Illwald-Biotop im mittelelsässischen Ried 
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Der beeindruckendste Bewohner der noch wärmeren Wassergebiete "Rohrmatten" ist die Gelbbauchunkedank Schwemmwiesenried"

Im Großen Ried der Ill-Niederung um Schlettstadt (Séléstat nördlich von Colmar, Elsass), ist es nicht nur der Rhein der Biovielfalt schenkt. 

Der Verbund von Rhein, der im Jura entspringenden Ill, zusammen mit den Vogesenflüssen. Im so gepaarten Verlauf werden die Riedauen vor allem im Frühjahr periodisch überflutet. Während dieser, bereits historisch europäischen, Überflutungen ragen beidseitig der Fahrstrasse ab Ehnwihr, Pappeln und Birken wie Leuchttürme aus dem Wiesensee gen Himmel. Plötzlicher Tummelplatz für Schwäne, Störche und Graureiher, die sich über diesen Gabentisch freuen.

- Erlensümpfe - Gelbbauchunken - Illwaldräuber - Lusturwäldchen - Schilf-Rohrmatten - Tümpelglöckner -  

Beginn der variablen Rundwanderung zu weiteren Streifzügen in der Region   Anfahrtsdaten fürs Navi oder Karte
 Auf zur Maiwanderung!

 "Tiburtius (14.4.) kommt mit Sang und Schall, bringt Kuckuck mit und Nachtigall."

Angabe der beiden Illwald-Wegstrecken

Rundwanderung im Illwald - Riedbiotop der Erlensümpfe

Die Rundwanderung kann in beide Richtungen begangen werden. Die "kleine", wie auch die "große", beginnen (je nach Wahl über die hier links angeführten Stationen) am Parkplatz. - Die "große" führt in Nähe der Eichenkapelle über zwei Stahlseil-Trägerbrücken mit zwei fußbreiten Holzlatten. Das hinüber hangeln mit Hilfe der Arme geschieht auf eigene Gefahr.

feuchte Riedgebebiete ein geologisches Würmeiszeit-SouvenirI l l w a l d : Rundtour - Stationen

  •  Chapelle du Chêne: Eichenkapelle - 2 km nach links ab der > Kreuzung D159/D214 > Marckolsheim. Beim Steinkreuz am Forsthaus MF de la Redoute und gegenüber dem Rastplatz: nach rechts in den Illwald. Restaurierter Wallfahrtsort zu Zeiten des Sumpffiebers, der einst nur mit Barken zugänglich war.  

  •  Oberriedgraben Nord: Erweiterter Teil der großen Rundwanderung über die erste von zwei frei schwebenden Stahlseilbrücken. Steinkreuz des am 8. August 1880 an dieser Stelle, beim Baumfällen erschlagenen, Auguste Kurdach. 

  •  Oberriedgraben Süd:  Teil der kleinen Rundwanderung. Ihm ist stets dem Grabenverlauf entlang zu folgen. Bis zur südlichsten Begrenzungslinie des Illwalds, und dem Erreichen der zweiten Stahlseilbrücke. Wasserfestes und trittsicheres Schuhwerk !   

  •  Schiffwasser: ehemalige Barkenzufahrt zur Eichenkapelle. (Daher ihr Name Schiffswegkapelle.) Befahrbare Teilstrecke der kleinen Rundwanderung bis zur Kleinen - Rheinweg - Brücke.  

  •  Kleiner Rheinweg: Hier wird aus dem Kleinen Rheinweg-Fluss die Rau. Bei Erreichen ihrer Brücke verbinden sich wieder die große und kleine Umgehung. 

  •  Krummlach: Umgehung des südwestlichen Illwalds. > Waldrandgebiet rechts der Ill entlang mit altem Baumbestand. Wild-Aussichtsebene und Rufort aller Kuckucksmännchen im Mai.   

  •  Hollockgraben: 1,6 km nach rechts hinab, dem Kiesweg am Parkplatz folgend. Übergang von der freien Wiese mit Burgenblick in die dichte Illwald - Gewässerbruchlandschaft im Südwesten dieser Umgehung. Die Haymattwiese im Nordwesten des Illwald als Nachbar zum Wasservogel-Naturschutzgebiet und Röhricht der Rohrmatten. Hier lassen sich Störche im Frühling beim 'Froschstaksen' oder bei guter Sommerthermik im August im Dutzend am Schlettstädter Himmel schwebend zu beobachten.

Wissenswertes zu diesem verblliebenen Ried Südliches Oberrhein-Tiefland - Rheinebene zwischen Basel und dem Kaiserstuhl:

landschaftliche Veränderungen im Laufe der Entstehungszeit des Oberrheingrabens auf beiden Seiten des Stromes morphologisch durch Niederterrassen (Geo-Souvenir der Würmeiszeit) bestimmte Rheinaue, die an manchen Stellen mit bis zu 15 m hohe Hochgestade abgegrenzt. Auf badischer Seite mit Markgräfler Rheinebene und auf elsässischer Seite als Oberelsässische Rheinebene bezeichnet. Diese Rheinauenzone wird im südlichsten Teil bis auf wenige Kilometer eingeengt, bis die Rheinebene sich nördlich bei Istein (D) - Mülhausen (F)  auf elsässischer Seite ausweitet. Westlich in die Hardt- und die Illniederung parallel der vorgelagerten Vogesenvorbergzone bis zum Gebirgsrand angegliedert. Die Hardtniederung mit dem Hardtwald (Träumend durch den Sundgau) ist sehr trocken und besteht aus pleistozänen Niederterrassenschottern (Erdzeitalter des Quartärs, der Oberflächenbildung der Erde). In der Illniederung dagegen (dem Schwemmwiesengebiet des Colmarer Ried), führen die aus den Vogesen kommenden Flüsse (z.B. Lauch, Fecht) und die im Jura entspringende Ill parallel gebündelt zum Rhein bis Straßburg; (zahlreiche feuchte Niederungen (Riedgebiete), wie das Grand Ried bei Colmar oder der Illwald bei Sélestat.

Chapelle du Chêne 

Damwild

Erlensümpfe

Insektenschutz

Krummlach

Redouten

Schwemmried

Stechmücken

riedtypisch

Wanderkarte: IGN Top 25 3717ET Sélestat - Ribeauvillé

Parkplatz und AusgangspunktBeginn dieser mühelosen Rundwanderung: ist die Schiffwasserbrücke an der Fahrstrasse D159/D214, bei der Wegtafel mit Markierung: roter Ring. (Aus der Stadtmitte Schlettstdt's kommend Richtung Ausfahrt auf die D159, vorbei an der Médiathèque und 2 Forsthäusern) - Parkplatz: über dem Hollockgraben beim letzten Forsthaus "MF de la Redoute" die Kreuzung überqueren, und bei der Wegtafel dem schmalen Kiesweg rechts hinab folgend. 

Wissenswertes zu diesem verblliebenen Ried> Eichenkapelle: (Schiffwegkapelle / Chapelle de la Chêne): Bis zum Ende des 19. Jh. gab es im Illwald keine Waldwege. Die Pilger mussten auf einer Barke den "Schiffweg" benutzen, der im Winter stets überflutet und im Sommer eine Schnaken- und Bremsenplage war. Bereits im 15.Jh. und belegt seit dem 18. Jh. pilgerten die Gläubigen zur Maria, um für die Erlösung von ihren Fiebern zu bitten. Zuvor soll es eine Eiche gewesen sein, in deren Stamm sich eine Marienstatue befand. Um 1750 nahm die, unweit gelegene, Kapelle Notre-Dame-des-Neiges gegen den Protest des Volkes die Marienstatue an sich; verbot den Kult an der Eichenkapelle und zog von nun an die Pilger mit ihren teueren Geschenken an. Ab 1843 beruhigte sich die Lage und Schlettstädter Jesuiten nahmen sich der Restauration der Kapelle wieder an. Sie war wieder Wallfahrtsort an Oster- und Pfingstmontagen, sowie am 15. August (Mariä Himmelfahrt). In der Nacht zum 17/18. Juni 1925, als es bereits Waldwege gab, wurde die Eiche samt der Statue durch Flammen vernichtet.

 zum Online-Foto Lexika: Schwarzerle Link zur Schwarzerledes Erlkönigs Baum, ein Riedwaldpionier

Wissenswertes zu diesem verblliebenen Ried> Erle: (Alnus glutinosa) zum Online-Foto der Uni Marburg der Schwarzerle Die Schwarz-Erle, der Baum aus Goethes Erlkönig und Baum des Jahres 2003, ist durch Feuchtwiesengebiete sehr gefährdet. Ihr beliebtes, schnell wachsendes Möbelholz ist leicht rötlich und gab ihr auch den Namen Roterle. Ein Wasserspezialist mit den richtigen Mikroorganismen am Wurzelbereich liiert. Als Pionierart liebt sie sickerfeuchten, zeitweise überfluteten, lockeren oder steinigen Boden. Erlen-Eschenhaine, die sickerfeuchte Böden lieben, bestimmen ca. 50% dieses Auwaldbestands, zu erkennen an ihrem reichlich vorkommenden Brennnessel- und Gräserbewuchs. Im Illwald hält sie den dritt größten Baumbestandteil. Ihr erkennt sie an ihrer schwarzen rissigen Borke und ihren, mehrästig vom Boden aufsteigenden, Kronenbereich. Im Frühling an ihren fruchtenden, 3-4 cm langen Kätzchen und den kleinen bräunlichen Kugelzapfen. Ihr wechselständiges, keilförmiges Blatt weist auf der Unterseite gelbliche Haarbüschel auf. Das Hartholz dieses Birkengewächses diente einst auch zur Schuh- u. Musikinstrument-Herstellung. Ihre Holzkohle einst der Herstellung von Schießpulver. Die Waldböden  weisen euch die Erlen-Eschenhaine und die Eichen-Eschenhaine an ihren Pflanzen wie Bärlauch und Annemonen; nicht zu verfehlen im Waldstück zwischen Hollockgraben und Krummlachgebiet.    

Wissenswertes zu diesem verblliebenen Ried> Bremse: (Tabanidae) Wohl jedem bekannt ist die graue, bis 1cm lange Regenbremse (Chrysozona pluvialis), die im Sommer den Aufenthalt an schattigen Plätzen in der Nähe von Gewässern zur Qual werden lassen kann. Wer sich im Sommer diesem Biotop nähert wird, ohne biologischen Schutz, von Blindbremsen (Chrysopos) angesaugt. Sie folgen menschlichen Transpirationen mit sehr hübsch gefärbt gefleckten Flügeln. Im späten Frühjahr oder im Frühsommer schlüpfen die zu Larven entpuppten Bremseneier nach 10 Tagen aus dem lockeren Boden. Nach dem Genuss von Schnakenlarven und Regenwürmern, suchen sich die Weibchen Blutträger um ihre nächsten Eier damit zu versorgen; während die harmlosen Männchen als Vegetarier Nektar fressen.

der große Riedbrachvogel kichert!

Wissenswertes zu diesem verblliebenen Ried> Brachvogel: (Numenius arquata) Wer in der Nähe eines Rieds (Sumpf-, Moor- oder Feuchtwiesengebiets) wohnt, hat ihn schon einmal gehört, diesen unverkennbaren klangschönen, flötenden Ruf: "thuid". Wenn der Große Brachvogel im Frühling über den Sümpfen seinen Balzflug ausführt, fügt er zu der Grundstrophe oft noch einen langen Balztriller hinzu. Mit seinem 10-15cm langen, nach unten gebogenen Schnabel kann er Lebewesen packen, die tief im Schlamm stecken. Zu seinem Speiseplan gehören auch Schnecken und kleine Krebstiere. Ein letzter, überflüssiger Hinweis: er hat ein graubraunes geflecktes Gefieder und einen weißen Bürzel. Das Männchen stößt im Umfliegen seines Brutreviers kichernde Laute hervor. Der etwas kleinere, seltenere Regenbrachvogel hat einen kürzeren Schnabel und eine kontrastreichere Oberseite mit 2 dunklen Scheitelstreifen. Sein Ruf ist ein gleichmäßiges Kichern. Im späten April oder Mai werden 3-4 sand- oder olivfarbene Eier in eine Bodenmulde, die mit Gras oder Schilfhalmen ausgekleidet ist, gelegt. Nach einem Monat schlüpfen die Jungen; sie sind Nestflüchter. Schon vor Ende Juli sammeln sich die Vögel und verlassen die Brutplätze. Man kann dann ganze Scharen beobachten, wie sie auf Nahrungssuche durch den Schlamm waten.

 der Tümpelglöckner mit seinen Unkenrufen

 Wissenswertes zu diesem verblliebenen RiedDank dem Naturschutzgebiet, mit Schutz vor land- wie forstwirtschaftlicher Nutzung, bleiben Gräben, stehende Gewässer wie Fließgewässer weiterhin ein ideales Amphibienbrutgebiet. Sie benötigen ebenso die Sumpfgebiete der Illwaldschwemmwiesen, sowie ein Waldgebiet um neue Biotope zu erschaffen.  Unerlässlich bei der Fortpflanzung seiner Frösche, Lurche und Kröten. Der beeindruckendste Bewohner der noch wärmeren Wassergebiete "Rohrmatten" ist die > Gelbbauchunke (Bombina variegata), alias "Tümpelglöckner". Kleine Eierballen an Wasserpflanzen und Steinen lassen nach 1 Woche Kaulquappen schlüpfen. Ihr Ziel ist die Verwandlung in, die das Wasser verlassende, Jungunken, die bis zu 30 Jahre alt werden können. Nicht länger als 5 cm wartet dieser lehmgelbe Froschlurch mit einem Rücken auf, gespickt von winzigen Hornstacheln über blau-orange geflecktem Bauch. Von April bis Oktober ist er überdies verantwortlich für die so genannten Hochfrequenz - 'Unkenrufe', mit immerhin 40 Rufen pro Minute! Seine fast-food besteht aus Insekten, Larven, Würmer und Schnecken, seine Evolutionstricks findet ihr auf der auf der Illwald-Seite

die s.g. "Rhinschnooke"  Weitere Herrscher über diese Gewässergebiete sind die > Stechmücken (Aedes Sticticus /Moskitos) Bei einer Durchgehung im Sommer sind es nicht nur die Regenbremsen die euch den Amazonas am Oberrhein näher bringen, im schattigen Unterholz wird euch das elsässische Wort "Schnokeloch" erst zum Begriff. Bei den Alemannen am Oberrhein ist die Stechmücke eben eine ungeliebte Schnake.  Unter 300 Schnakenarten und 50 bekannten Stechmückenarten, hat man im Illwald die Schnake 'Aedus Sticticus' für die schmerzhaften Stiche in Gewässernähe verantwortlich gemacht. Noch vor Sonnenuntergang, in den Abendstunden und in schattigen Waldgebieten, sticht das Weibchen überall dort zu, wo ihr stehende Gewässer die ungeheuere Verwandlung von der Eierablage, über die Larve bis zum Insekt ermöglichen. Nach der Paarung fliegen die Weibchen umher, um wenigstens einmal Blut zu saugen, bevor sie die Eier legen. Bei vielen Stechmückenarten ist die Blutmahlzeit nötig, damit sich die befruchteten Eier weiter entwickeln. Als Ablage dienen Blechbüchsen, Regentonnen, Dachrinnen, Jauchegruben und große Seen. Der rebellierenden Touristen zuliebe, werden nach Überschwemmungskatastrophen Hubschrauber eingesetzt, die tonnenweise biologisches Insektenvertilgungsmittel (BTI) über dem Boden versprühen. Bei allen, in der Oberrheinebene vorgesehenen Polder- und Auwaldflutungen habt ihr wohl eines völlig vergessen, das woran euch das Schild an der Schiffswegkapelle deutlich an die Hochwasser-Epedemie ermahnt: an die für den Menschen sehr gefährlichen Seuchen, die diese Blutsaugerinnen vortrefflich und unbemerkt von Blutbahn zu Blutbahn transportieren können.

 
zur Kuckucks-Fütterung 'über Haupt' der Heckenbraunelle (© Webfoto von www.birdlife.ch)Link zum Vogel des Jahres 2001: der Kuckuckvon der Mutter ausgesetzt in ein fremdes Nest

Wissenswertes zu diesem verblliebenen Ried> Kuckuck (Cuculus canorus): Die vertrauten Rufe der hier zahlreichen Kuckucksmännchen im April und Mai ist ein akustisches Erlebnis. Obgleich man sie höchst selten zu sehen bekommt, gehören sie doch zu unseren bekanntesten Waldvögeln. Das laute trillernde Kichern des Weibchens hört man weniger. Anfang Juli hört man "ihn" kaum noch. Zu der Zeit ziehen die Altvögel schon in den Süden, während die Jungen bis September bleiben, um dann erst ihr afrikanisches Winterquartier anzutreten. Er selbst baut kein Nest. Sein Weibchen muss ihre Eier in die Nester anderer Vögel legen. Es legt nistenden Pflegeeltern einfach ein Ei dazu. Diese Wirtsart betreiben sie bei mehr als 50 Vogelarten. Die Hauptleittragenden sind dabei die um einiges kleiner geratenen Baum- und Wiesenpieper, Rotkehlchen, Bachstelzen, Drossel-zum NABU-Foto des Drosselrohrsängers, Teich- und Schilfrohrsänger. Ebenso die Heckenbraunelle, die sich dabei oft auf den Kopf und Rücken des Kuckucksjungen setzen muss , um ihn 'über-'haupt' füttern zu können. Dieser Jungkuckuck wird zusätzlich noch weitere 3 Wochen außerhalb des Nestes weiter gefüttert. Und dennoch, die Rufe mehrer Männchen gleichzeitig im Krummlachgebiet bereichern diesen Streifzug zusätzlich. "Kuckuck, Kuckuck ruft's aus dem Wald"

 

 

 

 


 

 

 

blutrotes Blütenköpfchen des 'Großen Wiesenknopfes' im Makro (Foto: Wikipedia) Große Wiesenknopf auf der Wiese im Hollockgrabengebiet

Wissenswertes zu diesem verblliebenen Ried>Große Wiesenknopf (Sanguisórba L.): das häufige Vorkommen hier, dieser bis zu 80 cm hohen, krautartigen 'Großen Wiesenknopf' kennzeichnet feuchte Wiesen; der Kleine Wiesenknopf ist auf Trockenrasen anzutreffen. Er fällt auf im Sommer mit seinen dunkelbraunen, eiförmig-länglichen Blütenköpfchen, die aussehen wie Blütenknöpfchen. Neben dem Blutweiderich als blutstillend wirkend, erhielt man ihn früher in der Apotheke. Seine blutrote Blütenfarbe galt gemäß der Signaturenlehre als Zeichen für die blutstillenden Eigenschaften der Pflanze als ein gutes, blutstillendes Mittel, worauf auch der botanische Name hinweist (sanguis = Blut und sorbere = einsaugen). Beim Eingang in die Rundtour am Hollockgraben auf dieser Aussichtswiese mit Vogesenblick überrascht er zum Glück des Schwarzblauen Moorbläuling (Maculinea nausithous) noch zahlreich 'rote Punkte' setzend. Das ist der  Schmetterling, der sich von seinen Feinden verwöhnen lässt,  dem ihr nachsagt, er schafft es, dass seine Feinde ihn ernähren und beschützen um mit erstaunlichen Tricks das Erwachsenenalter unbeschadet zu erreichen. Fast sein ganzes Leben spielt sich auf dieser Pflanze ab. Sein Überleben ist dennoch gefährdet, denn seine Evolutionsstrategie macht den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (wie ihr auch nennt) abhängig und verletzbar. Er ernährt sich von dem Nektar des Großen Wiesenknopfs, er schläft, balzt und paart sich auf diesem Rosengewächs, wo sie alleinig ihre Eier ablegen, um den jungen Raupen später sowohl ein Versteck, als auch als Nahrung zu bieten. Übrigens, falls ihr dem Falter mit  35 bis 40 mm Spannweite begegnen solltet von Ende Juni/Anfang Juli bis Mitte/Ende August, hier sein Steckbrief: nur seine Flügeloberseite graublau, das Weibchen hat eine dunkelbraune Flügeloberseite, häufig mit einer blauen Bestäubung am Flügelansatz, die Flügelunterseite ist bei beiden Geschlechtern zimtbraun gefärbt. - Bleibt zu erwähnen, dass wie für den Schwalbenschwanz im Taubergiessen auch, die Feuchtwiesenfläche zwischen Mitte Juni und Ende August/Anfang September nicht gemäht werden darf, um dem Bläuling sichere Eiablageplätze zu bieten.

Falter des Schwarzblauen Moorbläuling (Internetfoto: www.nabu-bw.de)

 

 

 

à propos:  ihre ca. 3 mm lange, asselähnlichen Raupen kriechen aus ihrem Blütenversteck und lassen zu Boden fallen, um sich zunächst unter Pflanzenteilen und in Erdspalten zu verstecken. Sie warten, nicht auf 'Godot', aber auf ihren Todfeind, die Rotgelben Knotenameise (Myrmica rubra). Gelingt ihr das, hat sie ausgesorgt in den unterirdischen Brutkammern, einer immer vollen Vorratskammer mit warmer Überwinterung, wo sie in 10 Monaten bis zu 600 Ameisenlarven im Ameisenbau vertilgt! Gelingt es dieser Ameise eine wehrlose Raupe aufzuspüren, betrillert sie diese mit ihren Fühlern, um sie nach diesem Adoptionsritual ins Nest zu schleppen, wo die Raupe fortan von den Ameisen versorgt wird. Der Raupen-Trick: sind die, für die Ameisen attraktiven, Honigduftdrüsen und Honigdrüsen, zudem sie einen, die Ameisen besänftigenden Duft produzieren, mit  Zuckerwasser aus ihren Drüsen der 'Ameisen's Genussmittel-Interesse' weckt. Ob dieser nun von der Ameisenbrut imitiert, oder nicht, um die Täuschung perfekt zu machen, krümmt die asselförmige Raupe ihren Körper S-förmig und bläht ihre vorderen Körpersegmente auf, so dass ihre Gestalt der einer Ameisenlarve ähnelt. Dreister geht es kaum, das riskante Unternehmen läuft stets Gefahr, dass die Schmetterlingsraupe an eine Ameisenart gerät, auf die der Duftcocktail nicht wirkt, oder von Vögeln und anderen Feinden dabei entdeckt wird, wenn sie dabei nicht gar unentdeckt verhungern muss.

Die Ill: französischer Fluss in der Oberrheinebene entspringt dem nördlichen Jura, durchquert das Elsass mit 200 Kilometer Länge, um nördlich von Straßburg in den Rhein zu münden.
Foto Copyright: www.altmuehltal.de
      
Das Krummlachgebiet bietet ab April  ein einzigartiges Rufkonzert hier zahlreicher Kuckucksmännchen. 
3 Wegarten empfangen euch: die mit Steinen ausgelegten mit einer Gesamtlänge von 34 km, Naturpfade dank Parzellengrenzen mit insgesamt 48 km und verwilderte auf 1 km. Ein vom Club Vosgien für Räder angelegtes Wegnetz, das auch zu Fuß begehbar ist.  Besonders geeignet um an die Freilichtwiesen zu gelangen, wo sich das Wild aufhält. Mit dem Sonnenaufgang und der Dämmerung, ein belieter Ort für Naturfotografie. Brücken, Stege, und Beobachtungsunterstände erfreuen den Naturliebhaber.  Unterkünfte die vor den Wetterkapriolen schützen: die Eichenkapelle "Chapelle du Chêne" und eine am Riedlachufer.
> Flachkahn-/Barkenfahrten: sind ebenso möglich auf der Ill. Mit dem Fährmann Patrick Unterstock und zum Teil 10 Personen pro Kahn. Er erklärt die Auwaldhölzer, und erzählt vom Fischotter erzählt (zu besichtigen im nahe gelegenen Fischotterpark von Hunawihr) und von der einheimischen Matelote. Die Kahnfahrt bietet Blick auf die Hochkönigsburg und die Ruine Bernstein bei Scherwiller. Bei der Ankunft in Ebersmunster wartet ein Glas selbst gemachter Apfelsaft. Reservierungen einer der zwei Fahrten von ca. 3 Std. unter sind möglich.
 Kanufahrten: auf der Ill mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden bietet der hiesige CAKCIS (Club Canoë Kayak de Sélestat) an. 
Ø Schwemmwiesengebiet: vor allem rund um Ehnwihr. Schwemmwiesen im Grand Ried um Schlettstadt bei Muttersholtz im Elsass. Die im Frühjahr und Spätherbst von der Ill und der Rau überfluteten Riedwiesen. Die Fahrstrasse wird zum Damm. Beidseitig überfliegen Lachmöwen vom Rhein die graziös schwimmenden Höckerschwäne im laut schreienden Beuteflug. Bei der Trockenlegung von Sümpfen der Rheinebene, waren die nach den Pfahlbauten benannten,  alemannischen "Stockelbure/Steckelbure" vor ca. 2.000 Jahre beteiligt. Es entstanden sehr nährstoffreiche Böden, auf denen Weizen, Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben, Erbsen, Karotten und auch Zierblumen gedeihen. War die trocken gelegte Torfschicht dick, schrumpft die Oberflächenschicht durch den Wasserentzug und senkt sich unter Umständen mehrere Meter. Auf einem so entwässerten Land können sich wieder dann wieder Sümpfe bilden, wenn die Entwässerungskanäle tiefer liegen als die Bodenoberfläche.
 Sumpfgebiete stellen alleine schon durch ihre Bewohner wie Fischotter, Bisamratten, Fischreiher, Brachvögel, Teichrohrsänger, Lurche, Land- u. Wasserschnecken, Insekten, Barsche, Zander, Hechte und Karpfen - neben den typischen Sumpfpflanzen, wie das Rohrglanzgras (Phalaris arundinacea L.) mit seiner gelben Blütenrispe, die zart weißen Blüten des Schlüsselblumengewächses der Wasserfeder, den rotbraunen Blütenährchen des Schneidgrases und die aus dem Wasser ragenden, rötlichen Blüten des Ährigen Tausendblatts (Myriophyllum spicatum) - eine eigene Welt dar.
> Damhirsch (Dama dama) Die Römer brachten den Damhirsch von Kleinasien nach Mitteleuropa. Ihr erkennt ihn an seinem schaufelartigen, und meist weißgefleckten Geweih. Das häufigste, zahme Parkwild ist in freier Wildbahn überaus scheu. Meist treten die Tiere in der Dämmerung und bei Nacht auf Waldwiesen hinaus, um zu äsen. Wenn sie sich ungestört fühlen treten sie auch bei Tag aus ihrer Deckung. Im Sommer leben Hirsche und Kühe in getrennten Rudeln. Zu Beginn der Brunstzeit, die in der 2. Oktoberhälfte beginnt, suchen die Hirsche die Hirschkühe auf und bleiben den Winter über bei ihnen. Ende Mai-Anfang Juni werden die gefleckten Kälber geboren.
  > Redoute: 1) (historisch) Festungsanlage Vorgänger der Blockhäuser. Toponym für militärisch genutzte Verteidigungslinie einer ganzen Reihe von Dämmen und Schanzen (Stützpunkt der Feldbefestigung), deren Brustwehren nach allen Seiten gerichtet waren, um eventuell angriffsgefährdete Gebiete zu überfluten? Wie die nordelsässischen Redouten bei Lauterbourg-Weissenburg anno 1706 unter Marschall de Villars? Die Natur weiß diese Zeitzeugen hier wie dort zu integrieren. - 2) Toponym für Tanzsaal/Festsaal? Das Gebiet hinter den beiden Forsthäusern heißt Tanzmatt. Matten war stets die Bezeichnung für Wiesenland.

à propos : der Sommer 2006 ohne Schnakenplage dank dem beiderseits des Rheins vereinbarten Hubschrauber-Einsatz biologischer Spritzmittel. Ein Genuss der langen Riedabende auch auf den Terrassen der Restaurants nach dem Ausflug ins Grüne.

TOURISMUS in Sélestat - Geführte Besichtigungen: Pferdekutschenfahrten - "Le Ried à petits trots" mit Erklärungen zur riedtypischen Flora (Geschichte, Landschaft, Kulturgut) - Besichtigung einer Weberei, Tarife: 15€/8€, mittwochs vormittags + nachmittags im Sommer : animierte Fahrradtour im l'Ill*Wald-Naturschutzgebiet, Tarife: 10€/8€ Fahrradverleih inklusive, Kutschenfahrt + Fahrradtour 25€) Infos beim Office de Tourisme (Fremdenverkehrsamt) Tel. 0033.38858.8720

  • Ausflüge - Spaziergänge - Liedgut für jedermann im alemannischen Sprachraum zu jeder Jahreszeit am Oberrhein : Das laute Röhren der Hirsche im Illwald : Der Riedwald um Schlettstadt (Sélestat) im Elsaß in der Abenddämmerung auf leisen Schritten mit gutem Schuhwerk. Ein Auwald mit verschiedenen Riedböden und Gewässer führt uns bis zur Eichenkapelle mit Ausblick auf die Mittelvogesen (eventuell mit Taschenlampe) - Natur erleben, eindrucksvoll und nah. Treffpunkt: auf Anfrage 16h im Oktober

BURGEN Burgruinen und Schlösser im Elsass

Elsässische FREIZEIT - PARKS

die Petite Camarque Alsacien bei Saint-Louis  im Südelsass

vom badischen Ried ins Elsass

Naturschutzgebiete am Oberrhein

Orchideenwiesen im Taubergiessen

 

 

 als *doc-Flyer zum Ausdrucken (Word-Datei)

(Riedpappeln, Wegmarkierer aus napoleonischer Zeit) 

als -Datei zum Ausdrucken ? Ihr e-mail-Betreff lautet: "Illwald-Biotop". - - - Weitere Tourenvorschläge am Regio-Ort Ihrer Wahl mit Anfahrt-Infos und Kartenauszügen. Ihren Wünschen gemäß dokumentierte Freizeitführer für Kurzentschlossene.

Kartenausschnitte auf Anfrage  Haymatt - Hollockgraben - Illwald - NaturschutzgebietEichenkapelle und Schiffswegkapelle mitten im Ried

Das Bärlauchgebiet erwartet euch
zu Links im Regional-AgendaILLWALD: Sumpf- und Schwemmwiesengebiet im elsässischen Grand Ried (1)
zu Links im Regional-AgendaILLWALD : Auenhölzer-Hainbrüderschaften und Erlensümpfe im Grand Ried (2)
zu Links im Regional-AgendaRegio-Agenda 
zu Baba's Streifzügen in der Region - Familien-Ausflugszieleregionale Streifzüge 
das rechtsrheinische Gegenstück mit seinen OrchideenwiesenTaubergießen-Blaue Loch
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Kartenausschnitte auf AnfrageIllwald am Hollockgraben - Eichenkapelle - Hängebrücken
"Kuckuck, Kuckuck" ruft's aus dem Wald. Lasset uns singen, tanzen und springen! Frühling, Frühling, wird es nun bald.

Kuckuck, Kuckuck läßt nicht sein Schrei'n: "Komm in die Felder, Wiesen und Wälder! Frühling, Frühling, stelle dich ein!"

Kuckuck, Kuckuck, trefflicher Held! Was du gesungen, ist dir gelungen: Winter, Winter, räumet das Feld.

(Text von Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1835) nach einer niederösterreichische Volksweise (1819): "Stieglitz, Stieglitz, s'Zeiserl ist krank" )

 

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