwig XIV.
die Festung Neuf-Brisach mit erbaute. Mit ihm begeht die noch erhaltene
monumentale Festsungsanlage, um von der spannenden
Historie der Stadt und außerdem von unheimlichen
Spukfällen zu hören.
Mehr zu einem Wunder des Ludwig XV bei einer seiner zahlreichen
Belagerungen, oder von Begebenheiten Napoleon einst berichtete findet
ihr ...
Huningue: Besichtigung
der am Rhein errichteten Vauban-Festung (zweisprachig)
mit
geführter Wanderung auf der Rheininsel -
Infos beim Office du Tourisme, 3
quai du Maroc, tél.: 03.8989.7020, oder beim OT du Pays de
Saint Louis
/ Huningue, 81 rue Vauban, 68128 Village-Neuf, tél.
03.8970.0449, Fax
03.8967.3080
-
Breisach:
Geologische
Spurensuche bei den Vauban-Festungen in Breisach und
Neuf-Brisach mit Dr.
Matthias Geyer
Tel.: 0162.4065416 (12€) Treff: Parkplatz "McDonalds" an der
Grenze zur
Bildung von Fahrgemeinschaften 13h30 oder Verkehrsamt Neuf-Brisach
(Place des Armes) 14h-17h30 am ?: An
ausgesuchten Beispielen in Neuf-Brisach und Breisach werden die beiden
Vaubanfestungen geologisch "unter die Lupe" genommen. Welche
Gesteine
wurden verwendet? Lässt sich eine zuverlässige
Aussage über die
Herkunft der Bausteine machen? Hatte die politische
Zugehörigkeit eine
Bedeutung für die Bezugsquellen der Bausteine? Wie kann man
die
unterschiedlichen Gesteine in den Mauern erkennen und unterscheiden?
Die allgemein verständliche geologische Führung
diesseits und jenseits
der Grenze gibt auf alle diese Fragen eine Antwort. Im Rahmen der
Exkursion wird auch die besondere Bedeutung einer
interdisziplinären
Zusammenarbeit zwischen Geologie, Archäologie und
Denkmalpflege
herausgestellt, ohne die eine zufrieden stellende Beantwortung dieser
Fragen nicht möglich wäre.
das europäische
Texas der Gebrüder
Schlumberger, die 'Giganten' der Nordvogesen in Merkwiller-Pechelbronn, begannen bei den Feldern
mit den triefenden Ölpfützen, deren Vorzüge
ihnen die Wildschweine im
hygienischen Wälzen gegen Ungeziefer vorführten. Das
'Schwefel-Gold'
oder die Geodynamik des Rheinbeckens aus der flüssig
heißen Tiefe des
Erdinnern. Erdölpfützen des nördlichen
Elsass auf der Quelle
des Bächelbronn, wurden von der Bevölkerung
vielseitig
genutzt. So als fettende Schmiere der Wagenräder, zum
Abtöten der
Bakterien bei Zahnschmerzen, als Auflage bei Gicht, Hautkrankheiten und
Wunden. Das Museum berichtet von 3.300.000 Tonnen
Erdölgewinnung als Gesamtgewinnung von 1735 bis 1964: mit dem
Bohrungen
in 450 km tiefen Stollen auf 1.250 Ha Fläche wurden
5.000
Bohrungen durchgeführt von durchschnittlich 400 Meter Tiefe,
ausgerüstet mit 2.700 Pumpen, verteilt auf vier Raffinerien in
Soultz, Durrenbach, Biblisheim und Merkwiller. 1813 wurde auf
Pechelbronner Gelände die erste Forschungs-Handbohrung
ausgeführt und
erst 1919 die technische Petroliumschule gegründet, die zum
heutigen Institut
Français du Pétrole
avancierte. Die Gebrüder
Schlumberger führten hier 1927 die erste elektrische
Bohrlochmessung
durch. Einstige Geräte, verschiedene Modelle Dokumente aus 150
Jahre Erdölförderung aus teerhaltigen Sand
sind noch zu
besichtigen. Die
Gesellschaft Le Bel & Cie setzte 1889 die erste Pumpstation in
Betrieb und verwandelte die Pechelbronner Landschaft in ein europäisches
Texas.
Bis 1927 wurde das Ölvorkommen nur noch von
Bohrern und
Pumpen durchgeführt, mit insgesamt 2.850 Bohrungen
in 760.000
Meter Tiefe für 790.000 Tonnen. Die tiefste Bohrung war in Kutzenhausen
inmitten
des Natur und
Regionalparks der Nordvogesen (20 km nördlich von Haguenau), die das
Granit-Substrat bei einer Tiefe von
1.561 Meter erreichte zwischen 1889-1927. Die ergiebigste Bohrung dort war auf der Ebene
der Lettenkohle bei einer Tiefe von 936 Meter. In nur 148
Meter Tiefe der Pechelbronner Erdschichten, auf der Gemarkung von Lampertsloch warteten 28.882 Tonnen Gesamtproduktion bei
367 Betriebstage. Im elsässischen Niederlautenbach (bei Scheibenhard im
Unterelsass, auch auf Pfälzer Gemarkung) wurde 1956 das
zweitgrößte Erdölvorkommen im
Elsass gefördert mit
221.469 Tonnen Erdöl bis 1968, bei einer tiefsten Bohrung von
2.294
Meter ausgeführt zwischen 1983 und 1984.
Der
nächtliche
Flötenruf über
der
Riedebene
zu den schönsten
Web-Fotos des Triel-Pfeifers
Das
Breisacher Rheinried mit seinen natürlichen
Flusslandschaften führt die Nachtschwärmer
unter euch - mit
etwas Glück - zum großen Vogel, seiner in Europa
einzigsten
vorkommenden Art. Hier im 250 km2 großen
Trockenbiotoprevier ist er nachtaktiver Sommergast. Sein
Passfoto überrascht euch mit seinem großen Kopf und
seinen auffallend
großen gelben Augen. Er trägt sandfarbene
Tarnkleidung schwarz-beige
gestreift. Das image dieses sehr vom Aussterben bedrohten Teilziehers
ist sein "träüit" - Flötenruf,
der sehr seinem
Riedkameraden, dem Brachvogel gleich kommt. Der Triel
(Burhinus oedicnemus) bevorzugt als 'Bodennister' nur offenes,
buschfreies, steppenartiges und trockenes
Brachgelände. Ab
März/April fliegt er zur Brutzeit ein, rund um die im
elsässischen
mit seinem nächtlichen Flötenruf
lässt sich hier nur noch
durch entsprechende landwirtschaftliche Nutzung empfangen! -
Der von Baden-Württemberg geplante Polder bei
Alt-Breisach
gegen
den
französische Politiker mit Recht protestieren, lässt
ein bislang
hochwertiges Freizeit- und Naturerholungsgebiet zur
ökonomisch,
landwirtschaftlich und touristischen Katastrophe werden, falls die
Einsicht und das Mitspracherecht der Betroffenen hier nicht zum Zuge
kommen. Dieses geplante Rheinrückhaltebecken südlich
von Breisach
mit einer
Kapazität von
10 Millionen m³ würde die Rheininsel
(Île du
Rhin) und
die
frühere EDF-Strasse (RD52) teilweise überfluten. Das
Grundwasser für
die Anwohner würde beträchtlich steigen. All das in
einer Region der
Schnakenplage dank ausreichend vorhandener Sumpfwälder und
-auen,
ausgerechnet hier sollen Pflanzen- und Tierwelt erneut durch
menschliches Eingreifen, dieser sogenannten ökologischen
Flutungen,
bedroht werden.
Schilfröhrichte gegen
Überwucherung
Die
Verkümmerung des
ehemals artenreichen Pflanzenwachstums durch "Verbuschung" durch eine
sich, in den 60er Jahren, ausweitenden Riedwiesennutzung, wie
sie im Taubergiessen noch immer betrieben wird, schuf euch erst diese Rheinriedbiotope.
Reste der produktivsten Ökosysteme Mitteleuropas durch
einstige
Überschwemmungen und Wasserstandsschwankungen sind euch,
zwischen Land
und Wasser, am Oberrhein noch geblieben. Hohe
Grundwasserspiegel erzeugen Schilfhalme die den
Rohrsängerarten Brutnester, und Fröschen wie Molchen
ein Paradies
bieten. Die bekanntesten sind das große Auenbiotop "Grand
Marais" der Petite Camarque bei Basel,
das sich nach der Rheinbegradigung vom Zufluss des Canal de Huningue
und klaren kühlen Sundgauquellen nährt, die des "Grand
Ried"
um Colmar mit seinen Giessen- und Illzuflüssen und
der Taubergiessen
mit seinen unterirdischen Quellgewässern. Ein eigenes Reich
der
Störche, Graureiher, Triele, Lachmöwen, Kormorane,
Eisvögel, Wildgänse,
Wildenten, Seerosentümpel und Orchideenwiesen auf
Kiesrücken und
Trockenrasen, besonders für Vogelliebhaber. Kraftwerke,
Staustufen und
Schleusen dienen seither als zusätzliche Anziehungspunkte,
besonders
für den Mieturlaub eines Kahns oder Boot es auf dem Rhein-Rhône-Kanal.
Alleine zwischen
Boofzheim und
Straßburg
lassen
sich dank eines auf
sandrotem Teer angelegten Radweges 19 Schleusen passieren. Vielleicht
mit Bauernbrot und dem typischen Riedkäse "Tom du
Ried"der
Bio-Ferme Durr in Boofzheim als Reiseproviant? Zu finden am
Ortsausgang in Richtung Straßburg, geöffnet von
Montag-Mittwoch und
freitags von 8h30-12h und 14h30-18h30 (samstags bis 16h),
Tel. 0033.38874.8780. - Petite Camargue Alsacienne und Foto der
Blaumeise:
http://www.petitecamarguealsacienne.com/web/images/morfeoshow/photos_mars_-6732/big/Msangebleue-C.Kunegel.jpg
à propos:
Das
Ried per Pferdekutsche entdecken
-
Besichtigung einer traditionellen Weberei - Dauer
3h30, Tarif: 15€, Treffpunkt: am Maison de la Nature in
Muttersholtz
um
9h jeden Mittwoch im
Juli und August : am ?
(siehe Regional-Agenda)
Foto:
Blutweiderich zwischen Maisfeldern Auf purpurner Krone
'quirlig-ährig' bis 1,50 Meter hoch blühend,
kennzeichnet 'er' die
Feuchtwiesengebiete, hier auf den ausgesprochen nassen, schweren und
stickstoffhaltigen Böden, wenn nicht gerade im
Röhricht stehender und
fließender Gewässer, auf Nasswiesen, oder in Moore
der
Riedgrasbestände. Ja sogar, in Bruchwäldern
(Sumpfgebiete) und in den
Gräben bildet der Blutweiderich (Lythrum
salicária L.*) eine beeindruckende Palisade. Hier am
Rheinufer der
Oberrheinebene behauptet er sich noch gegen die zumeist monoton
grünen
Welschkornreihen, erobert noch die Freiräume zwischen sich
endlos
abfolgenden Maisfeldern entlang den Wegen und Fahrstrassen. Seine
gerbstoffreichen Wurzeln verwendet ihr noch als Antibiotika gegen
Durchfall, Typhusbazillen und Ruhramöben. Die Gerbstoffe
dieses Weiderich
mit walzlicher Kelchröhre haben als blutstillendes Mittel
längst
ausgedient. - Häufiger blühend begegnet mir die
Auenwälder liebende
Lilie alias Herbstzeitlose (Colchicum autumnale
L.) mit ihren, die Feuchtwiesen ins Blassviolett eintauchenden, sechs
Blütenblättern. Colchicum autumnale verweist mit
ihrem Namen auf eine
Landschaft am Schwarzen Meer "Colchis" und auf das teils
tödliche
Zellteilungsgift Colchizin, welches ihr in der gärtnerischen
Züchtung
verwendet.
à
propos: *):
Lythrum:
griechisch: aus den Wunden strömendes Blut, wurde ehemals
gegen
Blutungen gebraucht, wie in der 3. verbesserten Ausgabe von 1904
Cossmanns Deutsche Schulflora schon zu lesen war.
...
den Elsass-Lothringern,
die man in den Krieg zwang
Landschaftlich in grau
einbetonierte Mahnmale entlang dem
Rheinried: Mahnwachen einer grausigen Vergangenheit entlang der
elsässischen D 468 - die Betonbunker der Maginotlinie. Hier
teilweise überwuchert, anderswo landwirtschaftlich integriert,
an ihren
berühmtesten Stätten anschaulichst zum Museum
ausgebaut. Steinerne
Zeugen damals noch 'heißer' Wirtschaftskriege einer von
Gerhart
Hauptmann* so trefflich geschilderten Generation, deren Machthaber eine
scheußlichere Art der Globalisierung angingen. Mir zum
Glück unfassbar,
tobte hier die erfolglose Rheinoffensive des Zweiten
Weltkriegs. Die Frankreich, im Januar 1945,
dank dem Einsatz von Fremdenlegionären, zunächst als
de Gaulle's Sieg
feierte. Ob als Manöver Königstiger an den Ufern der
Ill, oder ob als
Halbbrigade der Fremdenlegionäre, von Colmar her bis Saverne
siegend:
ihre großen "Verluste" bei Obenheim retteten
die Garnisonen von Herbsheim und Rossfeld. Dieser
Artilleriebeschuss bei eisiger Kälte mit mehr als 200 Toten
und im
Schnee Verwundeten entmutigte die Eindringlinge vor Krafft und Benfeld.
Obwohl sie Straßburg nicht mehr erreichen konnten, wichen sie
nicht von
den Illufern. Im Illwald, in Illhäusern, in
Elsenheim und in Marckolsheim trugen sich schrecklichste "Mann gegen
Mann-Kämpfe" zu. Die Rheinbrücke von Marckolsheim,
der Schlüssel zur
Stadt, fiel nach einer solchen Heckenschlacht, dank eines gut zielenden
Marineschützen, unversehrt dem 2. franz. Armeekorps
zu. Am 3.
Februar 1945 eroberten die Legionäre der D.F.L. den Rhein.
Zuvor waren
sie in Schlettstadt und Erstein vom Feind umzingelt. De Gaulle's
Division opferte 5400 Seelen, die D.F.L. ganze 1.036 ihrer
Männer, ehe
dieses eiskalte Töten Straßburg retten konnte. ... ganz zu schweigen von
den willkürlichen Erschießungen in den mit
Kommandaturen besetzten
Dörfern wie Matzenheim, dessen Originalverzeichnis sich im
Nachlass
eines Anwesens fanden. - Roger Bruge°
beschrieb dieses Martyrium in seinem Buch "l'Offensive sur le Rhin". -
Ihre Bunker und Kasematten dienen heute als
Gedächtnisstätte an diese
schrecklichen Kämpfe und ihre Opfer. Auch für die
130.000
Elsass-Lothringer, die man in deutsche Armee zwang.
à
propos: Infos
zu ihren Bunkermuseen, sowie zum
Mémorial-Musée de la ligne
MAGINOT in
Marckolsheim
(Bas-Rhin) findet ihr im Regional-Agenda. -
- - *): eventuelle Kausalitäten mit
Gerhart
Hauptmann (1862-1946) schlesischer Bildhauer und
Nobelpreisträger für Literatur "Die
Ratten" (1911) sind nicht rein
zufälliger
Natur! - - - ) Roger Bruge Historiker,
Spezialgebiet Militärgeschichte, ehem.
Widerstandskämpfer, engagierter
Freiwilliger in der Armee des franz. Generals de Lattre, Autor mehrer
Bücher zum Thema Maginotlinie
Die
Matelotte, das Regionalgericht des Grand Ried war
ursprünglich ein Matrosengericht, heute ein
Gourmet-Poème: ein
Fischragout aus Aal, Barsch, Hecht, Karpfen, Lachsforelle
und Zander, Barsch, und Karpfen. Die "Auberge de l'Ill" der
Gebr. Haeberlin in
Illhaeusern ist einer der
berühmtesten
Feinschmeckertempel Frankreichs.
Ausflüge
- Spaziergänge - Liedgut in
alemannisch zu
jeder Jahreszeit am Oberrhein :
Andlau: zur
Burgruine der Erbritter des
Heiligen Reiches :
S'Schloss Andlau lengschd vum Moos
um'zittard in Trimmar doliegd un verwittard - Andlau's
Legenden beginnen mit einer der ältesten und bedeutendsten
Klostergründungen im Elsass und dem Schrein der heiligen
Richardis um
1400 in der Basilika aus dem 12. Jh.
-
Treffpunkt:
auf Anfrage
|
Historischer Rundgang durch's
schöne Mulhouse
:
S'scheene Mulhouse g'wàchse zwische Habsburg, Basel un de
Preisse - Reizvoll nicht nur durch
die nahen Illufer mit ihren unvergleichlichen Naturlandschaften. Die
Südgäu-Metropole (Sundgau) im Südelsass
Mulhouse entwickelte sich aus
ihren Sümpfen
-
Treffpunkt:
auf
Anfrage
Das
laute Röhren der Hirsche im Illwald (Grand Ried) :
S'lutte
roahre
vun de Hirsch' em Ill*Wald - Das laute
Röhren der
Hirsche im Illwald - Der Riedwald um das elsässische
Schlettstadt im
Großen Ried der Illniederung in der Abenddämmerung -
auf leisen
Schritten - nur mit gutem Schuhwerk - Treffpunkt:
auf
Anfrage
Fortsetzung (2):
zum Prachtstelzvogel der Regio,
Meerrettich und Topinambur, der badische Rossler des Hanauer Landes,
zum Sürkrüt, zum Heiligensteiner Klevener, zu den
Mühlen und Kieswerken
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