Der
Tümpelglöckner
läutet en Riedsommer ein
Die
Gelbbauchunke,
mein 'Riedtümpelglöckner' und euer Froschlurch, ist nicht nur ein noch
lebender Zeuge der Urzeit, sondern auch ein wahrer
Verwandlungskünstler. Im Gegensatz zu mir, lebt er zu Wasser
und zu Lande in den verschiedenen Riedgewässern. - Geht hin
zu den Tümpel, Gräben und Altwässer mit Pflanzen des Rohrmattengebiets.
Dort wohnen noch die Kröten. Doch respektiert des abends bis
zum nächsten morgen auf allen Feldwegen, von Mitte Februar bis Mitte
April, ihre alljährliche Krötenwanderung! Im Laufe
jährlicher Wanderungen entfernt auch sie sich bis über 1 km weg vom
angestammten Laichtümpel. Also so lange nur Fuß ins
Paradies dieser faszinierenden Amphibien, denn solange der Weg der
gestressten Hochzeiter durch die Natur führt, ist er relativ
ungefährlich. Treffen diese Lurche (Amphibien) aber auf eure Straßen,
endet ihre Wanderung häufig tödlich. Die Erdkröte fühl sich im
Gegensatz zum Frosch nicht glitschig an. - Diese 5cm lange
schöne Unke mit herzförmigen Pupillen und runder
Schnauze hat sich euch gut angepasst mit ihren Aufenthalten an kleinen,
seichten, vegetationsarmen, gut besonnten Tümpeln mit Bodenschlamm. Ihr
Sommer- und Winterquartier im Ried?: Hauptsache ein unbewachsenes
Grundstück in Waldrandlage mit einigen Sträuchern. Ob
Flachwasserbereiche wie Wassergräben, Suhlen, Radsporttümpel oder
Regenlachen, im Reich der Riedteiche und -weiher mit
Flachwasserbereichen, nutzt sie sie alle. Woanders sogar bis hin zu den
Panzerkettenfurchen an Truppenübungsplätzen. Die Gelbbauchunke im Rohrmattengebiet im
Illwald-Biotop
Im Brunnenwasser-
wie im Schilf-Rohrmatten-Gebiet des Illwalds hört
ihr ab April bis August das typische Hochfrequenz - 'unk-unk'-Rufen,
ganze 40 Mal pro Minute, des Tümpelglöckners alias
Gelbbauchunke.
Der Rohrmattenkünstler mit seinem erfolgreichen Evolutionstrick, vom Ei
zur Larve mit Kiemen. Nun zaubert er die Ausbildung
seiner Vorderbeine zu den Hinterbeinen hervor, damit ihm sein
nächstes Kunststück gelingt. Als ausgewachsenes Tier mit Landaufenthalt
und Lungenatmung wieder Eier im Wasser abzulegen, die an Land
austrocknen würden! Zwischen Juni und August findet ihr kleine
Eierballen an Wasserpflanzen und Steinen. Nach 1 Woche schlüpfen
Kaulquappen, deren Ziel die Verwandlung zu das Wasser verlassenden
Jungunken ist, die bis zu 30 Jahre alt werden können. Ihre Anpassung
von der Quappe zum Lurch zwingt sie dennoch ihre Haut feucht zu halten,
selbst wenn es einige unter ihnen dabei bereits einem 50% "über
die Haut" - Gasaustausch gebracht haben. In Trockenperioden,
bedingt durch das gelegentlich beinahe tropische Klima, vergraben sie
sich zu ihrer Siesta einfach im Schlamm. Dieser schockierend
blauschwarz-goldgelb gefleckte Sonnenanbeter kann es sich dank
Absicherung durch giftige Hautsekretabsonderung auf warzig-stacheliger
Verfeinerung leisten tagaktiv zu sein. Zur Überwinterung wählt er den
Grund seiner bewohnten Gewässer, wenn er sich nicht nahe seinem
Wohngewässer im lockeren Bodensubstrat eingräbt. Zu seinem Foto auf der
Illwaldtourseite
Die Schwanzlurche
unter den Illwald-Landwassertieren
Die
nachtaktiven, sehr bunt gefleckten, Schwanzlurche
wie der unverwechselbare Landsalamander alias
Feuersalamander (Salamandra
salamandra) und der nicht nur Kleinkrebse jagende Teichmolch (Triturus
vulgaris), verstecken sich tagsüber überall. Der erstere bevorzugt nach
Dämmerung die Spaziergänge im Regen, während der
letztere nur bei feuchter Wärme sein Geheimagentendasein aufgibt. Der
bis zu 20 cm lange, schwarze, schockierend gelb gepunktete
Feuersalamander treibt sich vorwiegend in feuchten Laub- und
Nadelmischwäldern, unmittelbar entlang der Waldbäche herum. Die
Flachwasserbereiche langsam fließender Waldbäche bevorzugt er als
Laichgewässer. Seine Paarung erfolgt im Herbst oder Frühjahr an Land.
Von April bis Mai setzen die Weibchen 20 bis 25 Larven an seichten
Stellen in Waldbächen ab. Sein Tagesmenü besteht aus Schnecken,
Spinnen, Tausendfüßer und Insekten. - Der 11cm lange
Teichmolch mit deutlich perlmutterfarbenem Rückenstreifen findet hier
noch permanent stehende Gewässer mit Flachwasser- und Verlandungszonen
wie Tümpel, Teiche, Altwässer mit reichlich untergetauchter Vegetation
vor. - Der zur Laichzeit schön
blau-orange marmorierte Wassermolch alias Bergmolch (Triturus
alpestris) verharrt tagsüber unter feuchtem Laub und Moos. Im Illwald
ist er der Laichbiotopspezialist für die Kleinstwasserstellen der
Wildschweinsuhlen. Das 8 cm lange Männchen ist nur während der
Fortpflanzungszeit (Februar-Mai) tagaktiv zu bestaunen, mit seinem
niedrigen, ungezackten, hellgelb und schwarz querbebänderten Rückenkamm
ohne Unterbrechung bis zum Schwanz. Nur er trägt eine orange-gelb-rote
Bauchseite. Sein bis 11 cm langes Weibchen legt pro Jahr, von
April-August, ihre bis zu 250 Eier einzeln an den Wasserpflanzen ab.
Dabei faltet sie mit ihren Hinterbeinen um jedes einzelne der klebrigen
Eier ein Wasserpflanzenblatt. Ihr Illwald-'Tischlein-deck-dich' besteht
aus Kleinkrebsen, Würmern und Schnecken. Sie überwintern im
Laichgewässer oder höchstens 400m davon entfernt. - Der Fadenmolch
(Triturus helveticus), ist der hier aquatischer lebende Bruder des
Teichmolchs. -
à
propos :
Die kräftige, laichplatztreue Erdkröte (Bufo bufo),
die ihre 1.200-6.000 Eier in 2- bis 4er-Reihen mittels zweier 3-5cm
langer Laichschnüre bis zu 8mm dick im Wasser
absetzt. Natürlich im Wasser verspannt zwischen Schilf,
Pflanzenstängeln oder Ästen. Zum Ablaichen im Frühjahr sucht sie
stehende, meist größere und tiefere Gewässer, auch ohne
Flachwasserbereiche, auf. Dabei wandert sie aus ihren oft bis zu 5 km
entfernten Winterquartieren, den Waldgebieten, ins Sommerquartier an,
bei der sie wie oben erwähnt auf euren Schutz angewiesen ist.
Abseits
der lauten Departmentstrasse ertönen die "kroak-Chöre" der Riedfrösche.
Einer dieser Feuchtgebietfrösche ist ein eher nachtaktiver Klettermaxe.
Der nur 4,5 cm lange Baumfrosch alias Laubfrosch
(Hyla arborea) betört mich optisch in uni mit grün-gelb, glatt
glänzendem Rücken mit schwarzer Flanke. Spinnentiere und Insekten jagt
er dank scheibenförmig verbreiterten Finger- und Zehenspitzen in
schwindelnder Höhe. Bis zu 500 m vom Laichgewässer entfernt, auf
Sträuchern, Baumstämmen und auf den Schilfhalmen sonnt er sich. Mit der
Dämmerung und in der Nacht nimmt er sehr lautstark, mit erschallenden
Rufserien seiner großen kehlständigen Schallblase, am "käkäkäkäkä" -
Männerchor teil. Dabei sitzt er, von März bis Oktober, im Flachwasser
oder treibt auf der Wasseroberfläche. Seine Laichzeit von April bis
Ende Juni mit kleinen Klumpen von 3-50 Eiern, die er an
Unterwasserbauten absetzt, ist eher unspektakulär. Dabei produziert er
so zwischen 200 und 1400 Eier pro Jahr.
Er lebt an Land und
entfernt sich dabei bis zu 1.6 km von seinem Gewässer in lichte Laub-
oder Mischwälder mit geringem Unterholz. Waldrandlagen, Kahlschläge und
sonnige Lichtungen werden dabei bevorzugt. Schlank langbeiniger
Braunfrosch alias Springfrosch
(Rana dalmatina) ohne Schallblase mit weißlich-gelber
Bauchseite und bis zu 6 cm Kopf-Rumpflänge, muss damit fertig werden,
dass dessen Weibchen bis zu 8 cm erreicht. Seine sehr leisen Rufe
erschallen vorwiegend unter Wasser. Zeitgleich aktiv mit allen anderen
Illwaldamphibien, auch mit gleichem Speiseplan: Insekten, Würmer,
Schnecken und Spinnen, übertrumpft er sie als 'Laich-Frühausfsteher'!
Seine Laichzeit von Februar bis Ende Mai punktet. Spätestens im März
setzt er in der Nacht, technisch versiert, seine Laichballen in
stehenden Gewässern unterschiedlicher Größe ab. Die zentralachsigen
Eiballen-Haltestrukturen befestigt er unter Wasser.
Sein Eigelege umfasst 600 bis 1.200 Eier. Aus 8-10 mm langen
dunkelbraunen Larven schlüpfen noch vor 3 Wochen die von der Natur
geküssten (verwandelten) Frösche. - Der 9-12 cm lange Wasserfrosch
alias Teichfrosch
(Rana esculenta) mit grün
bis bronzefarben, braunem Rücken mit schwarzen Flecken und mit
grau-schwarzer Marmorierung auf weißem Bauch, jagt wirbellose Tiere und
junge Frösche! Männchen mit grauen Schallblasen suchen zum Rufkonzert
stehende Tümpel Gewässern mit sonnenbeschienen Ufer- und
Flachwasserbereichen auf, mit reichlich Schwimmblattwuchs auch an den
Uferbereichen. Ihre ins Wasser abgesetzten Laichballen erreichen ca.
3.000 - 10.000 Eier. Im Gegensatz zum kleinen Wasserfrosch kann er
sowohl im Wasser als auch an Land überwintern.
Der
nur im Gewässer oder an dessen Ufer aktive Tümpelfrosch alias kleine Wasserfrosch
(Rana lessonae) bildet im April/Mai lautstarke Rufgemeinschaften am
Laichgewässer, wie ich sie nur gut kenne. Altwässer, Tümpel, Teiche,
Gräben und Kanäle samt Überschwemmungsflächen mit üppiger
Wasservegetation findet er hier zur Genüge. Er überwintert an
Land. - Mit von der Illwaldpartie ist der
Bodenschlammüberwinterer Seefrosch
(Rana ridibunda) mit gelblich-grünem Rückenlängsstreifen, der
ganzjährig im Wasser lebt. Während der Paarungszeit rufen die Männchen
sehr lautstark im Chor an der Wasseroberfläche treibend; später auch an
den Uferrändern sitzend. Er verspeist ungeniert kleine Fische, junge
Froschlurche und Wirbellose. Mai/Juni heftet er ohne Tacker bis zu
10.000 Eier als Laichballen an Unterwasserpflanzen. Seine Larven
schlüpfen bereits nach einer Woche, die im Juli/August als verwandelte
Frösche an Land gehen. Seefrösche können, wie ich, bis zu 11 Jahre alt
werden. - Der mit inneren Schallblasen und sehr leise Stimme
ausgestattete Grasfrosch
(Rana temporaria), dessen Laichzeit dem Springfrosch entspricht, hält
sich an Spinnentiere, Insekten und Käfer. Ein explosionsartiges
Laichrevier im März aus großflächigen Laichballen mehrerer
Weibchen mit 1100 bis 4000 Eier pro Gehege, die sie in einer Tiefe von
bis zu 30 cm am auf dem Grund seichter Wasserstellen absetzen, bevor
diese später an die Oberfläche steigen und große Fladen bilden. Das
Schlüpfen der Kaulquappen dauert ca. 2 Wochen. Stehende
Feuchtwiesengewässer, Auenwälder und Bachauen mit Sonne beschienen
Flachwasserbereiche sind ihre Laichplatze. Bodenfeuchte,
unterwuchsreiche Laubwälder oder dicht verwachsene Böschungen im
Umkreis mehrerer hundert Meter um seine Laichgewässer stellen einen
geeignet bewohnbaren Landlebensraum außerhalb der Laichzeit dar, ehe er
am Gewässerboden oder an Land im Uferbereich überwintert.
im Sumpf-, Moor- oder
Feuchtwiesengebiet. Habt ihr ihn schon einmal gehört? Vielleicht seinen
unverkennbaren, schön klingenden, fast geflöteten Ruf: "thuid".
Im Gegensatz zu den "kroak"-Chören der Wasser- und Laubfrösche, ertönt
dieser Ruf des Flötisten von oben. Wenn der, außerhalb der Brutzeit so
gesellige, große
Brachvogel im Frühling über den Sümpfen seinen
Balzflug ausführt, fügt er zu der Grundstrophe oft noch einen langen Balztriller
hinzu. (Meine Artgenossen kennen diesen
Naturminnesang ebenfalls.) Sein bis zu 15cm langer, nach unten
gebogener Schnabel lässt ihn zum Feinschmecker werden, denn er kann
damit Lebewesen packen die tief im Schlamm stecken. Weiter auf seinem
Speiseplan aufgeführt sind Schnecken und kleine
Krebstiere. Wollt ihr ihm gar folgen, so vergesst nicht euer wasserfestes
Schuhwerk. Ich gebe euch noch einen letzten, überflüssigen
Hinweis: er hat ein graubraun geflecktes Gefieder und einen weißen
Bürzel. Das Männchen stößt im Umfliegen seines Brutreviers kichernde
Laute hervor. Hört ihr an Juli- und Augustabenden gar ein
gleichmäßiges Kichern, dann seid ihr dem kleineren, selteneren Regenbrachvogel auf
der Spur.
Die Magie des Schilfgebietes
der Rohrmatten,
Zentral-elsässisches ornithologisches Naturschutzgebiet wo seine
Feuchtzonenbewohner ihre eigenen Konzerte geben.
(Wo:
nicht ausgeschildert : auf der route D 424 südlich von Sélestat - zwischen
der Haymatt-Wiese
und dem Mühlbach, genau zwischen der Ill und dem Bieberbächele - Zugang
nur mit wasserfestem Schuhwerk auf oft feuchten Böden und über
Wasserwege nur für Fußgänger) - Das Wasservögel-Naturschutzgebiet Rohrmatten im Ill*Wald ist
besonders in Anbetracht der derzeitigen Seltenheit dieser
Naturlandschaften im Zentralelsass besonders von Bedeutung. Ein restauriertes
Röhricht, auf dem eine Vogelbeobachtungsstation verwirklicht
worden ist - eine sehr große Vogelvielfalt - ob Nestbauer oder nicht -
durch Beobachtung steckbrieflich ermittelt wurden dabei unter den
Raubvögeln die Rohrweihe
(Circus aerugionosus) und der Baumfalke
(Falco subbuteo). Bei den Sumpfliebenden waren dies der Graue Brachvogel (Numenius
arquata), der Haubenkiebitz
(Vanellus vanellus) und der bereits
auf meinen Taubergießen-Ausflügen vorgestellte Flussregenpfeifer (Charadrius
dubius). Ebenfalls dort beobachtet wurden dort der Graue Kranich (Grus
grus) und der schöne Graureiher
(Fischreiher - Ardea cinerea). Bei den
Vertretern der nestbauenden Vogelarten reproduzieren sich
gegenwärtig am häufigsten die nachstehenden 6 Arten in diesem
elsässischen Naturschutzgebiet, neben einer bedeutenden
Anzahl von Raubvögeln (mindestens 10 Arten). Bemerkenswert ist, dass
der schwarze Storch
wieder potentiell im Illwald nisten kann. Er wurde auf einer den
Illwald bgrenzenden Feuchtwiese beobachtet. Seine
Anwesenheit an dieser Stelle stellt einen ausreichenden
Reproduktionsindex dar, wenn man die extreme Zurückgezogenheit dieses
Vogels kennt. Seit der Renaturierung des Feuchtgebiets
Rohrmatten erscheinen immer mehr nestbauende
Wasservogelarten, sowie der Haubenkiebitz oder der Flussregenpfeifer.
Die Umstrukturierung dieses 'hydrographischen Netzes' lassen wieder die
vom Nestbau bemerkenswert bekannte Arten, wie die Wasserralle (Rallus
acuaticus) begrüßen; die gegenwärtig sowohl als wandernd wie auch
bereits hier überwinternd. Vogelarten, die in den offenen
Flächen der Rheinebene selten geworden sind, sind
im Umkreis des Ill*Wald noch anwesend; insbesondere die Grauammer (Emberiza
calandra) und der bunte Neuntöter
(Rotrückenwürger
- Lanius collurio ).
Das Naturschutzgebiet Rohrmatten
stellt auch einen sehr wichtigen Standort für den
Zugewinn einer gewissen Anzahl geschützter Vogelarten dar, die sich in
unmittelbarer Umgebung fortpflanzen. Ja sogar in dessen weiter
entfernten Distanzen wie die Dohle
(Corvus
monedula) oder
die Schwalbe.
Vom Beobachtungsstandort Rohrmatten aus, lassen sich wolkenartige
Schwärme von Mehlschwalben
(delichon urbica) beobachten, oder zu Zeiten starker Regenperioden von Rauchschwalben
(Hirundo rustica). - Wandernd und überwintert: Das
Rohrmattengebiet ist eine sehr interessantes Landezentrum zur
Nahrungsaufnahme der Wandervögel die im Elsaß überwintern. Der
Hauptanreiz für diese Wandervögel beruht auf den Schwemmwiesen. Die
Überschwemmungen sind hauptsächlich auf die
Uferüberflutungen der Ill und auf den
Wiederanstieg des Grundwasserspiegels am östlichen Rand des
Naturschutzgebietes zurückzuführen. Das Elsaß liegt für diese
Wandervögel auf der direkten Verlängerung der Rhoneachse, die eine der
Hauptachsen für die europäischen, Wandervögel des Nordens im Frühling
oder im Herbst ist; und der Rhein bleibt weit vom bevorzugten Standort
für diese Wasservögel. Die Nahrung dieser Sumpfvögel ist gewährleistet
durch die Anwesenheit von Feuchtgebieten oder von
überschwemmungsgefährdeten Sumpfzonen. Die Wiesengebiete
stellen bevorzugte Ernährungsplätze für einige der Wasservögel dar, die
auf dem Rhein landen zum Zwischenstop. Wie für die schillernde Stockente (Anas
platyrhynchos), Pfeifente
(Anas Penelope), Schnatterente
(Anas strepera), Spießente
(Anas acuta) und die Löffelente (Anas
Clypeata).
Mit der Rheinbegradigung im
19.Jahrhundert sank der Grundwasserspiegel der
einst den Auwaldbestand sicherte. Und nur dank ihrer engen Bucht blieb
die Vulkaninsel des Kaiserstuhls, zwischen
Schwarzwald und Vogesen, davon verschont. Doch die nacheiszeitlich
bodenvorbereitenden Laubbäume blieben. Eine dunkle und neblige
Moorlandschaft, in der die Erlen ihre Füße nicht weit genug
ins Wasser wagen konnten, ehe das Wasser mehr und mehr zurückging, hat
euch die Elfen, Feen und andere Moorgeister hinterlassen. Mit ihren an
den Wurzeln ansiedelnden Pilzen machten sie jedes Brachland fruchtbar.
Die Schwarz-Erle
(Alnus glutinosa) bestreitet so den dritten Platz im Illwaldbestand.
Als Pionierart liebt sie sickerfeuchten, zeitweise überfluteten und
steinigen Boden. Ihr erkennt sie an ihrer schwarz rissigen Borke und
ihren mehrastig vom Boden aufsteigenden Kronenbereich. Pollenallergiker
erkennen sie an der Winterblüte ihrer 3-4 cm langen Kätzchen. Diese
ihre Feen verwandeln sich von dunkelroten
Blütenkätzchen zu erst grünen, dann schwarzen kleinen Zapfen. In diesen
sehr geschickt erdachten Schuppen dient eine mit Luft
gefüllte Zellschicht als Schwimmring für den eingebetteten
Samen. Das Hartholz dieses Birkengewächses dient zur Herstellung von
Bootsstegen, Holzschuhen und Musikinstrumenten.
In
meinem nahegelegen angeschwemmten
Urwald-Lustwäldchen, inmitten des wasserreichen
Naturschutzgebiets, war die Erle als Wegbereiterin
für andere Auenhölzer nicht alleine tätig. Bei
stets gestiegenem Grundwasserspiegel, teils durch die Ill überschwemmt,
teils durch die Niederschläge, kam ihr eine sehr schnellwüchsige
Bahnbrecherin zu Hilfe: die geschmeidig hohe Pappel. Das Silbrige der
Blattunterseiten über weißlicher Rinde der im Wind wiegenden Silberpappel,
schimmert in Wassernähe besonders schön. Häufiger vorkommend ist jedoch
ihre ähnliche, aber lichthungrigere Zitterpappel
(Espe). Vor allem an den
Wasserläufen entlang als Gewässerwachposten aufgereiht warnt sie mich
früh genug, zusammen mit den Weiden, vor 'unüberquerbaren' Kanälen und
Gräben. Trefft ihr gar auf eine geklonte Pyramidenpappel mit
einer breiten Krone und sehr spitz zulaufenden Blättern, so ist es die
vor ca. 200 Jahren aus Italien hier eingewanderte. Im Herbst sind sie
sich einig, und bringen sogar mich mit ihrer frei
umherfliegenden Baumwolle zum Niesen! Auf nahezu 1500 ha
Illwald behaupten sich neben der Gehölzdominanz von
Eschen, und Stieleichen und
Haselnuss immerhin noch Linden, Ulmen
und Landahorn. Unter den Sträuchern sind es die Hartriegel, Weiß- und
Schlehdorne.
Die Hainbrüderschaften
von Eichen-Eschenwäldern,
stets begleitet von Ulmen und Erlen, findet ihr im ganzen Illwald. Für
die zwei markierten Rundwege vergesst den Esche-Steckbrief
nicht: Ölbaumgewächs mit eiförmiger Krone und hängenden Elferbüschel
von gefiederten, lang zugespitzten Blätterlanzen mit schwarz
samtenen Knospen. Nach erst 100 Jahren ist sie mit bis zu 40m Höhe
ausgewachsen. - Die heute so vom Pilzbefall bedrohte Rinde der
prächtigen, bis zu 40m hohe Feldulme
(Rüster) bildete nach der letzten Eiszeit, zusammen mit den
Eichen, den ersten Lauburwald. Hier im Illwald, in
den wärmeren Tieflagen, thront sie noch, diese Hervorheberin von
Landschaften und Parks, mit ihrem schönem Möbelholz um Rosamundes
Kaminbereich. (Dort erzählte man mir von der nordischen
Mythologie, in welcher die Esche und die Ulme
Adam und Eva waren. Diese ersten Wesen
drehten dem Meer, aus dem sie kamen, den Rücken zu. Um in Form von Holz
plötzlich aufzutauchen. Der Erde zu ausgerichtet um als nährender Wald
in sie hineinzufahren. So hat die Christianisierung auch dieses
sagenhafte Thema in ihrer eigenen Mythologie aufgegriffen, wie so viele
andere auch.) - Doch der ab Spätherbst blutrote Stamm und
Laub des roten Hartriegel
aus sehr hartem Holz findet ihr nur auf
wasserreichsten Böden in den Erlen-Eschenhainen.
Böden. Ab September/ Oktober färben sich seine erbsengroßen
Samenkapsel-Steinfrüchte an roten Zweigen von grün zu blau-schwarz. Per
Vogelflug mit unbeschädigtem Darmtransit treten sie ihre Vermehrung an.
Die lichten, märchenhaften Eichen-Hainbuchengehölze
bevorzugen hingegen die Nähe der Entwässerungsgräben.
|
Diese
Nähe lieben noch ganz andere, kastanienfarbige Wasserburgenbauer,
die ich erst bei Dämmerung an ihrem modrigen Geruch erkenne! Mit ihrem
seitlich zusammengedrückten Schwanz und den mit Schwimmborsten und
-häuten ausgestatteten Hinterbeinen kommt ihnen das an Gräben reiche
Feuchtgebiet zustatten. Als gute Taucherin entwischt sie mir mit kurzem
Pfiff im hiesigen Reich der Teiche, Seen, Kanäle, Bäche, Flüsse und
Sümpfe. Die hohe Kunst der Bisamratte ist der Damm- und
Deichbau! Trotz ihrer Wasserpflanzenkost mit Schneckenbeilage
gräbt sie Gänge in Steilufer und baut 1 Meter hohe
Schilfburgen mit für mich unzugänglichen Unterwassereingängen! So
schützt diese, angeblich über Prag eingewanderte, etwas plumpe
Nordamerikanerin (Ondatra zibethicus) ihre Wohnstuben samt
Vorratskammer vor meiner Neugier. Ihre Lebenserwartung beträgt
nur ganze 4 Jahre, deshalb kann sie 3-4 mal bis zu 8 Junge werfen. Als
ich diesem Schlammburgenbauer in einer Winternacht auf einer
Riedwaldfahrstrasse, beim behäbigen Überqueren eben dieser, leibhaftig
begegnete, fragte ich mich, ob er gerade über den Einsatz von Bitum
nachdachte.
Abseits
der Fahrstrassen im mittleren Elsass, zwischen Straßburg und Colmar
gelegen, überrascht das elsässische Ried als Naturschutzgebiet
- das französische Pendant zum deutschen
Taubergiessen auf der
anderen Rheinseite. Dieser Amazonas am Oberrhein zwischen dem großen
kanalisierten Rhein und der Ill mit ihren zahlreichen Flüsschen trumpft
auf mit Auwaldurwäldern, Schilfrohrdickichten
und bizarr romantischen Wasserstrassen. Allesamt vom Traubenkocher- und
Vogesenklima begünstigt. Eine unmittelbare Begegnung mit im Sommer oft
tropisch heißer Riedwaldnatur samt Schnakenparadies
(Schnoke für die Alemannen, Stechmücken für die Rhein-Anrainer), da
sind Insektenschutzmittel obligatorisch anzuwenden! Zahlreiche Teiche
und Tümpel bieten den hier lebenden Störchen eine
artgerechte Wasseridylle. Mit dem Frühjahr sind die Auwälder voll von
unüberhörbarem Minnegesang zahlreicher Wasserfrösche
auf ihren Wasseroberflächenbühnen. Hier habt ihr ohne Flachkahn, Kanu
oder Kayak keine Chance die wahrhaftige Schönheit dieser
Rheinauenlandschaft für euch zu entdecken; außer ihr traut euch den
Fußmarsch zu durch diese vogelreiche Auwaldgestrüppe. So lassen sich
viele wild umwucherten Seitenkanäle vom Schmalkahn aus in aller Ruhe
mit Paddel durchstochern. Die Riedlichtungen warten teils mit hohen
Gräsern auf, ab Juni teils mit den
Orchideen-Ragwurzarten der
Magerwiesen. Im Gegensatz zum am Illufer gelegenen Straßburg oder der
Riedmetropole Schlettstadt, führen euch diese hiesigen Schönheiten zu
ganz anderen Sehenswürdigkeiten. Begegnet ihr der gelben Sumpfiris (nicht
umsonst Adebarsblume genannt) so ist euch, trotz üppiger Fettwiesen,
wasserfestes Schuhwerk angeraten. Doch keine Angst, es werden reichlich
Führungen angeboten, angefangen von den Rheinübergängen, Rheinfähren
mit Fahrtzeiten bis zu einer Erkundung mit den beiden schönen Dampfloks
der ehemaligen Elsass-Lothringen-Verbindung auf der Höhe Neuf-Brisach
in Vogelgrün, die ihr auf der Sitemap oder auf den diversen Seiten des
Regional-Agenda findet. An der Rheinfähre
Kappel betreut euch u.a. der Ranger Richard Peter,
der Auskünfte über Bootsfahrten durch die Kanäle des Brunnwasser oder
der Rhinauinsel, erteilt in Zusammenarbeit mit dem
Office de Tourisme von Rhinau, erteilt.
diese
exotische Wasseridylle, die ihr am besten im Boot oder zu Fuß
ergründet, näheres erfährt
ihr bei:
Service de l'Environnement et des Domaines
- Mairie de Sélestat - 9, place d'Armes, F-67600 Sélestat - Tel.:
(0033)(0)3.8858.8500 - e-mail - Centre National du Bois chefs
de triage: Jean-Marie Clussmann Tel. 0033.38892.8849 ou Freddy Koenig
Tel. 0033.38892.8757 - Für einzigartige private Fotoaufnahmen
der Illwald-Bewohner ist Gilbert Christmann aus
Colmar bekannt (Tel.: 0033.38979.3542) - Für Flachkahn-/Barkenfahrten
auf der Ill mit Blick auf die Hochkönigsburg und die Ruine
Bernstein bei Scherwiller (mit teils 10 Personen) wendet
euch an den Fährmann Patrick Unterstock. Er erzählt euch gleichzeitig
von den Auwaldhölzern und vom Fischotter (zu besichtigen im
nahegelegenen Fischotterpark von Hunawihr) und von der einheimischen
Matelote. Bei der Ankunft in Ebersmunster erwartet euch ein Glas selbst
gemachter Apfelsaft. Reservierungen einer der zwei, ca. 3 Std.-Fahrten:
Tel.: 0033.38885.1048 - - -
à
propos : Tourismus in Sélestat:
Pferdekutschenfahrten -
"Le Ried à petits trots" mit
Erklärungen zur riedtypischen Flora (Geschichte, Landschaft, Kulturgut)
- Besichtigung
einer Weberei, Tarife: 15€/8€,
mittwochs vormittags +
nachmittags im Juli : animierte
Fahrradtour
im
l'Ill*Wald-Naturschutzgebiet, Tarife: 10€/8E Fahrradverleih inklusive,
Kutschenfahrt + Fahrradtour 25€) Infos beim Office de Tourisme
(Fremdenverkehrsamt) Tel. 0033.38858.8720
Tourenvorschläge am Regio-Ort Ihrer Wahl
mit Anfahrt-Infos und Kartenauszügen. Ihren Wünschen gemäß
dokumentierte Freizeitführer für Kurzentschlossene. Das Illwald-Biotop
als *pdf-Datei, zum Ausdrucken oder Fertigbroschüre
4
Std.-Auwaldwiesen-Wanderung durch den Ill*Wald im Stadtwald von Schlettstadt mit den
Vosges Trotters von Schlettstadt und GERRIS (Groupe d'études
Ried-Illwald Sélestat) - Ferngläser mitbringen !
Rucksackverpflegung, mit Gérard Ernst Tel.
0033.38885.6921, Treff: place de la Gare (Bahnhof) 9h am
?

Fortsetzung :
Kuckucksrufe, Riedböden, Hans im
Schnokeloch, Gottesanbeterin, Verlandungskünstler 'Biber',
Illwald-Räuber, Insekten-Dschungel im Grand Ried (2)
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