llwald - Biotop (2)

Im Großen Ried der Ill-Niederung um Schlettstadt

 

ist es nicht nur der Rhein der mir diese Biovielfalt schenkt. Es ist der Verbund von Rhein, der im Jura entspringenden Ill, zusammen mit den Vogesenflüssen. Im so gepaarten Verlauf wird vorwiegend im Frühjahr das Ried- und Schwemmwiesengebiet überflutet. Während dieser historisch-europäischen Überflutungen ragen, beidseitig der Fahrstrasse ab Ehnwihr, Pappeln und Birken wie Leuchttürme aus dem Wiesensee gen Himmel. 

dank hiesiger Riedsumpfschwemmwiesen im Auwaldbiotop

Index-Streifzüge
Illwald-Sumpfwiesenbiotop (1)

eurer Erzählung nach seien:

(Text-Links: A-Z)

 

 Barken- und Flachkahnfahrten: 

auf der Ill mit Fährmann Patrick Unterstock ca. 3 Std. unter Tel.: 0033.38885.1048

Biber haben überlebt!:

Holzfäller mit Nachtschicht, Vegetarier, Landschaftsgärtner, mein nützlichster Freund

Bremsen:

weibliche Vampire und männliche Vegetarier bilden den Amazonas am Oberrhein

Damhirsch: erkennungsdienstliche Hinweise

Dorngrasmücke:

sehr begabte Variété-Künstler aus Afrika als Luftsänger und -tänzer zu Gast in den Waldlichtungen der Auenwälder 

Ehnwihr:

beidseitig der Fahrstrasse meldet dieses Schwemmwiesengebiet öfters "Land unter" an

Faschinendämme:

ein kleiner Abstecher an die Lauterlinien mit ihren militärischen Redouten

Fuchs:

schönäugiger, ehe- und wasserscheuer "Dauersingle" obwohl guter Schwimmer. Schlau schützt er seine Jungen in ehemaligen Dachsbauten vor unbefugtem Zugang  

Gottesanbeterin:  

verfängliche Vorderbeine, die sie wie ein Taschenmesser einklappt, bevor sie damit ihre Opfer, samt  Geschwister und Männchen aus einst betender Haltung heraus verspeist

Grillen und Heuschrecken:

 ob großes grünes Heupferd, giftgrüner Warzenbeißer oder Feldgrille: diese Grashüpfer bis hin zur Beißschrecke laden alle in ihren eigenen Dschungel ein

Große Ried:

feuchtsumpfiges Gebiet erstreckt sich im Elsass N-S vom höher gelegenen Erstein aus bis nach Colmar hinab

Hans im Schnokeloch: 

"de Hans im Schnokeloch het alles was er will" die Baba im Schnokeloch het au alles was sie will! 

Heckenbraunelle:

ungeselliger Gnom füttert  fremdes Riesenbaby (das Kuckucksjunge) über dem Haupt

Ill-Niederung:

Jura- und Vogesenflüsse gestalteten verschiedene Riedsümpfböden 

Illwald:

1500ha Naturschutzgebiet im Überschwemmungsgebiet der Ill-Niederung im Großen Ried (Elsaß)

 Iltis:

wenn er sich nicht in Ställe einnistet, gräbt er eigene Bauten mit Vorratskammern, für bis zu über 100 betäubte Frösche!

Kuckuck! Kuckuck!

ruft's aus dem Krummlachgebiet im Illwald Cuculus canorus erweist euch als Brutparasit und hiesiger Sommergast die Ehre!

Maitage:

raus in die Wälder zum Kuckucksrufwettbewerb der Nestbesetzer!

Oktoberabende:

für Damhirschbeobachter (Römerimport  aus Kleinasien) 

Räuber:  

im Illwald da sind die Räuber!

Redouten: 

(Weißenburger Linie) Artillerieschanzen deren Brustwehren aus Erdanhöhen auch zu gezielten Überflutungen

Ried:

das Große Ried mit all seinen grauen, braunen und schwarzen abgelagerten Böden

Schlammböden:

Hauptbestandteil des Illwalds als Reinigungsfilter des Grundwassers  

Schnaken:

Hubschraubereinsatz gegen die schmerzhaften Stiche weiblicher Flugarmeen von Stechmücken, 'Schnaken' genannt, mit ihren so harmlosen Männchen

Schwemmwiesen:

  Schlacke als Bodendünger - Sümpfe als Laufstege für auserwählte orchideenartige Faunamodels 

Sumpffieber:

Gelbfieber- oder Malaria - Ried-Seuchengefahr durch Klimaerwärmung und Rhein-Poldereinsatz ? 

Sumpfbiber:

(Myopotamus coypus Coypu) Schweifratte, Biberratte, Schweifbiber oder Nutria genannt, sein Markenzeichen ist sein runder bis 45cm lange Schwanz und seine kräftig orangen Nagezähne!

Wildkatze:

in den unzugänglichen Schlupfwinkeln noch zu erspähen

mehr INFOS zum Illwaldbiotop im Ried um Colmar

AUSTAUSCH - SPAZIERGÄNGE - BEGEGNUNGEN - KULTURGUT für jedermann im alemannischen Sprachraum zur grauen Jahreszeit am Oberrhein 

Das laute Röhren der Hirsche im Illwald : Der Riedwald um Sélestat (Elsaß) in der Abenddämmerung auf leisen Schritten mit gutem Schuhwerk. Ein Auwald mit verschiedenen Riedböden und Gewässer führt uns bis zur Eichenkapelle mit Ausblick auf die Mittelvogesen (eventuell mit Taschenlampe) - Natur erleben, eindrucksvoll und nah.  Treffpunkt: auf Anfrage 16h im Oktober 2012

Index-Streifzüge
Empfangseite

Gästebuch

Sitemap  

e-mail

Baba's Suchformular in allen Seiten Suche

ééeé´

Regional-Agenda
Basel's alte Parkbäume
Illwald-Rundtour
Regio am Oberrhein
vom Ried ins Elsass
in den südlichen Schwarzwald - Text-Link: Mittlerer und Nördlicher Schwarzwald o Heimat...
zu den Karpfenteichen und Kahnfahrten Sundgau: Petite Camargue
Straßburgs Blütenplätze
Taubergiessen
über die Rossberg-Sennereien Thanner Hubel: zu Bel's Acker (Belacker)
Vogesenkämme
Welschkorn: regionalgeschichtliches
St. Johann im Grünen bei Saverne / Elsass Zeitreise am Michelsberg

Free counter and web stats


Fortsetzung von: Illwald Sumpf- und Schwemmwiesengebiet im Grand Ried (1)

Der schlammig lehmige Waldboden dieses Ill-Riedwaldes

zu weiteren Naturschutzgebieten und Auslfugszielen

setzt sich zusammen aus Vogesenablagerungen aus dem Rhein, oder Einlagerungen der Ill, die sich im 1.+2.Jh. n.Chr. ereignet haben und noch heute fortdauern. Ihre Deckschichthöhe variiert dabei von einem halben bis zu 3 Metern. Dank der die Verunreinigungen abtransportieren den Giessen und unterirdischen Quellgewässern wirkt er als immenser Grundwasserfilter. Das Grosse Ried (von Erstein bis Colmar) wird durch die nicht abzugrenzenden Bodeneinlagerungen farblich unterteilt. Das * Schwarze Ried mit seinen kalkreichen kreidig sandigen Lehmböden erstreckt sich über seine östlichen Überflutungsgebiete, die mehr durch unterirdische als oberirdische Gewässer überflutet werden. Im Schnellenbühlgebiet bietet es Lebensraum für immer noch stolze 46 Land- und 25 Wasserschneckenarten. Das Naturschutzgebiet Buttenwasser wartet mit den schönsten Grundwassergräben auf, durchflossen vom Oberriedgraben (mit Hängebrücken) vom Obere Mittlengraben, vom Buttenwasser, vom Langgraben, Neugraben und vom Gusthüttengraben (Scheidgraben). Zwischen der Gusthütte und den Obere Butten ermöglichen drei Übergänge die Entdeckung dieser Waldboden bedingter schwarzen Riedlandschaft. - 

(Karte: Forst-Naturschutzgebiet: Buttenwasser : im Süd-Osten des l'Ill*Wald bei Heidolsheim D 424, Zufahrt: Mussig D 708 und Baldenheim D208) - l'Ill*Wald: das schwarze Ried um das Buttenwasser (129478 Byte)

Die sehr feuchten Tonböden des * Grauen Rieds, von sehr feinem Gefüge, unterliegen einem ständigen Blankputz durch die oberflächlich ausgeschütteten Waschbecken der Illablagerungen. Hier erreichen die Stämme der Auwaldpioniere (Erlen und Eschen) eine Höhe von bis zu 30m und einen Umfang von 1,5m. Das durch die Ill begünstigte Forst-Naturschutzgebiet Forstlach birgt die Auswuchsgeheimnisse der seit Urzeiten auswurzelnden Auwaldpioniere. Es befindet sich am Wollschlag, im Süden des Ill*Wald, zwischen den Wassergräben der Rinnweg und der Forstlach - Zugang: auf der Fahrstrasse zum Waldparkplatz und den Rundwegen des Schiffswasser, bei der wieder nachgebauten Eichenkapelle 'Chapelle du Chêne' mit Bootsanlegestelle ihrer dort beschriebenen Wallfahrtsgeschichte. - 

Die rostig karbonisierten Böden des * Braunen Rieds, zwischen der Ill und dem Rhein, bestehen aus durch Oberflächenanschwemmung angelieferter Erde, weil die Ill sie nicht erreicht und ihr Grundwasserspiegel stets zu niedrig ist. Zu entdecken auf den Wanderpfaden rund um Holtzwihr.


Rundwanderung im Illwald - dem Riedbiotop der Erlensümpfe


   Habt ihr schon einmal etwas vom "Hans im Schnokeloch

gehört? Dann werdet ihr wissen, wovon ihr hier - im Gegensatz zu mir - nicht verschont bleibt. Ich führe euch ins Reich der Stechmücken: der sogenannten 'Schnaken' und Bremsen dieses Schwemmwiesengebiets. Ihre Auftritte finden nicht nur am bekannten Breuschufer in Königshoffen vor Straßburg statt. Wohl jedem bekannt ist die graue, bis 1cm lange, Regenbremse, die im Sommer den Aufenthalt an schattigen Plätzen in der Nähe von Gewässern zur Qual werden lassen kann. Es können euch auch die Blindbremsen ansaugen, die sehr hübsch gefleckt gefärbte Flügel besitzen. Im späten Frühjahr oder Frühsommer schlüpfen die, bereits zu Larven entpuppten, Bremseneier nach 10 Tagen aus dem lockeren Boden. Nach dem Genuss von Schnakenlarven und Regenwürmern suchen sich die Weibchen wieder Blutträger um ihre nächsten Eier damit zu versorgen; während die harmlosen Männchen als Vegetarier Nektar fressen.  

Schnake ist nicht gleich Schnake: Für mich, im Reich der blauen Azurjungfern, inmitten des Amazonas am Oberrhein - für euch im Dreiländereck am Oberrhein (im Gebiet der Alemannen, Badener, Elsässer und Schweizer Alemannen): ist mit der Bezeichnung 'Schnake' nicht die wirklich existierende Schnake gemeint. Die ist um ein vielfaches größer und sticht euch nicht. Schnake ist hier stets die gemeine Stechmücke! Ihr Summen vor dem Zustechen hört ihr nur bei Dunkelheit und nur in eueren Schlafzimmern. - Unter 300 Schnaken- und 50 bekannten Stechmückenarten hat man im Illwald ausgerechnet die Schnake "Aedus Sticticus" für die schmerzhaften Stiche in Gewässernähe verantwortlich gemacht. Noch vor Sonnenuntergang in schattigen Waldgebieten und in den Abendstunden sticht das Weibchen überall dort zu, wo ihr stehende Gewässer die ungeheuere Verwandlung von der Eierablage über die Larve bis zum Insekt ermöglichen. Förmlich angezogen, nicht nur vom Transpirationsgeruch ihrer Opfer, sondern auch von der Temperatur und der somit begünstigten Ausscheidung der Kohlensauerstoffverbrennung mit gleich zwei Sauerstoffatomen. Nach der Paarung fliegen die Weibchen umher, um wenigstens einmal Blut zu saugen bevor sie die Eier in Blechbüchsen, Regentonnen, Dachrinnen, Jauchegruben und großen Seen legen. Bei vielen Stechmückenarten ist die Blutmahlzeit nötig, damit sich die befruchteten Eier weiterentwickeln. Der rebellierenden Touristen zuliebe, werden nach Überschwemmungskatastrophen Hubschrauber eingesetzt die tonnenweise biologisches Insektenvertilgungsmittel (BTT:Bell47G2) über dem Boden versprühen, die zu Fuss unzugänglich sind. Die Frühjahrsoffensive 2005, wie seit bereits 15 Jahren, im Krieg gegen die Schnakenplage südlich von Schlettstadt über 40 Hektar Riedgebiet erfolgt mit dem Abwurf des Larven vernichtenden Bio-Hightec-Granulat BTI (Bacillus Thuringiensis Israelensis) in Eiszapfenform. Es löst sich im Wasser auf und wird von den Schnakenlarven gefressen. Dieser Lufteinsatz im Gebiet um den Mühlbach-Graben, dem Kanalgebiet der Mühle von St.-Hippolyte und dem Bierbächel wird gemeinsam mit den deutschen Feldhütern geflogen. - Am anderen Rheinufer, im badischen Ried, ist die KABS für die Stechmückenbekämpfung zuständig. Gegner des Integrierten Rheinprogramms der 13 geplanten Polder mit ökologischen Flutungen verweisen auf die klimatisch begünstigte Rückkehr von Seuchen, wie Gelbfieber und Malaria. Fernreisende bringen sie mit. Die Folgen der anno 2004 experimentierten elsässischen Riedauen und -wälderüberflutungen durch Poldereinsatz? In den Riedpfützen braucht die Malariamücke bei 20°C vom Ei zur Stechmücke fast 3 Wochen. In den tropisch heißen Riedsommern genügen ihr bei 31°C dazu 7 Tage...

à propos : der Sommer 2006 ohne Schnakenplage dank dem beiderseits des Rheins vereinbarten Hubschrauber-Einsatz biologischer Spritzmittel. Ein Genuss der langen Riedabende auch auf den Terrassen der Restaurants nach dem Ausflug ins Grüne.

mich regt ein ganz eigener Insektendschungel  

Foto copyright: siehe Link (Abbildung: Mantis religiosa)  -  -  - zum spielerischen Jagen an, besonders im Aufspüren ihrer bevorzugten Wiesengräser, Schilfhalme und Gebüschen. Da Vögel, Fledermäuse und Spitzmäuse alleine den Bestand von Heuschrecken- und Grillenarten nicht gefährden, rate ich euch keinesfalls die berühmteste Fangschrecke, eine Schabenart, zu verpassen! Die am stärksten gefährdete, grün bis graubraune Gottesanbeterin (mantis religiosa), hat hier im Illwald, in der südbadischen Oberrheinebene und am Kaiserstuhl, noch überlebt. Um sie aufzuspüren muss ich meine Pupillen auf Büsche und Sträucher lenken, wenn ich zuvor auf Graslandböden erfolglos war. Ihre unverwechselbare Gestalt erschwert ihr Erkennen auf den ersten Blick. Die Lebensdauer der ausgewachsenen Insekten (Imagines) beginnt im Frühling: mit dem Schlüpfen der Larven (Nymphen) die als Eier noch vor dem letzten Winter zur Überwinterung an Halmen und Blättern abgelegt wurden. Ihre Wiege sind die einem kleinen Pilz gleichenden Ootheken. Mit Ende des Sommers bis zum späten Herbst beginnt der Zyklus der Eiablage ausgewachsener Fangschrecken erneut bis zu ihrem Absterben mit Winteranfang. Nur so erklärt sich ihre Menüzubereitung aus Bienen, Heuschrecken, Insekten, Spinnen und Wespen: Bei ihrem gut getarnten Ruhen auf sonnigen Plätzen klappt sie ihre furchtbaren, mit Dornenreihen bespickten, Vorderbeine wie ein Taschenmesser zusammen. In dieser so betend wirkenden Haltung verharrt sie nur solange, bis sich ein Opfer nähert. Mit ihren jetzt nach vorne ausgeschlagenen Fangarmen packt sie plötzlich zu und zieht es zu sich heran um es mit ihren Fangwerkzeugen zu zersägen. Da die Männchen mit 5 cm erheblich kleiner sind als 7,5cm fallen einige bereits bei der Paarung zum Opfer. So dienen diese Erzeuger gleich als Proteinnahrung ihrer eigenen im Schaumsekretkokon abgelegten 100-300 Eier. (Es sollen ihr dazu schon ihre eigenen Geschwister gedient haben.)

à propos:  Artenvielfalt in einem unaufhörlichen Kreislauf ganz ohne religiöse Moralvorstellungen, auch mit humorvollen Erklärungen nachzulesen bei Stephen Jay Gould, dass sich Sex bei diesen Arten lohnen muss. Was alleine schon die leidenschaftlichsten Fotografen unter euch unter Beweis gestellt haben, mit ihren Aufnahmen einer bei der Paarung fressenden Mantis ! (zum Foto von Monika und Richard Fellinger) - Der nur den Insekten eigene Urkampf ums Überleben lässt ihre Männchen gleich mit auf der Strecke, wenn sie sich nicht gerade selbst bekämpfen. (Mantis beim Kampf - zum Foto von Monika und Richard Fellinger) - Die Fühler dieser sehr wendig wie gefährlichen Fangschrecke dienen ihr, neben den alles beobachtenden Facettenaugen, wohl als Sensoren und Detektoren ihrer fressbaren Umwelt. Dieser Wiesendschungel ist euch zu mühsam, Abhilfe schafft hier der Basler Zoo. Dort erwarten euch mehrere tausend Wanderheuschrecken im Etoscha-Haus (Besucherinfos siehe Regional-Agenda link links unten). Ihr körpereigener Stoffwechsel von schwer verdaulicher Pflanzennahrung in leicht verdauliche tierische Energie macht sie zum artenweiten Leckerbissen. Für sie selbst ist das ganz schöner Stress, dafür täglich 80% des eigenen Körpergewichts zu fressen.

Foto Copyright: www.altmuehltal.de

 Der mir vertraute Ruf der Kuckucksmännchen ab April 

kündet auch bei uns den Frühling an. Ich nütze diese Zeit, denn Anfang Juli höre ich ihn kaum noch. Da ziehen die Altvögel schon in den Süden. Die Jungen bleiben und treten erst im September ihr afrikanisches Winterquartier an. Obgleich ich den schön hellgrauen und melodischen Sänger höchst selten zu sehen bekomme, gehört er doch zu unseren bekanntesten Waldvögeln. In der Nähe einer Waldlichtung, lässt er sich auf Baumästen immer nur mit herunterhängenden Flügeln und seitwärts ausbalancierendem Schwarz nieder! Dieser ist für den taubengroßen Cuculus canorus auffallend lang ausgebildet. Das Männchen tritt nur in schiefergrauem Frack mit "gesperberter" Bauchweste vor sein Waldpublikum. Bisweilen fügt er seinem legendären Kuckucksruf noch ein heiseres Fauchen hinzu. Das laute und trillernde Kichern oder gellende "quickwickwick" des Weibchens mit rotbrauner Oberseite samt Sperber-Look-Bauchweste höre ich weniger. Im Flug gleichen sie beide dem Turmfalken, in ihrer langen Abfolge von Flügelschlägen. Der Kuckuck selbst baut kein Nest. Also schmuggelt sein Weibchen ihre Eier einzeln in die Nester von mehr als 50 anderer Arten von Vogel-Pflegeeltern. Die Hauptleidtragenden dieser Brutparasiten sind, die ebenfalls aus Afrika eingereisten, bräunlichen Dorngrasmücken (Sylvia communis, bekannt für ihren geschwätzig singend-tänzelnden Balzflug). Sehr begabte Variété- Künstler als Luftsänger und -tänzer zu Gast in den Waldlichtungen der Auenwälder; wenn nicht gerade bei Dornenheckenkonzerten oder auf Bahndamm- oder Park-Tourneen beim Sänger-Festival der Grasmückenartigen auftreten. 

 Die weiteren Leidtragenden unseres Kuckucks als Nestbesetzer 

sind die, um einiges kleiner geratenen, tarnfarbenen Baum- und Wiesenpieper, das hohe Flötentöne zaubernde Rotkehlchen, die großen Bachstelzen im schwarzweißen Frack und der am Schilfrohr hängende Teichsänger mit seinem gepunkteten Artgenossen (Schilfrohrsänger) der vom Schilfrohr aus seinen Singflug startet. Um das Riesenbaby überhaupt (im wahrsten Sinne des Wortes: über Haupt) füttern zu können, muss sich ausgerechnet die sehr scheue und ungesellige Heckenbraunelle dabei tapfer auf den Kopf und Rücken des Kuckucksjungen setzen. Danach wird es noch drei Wochen "vor Nest" weiter gefüttert. Zum Glück! Im Krummlachgebiet machen erst die gleichzeitigen Kuckucksrufe mehrer, wetteifernder Männchen den Mai aus! 

  Wer erläge nicht dem Charme eines Bambi? 

So wie mich aus Ägypten, brachten die Römer das Damwild (Dama dama) von Kleinasien nach Mitteleuropa. Sein hiesiges Vorkommen war mit Funden der Zwischeneiszeiten bereits belegt, dennoch musste es wieder heimisch gemacht werden. Der Damhirsch erkennungsdienlich: schaufelartiges, meist weiß geflecktes Geweih. Das am meisten vertretene zahme Parkwild gibt sich - erst einmal wieder in freier Wildbahn entlassen - überaus scheu. Meist treten sie erst in der Dämmerung und bei Nacht auf die Waldwiesen hinaus um zu äsen. Fühlen sie sich erst einmal ungestört, treten sie auch bei Tag aus ihrer Deckung und überqueren unmittelbar vor mir den Waldweg. Den Sommer hindurch leben 88 Hirsche und 333 Kühe samt ihren Kitzen in getrennten Rudeln. Doch ab der zweiten Oktoberhälfte, zu Beginn der Brunstzeit, suchen die Hirsche die Kühe auf und bleiben den Winter über, eifersüchtig wachend, bei ihnen. Ende Mai bis Anfang Juni werden die so schön gefleckten Kälber geboren, die ich dann schon eher zu sehen bekomme. Gerris, eine Studiengruppe Ried Ill Wald der Gegend Schlettstadt, hat an der Zählung vom 20. März 2003 teilgenommen. Die der grünen Brigade vom 19.3.2004 erbrachte ganze 561, mit einem so errechneten profitablen Treibjagdziel von 140 Damwild. Neben dieser friedlich äsenden Wildart gibt es, so lasst euch sagen, neben euch Zweibeinigen noch die Parole:

  im Illwald da sind die Räuber !

Wir gehen uns  von vornherein aus dem Weg. Mit diesen Rabauken lässt sich nicht spaßen. Da ist mein Feind der Fuchs, mit seinen von Überschwemmungen umringt geschützten Bauten; der bei Tollwutausbrüchen dann allen Grund zur Vorsicht vor der eurigen hat. Sein Bellen und scharfes Keckern gibt dieser Dauersingle nur zur Brunstzeit, und so andere warnend, von sich. "Von wegen" als Hauptnahrung nur Mäuse! Sein Speiseplan ist der längste den ich kenne. Vom Rehkitz bis zur Wespe, und unter Fasten versteht er Frösche essen! Der Marder ist durch die, ihn verlockend anziehende, Bevölkerungsdichte hier zwar etwas abhanden gekommen. Dafür entkomme ich dem Iltis, ein Nachttier aus der Marderfamilie, nur im Klettern. Dazu bewegen mich vor allem seine fast 50 cm Körperlänge. Seine weiße Schnauze über Brauntönen auf groben Fell, gekrönt von einem buschigen Schwanz raten mir ebenfalls zum sicheren Höhenaufenthalt. Denn, dieser gute Schwimmer, Taucher und die Spürnase unter den Räubern frisst Ratten, Mäuse, Hamster, Schlangen, Eidechsen, Hasen, Vögel samt deren Eier! Dieser Überwinterungskünstler frisst dazu sogar noch die Kaninchen, deren Bauten er zwischen den Baumwurzeln zur Vorratskammer umfunktioniert. Wenn er sich nicht gerade bei euch in Scheunen und Ställen einnistet, betriebt er moderne Viehwirtschaft In diesen Fremdbauten hält er sich je nach Erfolg zwischen 40 und 120 durch Rückenbisse betäubte Frösche. Sein Notvorrat für die kalte Jahreszeit! 

Rückkehr des Verlandungsspezialisten: Biber  

(© Originalfoto des Kunsthistorischen Museum in Basel mit Besucherlink) - - - ca. 100 Jahre nach seinem Verschwinden, dank eurer Einsicht ! Die von verästelten Flussabzweigungen natürlich gestalteten Auenwälder werden nur vom glänzend (Rot) Braunen (indoeuropäisch Bhebhrus) gefällt und gelichtet. Dichte Baumbestände verschwinden und das Sonnenlicht erreicht wieder den Boden. Besonders die Weiden unter den Weichhölzern sind ganz gut an seinen Nageabbau angepasst. Obwohl er im Winter Kleinholz aus ihnen macht, treiben sie bereitwilligst wieder aus. Die von ihm bewirtschafteten Biberteiche, durch langfristig angelegtes Aufhalten des überflutenden Wassers, verlanden mit der Zeit zu seinen Biberwiesenbiotopen. Genau dem Lebensraum, der hier, wie auf der "Taubergießen-Seite" vorgestellten, beherbergten Insekten, Reptilien, Säugetiere und Vögel. Wundert euch nicht, wenn ihr gerade am Rande seiner Teiche die einjährig blühenden Kräuter, auf ohnehin mineralstoffreichen, sedimentabgelagerten Auenboden, nur so sprießen seht! Bäume fällt der mir sehr sympathische, bis zu 30kg schwere, Holznager mit Spezialdarmbakterien, wie es sich gehört, nur im Winter. Ihr schält die Bananen, er schält die ufernahen Gehölze. Im Sommer ernährt sich der Vegetarier von bis zu 300 verschiedenen Pflanzenarten. - Auf die Dauer wird der Biber auch dazu beitragen, die gnadenlos nach Blut zustechenden Schnaken, neben euren, sie bekämpfenden, Hubschraubereinsätzen, in Schach zu halten. An diesem Amazonas am Oberrhein berichten noch die Älteren unter euch von mit Stichen heimgesuchten Säuglingen und abendlichen Beleuchtungsverboten. Dank der Rheinschifffahrt gelangt das Heizöl bis in die Regio; sein wärmendes Fell verurteilt ihn nicht mehr zur Ausrottungsjagd. Mit der Rheinbegradigung und -eindämmung habt ihr die bis vor 200 Jahren noch, durch monatelang überspülte Dörfer verursachten, grassierenden Seuchen wie Malaria und Typhus besiegt. Das war euer Teil der Verlandungsarbeit der Oberrheinebene zugunsten einer ertragsreichen Landwirtschaft. So darf Biber darauf hoffen, nicht wie einst, wieder als Bibergeil mit seiner als potenzsteigernden Analdrüse für eure Erhaltung herhalten zu müssen. Ebenso wenig, wie einst von findigen, mittelalterlichen Klosterbrüdern, ihrer Fresslust zuliebe, bei freitäglichem Fleischverbot, kurzerhand, seiner Schwanzflosse und Wasseraufenthaltes wegen, zum Fisch erklärt.

 

 

 

 

 

 


Biberratten dienen besonders im Winter der Entspannung (Foto: © Wikipedia)  Schweifratte, Biberratten: dann seht euch mal dieses Foto an! (Foto: © Wikipedia)  Biberratte, Schweifbiber 
 oder Nutria

Die Nutrias, alias Sumpfbiber, oder einheimisch Biberrate, sind keine, wie der Biber, eher wasserscheue Säugetiere, so wie ich eines bin; deshalb weiß ich seine verlandenden Naturschutzmaßnahmen sehr zu schätzen. Kein Wunder sind mit Schwimmhäute, jeweils zwischen den ersten 4 Hinterzehen nicht wasserscheu. Diese Biberratten können bis zu 10 Jahre alt werden wenn ihn eisige Winter und die schöne, fast lautlose Schleiereule, seine natürliche Feindin, sich nicht selbst seines gesunden Fleisches im Beutegriff bedient. Vielleicht auch deshalb vermehrt er sich ganzjährig ohne Winterschlaf. Die Weibchen (Metzen) brunsten monatlich bis zu 3 Tagen, bevor sie weitere um 130 Tage (110-140) Tragezeit 2 x jährlich so um 5 (2-13) vollständig behaarte, sehende Junge als Nestflüchter binnen 2 Monaten entwöhnen, ehe diese selbständig mit 6-8 Monaten Geschlechtsreife ihre Fortpflanzung fortsetzen. Sie essen, wenn sie nicht gerade, wie am Polder von Krafft den Höckerschwänen das zu gefütterte Brot weg schnappen, Wasser- und Sumpfpflanzen mit einer Vorliebe für Schilfsprossen und Glanzgras und Kräuter samt Früchte. Letzteres, samt Gartenfrüchte, sollt ihr ihm in der Farmhaltung angewöhnt haben. Eben dieser gesunde Verzehr von Feldfrüchten wie Getreide, Kartoffeln Mais und Zuckerrüben nehmt ihr ihm so übel!
à propos:  zu den Sumpfbiberratten im "Leckerli"-Kampf mit den Höckerschwänen an den Ufergewässern des Polders im elsässischen Krafft, wie auf der Taubergießen-Seite

  Sie, die Wildkatze zählt mit zu den Räubern

ist nicht meine Freundin und bei aller Ähnlichkeit wohl auch nicht meine Vorfahrin. Vermutlich klettert sie besser als ich und geht notfalls schwimmen. Hier einheimisch bereits seit der Vorgeschichte, hat sie nichts mit den ägyptischen Falbkatzen zu tun, die zu meinen Vorfahren zählen. Diese hell gefärbte Wildkatze (Felis silvestris silvestris) geht nur im Streifenlook auf die Jagd von Fasanen, Hasen oder Kaninchen; bei der ich ihr lieber nicht begegnen möchte. Diese äußerst wilden Weibchen müssen ihre Jungen vor den eigenen Männchen schützen. Vielleicht begegne ich euch auf meiner nächsten Fährte zu ihren unzugänglichen Schlupfwinkeln. 

Was die Straßburger "Steckelburjer" am Rhein 

vor ca. 2000 Jahren durch Trockenlegen mühsam begehbar machten, wurde an der elsässischen Lauterlinie, z. Zt. der europäischen Erbfolgekriege, mit Schleusen zur möglichen Überflutung umgestaltet. Im Bund waren  die periodischen Rheinauenüberflutungen und die einstigen flämischen Faschinendämme aus fest zusammengeschnürten Reisigbündeln, Tannenbrettern und Brustwehren aus Erdanhöhungen.  Der französische Marschall de Villars stellte die Lauter so, anno 1706, in militärischen Dienst. Mit seinen gezielt errichteten, kleinen Verteidigungshügeln, Wälle und Schleusen ließ sich notfalls auch die Landschaft überfluten. Die bereits zuwachsende Weißenburger Linie beim Bienwald mit ihren Artillerieschanzen (Redouten*), die die vorangehenden Blockhäuser ablösten, fanden genügend Anlässe zum Einsatz! (* mehr dazu bei ihrem weiteren Einsatz als militärische Antwort auf Maria Theresia's Pandurenlärm auf der regionalgeschichtlichen Welschkorn-Seite des 18. Jh.)- Ein deutsch- französischer Radwanderweg zwischen Schweigen-Rechtenbach und Lauterbourg zeigt euch dieses ideale Hilfsmittel deutlicher, um ein unbegehbares Sumpf- und Torfmoorgebiet künstlich zu gestalten. Die zahlreich wasserführenden Riedgräben sind ein Beispiel dafür, wie die Windungen der Lauter so ihre Wieslauter schuf. Quer durch den idyllischen Lauterort Scheibenhard, auf europäischen Boden, verläuft seit dem Wiener Kongressbeschluss von 1815 für Frankreich die alte Staatsgrenze zum Deutschen Reich von 1792. 

Tourenvorschläge am Regio-Ort Ihrer Wahl mit Anfahrt-Infos und Kartenauszügen. Ihren Wünschen gemäß dokumentierte Freizeitführer für Kurzentschlossene. Das Illwald-Biotop zum Ausdrucken oder Fertigbroschüre 

zum illustren Reich der Riedauen per Froschhüpfer!

Illwald Sumpf- und Schwemmwiesengebiet im Grand Ried (1)

Kuckuck! Kuckuck! ruft's aus dem Illwald-BiotopRundwanderung im Illwald - Riedbiotop der Erlensümpfe

zu weiteren regionalen Streifzügen - Kinder-Ausflugszielen zu Baba's weiteren Streifzügen           zum rechtsrheinischen Gegenstück, der "tauben Giessen"zum Taubergießen und dem Blauen Loch

 © Copyright 2001-2012 Baba Regio Rhein Ried Alle Rechte vorbehalten